Uranalarm in Gronau
Kaum ist der Rauch der Silvesterknaller verzogen, da ist es mit der Ferienstimmung auch schon vorbei: Auf dem Gelände der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau stehen in Zweierreihe die typischen Russlandwaggons zum Abtransport bereit. Die Anti-Atom-Gruppen im Münsterland rechnen deshalb mit einem baldigen Transporttermin. Außerdem hat die UAA-Betreiberin Urenco für ihre Uranmülltransporte von Gronau und Almelo nach Russland fette neue Transportlizenzen für 2008 erhalten - und: in Kürze soll die erste Stufe des UAA-Ausbaus in Gronau in Betrieb gehen. 2008 wird in Gronau also ziemlich heiß werden!
Die Urenco setzt weiter auf ungehemmten Uranmüllexport nach Russland. Allein in 2008 darf die Urenco von Almelo 9375 t, von Gronau 7500 t abgereichertes Uran zu der Atomanlage Novouralsk bei Ekaterinburg am Ural bringen. Die Anti-Atom-Inis im Münsterland erwarten deshalb für dieses Jahr eine stark ansteigende Anzahl an Uranmülltransporten. Offensichtlich will die Urenco so viel Uranmüll wie möglich loswerden, bevor Russland den Import einstellt. Alles, was aus dem Freilager in Gronau und Almelo verschwindet, muss später nicht für teures Geld in Deutschland und den Niederlanden endgelagert werden. Deshalb erteilen die Bundesregierung und die niederländische Regierung auch so großzügig Ausfuhrgenehmigungen.
Mit dem aktuellen Urantransport ist nicht vor nächstem Mittwoch zu rechnen. Aktuelle Infos finden sich unter www.urantransport.de. Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen ruft zu Protesten gegen den Transport auf.
Unterdessen bereitet die Urenco fieberhaft die Inbetriebnahme der ersten Stufe ihrer sogenannten UAA II vor. Eigentlich sollten schon im Oktober die ersten Kaskaden ins Laufen kommen, doch offensichtlich gibt es Verzögerungen. Lange kann es aber nicht dauern. Dann wird die UAA langsam aber sicher von 1800 t auf 4500 t ausgebaut werden. Dazu errichtet die Urenco in Gronau eine zweite Anlage (die UAA II).
Bekanntlich gehört die transnationale Urenco Ltd. zu je einem Drittel dem britischen und niederländischen Staat sowie zu gleichen Teilen EON und RWE. Seit einem Jahr ist bekannt, dass die britische Regierung ihren Anteil verkaufen will (für 2 Milliarden Euro!). Dazu braucht sie aber die Zustimmung der anderen Anteilseigner (EON-Chef Bernotat hatte auf der EON-Jahreshauptversammlung im Mai 2007 noch behauptet, die britische Regierung könne den Verkauf alleine durchziehen).
Nach aktuellen britischen Medienberichten will die britische Regierung ihre Anteile unbedingt noch 2008 loswerden - im Gespräch sind andere Energierversorger. Mögliche Kandidaten wäre z. B. AREVA, mit denen Urenco ja ein Joint Venture in Pierrelatte betreibt. AREVA hat in Niger zudem eine eigene Uranmine. Theoretisch könnten aber auch EON und RWE ihre Anteile aufstocken. Auf jeden Fall ist der internationale Markt für Urananreicherung ordentlich in Bewegung.
Es gibt deshalb viele Gründe, gegen die Urananreicherung und die Firmen dahinter zu protestieren. Ohne Uranabbau und Urananreicherung könnte kein AKW laufen und keine Atombombe gebaut werden!
Übrigens: Am 6. Januar findet in Gronau um 14 Uhr der traditionelle Sonntagsspaziergang vor der UAA statt ...
Mit dem aktuellen Urantransport ist nicht vor nächstem Mittwoch zu rechnen. Aktuelle Infos finden sich unter www.urantransport.de. Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen ruft zu Protesten gegen den Transport auf.
Unterdessen bereitet die Urenco fieberhaft die Inbetriebnahme der ersten Stufe ihrer sogenannten UAA II vor. Eigentlich sollten schon im Oktober die ersten Kaskaden ins Laufen kommen, doch offensichtlich gibt es Verzögerungen. Lange kann es aber nicht dauern. Dann wird die UAA langsam aber sicher von 1800 t auf 4500 t ausgebaut werden. Dazu errichtet die Urenco in Gronau eine zweite Anlage (die UAA II).
Bekanntlich gehört die transnationale Urenco Ltd. zu je einem Drittel dem britischen und niederländischen Staat sowie zu gleichen Teilen EON und RWE. Seit einem Jahr ist bekannt, dass die britische Regierung ihren Anteil verkaufen will (für 2 Milliarden Euro!). Dazu braucht sie aber die Zustimmung der anderen Anteilseigner (EON-Chef Bernotat hatte auf der EON-Jahreshauptversammlung im Mai 2007 noch behauptet, die britische Regierung könne den Verkauf alleine durchziehen).
Nach aktuellen britischen Medienberichten will die britische Regierung ihre Anteile unbedingt noch 2008 loswerden - im Gespräch sind andere Energierversorger. Mögliche Kandidaten wäre z. B. AREVA, mit denen Urenco ja ein Joint Venture in Pierrelatte betreibt. AREVA hat in Niger zudem eine eigene Uranmine. Theoretisch könnten aber auch EON und RWE ihre Anteile aufstocken. Auf jeden Fall ist der internationale Markt für Urananreicherung ordentlich in Bewegung.
Es gibt deshalb viele Gründe, gegen die Urananreicherung und die Firmen dahinter zu protestieren. Ohne Uranabbau und Urananreicherung könnte kein AKW laufen und keine Atombombe gebaut werden!
Übrigens: Am 6. Januar findet in Gronau um 14 Uhr der traditionelle Sonntagsspaziergang vor der UAA statt ...
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Ergänzungen
Urantransport nächste Woche!
Aktuelle Infos unter www.urantransport.de oder am Sonntag auf dem Sonntagsspaziergang an der UAA.
Fotos 06.01.2008
aktuelle Fotos der Russlandwaggons zum Abtransport des Uranmülls
zu erkennen sind
-10 Waggons in Reihe,
-einer links daneben (steht leicht diagonal) und
-einer hinter dem Zieh-Unimog vor der Halle
-diese 12 Waggons sind auf dem Satellitenfoto gelb dargestellt
-der blaue Bereich auf dem Satellitenfoto ist leider (noch) unklar
-die roten Striche folgen dem Privatgleis
-südlich davon (hier links) verläuft die Regionalbahn Münster-Gronau-Enschede
(waggon-fotos sind zur freien verfuegung freigegeben)
Schrankeninspektion im Münsterland
Im Oktober war in Burgsteinfurt (zwischen Gronau und Münster) an einem Bahnübergang Schranke und Warnlicht ausgefallen. Zunächst wollten Urenco, Bahn, Bundes- und Kreispolizei den Vorfall verheimlichen. Als er rauskam, hieß es natürlich, alles normal, alles easy. Die Bundespolizei habe dem Lokführer einen schriftlichen Befehl erteilt, der habe scharf rechts und links geguckt und dann gings weiter.
Auf weitere Nachfragen hieß es dann von der Bundespolizei: Falsch, doch kein "schriftlicher Befehl", und eigentlich hatten wir eigene Polizisten auf der Lok - bloß, die haben nix gemacht und nur zugeguckt - da war auf einmal der Lokführer alleine Schuld. Der Landkreis erklärte, die Kreispolizei war da, wo die Demonstranten waren, denn nur dort drohe Gefahr ... und die DB antwortete gleich gar nicht.
Wie dem auch sei: Die Schrankeninspektion bietet allen die Gelegenheit, mal rauszukommen, frische Luft zu schnappen und etwas für die Durchblutung zu tun. Und: Die UAA soll bald fett erweitert werden - Grund genug, jetzt auf die Straße zu gehen!
Aktuelle Infos und den vorläufigen Fahrplan findet ihr wie immer auf www.urantransport.de
Danke auch für die tollen Fotos von der UAA!!