Berlin: Ex-Republikaner wird Top-Staatsanwalt

Mariken Kohlhaas 19.01.2008 01:09 Themen: Antifa Antirassismus Repression
Ex-Republikaner soll jetzt gegen Intensivtäter ermitteln

In der Abteilung des wegen rassistischer Ausfälle versetzten Berliner Staatsanwalts Roman Reusch soll ein früherer REP-Funktionär Rolf von Niewitecki nachrücken.
"Das würde ich mir selbst nicht glauben" bilanziert Mariken Kohlhaas von der Christian S. Soligruppe: In der Berliner Justiz gibts nach rechts-außen offenbar keine Schranke. Nach Informationen des Tagesspiegels soll am 1. Februar 2008 eine frei werdende Stelle in der für jugendliche Intensivtäter zuständigen Abteilung „47“ durch den 54-jährigen Staatsanwalt Rolf von Niewitecki besetzt werden. Von Niewitecki war Ende der 80er Jahre, damals bereits Staatsanwalt, einflussreiches Mitglied der rassistisch und ausländerfeindlichen Partei Republikaner und wurde im Februar 1990 zum stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. Schlagzeilen machte von Niewitecki im Herbst 1989, als der "Parteirebell" Carsten Pagel den damaligen Landesvorsitzende Bernhard Andres wegputschte. Sein Parteifreund Pagel wurde später bekennender Neonazi und mischte u.a. mit dem jetzigen NPD-Funktionär Frank Schwerdt beim neonazistischen Hoffmann von Fallersleben Bildungswerk e.V. mit, welches auch die Neonazi Zeitung "Berlin-Brandenburger Zeitung" in Berlin-Adlershof beherbergte

 http://www.apabiz.de/archiv/material/Profile/HvFB.htm
 http://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Andres
 http://www.tagesspiegel.de/berlin/Landespolitik-Justizsenatorin;art124,2458985
 http://www.apabiz.de/publikation/broschueren/BBZ.htm

Pagel wurde später Landeschef, von Niewitecki sein Vertreter. Nach der Präsidiumsitzung hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen, da dort brisante Gerichtsakten und Polizeidossiers über missliebige Parteifreunde kursierten.

Nun soll er soll Rolf von Niewitecki dem Vernehmen nach vom Moabiter Chefankläger Andreas Behm für die freiwerdende Stelle auserkoren worden sein. Dass ein erklärter Ausländerfeind - und das waren die Republikaner damals wie heute - gegen migrantische Jugendlicher ermitteln soll und damit untragbar in dieser Position ist stört da nicht weiter.

Der Leiter der Intensivtäterabteilung, Roman Reusch, soll in Kürze versetzt werden da er bei einem Vortrag rassistische Argumentationen pflegte. Justizsenatorin Gisela von der Aue hatte dies gerügt: „Es ist nicht Aufgabe eines Staatsanwaltes, Rechtspolitik zu betreiben.“

 http://de.indymedia.org/2008/01/204393.shtml

Funktionär einer rechtsextremen Partei war Roman Reusch zumindest aber nicht. Das jemand in diese Abteilung wechselt, der früher gegen Ausländer hetzte ist wahrlich grotesk. Im Parteiprogramm der Reps von 1988 stand: „Der Ausländeranteil ist so schnell wie möglich zu verringern.“ Der SPD-Rechtsflügel Abgeordnete Fritz Felgentreu nannte die Rep-Mitgliedschaft „mittlerweile verjährt“.
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Ergänzungen

Nenner

Subtil 19.01.2008 - 12:15
Um als Partei funktionieren zu können, einigt man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner und bietet den Mitgliedern ansonsten verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten an (Plattformen, AG). Ausnahme: Kaderparteien. Wenn alle Mitglieder der PDS mit der Kommunistischen Plattform übereinstimmen würden, wäre diese Gruppe überflüssig. Das soll heißen, der Staatsanwalt kann ja auch wegen anderer Programmpunkte in die Partei gegangen sein. Als angeblicher Funktionär wird er sich ja sicherlich dahingehend geäußert haben. Wenn nicht, sind das hier alles nur Meinungsäußerungen und keine Tatsachenfeststellungen. Da kann ich auch gleich das Horoskop lesen.

... ones again ...

Rolf-Bogus von Niewitecki 19.01.2008 - 14:56
Wirbel um Ex-Republikaner als Staatsanwalt für Intensivtäter

Die mögliche Berufung eines früheren Funktionärs der rechtsradikalen Republikaner in die Intensivtäterabteilung der Berliner Staatsanwaltschaft hat am Samstag Wirbel in der Berliner Justiz verursacht. Nach einem Zeitungsbericht über die geplante Versetzung Rolf von Niewiteckis bestellte Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) die Behördenspitze ein. Der leitende Oberstaatsanwalt Andreas Behm habe daraufhin angekündigt, die Berufung zu überdenken, sagte von der Aues Büroleiter Mark Weber der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der «Tagesspiegel» hatte berichtet, von Niewitecki werde zum 1. Februar eine freie Stelle in der Abteilung 47 übernehmen.

erschienen in der Berliner Morgenpost am 19.01.2008 um 13:51 Uhr

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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merci — emge

ups — ... futz

republikaner sind doch verhasst — totehösetotemose

Aufpassen — loller