Köln Kalk: Aus Trauer wird Wut.

Einige Kalker Linke 24.01.2008 14:08 Themen: Antirassismus Soziale Kämpfe
Gedenken an Salih wandelt sich zu Protest gegen Rassismus.

Nachdem vergangenen Freitag der 18 jährige Salih in einer Messerstecherei auf der Kalker Hauptstrasse in Köln zu Tode gekommen war, demonstrieren täglich mehrere Hundert Kalker Jugendliche in Andenken an Salih, für Gerechtigkeit, Wahrheit und gegen Rassismus.
Salih soll einen weißen, zunächst als Deutschen bezeichneten, jungen Mann angegriffen haben. Dieser habe sich mit einem Messer verteidigt und dabei Salih ins Herz getroffen. Die Staatsanwaltschaft erklärte bereits Samstag Mittag, dass es sich um Notwehr gehandelt habe. Das veranlasste die Angehörigen und FreundInnen von Salih zu der Frage, ob dieses Ergebnis genauso schnell zustande gekommen wäre, wenn der Tote ein Weißer und der Messerstecher marokkanischer Herkunft gewesen wäre. Der Version von Staatsanwaltschaft und Polizei schenken die Jugendlichen keinen Glauben, kennen sie doch die rassistische Ungleichbehandlung durch deutsche Behörden aus eigener, täglicher Erfahrung.
Vor dem Hintergrund der CDU Wahlkampagne, der Hetze um die Vorfälle in München und der allgemeinen rassistischen Stimmungsmache brachten die Ereignisse in Kalk das Fass zum Überlaufen.

Mittlerweile ist klar, dass der Messerstecher selbst migrantischen Hintergrund hat. Die Frage, was tatsächlich Freitag Abend auf der Kalker Hauptstrasse passiert ist, rückt aber mehr und mehr in den Hintergrund.
Stattdessen artikuliert sich auf den Demos der Unmut gegen den deutschen Alltagsrassismus, die Perspektivlosigkeit und der Frust, in heruntergekommenen, gewalttätigen Verhältnissen leben zu müssen. Die Jugendlichen, die meisten DemonstrantInnen sind zwischen 10 und 25 Jahre alt, haben ihre Situation ziemlich klar. Sie wollen keine Verschlechterung in Richtung französischer Banlieus, sondern fordern Gerechtigkeit, eine Perspektive, ein besseres Zusammenleben, erklärtermaßen unabhängig von Religion oder Staatsangehörigkeit. Nicht nur für Salih, sondern für alle, die wie er so sinnlos gestorben sind und noch sterben werden, gingen sie auf die Strasse, damit das aufhört, damit sowas nicht nochmal passiert.
Die Strategie der Polizei ist nicht klar erkennbar. Am Dienstag noch haben sie sich mit einer Hundertschaft ziemlich zurückgehalten und nur einzelne Strassen gesperrt. Am Mittwoch(gestern) bereits waren es mindestens zwei wenn nicht drei Hundertschaften, die auch wesentlich stärker Präsenz gezeigt und sich viel bedrohlicher und näher aufgebaut haben.
Die Dynamik der Proteste ist unvorhersehbar, es gibt bisher keine klaren politischen Forderungen, die Artikulation ist ziemlich wirr. Zwischen "Allahu akbar"- (Gott ist groß) und "Wir wollen Gerechtigkeit!" - Rufen gibt es immer wieder spontane Reden über Rassismuserfahrungen, soziale Stigmatisierung und verschwommene Forderungen nach einer "besseren Zukunft für unsere Jugend". Viele haben die Nase gestrichen voll davon, immer nur als die Bösen dazustehen ohne dass sich jemand sonst für ihre Lage interessieren würde. Ein mitgebrachtes Transparent "Widerstand gegen soziale Ausgrenzung und Rassismus. Kein Mensch ist illegal", das eigentlich nur als Seitentranspi gedacht war, wurde mit Begeisterung aufgenommen und dann als Fronttranspi übernommen.
Bei Zwischenstops während der Demo, bei denen sich alle auf den Boden setzen, können alle, die wollen, spontane Reden halten, was auch zahlreich getan wird.
Die Kölner Presse will das ganze mal wieder nicht verstehen und schreibt nach wie vor hauptsächlich dumme, wenn nicht hetzerische und rassistische Artikel zu der ganzen Angelegenheit.
Was aus dieser kleinen Bewegung von 300-500 Kalker Jugendlichen wird, ist ungewiss und wird sicherlich auch davon abhängen, ob sie konkretere Forderungen aufstellen können, wie die Solidarisierung seitens der restlichen Kalker und Kölner Bevölkerung ausfällt und ob sie sich längerfristig für ihre Belange organisieren.
Bisher ist alles sehr friedlich und diszipliniert verlaufen. Randale und Rachegelüste werden immer wieder ausdrücklich verurteilt. Hoffentlich bleibt das so, denn im Fall einer Eskalation mit bundesweiten Schlagzeilen haben die Kalker Jugendlichen alles zu verlieren und der Oberrassist Koch einen Wahlkampf gewonnen.

Die Jugendlichen wollen sich auf unbestimmte Zeit weiter jeden Abend um 18h am Tatort Kalker Hauptstrasse Ecke Josephskirchstrasse versammeln um Salih zu gedenken und ihrem Protest Ausdruck zu verleihen.

Kommt vorbei, solidarisiert Euch, diskutiert mit den Leuten, knüpft Kontakte, bringt Euch ein. Es ist den ihnen total wichtig, dass da nicht nur "Schwarzköpfe" (Eigenbezeichnung) sind, sondern auch "Weiße" mitmachen.

Gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung.
Schluss mit der rassistischen Hetze gegen "kriminelle ausländische Jugendliche".
Für ein solidarisches Kalk.

PS: Die Fotos sind von der Dienstagsdemo.

PPS: Ein Blick in die schlimme Presse:

 http://www.ksta.de/html/artikel/1200142225742.shtml

 http://www.ksta.de/html/artikel/1200142228462.shtml

 http://www.ksta.de/html/artikel/1200697261739.shtml

 http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1200224780998.shtml

 http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1200224780800.shtml

 http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1200697261885.shtml

 http://www.express.de/servlet/Satellite?pagename=express/index&pageid=1004370693460&rubrikid=200&ressortid=100&articleid=1200128881404

 http://www.express.de/servlet/Satellite?pagename=express/index&pageid=1004370693460&rubrikid=200&ressortid=100&articleid=1200128876219

 http://ocs.zgk2.de/mdsocs/mod_movies_archiv/movie/sitzdemo/ocs_ausgabe/ksta

Es wird auch auif RTL und WDR berichtet.
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Ergänzungen

....

xxx 24.01.2008 - 15:12
auf den demonstrationen wird nicht nur "allahu akbar"(gott ist groß)" sondern auch "es gibt nur einen gott" skandiert, und zwar vom großteil der demonstrantInnen. es stellt sich daher tatsächlich für linke die frage ob und wie unterstützenswert die demonstartionen sind. die richtige und wichtige kritik am deutschen alltagsrassismus und an rassistischen polizeikontrollen wird von solchen religiösen und islamistischen auslassungen gelinde gesagt konterkariert. eine kritik an kulturellen, nationalen oder religiösen zuschreibungen findet auf den demonstrationen nur bedingt statt. statt dessen artikulieren viele demonstrantInnen lautstark "ihre" islamische identität, grenzen sich also bewusst "vom rest" ab, was nicht als "irgendwie" verständlicher antirassistischer "reflex" verharmlost werden kann und darf.

dies soll kein plädoyer für eine anpassung von migrantInnen an die bedürfnisse des deutsch-rassistischen mobs sein, eine unterstützenswerte antirassistische und emanzipatorische kritik sieht aber leider anders aus.

Schlimm

Vlad Tepes 24.01.2008 - 19:50
Dieser Artikel erzeugt bei mir Würgereiz!!!
Sicher, es ist schlimm wenn ein Mensch stirbt, doch in diesem Fall ist das "Opfer" ein extremes Risiko eingegangen in dem es sich an einem gewalttätigen Überfall beteiligt hat.
Man könnte es damit vergleichen, wenn jemand im tiefsten Winter bei vereister Fahrbahn mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h über eine kurvenreiche Landstraße fährt, woraus man vernünftigerweise schließen kann, daß er für die Folgen seines Handelns selber verantwortlich war.
Solche Überfälle sind leider fast schon so etwas wie "Normalität" und werden auch aus falsch verstandener politischer Korrektheit meist nicht publik gemacht.
Lange Zeit wurde in der öffentlichkeit die Mär vom bösen deutschen Skinhead und dem friedlichen, und wenn dann höchstens durch seine Lebensumstände kriminell gewordenen Ausländer geschürt.
Dieses Vorgehen war grundsätzlich falsch!
Es hat gerade bei einer großen Anzahl von einheimischen Jugendlichen das Vertrauen in Presse und Öffentlichkeit zerstört, da die Realität auf den Schulhöfen und in den Straßen meist eine andere ist.
Gewalt von Zuwanderern gerade aus dem Moslemischen Raum resultiert wie fälschlicherweise behauptet nicht meist aus Diskreminierung, sondern findet ihre Ursachen oft in Erziehung und auch in kulturellen Aspekten.
Nur ein offener Umgang mit den Geschehnissen kann in unserer Gesellschaft wieder mehr Frieden und Akzeptanz stiften! Ursachen und deren Bekämpfung müssen frei von Ideologie diskutiert und angewandt werden und zwar auf die verschiedenen Teilbereiche Prävention, Umgang mit Ersttätern, mit Gelegenheitstätern und mit Intensivtätern. Dabei müssen Vorschläge aus allen Bereichen gehört werden und vor allem alles eingesetzt werden was Wirkung bringt, sei es Intensivpädagogische Betreuung, die Umstrukturierung von Jugengefängnissen in Richtung Arbeits-und Erlebnispädagogik (Damit meine ich nicht die so oft polemisierten "Erholungsreisen" sondern das Bewältigen hoher körperlicher Anforderungen um sich und seine Grenzen kennen zu lernen), frühes Herausnehmen aus erziehungsunfähigen Familien, zum Wohl des Kindes und der Gesellschaft, zeitnahe Aburteilung von Straftaten (pädagogischer Effekt). Im allerschlimmsten Fall, wenn ein Täter als nicht mehr therapierbar gilt, steht nach meiner Meinung der Schutz der potentiellen Opfer im Vordergrund, d.h. Sicherheitsverwahrung, bei nicht deutscher Staatsbürgerschaft auch Abschiebung.
Um wirklich gutes zu erreichen müßen wir den "Gutmenschenpfad" verlassen und für Klarheit und Struktur sorgen, nur dadurch können wir Jugendliche, egal ob ausländischer Herkunft oder deutsch vom kriminellen Pfad abhalten und zukünftige Opfer niederträchtiger Straftaten verhindern.
Es darf nicht für alles nur Verständniss gezeigt und aus vermeintlichen Ursachen heraus entschuldigt werden. Gerade Jugendliche Gewalttäter werten solch ein Vorgehen als Schwäche des Gegenübers und sehen sich dadurch in ihrem Verhalten bestätigt. Ob jemand aus einem der deutschen Kulturkreise, einem südeuropäischen, dem türkischen, dem arabischen, einem Afrikanischen oder was auch sonst für einem Kulturkreis stammt, jeder soll seine Kultur leben dürfen, doch jeder muß sich verbindlich an die Verhaltensmaßregeln in unserer Gesellschaft halten. Ein sächsischer Skinhead ist kein schlimmerer Gewalttäter als ein marrokanischer Schläger und umgekehrt! Beiden muß Gelegenheit gegeben werden sich von ihrem antisozialen Verhalten zu Verabschieden und auch die Gelegenheit Hilfe dafür anzunehmen. Sollten sie jedoch resistent für Hilfsangebote und beharrlich in ihrem Fehlverhalten sein, so muß in erster Linie die Gesellschaft vor beiden geschützt werden (oder eben auch jene vor sich selber, wenn sie sich nicht kontrollieren können, die Ursachen und die Vorgeschichte zählen hier nur sekundär)
Um auf den Vorfall zurück zu kommen: So schlimm er verlaufen ist, so soll er doch als warnendes Beispiel dienen für jene, welche oft nicht aus bitterer Veramrmung und daher Existenzerhaltung, sondern aus purer Freude an Chauvinismen und an der Freude am Erniedrigen von Personen aus anderen `Peer-Groups' haben.
Das Pendel kann nach hinten ausschlagen! Für Trauer habe ich Verständniss, kein Verständniss habe ich für die Verherrlichung von Verbrechern. Die Familie sollte einen leisen, würdigen Abschied begehen, sich dabei der guten Seiten Ihres Sohnes, Bruders, usw erinnern und nicht aus einem zivilisationsfernen, archaischen Faustrechtsgefühl heraus "Gerichtigkeit" zu fordern. So wie es aussieht wurde der Gerechtigkeit diesmal genüge getan (leider mit schlimmen Auswirkungen doch von einem Gewaltopfer in Angst-und Panik kann man nicht noch genaue anatomische Einschätzungen bei der Abwehr eines Gewaltverbrechers verlangen)!
Noch kurz zur Information, daß alles schreibe ich als mittlerweile erfahrener Pädagoge, welcher oft mit sozialverhaltensgestörten und gewalttätigen Jugendlichen Arbeitet. An meinem Pseudonym kann man erkennen, daß meine Herkunft nicht in Deutschland liegt und ich ebenfalls zwischen den Kulturen aufgewachsen bin.

rolle der polizei

kalker anwohner 24.01.2008 - 20:48
Ich als Anwohner, der die Proteste täglich mitbekommt, finde hier das Verhalten der Polizei sehr widersprüchlich.


Einerseits wird von der Polizei gegenüber den Medien von Deeskalation gesprochen. Wobei hier die Frage ist, ob es bei den Protesten überhaupt eine aggressive Stimmung gibt.


Andererseits:
Als die erste Trauerzusammenkunft/Protest am Montag war, wurde ich von einem Polizisten darauf hingewiesen, lieber nicht als Deutscher an der Trauer teilzunehmen, bzw. friedlich nach Hause zu gehen.
Er meinte dass für mich als Deutscher durchaus "Lebensgefahr" bestehe.Da die Stimmung sehr aufgeheizt wäre, besonders gegenüber Deutschen.

Später habe ich erfahren, dass die Stimmung sehr friedlich war und in keinster Weise aggressive Stimmung aufgekommen ist.


Ist dass Deeskalation???


Hier stehen täglich schwer bewaffnete Polizisten, meistens mit mehreren Mannschaftswagen.
Die schwer bewaffneten Polizisten kesseln jedesmal die Demonstranten in der Josef-Kirch- Strasse ein.

Wobei anzumerken ist, dass die Polizisten immer in der Überzahl sind.


Ist dass Deeskalation???


Deswegen finde ich es sehr verständlich, wennn die Proteste noch eine Weile weitergehen.
Und es ist auch sehr verständlich, dass sich die Demonstranten von der Polizei hier ungerecht behandelt fühlen.


Ein Anwohner

Deutscher?

Antifa 24.01.2008 - 23:26
Für alle die weiterhin behaupten die Polizei hätte den "Messerstecher" angeblich besser behandelt weil er "Deutscher" sei: Es war kein Deutscher, sondern ein Russe mit Behinderung!

 http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1201191987193.shtml

Kann es also sein, daß der Überfall ein behindertenfeindlicher Jugendlicher war?



Stellungnahme der/des AutorIn

AutorIn 24.01.2008 - 23:37
1. Antisexistische VorkämpferInnen diskutieren mit Kalker Jugendlichen auch darüber, dass sie beim Thema Frauenemanzipation, Homophobie und ANtisemitismus z.B. keinen Spaß verstehen. Sie machen sich auch keine Ilussionen darüber, dass die selben Leute da mit dabei sind, die auch auf der ekligen, antisemitischen Hisbollah Demo waren. Dennoch stellen sie fest, dass sie am Ende nun ein paar neue, durchaus gute Diskussionen hatten und eine Menge über die Lebensrealität der Leute gelernt haben und ausserdem auch einige Diskussionen gewinnen konnten.
2. Es stimmt einfach faktisch nicht, dass das alles Islamisten sind. Selbst unter denen, die die Demos in den vergangenen Tagen mitorganisiert haben, sind Leute, denen die Allahu akbar Rufe total auf die Nerven gehen (und die auch immer wiiieder vbersucht haben, das einzudämmen, Es ist gar nicht so leicht, gegen so eine Menge Tesosteron anzukommen). DAS lernt mensch zum Beispiel, wenn mensch sich ins Handgemenge begibt und zuhört, was da so geredet wird, oder wenn mensch die Leute drauf anspricht. Es gibt da auch Idioten, oh was für eine Überraschung! Tschuldigung für die Polemik, aber einige Fraktionen in der deutschen Linken hätten ihre Realität immer gerne so schön rein und widerspruchsfrei, da kann mensch sich nur wo einmischen, wenn alle vorher mindestens ein Kapitalseminar hinter sich haben und Fremdwörter benutzen können. Die Leute da sind froh, wenn sie sich auf deutsch halbwegs ausdrücken können. Fuck ihr KritikerInnen, ihr habt ja keinen Schimmer, wie weit ihr davon entfernt seid, den Alltag der Leute da auch nur zu erahnen! Aber ihr habt ne Menge schlaue Vorschläge vom Schreibtisch aus. Das ist so erbärmlich.
3. Wer lesen kann, hat lesen können, dass die Vorgänge des Freitag abends immer unwichtiger werden. Wer nichts verstehen will, kann das aber gerne weiter überlesen. Es geht den Leuten darum, dass sie endlich gleich behandelt werden wollen, um Gerechtigkeit. Die Kritik richtet sich an die deutschen Behörden. Dazu kommt eine eklatante Unkenntnis normaler juristischer Vorgänge, so dass einiges als Affront aufgefasst wird, was einfach normaler Polizeivorgang ist. Auch das galt es zu erklären.
4. Allein die Sprüche der Ekeldeutschen am Rand der Demo könnten einem/r einen Einblick davon vermitteln was "Schwarzköpfe" so jeden Tag erleben. Und was das mit Dir macht, wenn Du so leben musst. Und, wie z.B: der Tote, für 3€ die Stunde arbeiten gehst neben der Schule.
5. Damit jetzt nicht diese niveaulose Diskussion darüber losgeht, dass noch keine Lebenssituation es rechtfertigt, ein Arschloch (also Islamist, Nazi, Rassist, Totschläger, Gewalttäter, Räuber oder was immer ihr meint) zu sein: Es geht nicht darum, zu entschuldigen, was passiert ist und MigrantInnen zu den besseren Menschen zu machen (was auch in dem Zusammenhang doppelt absurd wäre, da sich zwei Migranten gegenseitig fertig gemacht haben), sondern es geht darum zu verstehen, was da los ist, wie die Dynamik funktioniert und ob es Möglichkeiten gibt, zumindest teilweise emanzipatorische Schritte zu machen. Zum Beispiel, in dem mensch versucht, andere Parolen vorzuschlagen und gegen diese Gottesrufe zu argumentieren. Und siehe da, das sind ja gar nciht, alle, die das gut finden.
Liebe deutsche Linke, so gern ich Euch habe: Die Realität ist komplexer, als ihr es Euch wünscht, und mensch kommt ihr nur näher, wenn mensch sich die Hände schmutzig macht und einmischt. Vom Schreibtisch aus schlaues Zeug reden, kann halt wirklich jedeR, aber das ist auch nicht besser als irgendein beschissener Kneipenstammtischdiskurs. Und eines bringt eineN in der Erkenntnis schon gar nicht voran: Schubladendenken, Vorverurteilungen und angstinduzierte Wahnvorstellungen.
Unsere Interventionen sind zwiespältig und schwierig. Aber ich habe sicherlich in den letzten 3 Tagen mehr über Kalker Kids gelernt als in den Jahren, die ich hier nun schon wohne. Und dass nur wer sich einmischt, die Möglichkeit hat, die zweifellos auch vorhandenen Islamisten in ihrem Einfluss auf die Sache zurückzudrängen. Warum nur wollt ihr immer aufgeben, bevor ihr Euch überhaupt vom Schreibtisch erhoben habt? Anders als beispielsweise bei der Libanondemo, die es zu bekämpfen galt, sehe ich hier durchaus sinnvolle Möglichkeiten der Intervention. Das ist halt auch so gutes altes Handwerkszeug: Analysen an der Realität überprüfen, nicht wahr?
see you on the streets.
PS: Es gibt wirklich keinen Grund, die Notwehrversion anzuzweifeln. Na und? Was ändert's? Es ging ja nie darum, Opfer und Täter gegeneinander auszuspielen. es ging um die Art, wie die Behörden damit umgegangen sind im Vergleich zu anderen Fällen wie München. Und nun geht es drum, "unserer Jugend eine Perspektive zu geben" (häufiges Zitat auf der Mittwochsdemo) Eine soziale Situation anzuprangern, in der Leute sich gegenseitig abziehen und abstechen. jetzt habe ich das so oft erklärt, ich hab schon das Gefühl, manche sind extrem schwer von Begriff.
PPS: Ja, und es gab auch die Spacken, die Rache wollten, die anderen gedroht haben. Das war da aber nicht so gerne gesehen. Ich lage auch nicht meine Hand ins Feuer für alle TeilnehmerInnen einer durchschnittlichen Antifademo. Da kannste auch viel Mist und viele schlechte Parolen hören, im Übrigen. So, jetzt reicht's mir, wer noch Fragen hat, soll selber hingehen und mit den Leuten da reden.

UPDATE 25.01.2008

Kalk 25.01.2008 - 20:20
heute deutlich weniger leute, maximal 200 teilnehmer, was wohl vor allem an den rassistischen kontrollen der cops gelegen haben wird. als (vermeintlicher) deutscher konnte man sich frei bewegen, jede/r der/die nicht in dieses muster passte, hatte sich einer kontrolle zu unterziehen, platzverweise wurden einige erteilt

die demo wurde zu beginn von der polizei blockiert, nachdem sie angemeldet wurde, konnte sie losziehen

in reden davor wurde nochmal betont, dass man aufklärung fordert. auf den spruch allahu akbar und die kritik daran wurde bezug genommen, dies sei ein ruf, der ihnen kraft und stärke gebe, er sei nicht als islamischer schlachtruf gemeint, dazu wieder die erläuterungen "es gibt nur einen gott" und alle menschen seien vor ihm gleich

gleichzeitig gab es eine klare absage an politische vereinnahmungsversuche, mit diesen wolle man nichts zu tun haben

die cops haben nochmals aufgerüstet, mittlerweile dürften mehrere hundertschaften im einsatz sein, neben kölner zügen auch bullen aus bochum und dortmund. das ganze viertel ist in einer unangenehmen art und weise aggressiv mit bullen vollgeklatscht

Arcaden

stefan S. 27.01.2008 - 02:05
Habe gehört, dass Freitag Abend einige in die Arcaden gehen wollten und Ärger zu veranstalten. Weiß da einer was näheres?
Auch bei einem Gespräch mit der Polizei habe ich raushören können, dass sie am liebsten die Veranstaltung auflösen würden und sehr verärgert über die Versammlung sind.
Auch habe ich gehört, dass es sich nicht um einen deutschen Stecher handelte sondern um einen Deutschtrussen?! Bitte um Aufklärung

Die Stimmung scheint auch vor Ort ruhiger zu werden, wobei ich aus Polizeiquellen entnehmen kann, dass es einige Personen gibt die versuchen würden an den Stecher heranzukommen!

Ich weiß ja nicht, was das alles werden soll, aber ich finde diese ganzen Umstände katastrophal. Wie soll das nun weitergehen????
Die islamischen Mitbewohner werden keines Falls akzeptieren, dass es sich um Notwehr handelte, wobei es dabei keine Zweifel gibt, da ja auch der andere keine Aussage machen möchte. Wenn ich mich so in die Situation hinein versetze, dann hätte ich in aller Not auch ein Messer gezogen...
Ich kenne diese Situation überfallen zu werden...
Aber ist es für den Angreifer dann nicht einfach dumm gelaufen? Nach dem Gesetz muss ja nur eine Verhältnismäßigkeit gegeben sein und es darf nur das schwächste Mittel eingesetzt werden. Wer weiß, vielleicht war der Michael eine typische Opferperson und hätte sich nicht mit den Fäusten wehren können!!
Was wäre es wenn es sich um eine Frau gehandelt hätte, dann wäre die Attacke mit dme Messer definitiv als Notwehr anzusehen

Kaum zu glauben

Neutraler 27.01.2008 - 20:13
Wenn ich den Grossteil der Berichte hier lese, bekomme ich aus verschiedenen Sichtweisen das K***** (Vorab: Jede Art von Gewalt lehne ich ab!):

1) Wenn ein Rentner zusammengeschlagen wird, dann heisst es, der hat mich provoziert, der "Scheiss Deutsche", aber man ist ja im Recht
2) Wird man selbst als Araber mal Opfer, dann sind alle Deutschen Faschos und unschuldige müssen nun wieder Angst haben auf die Strasse zu gehen.
3) Hatte der Täter einen Migrationshintergrund, womit die Beschimpfung der "Scheiss Deutschen" gar nicht nachzuvollziehen ist.
4) Egal wer sich auf welche Seite bei den Berichten schlägt, es werden immer Nationalitäten als Schuldige und Opfer genannt. Und das selbst ist echt dumm! Wir sind alle Menschen, egal wo wir herkommen...

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 38 Kommentare

Tatsachenverdrehung

Robert 24.01.2008 - 16:13
Unfassbar wie hier die Tatsachen verdreht werden. Da wird von den Demonstrationsteilnehmern der Täter zum Opfer gemacht und ihr stimmt auch noch fröhlich mit ein.
Es gibt im Moment keine Anhaltspunkte, die Notwehr-Darstellung der Polizei und der Beteiligten anzuzweifeln. Es war wohl offenbar eine Ausgangssituation, wie sie tagtäglich in den Großstädten vorkommt. Diesmal ist die Sache für die Agressoren nicht wie gewünscht verlaufen und einer der Angreifer hat dabei auf tragische Weise sein Leben verloren. Das ist tragisch, aber Schuld daran hat einzig und allein der Niedergestochene.

Es ist unglaublich, wie hier wieder die Rassismus-Karte ins Spiel gebracht wird. Da verteidigt sich jemand in Todesangst und rettet somit sich und seinen am Boden liegenden Bekannten und wird von euch dafür auch noch verurteilt.

Und ein Zusammenhang wird in dem Artikel völlig ausgeblendet:

Armut und soziale Benachteiligung darf NIEMALS Gewaltverbrechen gegen Andere legitimieren.

Genau das ist aber nämlich wieder einmal der Tenor (ganz in der Tradition eines Jens Jessen).

@xxx

politische Arbeit 24.01.2008 - 16:29
Abgesehen davon, dass du hier gerade einmal einen subjektiven Eindruck der Demo vermittelst, kannst du doch nicht ernsthaft erwarten, dass Menschen mit einem Set an Kapitalismus-, Religions- und Nationskritik geboren werden. Es ist meiner Meinung nach auch als eine Schwäche der Linken zu sehen, dass wir in Kreisen von MigrantInnen wenig Rückhalt haben, verglichen mit dem konkreten Rassismus dem diese täglich ausgesetzt sind.

Wir können natürlich sagen, wir arbeiten nur mit Menschen zusammen die unsere Auffassung von Richtig und Falsch teilen, damit erreichen wir aber gerade einmal kleinbürgerliche Kiddies die von einer besseren Welt träumen und eben nicht Teile der Gesellschaft die wirklich unterdrückt und ausgeschlossen werden. Es ist doch gerade der Sinn von Religionen und Nationen dass sie Klassengegensätze verwischen und revolutionäres Potential spalten. Das ganze funktioniert seit Jahrhunderten wunderbar.

Wir müssen deswegen mit Menschen die offensichtlich den Willen haben etwas zu tun arbeiten, sie da abholen wo sie stehen und mit ihnen zusammen Lösungen finden. Sicherlich wird man nicht alle Teilnehmer dieser Demo dazu gewinnen, doch wenn man klare Standpunkte vertritt, gleichzeitig sich aber solidarisiert, nur dann hat man eine Chance wenigstens einen Teil dieser Jugendlichen für den politischen Kampf zu begeistern.

umgekehrter rassismus

.............. 24.01.2008 - 16:33
was da praktiziert wird ist bloss umgekehrter rassismus: statt "der ausländer ist imer schul" heisst es dann "der ausländer ist nie schuld" und allen deutschen wird pauschal rassismus unterstellt. sehr fortschrittlich!

@Robert: Tatsachenverdrehung

AutorIn 24.01.2008 - 16:34
Das Gute an der Sache besteht doch gerade darin, dass die Kids mittlerweile soweit sind, festzustellen, dass es egal ist, was da passiert ist, dass sowas nicht mehr passieren darf und dass sie keinen Bock haben, in einer Welt aufzuwachsen, wo genau diese Scheisse ihr Alltag ist. Da entwickelt sich ein Standpunkt weiter und Du schaust gar nicht genau hin. Genau darauf käme es aber an: Was ist das für eine Dynamik? Wie entwickeln sich die Positionen?

Und von wegen Islamismus: Ist mir auch übel aufgefallen. Aber ich stelle mich nicht an den Rand und meckere rum sondern versuche mit den Leuten genau darüber zu reden und sage denen auch, dass ich mit ihnen wohl beim Thema frauen, Schwule und Juden noch ne ganze Menge zu diskutieren hätte. Das Ding ist: Wenn Du Dich auf eine Augenhöhe stellst, dann wird Dir auch zugehört. Mir wäre es wichtig, zu verhindern, dass das alles über die Islam Schiene läuft und zu versuchen, da zu intervenieren, damit sich da was emanzipatorisch-politisches artikuliert. Bis jetzt ist das noch nicht gefestigt und nicht ausgefochten.
Typisch für einige geistige Strömungen in der Linken scheint es zu sein, zuzusehen, anstatt zu versuchen, was zu gewinnen. meckern kann man immer noch, wenn sich das ganze in ne bescheuerte Richtung entwickelt. Aber von vornherein sich gar nicht erst die Hände schmutzig machen, das ist so erbärmlich.

dsf

sdf 24.01.2008 - 16:40
in wie weit dies für uns linke tragbar ist ist fraglich

ich meine ich hab nichts gegenteiliges zur notwehrsituation vernommen
warum soll da nun Rassismus im Spiel sein ?

ich bin keiner der Integration mit Anpassung verwechselt aber ist eben auch so das sich
viele (vorallem türkische Menschden die sich vorallem dem rechten Partein Spektrum zu ordnen )
bewusst von uns deutschen abgrenzen

die ihrerseits rassistisch über uns denken
vor ein paar Monaten kam es zu einer auseinandersetzung mit einem grauen Wolf der mich während eines Fußball spiels als Kartoffel und Nazi bezeichnete
als ich ihn aufklärte das ich antifaschistisch aktiv bin gab er mir eine mit dem Ellenbogen und meinte scheis linke
und irgend was von wegen pkk Kurden sympathisant
der weiterverlauf kostet mich eine rote Karte und ihn 2 zähne

das ist rassismus
und so was kann ich bei dem hier vorgetragenen Fall nicht finden vorgetroffenen


rassisten und Nazis gibts in allen Nationalitäten

@politische arbeit

Auch ein linker Kalker 24.01.2008 - 17:01
Nur weil Menschen "Willen haben etwas zu tun" oder sich für "politischen Kampf" begeistern, muß dahinter lange noch kein emanzipatorisches Anliegen oder der Wille einer fortschrittlichen Veränderung stehen. Auch die Hamas versteht ihren Kampf als einen politischen. Und Neo-Nazis erklären ebenfalls häufig ihren Willen "etwas zu tun".

Die zwei von dir angeführen Aspekte können demnach keine Indikatoren dafür sein, ob ein "revolutionäres Potential", zumindest eines im besseren Sinne, vorhanden ist. Deiner Logik folgend müßte mensch auch an so mancher ProKöln-Kundgebung partizipieren, da auf diesen ebenfalls kein vollkommenes "Set an Kapitalismus-, Religions- und Nationskritik" erwartet werden kann, sich die Teilnehmer aber sehr wohl als "unterdrückt" verstehen.

Anbei sei noch bemerkt, daß nicht nur die Betrachtung einer Demonstration immer nur subjektiv sein kann - wie von dir richtigerweise erkannt -, sondern auch das Gefühl von "unterdrückt" oder "ausgeschlossen" sein immer ein subjektives ist. Von "wirklich unterdrückt und ausgeschlossen" kann hier also keinesfalls die Rede sein.

Notwehr-Darstellung der Polizei

Anna 24.01.2008 - 17:05
Ich hab die Zusammenhänge noch nicht ganz mitgekriegt - die Polizei sagt, es war Notwehr, klar, ist naheliegend.
Aber muss man sich mit nem Messer gegen Fäuste wehren, oder hatte das Opfer auch ein Messer in der Hand?

@AutorIn

dreimal laut gelacht 24.01.2008 - 17:08
"Wenn Du Dich auf eine Augenhöhe stellst".

in was für einer position siehst du dich oder die deutsche linke eigentlich, wenn du wirklich glaubst, dass islamisten dich auf einer augenhöhe sehen? du wirst doch wohl nicht so blöde sein zu glauben, daß überzeugte islamisten sich von ein paar linken überzeugen ließen. *kopfschüttel*

@t Anna

Arthur 24.01.2008 - 17:27
Der Notwehrpraragraph besagt, daß eine Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt bleiben muß. Dies bedeutet aber auch, daß derjenige, der die Notwehr ausübt, die Verhältnismäßigkeit u.U. falsch einschätzen kann, ohne dafür belangt zu werden.

Beispiel: Wenn dir jemand mehrfach gezielt gegen den Kopf treten würde und du dir in diesem Moment sicher bist, daß du weitere Tritte nicht ohne erhebliche Schäden überleben würdest, dann kannst du unter Umständen auch dann straffrei bleiben, wenn du dich mit einem Messer verteidigst, wenn dir in der Situation kein anderes Verteidigungsmittel zur Verfügung steht.

hiut

hiut 24.01.2008 - 17:38
xxx hat recht!!!! artikel verschieben!!!

rassismus antirassismus

dortmunder 24.01.2008 - 17:51
denkt bitte daran, dass unter dem schönen schein antirassismus auch derber rassismus gedeihen kann. man kennt das ja von gewissen kreisen, die sich selber so sehr hassen, weil sie unglücklicherweise in deutschland geboren wurden. diese leute nennen sich antifaschisten obwohl sie menschen nach ihrer nationalität bewerten! rassismus!!!
dieser einstieg ist zwar etwas undurchsichtig, aber ich bringe es gern nochmal auf den punkt:
man darf auch deutsche nicht wegen ihrer nationalität hassen.

sicherlich läuft vieles in bezirken wie kalk oder auch hier in dortmund nordstadt oder dorstfeld falsch. wie die auseinandersetzung nach diesem fall mit seinem tragischen ende allerdings auf das antirassistische siegertreppchen kommen kann, kann ich mir nicht erklären.
der verdacht, dass rassismus grund für die körperliche auseinandersetzung war liegt nah. seh ich genauso. hierbei wird aber deutlich, dass rassismus nicht ausschlieslich ein charakterproblem von deutschen ist. migranten kennen diese hässliche eigenschaft selber zum teil auch sehr gut.
diese demonstrationen besitzen sicherlich genug zündstoff um sich pauschal gegen deutsche zu wenden. ich will die demonstranten nicht vorverurteilen, aber ich will auf diesen schmalen grad hinweisen.
gegen rassismus ist jeder, wenn er gegen einen selbst gewandt ist.
gegen rassismus anderen gegenüber sind antifaschisten.

AUFPASSEN!

Gott ist groß!

Christian 24.01.2008 - 18:18
Wenn auf einer christlichen politischen Demo "Gott ist groß" gerufen würde, würden hier alle schreien vor Abscheu..
Der politische Islam ist leider nicht unser Freund!

Opfer seiner eigenen Kriminalität

xyz 24.01.2008 - 18:18
Ist doch erstaunlich das ihr von Rassismus sprecht, da das Opfer den Täter abziehen wollte. Es ist sicher nicht schön, wenn sowas passiert, aber er hat sich auch selber das zuzuschreiben. Wenn man versucht Leute abzuziehen kann das halt auch mal schief gehen, also erstmal Wahrheit finden und dann in den Gesang einstimmen.

oops

oops 24.01.2008 - 18:37
"Abgesehen davon, dass du hier gerade einmal einen subjektiven Eindruck der Demo vermittelst, kannst du doch nicht ernsthaft erwarten, dass Menschen mit einem Set an Kapitalismus-, Religions- und Nationskritik geboren werden."

Klar doch - das ist mein Anspruch an einen "Menschen".

mensch leute!

Helms klamm 24.01.2008 - 19:18
"Gott ist groß"-ja das ist nicht schön.
Aber darum geht es doch nicht. Es geht auch nicht darum, wie der Tatvorgang war. Genau wie es schon so oft der Fall war, handelte es sich bei der "Tat" nur um den AUSLÖSER, nicht die Ursache. Wir brauchen uns also nicht zu streiten, ob es also einen rassistischen Hintergrund und damit dann auch einen Grund für die, ich nenne sie mal "Unruhen" gibt!
Wichtig ist es, die Not der Jugendliche anzuerkenn und auf dieser Grundlage, politische Arbeit insgesamt zu leisten. Aufklärung, Diskussionen usw. sind jetzt angesagt! Da kann doch der Glaube der Jugendlichen, oft ein starker Stützpfeiler, nicht abhalten!

zur "Religionsfrage"

Murat 24.01.2008 - 20:28
Zunächst einmal: mit "es gibt nur einen Gott" ist keine fundamentalistische Aussage. Damit ist gemeint, dass es egal ist, welcher Religion ein Mensch angehört, und das alle, die glauben, im Prinzip denselben "Gott" anbeten. Das ist eine Parole, mit der ausgedrückt wird, dass alle gleich sind, egal ob Moslem, Jude, Christ oder etwas anderes.

Das nur zum allegemeinen Verständnis. Das so etwas auf einer Demonstration gerufen wird, hängt mit dem Wunsch nach Einigkeit innerhalb der Community zusammen. Jeder 14-jährige Migrant, jede 14-jährige Migrantin begreift das intuitiv, weil dies in den besagten Stadtteilen ein Thema ist.

Darüber kann man denken, was man will, aber Fakt ist, das ist ein Schritt Richtung Einigkeit und gegen Spaltung durch fundamentalistische Religionen.

Ob deutsche Mittzwanziger, die auf dem Gymnasium waren und gerne demonstrieren gehen, sich hier einmischen oder sich über die -tschuldigung- beschissenen Situation der Migrantenjugend in den Stadtteilen Gedanken machen _sollen_ , ist im Prinzip Jacke wie Hose. Es wird immer Deutsche geben, die uns verstehen, und wenn ein Großteil das nicht tut, dann sollen sie halt in ihrem "Szeneviertel" bleiben.

Alle, die ein Herz haben, können sehen worum es wirklich geht: das die Gewalt in der Stadt zunimmt, und das dies zu einem guten Teil seinen Ursprung in rassistischer Sozialpolitik hat. DARUM geht es - und darum, dass Jugendliche das sehen und hiergegen aufstehen wollen.

Ansonsten finde ich es bemerkenswert, wie die Politically Incorrect-Indoktrination hier bei indymedia gefruchtet hat. Hier ist ja alles voller Rassisten.

Wenn man etwas nicht versteht, wie dass Leute ohne Genehmigung durch junge Deutsche "Linke" demonstrieren und sich artikulieren, und vor allem das WARUM, lohnt es sich darüber nachzudenken. Die Peinlichkeit, dass man einen einfach zu verstehenden Slogan wie "es gibt nur einen Gott" - der auch nicht neu ist - zu "Islamismus" umzudichen versucht, sagt alles aus...

Strassenkrawall oder karneval - Allaf Akbar !

seidenraupe 24.01.2008 - 20:37
Eine ganz einfache Nachfrage bezüglich Notwehrsituation: Diese soll doch insofern bestanden haben (Verhältnismässigkeit) als dass einer der beiden Überfallenen (Ist der Überfall bei den Demonstrierenden überhaupt konsens?) schon schwer verprügelt war und somit von erheblicher Bedrohung für "Leib" und "Leben" auszugehen war - gibt es dort (je nach Perspektive Demo bzw Lynchmob) überhaupt Ansätze, den Tathergang nachzuvollziehen? Falls es sich auf Parolen des politischen Islamismus reduziert (Allaf akbar usw), bleibt wohl nix als der Demo eine zusätzliche und zudem sehr dumme Instrumentalisierung des Vorfalls vorzuwerfen - und das läßt sich m.M. auf den Ausgangsbericht ausdehnen.

nicht abholen, rausholen

kalker kommunist 24.01.2008 - 20:50
mal ganz abgesehen von dem konkreten vorfall, dies abschließend zu bewerten überlasse ich lieber anderen, lohnt sich aber ein genauerer blick auf die demonstration und ihren vielschichtigen charakter.

die demo und die reden sind von einem klaren bekentnis gegen rassismus und ausgrenzung geprägt, alle menschen sind gleich kann man durchaus als grundtenor bezeichnen. trotzdem bereitet es einem doch etwas unbehagen als kritischer linker, sich in diese demo einzureihen oder sie als emanzipatorischen schritt zu verstehen. es wird aber natürlich mal wieder im immergleichen naiven und besonders geschichtsvergessenen ton davon geredet, die leute seien abzuholen und als linker solle man sich beteiligen. einerseits steht hier sicher die sehnsucht nach gesellschaftlicher wirkkraft und die eigene verzweiflung ob der eigenen machtlosigkeit pate bei dieser forderung, mag man sich doch selber auch mit so etwas täuschen, hauptsache es bewegt sich etwas was irgendwie gut klingt. doch die ratio bleibt bei dieser hektik mal wieder hinten liegen und die eigenen argumente pro demobeteiligung sind auf mehr als wackeligen füßen.

natürlich kommt niemand mit religions- und identitätskritik auf die welt, aber hier laufen nicht religiöse menschen jeden abend durch kalk die gegen rassismus demonstrieren, sondern da laufen religiöse menschen mit religiösen schlachtrufen durch die strassen. das ist ein bedeutender unterschied, denn natürlich wird man bei so heterogen aufläufen zahlreiche personen antreffen, die religiöse, nationale, ethnische vorstellungen haben die eigentlich von der linken bekämpft werden. in kalk laufen aber nicht nur einige leute rum, die vielleict auch religiös oder stolz auf ihre herkunft aus dem maghreb sind, sondern sie haben sich religiöse schlachtrufe gerade als gegenposition erwählt. dem rassismus der deutschen mainstreamgesellschaft wird hier eine islamische identität entgegengesetzt, was bitteschön will man da erreichen, abholen und bewirken?

die islamische gegenidentität ist hier keine schlecht schmeckende beigabe, die man mit etwas kritik hinwegfegen könnte, sie ist elementarer und auch immer wieder offensiv vorgetragener hauptbestandteil dieser demonstration.

linke hätten meiner meinung nach daher die aufgabe dem sich nicht nur am rande der demo (sondern auch in zahlreichen foren etc) massiv ausbrechenden rassismus des deutschen pöbels entgegenzustellen und sich solidarisch mit den opfern von rassismus und den potentiellen opfern des immer wieder verbal lautstark herbeigesehnten pogroms solidarisch zu erklären. das macht man aber nicht, indem man einfach mal mitläuft. wer aber nicht zeitgleich auch massiv die demo kritisiert, ihren entwurf eines gegenkollektivs angeht, der hat spätestens dort dann seine linke kritik und seine ansprüche über bord geworfen.

aber ist ein amüsantes bild, wie die selbsternannten antisexistischen vorkämpfer in einer demo mit kopftuchblock und allahuakbar rufen mitlaufen.

Linke?

Willy 24.01.2008 - 21:46
Die Linke war doch mal gegen das "Opium des Volkes" (=Religion) und suchte die befreiung von irrationalen Kulten, die letzten Endes doch immer nur der Legitimation der Herrschaft dienen. Und jetzt gehen sie mit diesen "Gott ist Groß"-Rufern auf die Straße.

Soweit ist es gekommen; armes Deutschland!

Rechte Demo?

PH 24.01.2008 - 22:14
Stimmt es das die Rechten eine Gegendemo planen?

Es gibt nur einen Gott. Allah.

prenzelberger 24.01.2008 - 23:14
"Zunächst einmal: mit "es gibt nur einen Gott" ist keine fundamentalistische Aussage. Damit ist gemeint, dass es egal ist, welcher Religion ein Mensch angehört, und das alle, die glauben, im Prinzip denselben "Gott" anbeten. Das ist eine Parole, mit der ausgedrückt wird, dass alle gleich sind, egal ob Moslem, Jude, Christ oder etwas anderes."

Diese Interpretation ist einfach lächerlich. Setzt dich mal mit den Leuten auseinander, die das rufen. Es ist fast ausschließlich gemeint: es gibt nur einen Gott, nur Allah. Alles andere ist bestenfalls minderwertig. Atheisten stehen darüber hinaus für viele Moslems auf einer Ebene mit Tieren.

Unverständlich wie man als Linker auch nur ansatzweise mit so einem faschistischem Moslem-Mob sympathisieren kann. Er repräsentiert das genaue Gegenteil von jedem emanzipatorischen Ansatz.

@AutorIn

. 24.01.2008 - 23:49
"Und, wie z.B: der Tote, für 3€ die Stunde arbeiten gehst neben der Schule."

Klaro, da ist es ja totsl verständlich, daß der arme Junge sich mit Abzieherei eines Sehbehinderten noch ein paar Euro dazu verdienen muß. Der kann quasi nicht anders, schuld sind nur die bösen, bösen Verhälnisse.

Mörder, Mörder-Rufe

.:. 24.01.2008 - 23:58
>>Es gibt wirklich keinen Grund, die Notwehrversion anzuzweifeln. Na und? Was ändert's?<<

Es ändert einiges. Ihr müßtet z.B. nicht auf einer Demo mitlaufen, die "Mörder, Mörder" skandiert, wenn euch klar ist, daß es Notwehr war. So aber begebt ihr euch auf eine Ebene mit rassistischen Propaganda-Lügen von Presse und Co..

@autorin

kalker kommie 25.01.2008 - 00:08
du hast an drei abenden mehr über die lebensrealität der kids aus dem viertel gelernt als in all den jahren zuvor? so kanns gehen, wenn man in seiner linken szene-parallelwelt rumkuschelt und sich über die bösen schreibtisch-polemiker aufregt, die aber nicht erst auf demos mit menschen ins gespräch kommen und deren lebensrealität auch nicht erst dann begreifen lernen (müssen).

als die "fuck you"-würdigen (soviel zu deinem diskussionsniveau) kritiker hat man dank seines theoretischen backgrounds auch eine ganz gute vorstellung von dem, was die verhältnisse aus einem machen müssen. als simples menschliches wesen das in kalk wohnt bekommt man es auch sonst jeden tag mit, man muss nur die augen und ohren aufmachen. ein erweckungserlebnis braucht man dafür eigentlich nicht.

wenn aber wohlbehütete bürgerkinder (die genau dies anderen immer gerne "vorwerfen") hier auf einmal in der harten realität aufschlagen und sie dann zur aufarbeitung dessen gleich mal in hektische politische aktivität verfallen, muss man noch lange nicht dies als das ende der suche nach dem heiligen gral verkünden (sprich: das revolutionäre subjekt, dass immer noch von vielen gesucht wird, um es dann zu indoktrinieren. vorher kämpft man aber noch mit den islamisten um diese. wie bereits gesagt, naiv und geschichtsvergessen).

@PH: Rechte Gegendemo

Antifa 25.01.2008 - 00:42
Auf einigen Homepages überlegen die Rechten ob sie eine Gegendemo in Kalk machen sollen.
Ich glaube aber nicht das sie sich das trauen.

SOLIDARITÄT

super ding 25.01.2008 - 00:44
sehr schöne aktion, das jugendliche auf die straße gehen ist zu loben nicht zu dikredetieren. Von alleine werden die jugendliche nun mal nicht antisexistisch oder stellen sich gegen antisemitismus!! Das sollte doch uns die beste gelegenheit sein mit jugenlichen ins gespräch zu kommen und ihnen "unsere" werte zu vermitteln.

Es gibt...

Murat 25.01.2008 - 07:17
...nur einen Prenzelberger.

1. ich glaube, Du bist derjenige, der sich noch nie getraut hat, mit dem "Moslem-Mob" zu reden, denn Du weißt offensichtlich _nicht_ , was gemeint ist

2. im Gegensatz zu Dir bin ich a)Moslem , b)Kölner, und war da.

3. ...die Parole ist steinalt und bedeutet genau das, was ich geschrieben habe. Kein Mensch benutzt sie in dem Sinne, in dem Du ihn darzustellen versuchst.

4. ...bist Du ein ordinärer Rassist ("Moslem-Mob"), der nichts weiter tut, als Antisemitismus auf Migranten/innen zu projizieren - so wie Deutsche die Ursache vieler ihrer Probleme auf das Unbekannte, Fremde, Angstmachende projizieren. Typisch Deutsch.

Aber, Prenzelberger, dich will auch keiner bei uns sehen. Auch nicht die vielen Christen, Atheisten, Hindus und (glaubs oder nicht) Juden, die auf der Demo waren...

Abgesehen von der Messerstecherei

ricky 25.01.2008 - 08:58
Interessant an der Sache finde ich weniger das, was tatsächlich passiert ist. Mein Mitleid hält sich in Grenzen, wenn Idioten sich gegenseitig abstechen. O.K., ich kannte den Jung (Salih) nicht, höre von vielen Seiten, dass er lieb und beliebt war, glaube aber, wenn ich mir die Fotos angucke, dass auch er zu den Idioten gehört. Einige der Gesichter derer, die an den Demonstrationen teilnehmen, kennt man und wenn Salih deren Freund war, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er ein Idiot war. Deswegen: mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Aber die Tatsache, dass so viele unserer NachbarInnen auf die Straße gehen, dass es mittlerweile um Rassismus und Benachteiligung geht halte ich für viel interessanter. Und dass die Polizei von Tag zu Tag mit größerem Aufgebot auftaucht, um vorgeblich für Sicherheit zu sorgen (was bei mir persönlich Angst erzeugt, ich finde große Polizei-Aufgebote imer noch sehr suspekt) zeugt davon, dass auch die Staatsgewalt mit steigender Politisierung nervöser wird. Als ich gestern (Donnerstag) nach Hause fuhr, war die ganze Dillenburger Str. zwischen Rolshover Str. und Kappellenstr. voll mit den großen weißen Einsatzwagen.

Ich befürchte, dass diese bedauerliche Auseinandersetzung zwischen Idioten, der berühmte Tropfen gewesen sein könnte, der das Faß bei den Benachteiligten zum überlaufen gebracht hat. Die massive Polizeipräsenz trägt nun noch zur weiteren Eskalation bei.
Es könnte noch sehr heiß werden in Kalk.

diskussion über meldung und diskussion führen

diskuTier 25.01.2008 - 09:23
Hallo Alle,

wenn ich den ganzen Ablauf der Diskussion so verfolge, gibt es wenig Platz für alle den jeweilig angenommenen Standpunkt wieder zu verlassen. Wieso fällt das eigentlich so schwer?

Ist das eure Diskussionskultur, die jeweils mit Wahrheitsanspruch operiert?
Ja, IHR seid alle dabei gewesen und IHR konntet die RICHTIGE Einschätzung herleiten, Bravo!
Nur Diskussion fordern und dann selbst nicht zu lassen, den Widerspruch erklärt mir.

Die Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners!

Also jetzt nochmal ohne das Diskutieren anfangen.

Von Antideutschen, gemässigten Antideutschen

Nobody 25.01.2008 - 12:13
und rechten "Pädagogen" habe ich sowas von die Nase voll!
Vor allem weil die Mehrheit die sich diesen Personenkreisen zugehörig fühlen aus dem wohlbehüteten Kleinbürgertum stammen, aus der Besitz- oder Bildungselite Deutschlands. In Kalk "ghettorisiert" sich dieser Personenkreis genauso wie manche Menschen migratorischen Hintergrunds. Auch sie besuchen mehr oder wenige "Szene"-Kneipen wo sich kein kalker Urgestein verliert (möge er/sie ursprünglich aus Köln-Kalk, aus Istanbul oder aus Islamabad stammen) und Cafés mit Preisen die den meisten kalker Jugendlichen zu teuer. Vielmehr profitieren viele dieser Jugendlichen die sich als "Linke" schimpfen vom noch relativ niedrigen Mietspiegel in Kalk. Haben in den letzten fünfzehn dort WGs gegründet, Studierende (in der Mehrzahl Deutsche und/oder ein paar MigrantInnen aus bessergestellten Verhältnissen)haben sich in Kalk niedergelassen, aber leider ohne die Realität der Mehrheit der KalkerInnen zu verstehen, seien sie deutschstämmig oder nicht. Das sich Menschen mit Migrationshintergrund in Vierteln mit extrem hoher Arbeitslosigkeit, Grau, wenig bezahlbare Kultur, maroder und entfremdender Architektur, etc...sich irgendwann einfachen Heillehren wie Vertrauen in Gott, (wieder-)Berufung auf "Traditionen"(chauvinistischen, sexistischen, patriarchalen)berufen, dürfte aber kein Exklusivverhalten dieser Gruppe sein. Die "deutsche" Mehrheitsgesellschaft reagiert genauso reaktionär wenn sie an die Wand gedrängt wird. Auch hier haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten Konkurrenz, Leistungsdruck, Sündenbock Denken und den durch Medien und Staat propagierten Rassismus, Chauvinismus, neue (ALTE) Werte wie die traditionelle Familie, Mütterlichkeit, Rückzug ins Private, Ellbogendenken, etc...Fuß gefasst. Nur das bis Dato wenig Hartz IV Opfer auf die Barrikaden gegangen sind, so gut wie keine Studierenden die Opfer der Studiengebühreneinführung sind, sich immer noch viele selbsternannte Linke zu fein sind sich mit entlassenen ArbeitnehmerInnen zu solidarisieren, etc, etc...

@Nobody

Antifaschist 25.01.2008 - 13:06
Das kommt davon wenn man mit antideutschen Nationalisten wie GWG /MAD jahre lang gemeinsame Sache macht anstatt sie zu isoliren.

@Nobody

KaKo 25.01.2008 - 14:36
merkst du noch die widersprüche oder bist du völlig deinem hass auf die vermeintlichen bürgerkinder erlegen?

sind es nun die kinder der besitz- und bildungselite, die hier gegen eine beteiligung votieren? wenn ja, warum haben sie es dann nötig nach kalk mit den für kölner verhältnissen niedrigen mieten zu ziehen und dort gar noch WGs zu gründen? selten so einen schwachsinn gelesen, der sich in wenigen zeilen mehrmals selber widerspricht.

an die autorInnen

xxx 25.01.2008 - 15:29
"Es stimmt einfach faktisch nicht, dass das alles Islamisten sind."

>> wer hat das wo behauptet? es wird in allem kritischen beiträgen explizit davon gesprochen das ein großteilder demo allah hochleben läßt. niorgendwo steht das es ausschließlich um eine islamistische veranstaltung handelt.
tja.. sorgfältiges lesen fällt scheinbar schwer wenn der eigene überschwengliche aktionismus mit ein wenig kritik konfrontiert wird. doch das ist natürlich der all zu bekannte stiel des bauchlinken und traditionsauotnomen-spektrums.


interessant an den demos ist übrigens auch sich dort die antifaschitische kölsche volksfront wieder zusammenfindet. autonome antirassistInnen haben nicht nur relativ wenig problme mit islamistischen parolen, nein, auch wird einträchtig neben hisbollah-freunden wie claus ludwig(ratsherr von "die linke" und sav-kader) marschiert.

Kann jedem passieren, überall

No Fear 25.01.2008 - 17:04
Wer das Schwert erhebt, wird durch das Schwert umkommen.

Dabei geht mir der ganze religiöse Unsinn weltweit am Arsch vorbei, wer mich angreifen würde, muss einfach mit Notwehr rechnen.

Der Typ war ein Räuber und der andere war ausnahmsweise mal vorbereitet, so what?

Ich habe mittlerweile auch ein legales Messer und ein HundeSpray einstecken wenn ich in solchen Gegenden unterwegs bin.

No Fear

Bestrafung Ersttäter?

Ghandi 26.01.2008 - 12:10
finde es gelinde gesagt bescheuert, hier auf Indy auch noch diesen Koch- Bullshit von wegen Ersttäter, Intensivtäter usw. in den Kommentaren zu lesen. 1. Knäste sind keine Soziale Intensivstationen, sondern fördern aggressives, mitunter wieder kriminelles Verhalten. 2. Ist tatsächlich jedes Handeln von irgendwo her motiviert, auch kriminelles! Aufarbeitung, woher sog. deliquentes Verhalten kommt, kann aufgrund der vielzahl der Möglichkeiten immer nur im einzelfall geschehen. Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist aber eines auffällig: - besondere Häufung von Menschen, die aus einen Stadtteil mit besonders hohem migrationsanteil kommen. - Erziehung in einem patriachalem System. - Mangelnde Anerkennung in der Gesellschaft, dadurch Perspektivlosigkeit. Ein paar Fakten: lediglich 4 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund kriegen eine Empfehlung, das Gymnasium zu besuchen. Zu dumm? Die Arbeitslosenquote von Migranten ist 3- 4 mal so hoch wie unter "Deutschen". Zu faul? Daher beantragen viele Menschen mit Mgrationshintergrund Hartz 4 und werden dort genau wie jeder andere auch gedemütigt und entwürdigt (wie genau jeder andere Hartz 4 Empfänger), allerdings kennen diese Menschen Ihre rechte nicht so gut und können die nicht so gut durchsetzen. Also Sozialschmarotzer?

Die Menschen mit Migrationshintergrund werden in diesem Land durchweg ausgegrenzt, es sei denn, sie assimilieren sich. Und daraus erwachsen Probleme, für den einzelnen Menschen genau wie für die Familie. Die Probleme sind dafür zu vielschichtig, als sie auf so einem geringen und latent rassistischem Niveau zu behandeln. Und Knäste, betreuung von Ersttätern usw. nützen nichts, solange diese Probleme bestehen, denn es werden die Auswirkungen, aber nicht die Ursachen bekämpft.

Wie geht's nun weiter?

unwichtig 26.01.2008 - 13:48
Hallo,
wie geht's nun weiter? Ist eine Fortführung der Demos geplant? Wenn ja wann? Heute schon oder erst wieder ab Montag?
Auch habe ich das Gerücht gelesen, dass Nazis eine Gegendemo planen: Weiß da wer was Näheres zu?

@Murat

Gottloser 26.01.2008 - 21:56
Dein Gott interessiert mich nicht. Egal, ob es "ein" Gott für alle ist. Was machste nun mit mir?

"Es gibt nur einen Gott!" soll die Gemeinsamk

Moslem 30.01.2008 - 12:23
An xxx,

du zeigst dich schockiert darüber, dass "Es gibt nur einen Gott!" gerufen wurde und siehst dies als Zeichen der Intoleranz. Falsch, es ist ein Zeichen der Toleranz, denn es macht keinen Sinn, anti-islamische oder anti-christliche Hetze zu betreiben, wenn doch beide an den einen Gott glauben! Dieser Spruch "Es gibt nur einen Gott!" sollte auf die Gemeinsamkeit hinweisen, darauf, das wir alle Kinder des einen und einzigen Gottes sind. Es gibt keine verschiedenen Götter, es wird dieser Unterschied nur gemacht, um uns gegenseitig aufzuhetzen. Wir alle glauben nur an den einen Gott, und daher auch an denselben Gott, sowohl Christen, als auch Juden, als auch Moslems. Ja, wir Moslems glauben sogar an Jesus und an Moses und an Abraham und an Noah, sie heissen bei uns Isa, Musa, Ibrahim und Nuh. Seht bitte endlich die gemeinsamen Wurzeln!