Freispruch für Berner Anti-G8-Aktivisten
Letzten Montag 21.1.08 fand vor dem Amtsgericht Rostock der Prozess gegen einen jungen Berner statt, der an den Demonstrationen und Aktivitäten gegen den G8-Gipfel im Juni 2007 in Heiligendamm teilgenommen hatte. Er wurde vollumfänglich freigesprochen.
Die Anklage lautete auf „schweren Landfriedensbruch“ und „versuchte schwere Körperverletzung“ und stützte sich auf die Aussage eines Polizeibeamten, der gesehen haben will, dass Sämi an der Auftaktdemonstration vom Samstag 2. Juni einen Stein gegen Polizisten geworfen hätte. Bei der Verhaftung, die tags darauf erfolgte, behauptete der Polizist den Jungen anhand folgender Merkmale 100prozentig wieder zuerkennen: schwarzes Sweatshirt, schwarzes Baseballcap, schwarze Sonnenbrille, Jeans, schlaksiger Gang, Größe 1.80 bis 1.85m. Dass aufgrund einer solchen Allerweltsbeschreibung überhaupt eine Anklage aufrechterhalten wurde, ist erstaunlich.
Die Richterin führte eine ausführliche Befragung durch. Der bayrische Polizeizeuge wiederholte seine Aussagen und auch die Lügengeschichten von Dutzenden zum Teil schwer verletzten Polizisten, die schon lange widerlegt sind, wie die Verteidigerin beifügte. Nach den übereinstimmenden Aussagen des Angeklagten und eines Zeugen hatte sich Sämi gar nicht an dem Ort der Auseinandersetzung aufgehalten, zudem ist er 1.92m groß.
Die Staatsanwältin plädierte ohne zu zögern für einen Freispruch. Die Richterin war mit Überzeugung derselben Meinung, und nach rund zwei Stunden war der ganze Spuk vorbei. Dem Angeklagten und dem Zeugen wurden die Gerichtskosten und Reisespesen zurückerstattet, die Forderung nach einer Entschädigung für die über 24stündige Haft wird in einem Adminstrativverfahren geklärt.
In den schweizerischen Zeitungen war Sämi im Juni 2007 in großen Schlagzeilen als Krawalltourist und Mitglied des „Schwarzen Blocks“ diffamiert worden. Im gleichen Atemzug wurde von den Dutzenden Schwer Verletzten Polizisten berichtet. Wie sich später herausstellte, mussten aber nur zwei Polizisten im Spital behandelt werden (einer wegen einer Blinddarmentzündung, der andere wegen eines Fingerbruchs). Wieder einmal spielten die Medien in der Vorverurteilung und Diffamierung des Widerstands mit. Unkritisch und ohne jegliche Recherchen wurden Polizeiaussagen wortwörtlich abgedruckt, die sich später als klare polizeilich-politische Desinformation heraus stellen. Gerade im Hinblick auf die Polemik betreffend der Anti-WEF Aktivitäten ist zu hoffen, dass die Presse sich wieder auf ihren eigentlichen Auftrag der objektiven und kritischen Berichterstattung zurück besinnt.
Die Richterin führte eine ausführliche Befragung durch. Der bayrische Polizeizeuge wiederholte seine Aussagen und auch die Lügengeschichten von Dutzenden zum Teil schwer verletzten Polizisten, die schon lange widerlegt sind, wie die Verteidigerin beifügte. Nach den übereinstimmenden Aussagen des Angeklagten und eines Zeugen hatte sich Sämi gar nicht an dem Ort der Auseinandersetzung aufgehalten, zudem ist er 1.92m groß.
Die Staatsanwältin plädierte ohne zu zögern für einen Freispruch. Die Richterin war mit Überzeugung derselben Meinung, und nach rund zwei Stunden war der ganze Spuk vorbei. Dem Angeklagten und dem Zeugen wurden die Gerichtskosten und Reisespesen zurückerstattet, die Forderung nach einer Entschädigung für die über 24stündige Haft wird in einem Adminstrativverfahren geklärt.
In den schweizerischen Zeitungen war Sämi im Juni 2007 in großen Schlagzeilen als Krawalltourist und Mitglied des „Schwarzen Blocks“ diffamiert worden. Im gleichen Atemzug wurde von den Dutzenden Schwer Verletzten Polizisten berichtet. Wie sich später herausstellte, mussten aber nur zwei Polizisten im Spital behandelt werden (einer wegen einer Blinddarmentzündung, der andere wegen eines Fingerbruchs). Wieder einmal spielten die Medien in der Vorverurteilung und Diffamierung des Widerstands mit. Unkritisch und ohne jegliche Recherchen wurden Polizeiaussagen wortwörtlich abgedruckt, die sich später als klare polizeilich-politische Desinformation heraus stellen. Gerade im Hinblick auf die Polemik betreffend der Anti-WEF Aktivitäten ist zu hoffen, dass die Presse sich wieder auf ihren eigentlichen Auftrag der objektiven und kritischen Berichterstattung zurück besinnt.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
@raptor
verletzte
1. leicht verletzt: der mensch musste von einem sanitäter o.ä. behandelt werden, eine sichtung durch einen arzt ist aber nicht nötig. (kl. schnittwunde)
2. verletzt: der mensch musste nach der erstversorgung zur diagnose/behandlung in ein krankenhaus/zu einem arzt und wurde dort auch erneut behandelt, aber nicht stationär aufgenommen. (leichter bänderriss)
3. schwer verletzt: der mensch müsste in ein krankenhaus zur behandlung gebracht werden und wurde dort auch stationär aufgenommen. (schwerere gehirnerschütterung)
4. schwerst verletzt: der mensch muss sofort in ein krankenhaus zur behandlung gebracht werden, es besteht eine akute lebensgefahr, eine stationäre aufnahme ist nötig. (schwere stichverletzung in oberkörper)
so ist zum beispiel zu erkläre dass jeder polizist, der in rostock das eigene tränengas eingeatmet hatte als verletzter geführt worden ist.
2. Juni Demo, Gewalt, Distanzierungen etc
Lea van Garde 16.01.2008 20:03
polizeivideo vom 02.06.2007
ergänzung
@raptor
"natürlich gab es auf der Demo am 2 Juni in Rostock keine dutzenden Schwerverletzten Polizisten, aber es waren auf jedenfall mehr als zwei"
damit behauptest du ganz klar, dass es mehr als 2 schwerverletzte bullen gab, was nun mal einfach nicht stimmt, auch nicht nach ihren eigenen angaben, und insofern war der einspruch und die richtigstellung von "gedächtnis" absolut angebracht, und es gibt überhaupt keinen grund für dich, hier jetzt so rumzuzicken und auf armes indy-opfer zu machen.
@fx
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Zahl der Verletzten... — Raptor
Glückwunsch an den Freigesprochenen — Kurt
@gedächtnis — Raptor
Danke — Niemand
objektive darstellung angebracht — rostocker
objektive Darstellung?? — corny