Und wieder bombardiert der Tschad!
Wir haben Details über die erneuten Bombardements zusammengetragen. Beinah ein Dutzend Menschen sind vor einer Woche bei einem Angriff gestorben. Aber die Rebellen schlagen auch zurück!
Und wieder bombardiert der Tschad!
Krieg in Afrika, 3. Teil
Jetzt gab es bei einer erneuten Bombardierung Tote. Die Bombardierungen am 28. Dezember 2008 waren von der Presse verschwiegen worden, aber über die neuerlichen, diesmal tödlichen, Gewaltakte konnte man nicht mehr hinwegsehen, da sich die internationale Presse des Ereignisses bereits bemächtigt hatte, von der New York Times bis zur Neuen Zürcher Zeitung waren die Seiten voll. Da wäre das österreichische Metternich-Schweigen doch wohl etwas zu auffallend gewesen. Die Schweizer Zeitungen hatten einen besonderen Grund, sich des Themas zu bemächtigen, stammt doch der tödliche Kampfbomber, der hier zum Einsatz kam, aus Schweizer Produktion.
Die „biedern“ und „neutralen“ Länder, wie die Schweiz und Österreich, scheinen bei diesem afrikanischen Krieg ganz besonders mitzumischen! Was ist heute „Neutralität“? Nur ein anderer Ausdruck für Imperialismus!
Interessanterweise wurde kurz nach dem Bombenmord ein UN-Konvoi vom sudanesischen Heer beschossen, die Urheber standen, lange bevor noch das sudanesische Heer, nach einigen Ausflüchten, wie etwa die sudanesische Guerilla-Opposition wäre es gewesen, den Beschuß zugab, für die internationalen Agenturen verblüffend schnell fest, und eine allererste Zuordnung wurde sofort über die ganze Welt verbreitet. Dies zu einem Zeitpunkt, als die Polizei der Vereinten Nationen gerade erst mitgeteilt hatte, dass sie noch am Ermitteln war und das Resultat noch keineswegs feststehe! Es war also, trotz der kurz darauf eingestandenen Autorenschaft des Sudan, eindeutig eine medienstrategische Vorverurteilung!
Ist es nicht auffallend, wie durch das grobe Manöver die Aufmerksamkeit vom Bombenkrieg abgelenkt wurde? Jetzt wo wieder bombardiert wird und dies nicht mehr verschwiegen werden kann, wird im Schnellschluß der Sudan eines Angriffes auf einen UNO-Konvoi beschuldigt. Gott sei Dank hat er es zugegeben!
1) Die Angriffe waren von Déby angekündigt.
Den Auftakt zur erneuten Bombardierung von Stellungen der Rebellen und damit sudanesischen Territoriums bildeten Drohungen des Staatschefs Idriss Déby Itno, die in einer ungewöhnlichen Sprache abgefaßt waren: „Wir werden uns im Sudan auf sie draufwerfen! Wir werden sie dazu bringen, dass sie Staub fressen, und zwar im Sudan!“ verkündete er in einer Rede, die er am Samstag den 5. 1. 2008 in N´Djamena hielt, der Hauptstadt des Tschad (1).
Nach den letzten Angriffen am 28. Dezember hatte Ahmet Allami, der Außenminister des Tschad die Proteste des Sudan noch mit „Entrüstung“ zurückgewiesen. Damals hatte das sudanesische Außenministerium den Tschad beschuldigt, er habe mit drei Flugzeugen die Gegend von Rijl al-Harzaya und Kermoula, 56 km südlich von Geneina (2) in West-Darfur, bombardiert (4). Diesmal war der Tschad nicht mehr „entrüstet“, gab nicht bloß die Übergriffe zu, sondern kündigte sie auch noch an. Bei dieser Gelegenheit drohte Déby auch mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen (5).
2) Zeitpunkt und Ort der Angriffe
Es handelt sich um zwei verschiedene Angriffe, wobei der erstere gravierende Folgen hatte. Der erste Angriff erfolgte laut einem Reuters-Bericht, der sich auf eine vorangegangene Dokumentation der UNO stützte, am Sonntag den 6. 1. 2008 um 4 Uhr 30 (5); Al-Wihda, einer den Rebellen nahestehenden Agentur zufolge, sei es etwa gegen 2 Uhr früh gewesen (6). Der Angriff am Montag den 7. 1. 2008 kam um 4 Uhr Ortszeit (3 Uhr GMT) (1), andere Berichte sprechen von 4 Uhr 30 (5). Der Zeitpunkt der Angriffe deutet, laut NZZ, darauf hin, daß im speziellen Fall das Fluggerät, das am Montag eingesetzt war, mit Nachtsichtgeräten ausgestattet war (3).
Der erste Angriff erfolgte auf die Ortschaften Goker und Wadi Radi 35 km südlich von Geneina (5), der zweite auf einen oder zwei Stützpunkte der Rebellen südwestlich von Geneina in einer grenznahen Ortschaft ebenfalls auf sudanesischem Gebiet. (1).
3) Geräte, die zum Einsatz kamen.
Am Sonntag kamen 3 Antonow- Flugzeuge zum Einsatz (1); am Montag waren zwei Kampfhubschrauber vom russischen Typ Mi17 und Mi24, sowie eine Pilatus-Maschine aus schweizerischer Produktion eingesetzt (3). Der Einsatz der Russischen Kampfhubschrauber und des Schweizer Flugzeuges wurde zuerst von afp gemeldet, die Agentur berief sich dabei auf militärische Kreise des Tschad (1). Von letzteren wurden auch die vorangegangenen Bombardierungen am Sonntag den 6. 1. bestätigt (7).
Die GSoA (Gruppe für eine Schweiz ohne Armee) fährt schon seit Jahren eine Kampagne gegen den Vertrieb und Einsatz der Pilatus-Flugzeuge, sie hat sich auch diesmal der Sache angenommen. Dieses kleine, leichte Flugzeug wurde stets der naiven Öffentlichkeit als harmloses „Trainingsflugzeug“ angedient. Es wird zwar in der Ausbildung verwendet, der PC-7 Turbo Trainer kann aber auch, der Typenbeschreibung etwa des österreichischen Bundesheeres folgend, „mit Maschinengewehren und Raketen bewaffnet werden.“ (8)
Während in der Schweiz derzeit im Zusammenhang mit den Tschad-Bombardements eine breite Diskussion über die Legitimität des Kriegseinsatzes schweizerischer Waffen stattfindet, ist darüber in den österreichischen Medien nichts zu hören. In der ORF-Meldung vom 7. 1. 2008 heißt es bloß: „Es seien zwei Hubschrauber und ein Flugzeug zum Einsatz gekommen.“ (9)
Ist so eine Berichterstattung Zufall? Das österreichische Bundesheer verfügt über 28 Pilatus-Flugzeuge, 12 vom Typ PC-6 und 16 vom Typ PC-7 (10). Pilatus wird auch von Österreich im Tschad-Krieg eingesetzt werden. Angeblich nur die PC-6: „Es sollen drei bis vier Flächenflugzeuge des Typs PC-6 "Pilatus Porter" in den Tschad verlegt werden.“ berichtete der Standard. (11) Bei den Typen PC-6 und PC-12 handelt es sich zwar um zivile Produkte, im Gegensatz zu PC-7 und PC-9, die sowohl zivil als auch militärisch verwendbar sind (12); es ist jedoch bekannt, daß eine Lizenzausgabe von PC-6, Fairchild AU-23A Peacemaker, in den USA ebenfalls militärisch umgerüstet wurde (13). Daher trifft dual use auch auf die PC-6 zu.
Die Schweizer bombardieren, die Österreicher stellen - im Falle eines Falles umrüstbare - Transporter bei, die von derselben Kriegsfirma stammen wie die Schweizer Bomber. Sie assistieren, kriegsbereit, mit ihren wendigen Lufttaxis dem künftigen Bombenkrieg.
Der Schweizer Pilatusskandal wird bis jetzt (Zeitpunkt 19. 1.) von den österreichischen Zeitungen verschwiegen: Eine PC-7 wurde für den Kriegseinsatz im Tschad bereits umgerüstet, das konnte nachgewiesen werden. Am 15. 1. präsentierte die Schweizer Fernsehsendung „10 vor 10“ eine Aufnahme einer PC-7 mit zwei schweren, vollautomatischen 20mm-Kanonen (14).
4) Betroffene und anvisierte Organisationen.
Ins Visier gelangten Zentren des militärischen Widerstandes. „Ich wurde am 28. Dezember und gestern (Sonntag den 6. Januar) von der tschadischen Luftwaffe auf sudanesischem Territorium bombardiert“ berichtet Abdelwahid Aboud Mackaye von der UFDD-F (15). „Unser Hauptquartier befindet sich auf sudanesischem Territorium. Einige Leute von uns wurden verwundet“. Die UFDD-F wurde von den Bombardierungen am folgenden Tag, dem Montag, nicht betroffen (1). Abderraman Koullamallah, Sprecher des militärischen Zusammenschlusses von UFDD, UFDD-F und RFC, früher ein Gefolgsmann Débys, bestätigte auf Anfrage der afp: „Wir waren am Montag nicht betroffen, da wir uns auf tschadischem Territorium befanden“ (1)
Der Chef des Vereinigten Kommandos Fizani Mahadjir wäre Sonntag früh um ein Haar von einem Schuß getroffen worden. Man habe es bewusst auf ihn abgesehen, berichtet Al-Wihda (6). Es scheinen in der französisch-tschadischen Kriegsführung also auch selektive Liquidierungsmaßnahmen vorgesehen zu sein.
5) Verwundete und Tote.
Der Angriff Sonntag früh forderte viele Opfer. Der Sprecher der sudanesischen Streitkräfte, Othman al-Aghbach, berichtet zunächst, es seien bei diesen Angriffen drei Zivilpersonen getötet und vier verletzt worden (1). In der bereits erwähnten UNO-Dokumentation stehen noch höhere Zahlen: „Die Luftwaffe des Tschad hat diese zwei Orte (Goker und Wadi Radi, AuO) bombardiert und dabei sechs Angehörige der tschadischen Opposition getötet, sowie vier weitere verletzt.“ (1) Das berichten auch NZZ (3) und BBC (17). Der ORF beschränkt sich auf 3 Tote (9).
Noch höher sind die Zahlen von Al-Wihda: Es habe 9 Tote gegeben, darunter waren 2 Leibwächter von Fizani, sowie 7 Kämpfer des Adouma Hassaballah (6), der früher Anführer einer eigenen Organisation war und jetzt Stellvertretender Vorsitzender der UFDD ist.
6) Die UNAMID, von zwei Seiten bedroht.
„Zutiefst besorgt“ äußerte sich nach den Angriffen Rodolphe Adada, der Leiter der UNAMID, der aus Afrikanischer Union und Vereinten Nationen zusammengesetzten Friedenstruppe im Darfur (17). Zur zunehmenden Eskalation meint er: „Zahlreiche Binnenvertriebene und Flüchtlinge werden die ersten Opfer sein.“ (5) Ein Verpflegungskonvoi der UNAMID (18) war am 7. 1. 2008, am Tag des zweiten Bombenangriffs des Tschad auf die Rebellen, vom Sudan angegriffen worden. Ein Kommandeur der sudanesischen Streitkräfte gab schließlich zu: „Bewaffnete Kräfte des sudanesischen Militärs haben einen Konvoi beschossen.“ (19)
Die UNAMID ist das derzeit größte „friedenserhaltende“ Projekt. Es ist der Einsatz von 20.000 Soldaten geplant! Dazu kommen noch weitere 6000 Posten, die auf Polizei und Zivilpersonal aufgeteilt werden. Derzeit befinden sich bereits 9000 Soldaten und Polizisten im Einsatz (19).
Zusammen mit der Eurofor eine explosive Mischung!
7) Sarkozys Geist vergiftet das Land.
Die Sprache des Regierungsprechers des Tschad, Hourmadji Moussa Doumgor, ähnelt in ihrem Zynismus nicht nur der einer niederen Charge, sondern man wird an den ekelerregend provokanten Stil Sarkozys erinnert. Von der afp zu den Bombardements befragt, sagt er: „Nachdem sie aus dem Sudan kommen, ist´s wohl nicht verwunderlich, dass wir sie dort treffen, wo sie herkommen.“ (7) Auch israelische commanders sprechen so.
Und er gibt permanente Grenzverletzungen ohne Hemmungen zu: „Wir sind im Alarmzustand (…) und unsere Luftwaffe überwacht die Grenzen auf beiden Seiten, um allen Eventualitäten vorzubeugen.“ (7)
8) Die Rebellen aktivieren die Luftabwehr, ein Hubschrauber wurde abgeschossen.
Nach den Angriffen vom 6. und 7. Januar gab es noch zusätzliche Angriffe, den letzten am Mittwoch den 9. 1., wie Al Wihda berichtet. An dem Tag trat das erste Mal die Abwehr in Kraft, und es wurde beobachtet, daß nicht weit von Abéché ein Hubschrauber der tschadischen Armee getroffen wurde und abstürzte. Seitdem finden keine Bombardements statt, die Gegend wird jedoch in großer Höhe überflogen.
Am Mittwoch begannen die einzelnen Rebellenformationen, ihre Kräfte zusammenzulegen, die unter dem Kommando von Oberstleutnant Fizani Mouhadjir stehen (20).
(1) Le Tchad a bombardé des rebelles tchadiens au Soudan, afp, 7. 1. 2008
(2) Unterschiedliche Schreibweisen: auch el-Geneina in (1); oder Junaina in (3)
(3) Tschads Luftwaffe fliegt Angriffe im Sudan, Neue Zürcher Zeitung, 8. 1. 2008
(4) Attaque du Tchad au Soudan: N'Djamena "indigné" des accusations de Khartoum, afp/Le Monde, 30. 12. 2007
(5) Andrew Heavens: Des avions tchadiens bombardent des rebelles au Soudan, Reuters, 7. 1. 2008
(6) Tchad Soudan: Ndjamena pilonne les positions du colonel Fizani, Al Wihda International, 7. 1. 2008
(7) Le Tchad reconnaît implicitement avoir bombardé les rebelles au Soudan, afp/Le Monde, 8. 1. 2008
(8) Bundesministerium für Landesverteidigung: Pilatus PC-7 "Turbo Trainer",
http://www.bmlv.gv.at/waffen/waf_pilatus.shtml
(9) Tschad bombardiert Rebellenlager in Darfur, ORF, 7. 1. 2008
(10) „Österreichisches Bundesheer (2. Republik)“, Wikipedia
(11) Conrad Seidl: Bundesheer-Helikopter für den Tschad-Einsatz, Standard, 28. 12. 2007
(12) Nico Lutz: Hoffnungslos träge, GSoA-Zeitung, o. D.
(13) Vgl. dazu u. a.: „Pilatus PC-6“, Wikipedia, besonders: „Fairchild AU-23“ Wikipedia
(14) 20 Minuten, 15. 1. 2008
(15) Eine kurze Zusammenfassung der bewaffneten Oppositions-Kräfte findet sich in: Aug und Ohr: Krieg in Afrika, indymedia Deutschland, 2. 1. 2008
http://de.indymedia.org/2008/01/204091.shtml
Die Kräfte, die kürzlich ein gemeinsames Militärkommando gebildet haben werden zusammengefaßt in: Aug und Ohr, Der Tschad bombardiert den Sudan, indymedia Deutschland, 7. 1. 2008,
http://de.indymedia.org/2008/01/204476.shtml
(16) Chad declares right to pursue rebels in Sudan after bombings, afp, 8. 1. 2008
(17) Chad ´launches Darfur air raids´, BBC, 7. 1. 2008
(18) Die volle Bezeichnung: African Union/United Nations Hybrid Operation in Darfur.
(19) Gerard Aziakou: Sudan admits responsibility for Dafur attack, afp, 9. 1. 2008
(20) Tchad: Un hélico de l´armée tchadienne abattu par les rebelles. Al Wihda, 9. 1. 2008
Krieg in Afrika, 3. Teil
Jetzt gab es bei einer erneuten Bombardierung Tote. Die Bombardierungen am 28. Dezember 2008 waren von der Presse verschwiegen worden, aber über die neuerlichen, diesmal tödlichen, Gewaltakte konnte man nicht mehr hinwegsehen, da sich die internationale Presse des Ereignisses bereits bemächtigt hatte, von der New York Times bis zur Neuen Zürcher Zeitung waren die Seiten voll. Da wäre das österreichische Metternich-Schweigen doch wohl etwas zu auffallend gewesen. Die Schweizer Zeitungen hatten einen besonderen Grund, sich des Themas zu bemächtigen, stammt doch der tödliche Kampfbomber, der hier zum Einsatz kam, aus Schweizer Produktion.
Die „biedern“ und „neutralen“ Länder, wie die Schweiz und Österreich, scheinen bei diesem afrikanischen Krieg ganz besonders mitzumischen! Was ist heute „Neutralität“? Nur ein anderer Ausdruck für Imperialismus!
Interessanterweise wurde kurz nach dem Bombenmord ein UN-Konvoi vom sudanesischen Heer beschossen, die Urheber standen, lange bevor noch das sudanesische Heer, nach einigen Ausflüchten, wie etwa die sudanesische Guerilla-Opposition wäre es gewesen, den Beschuß zugab, für die internationalen Agenturen verblüffend schnell fest, und eine allererste Zuordnung wurde sofort über die ganze Welt verbreitet. Dies zu einem Zeitpunkt, als die Polizei der Vereinten Nationen gerade erst mitgeteilt hatte, dass sie noch am Ermitteln war und das Resultat noch keineswegs feststehe! Es war also, trotz der kurz darauf eingestandenen Autorenschaft des Sudan, eindeutig eine medienstrategische Vorverurteilung!
Ist es nicht auffallend, wie durch das grobe Manöver die Aufmerksamkeit vom Bombenkrieg abgelenkt wurde? Jetzt wo wieder bombardiert wird und dies nicht mehr verschwiegen werden kann, wird im Schnellschluß der Sudan eines Angriffes auf einen UNO-Konvoi beschuldigt. Gott sei Dank hat er es zugegeben!
1) Die Angriffe waren von Déby angekündigt.
Den Auftakt zur erneuten Bombardierung von Stellungen der Rebellen und damit sudanesischen Territoriums bildeten Drohungen des Staatschefs Idriss Déby Itno, die in einer ungewöhnlichen Sprache abgefaßt waren: „Wir werden uns im Sudan auf sie draufwerfen! Wir werden sie dazu bringen, dass sie Staub fressen, und zwar im Sudan!“ verkündete er in einer Rede, die er am Samstag den 5. 1. 2008 in N´Djamena hielt, der Hauptstadt des Tschad (1).
Nach den letzten Angriffen am 28. Dezember hatte Ahmet Allami, der Außenminister des Tschad die Proteste des Sudan noch mit „Entrüstung“ zurückgewiesen. Damals hatte das sudanesische Außenministerium den Tschad beschuldigt, er habe mit drei Flugzeugen die Gegend von Rijl al-Harzaya und Kermoula, 56 km südlich von Geneina (2) in West-Darfur, bombardiert (4). Diesmal war der Tschad nicht mehr „entrüstet“, gab nicht bloß die Übergriffe zu, sondern kündigte sie auch noch an. Bei dieser Gelegenheit drohte Déby auch mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen (5).
2) Zeitpunkt und Ort der Angriffe
Es handelt sich um zwei verschiedene Angriffe, wobei der erstere gravierende Folgen hatte. Der erste Angriff erfolgte laut einem Reuters-Bericht, der sich auf eine vorangegangene Dokumentation der UNO stützte, am Sonntag den 6. 1. 2008 um 4 Uhr 30 (5); Al-Wihda, einer den Rebellen nahestehenden Agentur zufolge, sei es etwa gegen 2 Uhr früh gewesen (6). Der Angriff am Montag den 7. 1. 2008 kam um 4 Uhr Ortszeit (3 Uhr GMT) (1), andere Berichte sprechen von 4 Uhr 30 (5). Der Zeitpunkt der Angriffe deutet, laut NZZ, darauf hin, daß im speziellen Fall das Fluggerät, das am Montag eingesetzt war, mit Nachtsichtgeräten ausgestattet war (3).
Der erste Angriff erfolgte auf die Ortschaften Goker und Wadi Radi 35 km südlich von Geneina (5), der zweite auf einen oder zwei Stützpunkte der Rebellen südwestlich von Geneina in einer grenznahen Ortschaft ebenfalls auf sudanesischem Gebiet. (1).
3) Geräte, die zum Einsatz kamen.
Am Sonntag kamen 3 Antonow- Flugzeuge zum Einsatz (1); am Montag waren zwei Kampfhubschrauber vom russischen Typ Mi17 und Mi24, sowie eine Pilatus-Maschine aus schweizerischer Produktion eingesetzt (3). Der Einsatz der Russischen Kampfhubschrauber und des Schweizer Flugzeuges wurde zuerst von afp gemeldet, die Agentur berief sich dabei auf militärische Kreise des Tschad (1). Von letzteren wurden auch die vorangegangenen Bombardierungen am Sonntag den 6. 1. bestätigt (7).
Die GSoA (Gruppe für eine Schweiz ohne Armee) fährt schon seit Jahren eine Kampagne gegen den Vertrieb und Einsatz der Pilatus-Flugzeuge, sie hat sich auch diesmal der Sache angenommen. Dieses kleine, leichte Flugzeug wurde stets der naiven Öffentlichkeit als harmloses „Trainingsflugzeug“ angedient. Es wird zwar in der Ausbildung verwendet, der PC-7 Turbo Trainer kann aber auch, der Typenbeschreibung etwa des österreichischen Bundesheeres folgend, „mit Maschinengewehren und Raketen bewaffnet werden.“ (8)
Während in der Schweiz derzeit im Zusammenhang mit den Tschad-Bombardements eine breite Diskussion über die Legitimität des Kriegseinsatzes schweizerischer Waffen stattfindet, ist darüber in den österreichischen Medien nichts zu hören. In der ORF-Meldung vom 7. 1. 2008 heißt es bloß: „Es seien zwei Hubschrauber und ein Flugzeug zum Einsatz gekommen.“ (9)
Ist so eine Berichterstattung Zufall? Das österreichische Bundesheer verfügt über 28 Pilatus-Flugzeuge, 12 vom Typ PC-6 und 16 vom Typ PC-7 (10). Pilatus wird auch von Österreich im Tschad-Krieg eingesetzt werden. Angeblich nur die PC-6: „Es sollen drei bis vier Flächenflugzeuge des Typs PC-6 "Pilatus Porter" in den Tschad verlegt werden.“ berichtete der Standard. (11) Bei den Typen PC-6 und PC-12 handelt es sich zwar um zivile Produkte, im Gegensatz zu PC-7 und PC-9, die sowohl zivil als auch militärisch verwendbar sind (12); es ist jedoch bekannt, daß eine Lizenzausgabe von PC-6, Fairchild AU-23A Peacemaker, in den USA ebenfalls militärisch umgerüstet wurde (13). Daher trifft dual use auch auf die PC-6 zu.
Die Schweizer bombardieren, die Österreicher stellen - im Falle eines Falles umrüstbare - Transporter bei, die von derselben Kriegsfirma stammen wie die Schweizer Bomber. Sie assistieren, kriegsbereit, mit ihren wendigen Lufttaxis dem künftigen Bombenkrieg.
Der Schweizer Pilatusskandal wird bis jetzt (Zeitpunkt 19. 1.) von den österreichischen Zeitungen verschwiegen: Eine PC-7 wurde für den Kriegseinsatz im Tschad bereits umgerüstet, das konnte nachgewiesen werden. Am 15. 1. präsentierte die Schweizer Fernsehsendung „10 vor 10“ eine Aufnahme einer PC-7 mit zwei schweren, vollautomatischen 20mm-Kanonen (14).
4) Betroffene und anvisierte Organisationen.
Ins Visier gelangten Zentren des militärischen Widerstandes. „Ich wurde am 28. Dezember und gestern (Sonntag den 6. Januar) von der tschadischen Luftwaffe auf sudanesischem Territorium bombardiert“ berichtet Abdelwahid Aboud Mackaye von der UFDD-F (15). „Unser Hauptquartier befindet sich auf sudanesischem Territorium. Einige Leute von uns wurden verwundet“. Die UFDD-F wurde von den Bombardierungen am folgenden Tag, dem Montag, nicht betroffen (1). Abderraman Koullamallah, Sprecher des militärischen Zusammenschlusses von UFDD, UFDD-F und RFC, früher ein Gefolgsmann Débys, bestätigte auf Anfrage der afp: „Wir waren am Montag nicht betroffen, da wir uns auf tschadischem Territorium befanden“ (1)
Der Chef des Vereinigten Kommandos Fizani Mahadjir wäre Sonntag früh um ein Haar von einem Schuß getroffen worden. Man habe es bewusst auf ihn abgesehen, berichtet Al-Wihda (6). Es scheinen in der französisch-tschadischen Kriegsführung also auch selektive Liquidierungsmaßnahmen vorgesehen zu sein.
5) Verwundete und Tote.
Der Angriff Sonntag früh forderte viele Opfer. Der Sprecher der sudanesischen Streitkräfte, Othman al-Aghbach, berichtet zunächst, es seien bei diesen Angriffen drei Zivilpersonen getötet und vier verletzt worden (1). In der bereits erwähnten UNO-Dokumentation stehen noch höhere Zahlen: „Die Luftwaffe des Tschad hat diese zwei Orte (Goker und Wadi Radi, AuO) bombardiert und dabei sechs Angehörige der tschadischen Opposition getötet, sowie vier weitere verletzt.“ (1) Das berichten auch NZZ (3) und BBC (17). Der ORF beschränkt sich auf 3 Tote (9).
Noch höher sind die Zahlen von Al-Wihda: Es habe 9 Tote gegeben, darunter waren 2 Leibwächter von Fizani, sowie 7 Kämpfer des Adouma Hassaballah (6), der früher Anführer einer eigenen Organisation war und jetzt Stellvertretender Vorsitzender der UFDD ist.
6) Die UNAMID, von zwei Seiten bedroht.
„Zutiefst besorgt“ äußerte sich nach den Angriffen Rodolphe Adada, der Leiter der UNAMID, der aus Afrikanischer Union und Vereinten Nationen zusammengesetzten Friedenstruppe im Darfur (17). Zur zunehmenden Eskalation meint er: „Zahlreiche Binnenvertriebene und Flüchtlinge werden die ersten Opfer sein.“ (5) Ein Verpflegungskonvoi der UNAMID (18) war am 7. 1. 2008, am Tag des zweiten Bombenangriffs des Tschad auf die Rebellen, vom Sudan angegriffen worden. Ein Kommandeur der sudanesischen Streitkräfte gab schließlich zu: „Bewaffnete Kräfte des sudanesischen Militärs haben einen Konvoi beschossen.“ (19)
Die UNAMID ist das derzeit größte „friedenserhaltende“ Projekt. Es ist der Einsatz von 20.000 Soldaten geplant! Dazu kommen noch weitere 6000 Posten, die auf Polizei und Zivilpersonal aufgeteilt werden. Derzeit befinden sich bereits 9000 Soldaten und Polizisten im Einsatz (19).
Zusammen mit der Eurofor eine explosive Mischung!
7) Sarkozys Geist vergiftet das Land.
Die Sprache des Regierungsprechers des Tschad, Hourmadji Moussa Doumgor, ähnelt in ihrem Zynismus nicht nur der einer niederen Charge, sondern man wird an den ekelerregend provokanten Stil Sarkozys erinnert. Von der afp zu den Bombardements befragt, sagt er: „Nachdem sie aus dem Sudan kommen, ist´s wohl nicht verwunderlich, dass wir sie dort treffen, wo sie herkommen.“ (7) Auch israelische commanders sprechen so.
Und er gibt permanente Grenzverletzungen ohne Hemmungen zu: „Wir sind im Alarmzustand (…) und unsere Luftwaffe überwacht die Grenzen auf beiden Seiten, um allen Eventualitäten vorzubeugen.“ (7)
8) Die Rebellen aktivieren die Luftabwehr, ein Hubschrauber wurde abgeschossen.
Nach den Angriffen vom 6. und 7. Januar gab es noch zusätzliche Angriffe, den letzten am Mittwoch den 9. 1., wie Al Wihda berichtet. An dem Tag trat das erste Mal die Abwehr in Kraft, und es wurde beobachtet, daß nicht weit von Abéché ein Hubschrauber der tschadischen Armee getroffen wurde und abstürzte. Seitdem finden keine Bombardements statt, die Gegend wird jedoch in großer Höhe überflogen.
Am Mittwoch begannen die einzelnen Rebellenformationen, ihre Kräfte zusammenzulegen, die unter dem Kommando von Oberstleutnant Fizani Mouhadjir stehen (20).
(1) Le Tchad a bombardé des rebelles tchadiens au Soudan, afp, 7. 1. 2008
(2) Unterschiedliche Schreibweisen: auch el-Geneina in (1); oder Junaina in (3)
(3) Tschads Luftwaffe fliegt Angriffe im Sudan, Neue Zürcher Zeitung, 8. 1. 2008
(4) Attaque du Tchad au Soudan: N'Djamena "indigné" des accusations de Khartoum, afp/Le Monde, 30. 12. 2007
(5) Andrew Heavens: Des avions tchadiens bombardent des rebelles au Soudan, Reuters, 7. 1. 2008
(6) Tchad Soudan: Ndjamena pilonne les positions du colonel Fizani, Al Wihda International, 7. 1. 2008
(7) Le Tchad reconnaît implicitement avoir bombardé les rebelles au Soudan, afp/Le Monde, 8. 1. 2008
(8) Bundesministerium für Landesverteidigung: Pilatus PC-7 "Turbo Trainer",
http://www.bmlv.gv.at/waffen/waf_pilatus.shtml (9) Tschad bombardiert Rebellenlager in Darfur, ORF, 7. 1. 2008
(10) „Österreichisches Bundesheer (2. Republik)“, Wikipedia
(11) Conrad Seidl: Bundesheer-Helikopter für den Tschad-Einsatz, Standard, 28. 12. 2007
(12) Nico Lutz: Hoffnungslos träge, GSoA-Zeitung, o. D.
(13) Vgl. dazu u. a.: „Pilatus PC-6“, Wikipedia, besonders: „Fairchild AU-23“ Wikipedia
(14) 20 Minuten, 15. 1. 2008
(15) Eine kurze Zusammenfassung der bewaffneten Oppositions-Kräfte findet sich in: Aug und Ohr: Krieg in Afrika, indymedia Deutschland, 2. 1. 2008
http://de.indymedia.org/2008/01/204091.shtml Die Kräfte, die kürzlich ein gemeinsames Militärkommando gebildet haben werden zusammengefaßt in: Aug und Ohr, Der Tschad bombardiert den Sudan, indymedia Deutschland, 7. 1. 2008,
http://de.indymedia.org/2008/01/204476.shtml (16) Chad declares right to pursue rebels in Sudan after bombings, afp, 8. 1. 2008
(17) Chad ´launches Darfur air raids´, BBC, 7. 1. 2008
(18) Die volle Bezeichnung: African Union/United Nations Hybrid Operation in Darfur.
(19) Gerard Aziakou: Sudan admits responsibility for Dafur attack, afp, 9. 1. 2008
(20) Tchad: Un hélico de l´armée tchadienne abattu par les rebelles. Al Wihda, 9. 1. 2008
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
unkritisch
Pilatus
PC-7, PC-9 keine Kriegswaffen?
Kein Mordinstrument? Bitte:
Na durchaus doch!
Bestückbar mit (Zitat): „MG's und ungelenkte Raketen“
siehe auch:
Bildunterschrift: „Die nebenan abgebildete HB-HAO ist eine der wenigen Pilatus PC-7, die nicht im militärischen Einsatz in Europa stehen.“
Außerdem zitierte ich:
Das ist eine höchst offizielle site. Die werden doch nicht lügen!
Und bitte unterscheiden: Sie sind Kriegsmaschinen, gelten aber nicht als „Kriegsmaterial“.
Eine miese Finte der Schweizer Regierung, gegen die die GSoA seit Jahren kämpft
Zitat: „Da die Pilatus-Flugzeuge nicht als Kriegsmaterial, sondern als "besondere militärische Güter" gelten, wird eine Ausfuhrbewilligung grundsätzlich immer erteilt, es sei denn, es bestehe ein UNO-Embargo gegen das Land.“
Unkritisch
Das ist eine Reihe, und ich hab schon an zwei Stellen genau anklingen lassen, worum es sich handelt.
„Wenn in diesem Beitrag, meist in Anlehnung an den französischen Sprachgebrauch, die Bezeichnung „Rebellen“ verwendet wird, oder manchmal auch „Widerstand“, so ist damit nicht notwendigerweise eine politische Wertung im Sinne eines antagonistischen Subjekts gemeint, mit der sich etwa europäische AntiimperialistInnen identifizieren könnten wie mit der Ujamaa-Bewegung des Julius Nyerere. Ausdrücke wie „Rebellen“ u. ä. sind hier neutral verstanden.
In der Mehrzahl handelt es sich um bewaffnete Formationen, die bloß unterschiedliche Fraktionen der Bourgeoisie, ja des politisch-militärischen Machtapparates vertreten. In zwei Fällen stehen ehemalige Verteidigungsminister des Déby-Regimes an der Spitze solcher Guerillas, eine bewaffnete Formation wird gar von einem Neffen des Staatschefs angeführt.
Der Kampf um Erdöl und Bodenschätze spiegelt sich nicht nur auf der Ebene der Widersprüche zwischen den Interessen der internationalen Ölkonzerne, der Weltbank und nationalen Interessen ab, sondern es ist auch ein innerstaatlicher Kampf um die Beute, d. h. die Teilhabe an der Macht, zwischen unterschiedlichen bürgerlichen Interessensgruppierungen, der in einen wilden Kampf aller gegen alle mündet – wobei es auch innerstaatliche Machtfraktionen gibt, die von „außen“, etwa Libyen, Rückendeckung haben.
Die Warenanarchie findet ihren Ausdruck im blutig zerfleischenden Kampf um die Führung. Man kann sich vorstellen, was aus dem Ganzen wird, wenn auch noch die europäische Kriegsmaschinerie der Eufor hinzutritt: das Beispiel Jugoslawien hat uns gelehrt, daß Fremdsteuerung aus den Nachbarstaaten, aus Brüssel und den Vereinigten Staaten zusätzlich zum inneren Verfall eine ganze Region endgültig an den Rand des Chaos und der Verwesung bringen kann, wie man etwa am Beispiel der Kosovo-Problematik überdeutlich sieht.
Die einzelnen Kapitalfraktionen und ihre Guerillas machen aber auch Anleihen beim Panafrikanismus und Antiimperialismus, die unterschiedlichen bürgerlichen Formationen, bzw. deren Communiqués nehmen auch unterschiedliche Grade von Aufklärung und Kritik auf. Manche antiimperialistische Philippika ist recht interessant zu lesen. Diese Communiqués sind nützlich, wenn sie Informationen sei’s über das Kampfgeschehen, sei’s über politische Prozesse sozusagen aus Insiderkreisen bekanntgeben, oder auch wenn sie politische Korrekturen am starren Staatsapparat formulieren. Da diese bewaffneten Flügel bürgerlicher, linksbürgerlicher oder auch linkerer Fraktionen zum Teil eine recht große bewaffnete Gefolgschaft und auch entsprechende zivilgesellschaftliche Partnerorganisationen haben, sind die Voraussetzungen gegeben, daß, angesichts des allgemeinen Unbehagens, linkere und kritische Abspaltungen von den großen bekannteren bewaffneten Formationen stattfinden, und das ist ja immer eine erfrischende Neuigkeit. Das heißt: Es gibt auch Übergänge vom bürgerlichen zum nicht-bürgerlichen Widerstand.
Eine tiefergehende Analyse des progressiven Lagers muß auf einen weiteren Artikel verschoben werden, zunächst soll einmal hier der interessante Mummenschanz – die Analyse, die wir hier in unserem letzten Kapitel zusammenfassen (15), nennt ihn sogar eine „faune rebelle tchadienne“, also eine wilde Fauna, einen Wildwuchs, mit afrikanischer Selbstironie, die natürlich dabei mit dem eurozentristischen Klischee spielt – beschrieben werden, der sich in den letzten Monaten und Jahren entfaltet hat.“
(Aug und Ohr: Krieg in Afrika
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Außerdem ließ ich anklingen, wie die Rebellengruppierungen von den jeweiligen Staaten funktionalisiert werden.
„Von beiden Seiten werden Rebellenorganisationen angeführt, die vom jeweilig anderen Territorium aus operieren. Der Regierungssprecher des Tschad Hourmadji Moussa Doumgor beschuldigt den Sudan, mit der Bewaffnung der Rebellen des Tschad würde auch die Stationierung der europäischen Truppen im Tschad und in der zentralafrikanischen Republik verhindert werden. „Derzeit befinden sie sich auf den militärischen und zivilen Flughäfen von al-Genaina, und von dort werden in Kooperation mit sudanesischen Soldaten Angriffe gegen den Tschad vorbereitet“ sagte der Regierungssprecher des Tschad am 29. 12. 2007 (1)
Analoge Beschuldigungen erfolgen von der Gegenseite. Der Tschad würde ja nur versuchen, mit seinen Behauptungen zu verschleiern, daß er selbst auf seinem Territorium und zwar im Bhai-Gebirge die sudanesischen Rebellen der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit beherberge (1).“
AuO: Krieg in Afrika, Teil 2
Der Tschad bombardiert sudanesisches Territorium.
Beim Sprecher der UNION, Abderaman Koullamallah, machte ich darauf aufmerksam, dass er früher ein Gefolgsmann der Déby-Diktatur war.
Was ist die Konsequenz, die man allein aus diesen Feststellungen ziehen muß? Man muß wohl grundsätzlich skeptisch sein gegenüber Leuten, die eben noch bei der Diktatur angestellt waren und die Macht in der Hand hatten. Das kann man ja wohl sehr eindeutig herauslesen, oder? Das war ja doch mitgesagt, oder? Wirf mit also nicht vor, ich wäre unkritisch!
Aber folgende Überlegung ergibt sich auch: Was für eine Dynamik hat sich inzwischen ereignet, dass alle dieser (zum großen teil) bürgerlichen Leute (mit ihrer plebejisch-proletarischen Basis allerdings) zusammenrücken, und gegen die Diktatur kämpfen? Ist es mutatis mutandis mit bürgerlichen Widerstandsbewegungen zu vergleichen, die wir ja auch hier in Europa hatten? Ist es ein Indiz für die Stärke der Diktatur, dass nun alle diese Kräfte zusammenrücken müssen? Ist das nicht allein als Phänomen bemerkenswert?
Gibt es das Gebot der Solidarität mit diesen Gruppierungen, das einer vorübergehenden Solidarität, das einer bedingten? Sollte man mit niemandem solidarisch sein? Mit den zivilen Bewegungen?
Ich halte das Problem Tschad beinahe für einen unentrinnbaren Knäuel, auch angesichts der Abhängigkeit des Tschad von Libyen, China, Frankreich und Weltbank. Aber ein Richtmaß haben wir: Die Diktatur muß weg, und damit die Präsenz der Franzosen. Das ist eine Aufgabe luce clarius.
Die Eurofor hat zu verschwinden, denn sie löst nichts, sie treibt das Ganze nur noch an.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
der Tschad will keine Scharia — Berliner Hedonist
Scharia? — auo