Mumias Anwalt in Berlin: Unterstützung 2008

Ton 12.01.2008 22:18 Themen: Antirassismus Repression Weltweit
Mumias Hauptanwalt Robert R. Bryan sprach am Samstag, den 12.01.08 erneut in Berlin. Er nahm als Redner an der Rosa-Luxemburg-Konferenz teil und berichtete am Nachmittag vor einem großen Publikum über den aktuellen Stand des Verfahrens.
Zunächst gab es wir bereits im letzten Jahr eine von Mumia per Telefon gesprochene Grußbotschaft an die Konferenzteilnehmer_innen. Mumia führte aus, dass es in Anlehnung an einen anderen bekannten Mann mit Bart notwendig sei, die Welt nicht nur zu verstehen, sondern auch zu verändern. Er äußerte die Hoffnung, dass viele Menschen im Zeitalter der Globalisierung diese nicht hinnehmen und stattdessen einnen grundsätzlich anderen Weg, nämlich den revolutionären wählen werden.
Danach fasste Mumias Hauptanwalt Robert R. Bryan die juristische Situation zusammen und erklärte in diesem Zusammenhang erneut, wie wichtig ein neues Verfahren für das Leben und die Freiheit seines Mandanten ist. Er forderte Interessierte zum wiederholten Mal auf, "Lärm zu schlagen", wohlmögliche Differenzen zu überwinden und nichts unversucht zu lassen, in dieser wichtigen Phase aktiv zu werden. Er endete seine Rede mit teilweise persönlichen Grüssen an Aktivist_innen der Unterstützer_innenbewegung.

Das war nach seinem ersten Besuch Mitte Dezember (  http://de.indymedia.org/2007/12/203115.shtml ) bereits der zweite innerhalb kurzer Zeit. Er kündigte zudem auch seine Teilnahme an einer Veranstaltung des Berliner Mumia-Bündnis in der kommenden Woche in Berlin an.

Überhaupt war auf der diesjährigen Rosa-Luxemburg sowas wie ein neuer Aufbruch der Mumia Abu-Jamal Unterstützungsbewegung zu spüren. Es gab Infostände vom Bremer "Internationalen Verteidigungskomitee" (IVK) und vom Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal. Auch die unvermeidlich scheinende Politsekte "KfsV" war mit einem Stand und schwerpunktmäßig mit ihrer teilweise sehr unverständlichen Arbeit zu Mumia vertreten. Die meisten Unterstützer_innen für Mumia Abu-Jamal haben sich anscheinend schulterzuckend mit dem ständigen Auftreten dieser K-Gruppe mit elitärem Selbstverständnis abgefunden.
Ob sich noch rechtzeitig vor der kommenden Gerichtsentscheidung über Mumias Leben und Freiheit bzw. einen neuen und diesmal hoffentlich "fair" durchgesetzten Prozeß genügend öffentlicher Druck aufbaut, bleibt für die Unterstützer_innen zur Zeit wohl eher die wichtigere Frage.
Zumindest eine Sprecherin des Berliner Mumia-Bündnis äußerte ihr Bedauern über die (gemessen am Mobilisierungsaufwand) doch eher zögerliche Haltung der Berliner Linken. Natürlich ist es schwer, einen seit über 26 Jahren währender Kampf eines politischen Gefangenen kontinuierlich zu unterstützen. Andererseits besteht im Augenblick aber noch die Möglichkeit, auf die kommende Entscheidung einzuwirken, so die Sprecherin.
Sollte Mumia jetzt juristisch Erfolg haben, wäre er einer der ersten Gefangenen in den USA, der seit der sog. Todesstrafenreform unter Clinton in den 90ern überhaupt einen neuen Prozeß nach einem Todesurteil erkämpft hätte.
Die in diesem Zusammenhang immer wieder geäußerte Kritik an der Forderung nach einem neuen Verfahren sei völlig neben der Spur. Schließlich vertraue niemand auf einen "bürgerlichen" Rechtsstaat. Aber politische Gefangene und ihre juristischen Möglichkeiten mit aller Kraft zu unterstützen, sei keine Erfindung des Berliner Mumia-Bündnis, sondern gängige Praxis linker Antirepressionsarbeit seit mindestens einem Jahrhundert. Natürlich ginge es um die Freiheit von Mumia Abu-Jamal, aber einem neuen Prozeß komme in diesem Zuammenhang eine wichtige Bedeutung zu.
Konkrete Unterstützungsmöglichkeiten gäbe es viele. Die einfachste wäre es, jetzt Mumia verstärkt zu schreiben. (  http://www.mumia-hoerbuch.de/bundnis.htm#SchreibtMumia ) Eine Postkartenaktion sei in Vorbereitung werde demnächst veröffentlicht.
Darüber hinaus greife das Bündnis die Vorschläge des Anwalts auf. So versuchten sie bereits seit April 2007 "soviel Lärm wie möglich zu schlagen". Kundgebungen, eine Demonstration, eine Veranstaltungsreihe gegen die Todesstrafe sowie die Teilnahme an der Aktionswoche rund um den 18.März, den Tag der politischen Gefangenen gehören zu den Aktivitäten.
Interessant am diesjährigen 18. März erscheint, dass sich in Berlin ein politisch viel weiteres Bündnis als in den Vorjahren gebildet hat. So soll es zwischen 6. bis 18. März 2 Demonstrationen, eine Kundgebung und sehr viele inhaltliche Veranstaltungen sowohl zur Situation politischer Gefangener hier in Berlin als auch die in vielen anderen kapitalistischen Ländern geben. Auch hier wird Mumias Kampf um Freiheit Thema sein.

Aber natürlich wären Mumias Unterstützer_innen trotz der gegenwärtigen Versuche, auf die kommende Gerichtentscheidung einzuwirken, nicht überrascht, sollte es erneut ein negatives juristisches Ergebnis geben. Schließlich sind gegen Mumia seit 26 Jahren niemals sowas wie juristische Mindeststandards eingehalten worden. Mumia ist ein politischer Gefangener, der nur wegen der zahlreichen und entschlossenen Unterstützung von vielen überhaupt noch am Leben ist. Wäre es nach den Gerichten gegangen, wäre "the voice of the voiceless" längst zum Schweigen gebracht worden.
Daher gibt es längst Überlegungen, wie dann zu reagieren sei (  http://www.mumia-hoerbuch.de/bundnis.htm#dayafter3 ).

Alles in allem scheint das von Robert R. Bryan geforderte "Lärmschlagen" um Mumia Abu-Jamal 2008 lauter zu werden.
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Ergänzungen

Robert R. Bryan am Dienstag wieder in Berlin

Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal 12.01.2008 - 23:02
Die im Artikel erwähnte Veranstaltung mit Teilnahme von Robert R. Bryan findet am Dienstag, 15.01.2008 in der Kreutzigerstr. 18 in Berlin Friedrichshain statt. Sie ist ene weitere aus unserer Veranstaltungsreihe gegen die Todestrafe (  http://www.mumia-hoerbuch.de/stopptodesstrafe.htm#film ).

Außerdem gibt es am 1. Februar ein Solikonzert für die Mumia-Kampagne in der KÖPI (  http://www.mumia-hoerbuch.de/bundnis.htm#solikonzert010208 )

Am 16. März wird im CLASH der Film "In prison my whole life" vorgeführt. Er ist eine neue und sehr interessante Dokumentattion über Mumia Abu-Jamal. Diese Veranstaltung ist Teil der Aktionstage rund um den 18. März 2008, dem Tag der politischen Gefangenen. Mehr Infos zum Film:  http://www.mumia-hoerbuch.de/mumiaenglisch.htm#film

Freiheit für Mumia!
Abschaffung der Todesstrafe weltweit!

Zur Arbeit des KfsV für Mumias Freilassung

Bernhard T. 13.01.2008 - 04:07
Zum besseren Verständnis der Arbeit des Komitees für soziale Verteidigung (KfsV) für die Freilassung von Mumia Abu-Jamal vgl. als Beispiel nachfolgende Presseerklärung. Das darin erwähnte Faktenblatt liegt inzwischen auch in deutscher Sprache vor. Siehe  http://www.partisandefense.org/pubs/deutsch/faktenblatt1231.html





Komitee für soziale Verteidigung (KfsV) c/o Werner Brand, (030) 4 43 94 01,

Postfach 21 07 50, 10507 Berlin, E-Mail:  kfsv@online.de www.partisandefense.org



PRESSEERKLÄRUNG – 8. Januar 2008

Soeben erschienen! PDC Fact Sheet legt die Beweise für Mumias Unschuld vor.

Widerlegt: die Große Lüge des Buches Murdered by Mumia im Dienste des legalen Lynchmords.

Mumia ist unschuldig! Freiheit jetzt!



Ein neues Faktenblatt, das erdrückendes Beweismaterial für die Unschuld Mumia Abu-Jamals darlegt, wurde am 31. Dezember 2007 vom Partisan Defense Committee herausgegeben. Es steht im Internet unter www.partisandefense.org/pubs/articles/factsheet1231.html zur Verfügung und bietet eine detaillierte Punkt-für-Punkt-Widerlegung des Buches Murdered by Mumia [Von Mumia ermordet] (The Lyons Press, Dezember 2007). Die Zusammenstellung des PDC entlarvt das Buch als „Sammlung von Mythen, Unwahrheiten, Tatsachenverdrehungen und Auslassungen – alles mit dem Ziel, einen unschuldigen Mann, Mumia Abu-Jamal, rechtmäßig zu lynchen“.




Mumia ist ein ehemaliger Sprecher der Black Panther Party, der seit seinem 15. Lebensjahr im Fadenkreuz des FBI und der Bullen gestanden hat, später ein Unterstützer der Organisation MOVE und angesehener Journalist, bekannt als „die Stimme der Entrechteten“. Ihm wurde der Mord an dem Polizeibeamten Daniel Faulkner vom 9. Dezember 1981 in Philadelphia angehängt, und er wurde ausdrücklich wegen seiner politischen Ansichten zum Tode verurteilt. Angesichts einer täglich zu erwartenden Entscheidung des Dritten Bundesberufungsgerichtes in Mumias Fall erreicht der Kampf für seine Freiheit nun ein entscheidendes Stadium.


Murdered by Mumia von Michael Smerconish und Maureen Faulkner, Daniel Faulkners Witwe, behauptet, die Protokolle von Mumias Prozess von 1982 und die Zeugenaussagen der Voruntersuchung würden „erzählen, wie Abu-Jamal meinen Mann ermordete“. In Wirklichkeit sind die Gerichtsprotokolle voll von Ungereimtheiten, unbewiesenen Behauptungen, sich widersprechenden Beweisen und all den Kennzeichen eines rassistischen Komplotts. Es gibt kein Beweismaterial dafür, dass Mumia Daniel Faulkner erschoss, und die „Fakten“, von denen in Murdered by Mumia behauptet wird, sie bewiesen angeblich diese Darstellung, existieren in den Gerichtsprotokollen nicht. Seit dem Prozess von 1982 wurde immer mehr Beweismaterial angehäuft, darunter das beeidete Geständnis von Arnold Beverly, dass er und nicht Mumia Faulkner getötet hat. Dieses Beweismaterial belegt nicht nur, dass Mumia unschuldig ist, sondern auch, dass Polizei und Staatsanwaltschaft Beweise gefälscht und unterdrückt, Zeugen genötigt und ein Komplott gewaltigen Ausmaßes geschmiedet haben.


Die Zusammenstellung des PDC wurde im Einvernehmen mit den Rechtsanwälten Rachel Wolkenstein und Jonathan Piper erstellt, die von 1995 bis 1999 in Mumias Verteidigerteam arbeiteten. Zitiert werden hier Protokolle des Prozesses von 1982, der vorangegangenen Beweisaufnahme und der PCRA-Anhörung (Wiederaufnahme-Verhandlung) von 1995–97 mit Datum und den Seitenzahlen, wo die Aussagen zu finden sind (alle gekennzeichnet als „N.T.“ – Notes of Testimony, Protokolle der Zeugenaussagen), wie auch eidesstattliche Erklärungen, die den Gerichten des Bundes und des Bundesstaats vorgelegt wurden, Vernehmungsprotokolle der Polizei (IIR – Investigation Interview Record) und Textstellen aus Murdered by Mumia mit Seitenangabe.


Journalisten, Aktivisten, Forscher – alle, die sich mit der Enthüllung der Wahrheit befassen – sollten auch die KfsV-Broschüre vom 12. Dezember 2006, Der Kampf für die Freiheit von Mumia Abu-Jamal – Mumia ist unschuldig!, zu Rate ziehen, die einen detaillierten Faktenüberblick über den Fall wie auch eidesstattliche Erklärungen und Aussagen enthält. Sie ist verfügbar unter www.partisandefense.org/pubs/deutsch/KfsVPamphlet.html.



Das Ziel des PDC ist es, diejenigen, die für Mumia kämpfen, mit den Fakten auszurüsten, um der Verlogenheit jener, die ihn hinrichten wollen, entgegentreten zu können. Dies ist Teil des Bestrebens des PDC, massenhafte Protestaktionen für Mumia zu mobilisieren, die sich zentral auf die soziale Macht der Arbeiterbewegung stützen und von dem Verständnis ausgehen, dass Mumia ein unschuldiger Mann ist, ein Opfer eines rassistischen Komplotts, der unverzüglich freigelassen werden muss!


# # # # #


Diese Presseerklärung wurde zuerst am 2. Januar 2008 vom Partisan Defense Committee in Englisch veröffentlicht. Übersetzung durch das KfsV, Schwesterorganisation des PDC, vom 8. Januar.



Das KfsV ist eine klassenkämpferische, nichtsektiererische Organisation zur rechtlichen und sozialen Verteidigung, die sich für die Fälle und Anliegen einsetzt, die im Interesse der Gesamtheit der arbeitenden Menschen sind. Dieser Zweck entspricht den politischen Ansichten der Spartakist-Arbeiterpartei Deutschlands (SpAD).

Schreibt Mumia in den Knast

Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal 13.01.2008 - 22:00
Mumias Hauptanwalt Robert R. Bryan sagte auf der Berliner Veranstaltung im "Terzomondo" am 16.12.2007, dass Mumia im Augenblick viel geholfen wäre, wenn Unterstützer_innen ihm wieder verstärkt schreiben.
Erstens freut sich Mumia riesig über Briefe und Postkarten in seiner 6 qm Todestraktzelle. Zwar kann er viele nicht beantworten, da seine Portokosten sehr gering sind und er ja auch lediglich Englisch spricht. Aber es ist ihm eine enorme moralische Stütze, wenn er merkt, dass sein Fall immer noch bekannt ist und er trotz Isolationshaft nicht vergessen wurde.
Und zweitens ist diese Post ein grosser Schutz für ihn. Zeigt er doch der Zensurbehörde, die sämtliche Post liest und auch dem Gericht und der Staatsanwaltschaft übermittelt, dass sie unter Beobachtung stehen. Das kann aktuell Einfluss auf die Entscheidungsfindung des 3. Bundesberufungsgerichtes haben. Mumias Anwalt verwies auf die mündlichen Anhörungen am 17. Mai 2007. Dort waren viele internationale Prozessbeobachter_innen anwesend. Das Gericht habe sich daher ausserordentlich fair benommen und den Argumenten beider Seiten zum ersten Mal in Mumias nun schon 26 jähriger Justizgeschichte so etwas wie Sachinteresse entgegengebracht.
Im jetzigen Stadium können Briefe daher wirklich helfen. Eine kleine Hilfe, wie ihr einem euch persönlich unbekannten Gefangenen schreiben könnt, bietet folgender Artikel des Anarchist Black Cross (ABC):  http://archiv.abc-berlin.net/

Hier Mumias Adresse:

Mumia Abu-Jamal
AM 8355
State Correctional Institution Greene Prison
175 Progess Drive
Waynesburg, PA 15370
USA

Um sicher zu gehen, dass euer Brief nicht vielleicht "verlorengeht", könntet ihr auch eine Kopie an die jeweilige US-Botschaft eures Landes schicken. Als Erklärung reicht hier völlig, dass Briefe an den Gefangenen Mumia Abu-Jamal in der Vergangenheit oft verloren gegangen sind und ihr die Botschaft bittet, diesen Brief weiterzuleiten. In Deutschland wäre das folgende Adresse:
Botschaft Vereinigte Staaten
Neustädtische Kirchstrasse 4-5
10117 Berlin

Telefon 030-8 30 50
Fax 030-2 38 62 90

Da de.indymedia ja auch in anderen deutschsprachigen Ländern gelesen wird, sucht bitte gegebenenfalls die entsprechenden Botschaftsadressen in der Schweiz und Österreich selbst heraus.

Antwort des KfsV auf

fred2008 13.01.2008 - 23:06
Zu den Leuten wie "Kurt" die Linke am liebsten verbieten wuerden gibt es diese Antwort des KfsV:

Eine Antwort auf das "Statement
zum KfsV" des Berliner Bündnis für Mumia

 http://www.labournetaustria.at/mum78.htm


Hier findet Ihr die Notfallproteste weltweit inklusive Berlin und Hamburg:
 http://www.partisandefense.org/events/index.html



Hier noch mal das Fact Sheet, dass Mumias Unschuld beweist:
 http://www.partisandefense.org/pubs/articles/factsheet1231.html



Mumia Abu-Jamal ist unschuldig!
Freiheit für Mumia!
Weg mit der rassistischen Todesstrafe!

Mumia-Radio-News im OKB

Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal 17.01.2008 - 13:56
Seit ca. 3 Monaten berichten wir in Zusammenarbeit mit dem Jugendradio immer Montags um 18 Uhr über Mumia Abu-Jamal auf dem Berliner Offenen Kanal ( 97,2 UKW oder internet live stream unter  http://85.214.123.163:8000/metropolis.m3u ).


Außerdem findet bald das Mumia Solikonzert in der Berliner KÖPI statt.

Ankündigungstext:
 http://www.mumia-hoerbuch.de/bundnis.htm#solikonzert010208

Plakat-PDF-Download:
 http://www.mumia-hoerbuch.de/text/010208_ko_koepi.pdf

kfsv ist demagogisch

Andrea T. 17.01.2008 - 14:21
Lest euch mal die Forderungen des kfsv genauer durch:

"Mumia ist unschuldig!" An wen wird denn das gefordert? Das ist doch lediglich dazu da, andere Unterstützer_innen, die pragmatischer vorgehen, unter Druck zu setzen. Auch ich gehe davon aus, dass Mumia unschuldig ist.
Aber ich würde Mumia außerdem auch unterstützen, wenn er tatsächlich den Polizisten Faulkner erschossen hätte.
Schließlich sind und waren diese rassistischen Polizeiübergriffe gegen Schwarze mit häufig tötlichen Ausgängen an der Tagesordnung. Und in einem Land, in dem alle Waffen tragen können, gehört das meiner Meinung nach in den Bereich der Selbstverteidigung.
Außerdem ist es anerkannte linke Praxis, politische Gefangene zu unterstützen, die im Sinne des bürgerlichen Gesetzbuches "schuldig" sind. Das ach-so revolutionäre kfsv führt sich hier selbst aufs Glatteis.

"Freiheit für Mumia!" ist ohne wenn und aber die richtige Forderung.

"Weg mit der rassistischen Todesstrafe!" Es ist richtig, dass die Mehrheit der Todestraktinsass_innen aus rassistischer Diskriminierung verurteilt wurden. Aber es ist nicht der einzigste Grund, warum Menschen in diesem "Gulag" (Zitat Mumia) landen. Fast immer fehlen diesen Gefangenen die finanziellen Mittel für einen effektive Verteidigung. Also sitzen auch arme Weisse in den Todeszellen.
Ich finde, dass kein Staat (auch kein "sozialistischer"...) das Recht hat, Gefangene umzubringen. Daher würde ich die Parole in "Weg mit der Todesstrafe überall!" ändern. Diese Argumentation verneint das kfsv, da es das für zu wenig plakativ hält. Aus Einzelunterhaltungen unterstelle ich ihnen auch, dass sie die Todesstrafe nicht grundsätzlich ablehnen, sondern das als "bürgerlichen Humanismus" abtun.

Für Leute, die sich mit diesen inhaltlichen Differenzen innerhalb der Mumia-Bewegung genauer auseinandersetzen wollen, erscheinen mir diese Überlegungen wichtig.

Und für indymedia-Moderator_innen, die z.B. Knuts Ergänzung zurücksetzen, aber die Werbung des kfsv stehen lassen, sind diese Überlegungen unerläßlich.

Wichtige Neuigkeit zu Mumia Abu-Jamal

Bernhard T. 24.01.2008 - 14:02
Heute hat www.labournet.de das Faktenblatt vom Partisan Defense Committee (PDC) zu dem in den USA erschienenen Buch "Murdered by Mumia" in der deutschen Übersetzung des Komitees für soziale Verteidigung (KfsV) ins Internet gestellt. Vgl.  http://www.labournet.de/solidaritaet/mumia/index.html Darin werden die in dem Buch aufgestellten Behauptungen Punkt für Punkt widerlegt.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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