Autonome Vollversammlung Berlin
Die VV am Sonntag, 13.1. fand im Versammlungsraum des Mehringhof statt und war wieder gut besucht. Zwei Themen sollten besonderen Raum bekommen: Die Perspektiventage am kommenden Wochenende und die Demonstration gegen den Europäischen Polizeikongreß am 29. Januar in Berlin.
Hier ein kurzer Bericht über die beiden Diskussionspunkte. Als Ergebnis wurde verabredet, die kommende VV zum Thema "Ziele, Strategien und Verabredungen bei Demonstrationen" und die darauffolgende im März zu "Antirepressionsarbeit rund um Demonstrationen" zu organisieren. Für beide Themen gibt es bereits Vorbereitungsgruppen. Die Zusammenarbeit mit hierzu arbeitenden Kollektiven wird gesucht.
Hier ein kurzer Bericht über die beiden Diskussionspunkte. Als Ergebnis wurde verabredet, die kommende VV zum Thema "Ziele, Strategien und Verabredungen bei Demonstrationen" und die darauffolgende im März zu "Antirepressionsarbeit rund um Demonstrationen" zu organisieren. Für beide Themen gibt es bereits Vorbereitungsgruppen. Die Zusammenarbeit mit hierzu arbeitenden Kollektiven wird gesucht.

Perspektiventage
Nach einigen kleineren Ankündigungen (z.B. bevorstehende Räumung des Rosa Gartens neben der K9) berichteten 2 Aktivisten über die Vorbereitung der Perspektiventage, die ab Donnerstag in den Räumen der Rosa Luxemburg-Stiftung stattfinden. Die OrganisatorInnen hatten für mehrere Hundert Leute geplant, gerechnet wird nun konkreter mit etwa 400 aus verschiedenen Spektren. Die Stiftung überläßt das Haus hierfür unentgeltlich und hat kein Bedürfnis, Inhalte mitzubestimmen. Es gibt inzwischen mehrere Dutzend vorbereitete Diskussionen und Workshops; beispielsweise zum Verhältnis der damals mobilisierenden linken Gruppen zueinander, linksradikale Politik, Rückblick und Ausblick zu Repression und Antirepression, Aktions- und Widerstandsformen, Planungen zukünftiger Kampagnen oder Camps etc.Das Vorbereitungsbündnis ist breit, darunter Gruppen aus autonomen und linksradikalen Zusammenhängen. Der Kongreß ist im "Open Space"-Charakter angelegt. Regelmäßig wird Raum gegeben zum Entstehen spontaner Arbeitsgruppen. Der Kongreß ist im Dreischritt Rückblick, Auswertung/ Diskussion und Ausblick angelegt. Gerade im letzten Teil gewinnt die "Open Space"-Methode größeren Stellenwert. Eine große Beteiligung linksradikaler Gruppen und Einzelpersonen wird vom Vorbereitungskollektiv ausdrücklich gewünscht. Die Perspektiventage wollen an Gemeinsamkeiten des Widerstands gegen den G8 2007 anknüpfen und helfen, Differenzen zu überbrücken (sofern gewünscht).
Es wird einige Hilfe sowie Schlafplätze für den Kongreß gesucht, hierfür: kontakt@perspektiventage.de. Der Bericht über die Perspektiventage wurde auf der VV nicht weiter diskutiert.
Demonstration gegen Polizeikongreß 29.1.
Im Anschluß daran wurde zunächst umrissen, wofür der Polizeikongreß steht: Die zunehmende Verschränkung innerer und äußerer Sicherheit, Paramilitarisierung von Innen- und Außenpolitik, europaweit koordinierte Aufrüstung in Sicherheitstechnik (vor allem IT/ EDV), neue Institutionen der "Migrationsabwehr" wie "Frontex", die Rolle von Beraterfirmen wie Bertelsmann, Schnittstellen von Polizei und Geheimdiensten sowie Militär, informelle Treffen und Gremien etc. Das Treffen von Polizei und Politik wird von der Rüstungs- bzw. Sicherheitsindustrie finanziert (hierzu ausführlich "Trends auf dem 'Europäischen Polizeikongreß'".
Der Kongreß findet am 29./ 30. Januar statt. Es gibt eine Demonstration am Dienstag, 29. Januar, anläßlich der Rede des Innenminsters Schäuble zum Grenzregime Schengen und migrantischem "Jugendüberschuß".In der VV entspann sich eine interessierte Diskussion um die Ziele der Kampagne gegen den Kongreß und was sich daraus für die Demonstration ergäbe. Spannend wurde gesehen, dass die Demo an einem konketen Adressat der Kritik endet. Falls sie, wie unlängst mehrmals geschehen, angegriffen wird, aufgelöst werden muß oder gar nicht erst losgehen kann, können TeilnehmerInnen dennoch auf vielen Wegen versuchen zum Kongreßort am Alexanderplatz zu gelangen. Dort könnte dann eine Spontanversammlung gegen eine Behinderung bzw. Provokationen durch die Polizei angemeldet werden.
Einige schlugen vor, nach Ende der Demo in öffentliche Verkehrsmittel zu diffundieren und anderswo Orte der Repression und Kontrolle aufzusuchen. Dennoch setzte sich die Überzeugung durch, dass es wichtig ist am Ort des Kongresses selbst präsent zu sein: Schäuble will ab 15.00 Uhr auf dem "Forum der Innenminister" sprechen. Es wird also eine Menge "zu schützender V.I.P." den Kongreßort gegen 17.00 Uhr verlassen wollen. Es gibt keine Tiefgarage wie etwa in Freiburg, wo Schäuble beim Verlassen eines Vortragsortes von AktivistInnen aufgesucht und getroffen wurde. Es ist zu vermuten, dass die Innenminister das Kongreßgebäude durch Hintertüren verlassen. Ein Wuseln um den Kongreßort herum könnte also helfen, den Männern noch winken zu können. Ein frühes Verlassen oder spätes Hinzustoßen zur Abschlußkundgebung ist ebenfalls denkbar, um von Polizeisperren nicht allzu frustiert zu werden. Mehrmals wurde formuliert, dass alle Teilnehmenden aufmerksam sein sollten wenn andere Kleingruppen eine Aktion ausführen werden. Die Erfahrung des 8.12. zeigte dass gegenüber Berliner Polizei gemeinsames Handeln nur durch schnellen Entschluß möglich ist.
Allgemein wurde auf der VV von vielen Seiten positiv aufgenommen, dass in jüngster Zeit wieder Spaß am (Wieder-)Entdecken von Aktionsformen bei Demonstrationen besteht. Auch wenn die Demo am 29.1. eine deutlich geringere TeilnehmerInnenzahl haben wird wie etwa am 22.9., 8.12. oder 15.12. (erwartet werden 400), können Konzepte wie das Umgehen von Vorkontrollen, späteres Hinzustoßen zur Demo, das Durchsickern durch Polizeispaliere am Rand, spätere Aktionen in Kleingruppen etc. für mehr Widerstand sorgen.
Die Demo bietet die Möglichkeit, auf Überwachungstaktik und -technik der Polizei (Vorkontrollen, Kameras, Spaliere) aufmerksam zu machen. Es ist z.B. klar dass Vorkontrollen sinnlos sind und nur provozieren, denn beanstandetes Material wird ohnehin erst im Verlauf von Demos hineingebracht. Dennoch sollte sich dagegen gewehrt werden, etwa durch Ablenken der Cops, gemeinsame Treffpunkte für größere Gruppen, Verwickeln in Diskussionen etc. Eine Aktion zum kollektiven Umgehen der Kontrollen ist vorgeschlagen, ein Ort bereits verabredet.
Angeregt wurde, eine offensive Pressearbeit zur Demo zu machen. Es wird viel Presse beim Kongreß anwesend sein (der zwar öffentlich ist, aber 1.000 € Teilnahmegebühr kostet. Für InhaberInnen eines Presseausweises allerdings kostenfrei mit Buffet).Es gibt eine Webseite zur Kampagne, die Phänomene europäischer Polizeizusammenarbeit dokumentiert: http://euro-police.noblogs.org.
Liebe InsiderInnen von Indymedia. In letzten Postings
zur Autonomen Vollversammlung hattet ihr viele Dutzend Reaktionen
hinuntermoderiert, obwohl dies auf einer der ersten VV's
von einigen ausdrücklich am Webprojekt Indymedia kritisiert wurde.
Dieser Beitrag ist kurz und harrt weiteren Ergänzungen.
Die Berliner VV ist zunächst nur eine von vielen bundesweit regionalen
Überbleibseln der G8-Proteste. Trotzdem wollen sich hier womöglich
Dagewesene über unterschiedliche Standpunkte verständigen
oder die Diskussion verlängern.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Ort & Zeit & Thema
Ansich ist der Versammlungsraum im Mehringhof bei der Kälte draußen eine gute Wahl, ab März sollte die VV aber vielleicht doch besser wieder in die Köpi umziehen (solange es die noch gibt).
Ansonsten war das ein durchaus angenehmes Treffen mit vielen netten Leuten und wenig Zankerei.
vorauseilende paranoia
Daher ist es unsinnig die Handys nicht unschädlich zumachen, nur weil ja alle davon ausgehen, der Raum sei verwanzt oder Demodetails auf Indymedia zu setzen, weil alle davon ausgehen das die Bullen das eh wissen.
Das führt dazu dass die Linksradikalen aus lauter Überwachungsparanoia gar nicht mehr versucht Infos zu schützen.
Also: Beim Reden immer davon ausgehen, dass der Raum überwacht ist! Bei eigenen Sicherheitsmaßnahmen und Reden anderswo immer davon ausgehen, dass das Ursprungstreffen nicht überwacht war!
Handyüberwachung!
Auszug aus dem Antirepressionshandbuch für die politische Praxis: "Wege durch die Wüste":
"Um herauszufinden, welche Mobiltelefone sich in der näheren Umgebung befinden, kann ein IMSI-Catcher eingesetzt werden. Dieses Gerät tritt als eigene Funkzelle auf und erfasst auch Geräte, die gerade nicht senden. Dafür unterbricht ein einmal ausgesendetes Störsignal alle Mobilfunkverbindungen und bringt die Telefone anschließend dazu, sich bei der IMSI-Zelle anzumelden. Alle diese Handys sind zwar jetzt nicht mehr telefonische erreichbar, je nach Ausrüstung des IMSI-Catchers können jedoch mehrere Telefone gleichzeitig nach außen telefonieren (und werden dabei abgehört). IMSI-Catcher werden z.B. bei Hausbesetzungen eingesetzt, um einen schnellen Überblick über die im Haus befindlichen Mobiltelefone zu erreichen. Anschließend können dann deren Besitzer ermittelt werden. Auch bei kleinen Demonstrationen und allen eher stationären politischen Aktionen lässt sich so sehr einfach die Anwesenheit bestimmter Personen erkennen, ohne Ausweiskontrollen durchzuführen. Dabei wird nicht nur die SIM-Karte identifiziert, sondern auch das Mobiltelefon. Ein einfacher Kartenwechsel schützt deshalb nicht vor der Verwendung mit einem IMSI-Catcher."
Handys als Wanzen:
"Praktisch alle Handys können durch die Einstellung "Stummschaltung" (Kein Klingelton) und "Automatische Rufannahme" als einfache Wanzen eingesetzt werden. Dafür muss eine eingeweihte Person (Spitzel) das Telefon in den abzuhörenden Raum bringen und eingeschaltet lassen. Das Handy kann jetzt unbemerkt angerufen und abgehört werden."
Abschließend sei erwähnt, dass Mensch sich UNBEDINGT die CryptoCD, welche kostenlos zum Download zur Verfügung steht beschaffen sollte!
DER TOTALEN ÜBERWACHUNG ENTGEGEN!
Perspektiventage!
wann ist denn das nächste vorbereitungstreffen für die demo gegen den polizeikongreß?
Berlin: Polizeistress 1.1 Themenwoche
Themenwoche in der Offenen Uni BerlinS
---> www.offeneuni.tk
Di., 22.01.2008 ab 20:00
ganz grosses Kino -> Kongressvideos des 23C3 / 24C3 (Chaos Computer Club)
Sicherheitsrelevantes Datenmaterial zu Lockpicking, Überwachung, Vorratsdatenspeicherung und anderen Systemkomponenten
Mi., 23.01.2008 ab 20:00
Lockpicking -> Sicherheit ist eine Illusion
Workshop zur Funktion mechanischer Schliesstechniken und deren Umgehung mit subversiv-kreativen Technologien
Do., 24.01.2008 ab 20:00
ganz kleines Kino -> Police-Splatter 2008
Angstabbau durch Abstumpfung - endlose Aneinanderreihung von brutalen und blutigen Polizeiübergriffen
Fr., 25.01.2008 ab 20:03
Workshop -> Drogenerkennung im Strassenverkehr
Aus unserer Reihe "Seminar zur Drogenthematik". Wir zeigen ein untergründiges Video zum Thema und Arbeiten mit den Schulungsunterlagen der Polizei. Schwerpunkte: Verdachtsgewinnung und Beweissicherung
Samstag, 26.01., ab 14 Uhr und Sonntag, 27.01 (mit Aktivisties-Brunch ab
12:00)
Trainingswochenende -> Kreative Antirepression
Einführung in Polizei- und Strafprozessrecht, Trainings (Übungen, Rollenspiele, Praxis) zu Polizeikontakt und Gerichtsverfahren. Aktionsideen und Handlungsmöglichkeiten für Betroffene und Umfeld/UnterstützerInnen.
Infoflyer:
weiterführende Informationen:
Offene Uni BerlinS
HU-Campus Nord - Haus 20
Philippstr. 13 , Berlin-Mitte
www.offeneuni.tk
Anfahrt: www.offeneuni.tk/kontakt
IMSI-Catcher et al
ich kenn ein bischen den technischen Hintergrund, und wollte mal anmerken, dass heutzutage kein IMSI-Catcher mehr nötig ist um ein Mobiltelefon ausfindig zu machen.
IMSI-Catcher werden eher bei Grossveranstaltungen eingesetzt, wo es grossen zeitlichen Druck gibt.
Für eine "normale" Ortung gehen die Vollzugsbeamten zur Telefongesellschaft und lässt es dort über die Datenbank orten.
Jedes eingeschaltete Mobiltelefon mit Verbindung zum Netz, also eingebucht ist, ist somit zu finden.
Letztere Möglichkeit ist natürlich deutlich preisgünstiger.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Versammlungsprotokolle.. — ich
öffentlichkeit? — erna
strategie bei demos — antifa 4-ever
Studium — Prof. Bialke