Mindestens zwei Nazi-Konzerte 2007 in Berlin

Tina Böhm 22.12.2007 13:08 Themen: Antifa
Entgegen Innensenator Körtings Äußerungen fanden in Berlin mindestens zwei Neonaziskonzerte statt. Betroffen waren die Bezirke Wedding und Treptow.
In der aktuellen Ausgabe der Berliner Tageszeitung „Tagesspiegel“ wird unter der Überschrift „Berlin verhindert Neonazi-Konzerte“ auf eine Antwort von Innensenator Ehrhart Körting auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Abgeordnetenhaus zur Thematik Nazi-Konzerte bezug genommen. Dort heißt es in einem Satz, dass in Berlin „2007 keine rechtsextreme Musikveranstaltung“ stattgefunden habe.
Nach Informationen des Antifaschistischen Bündnis Süd-Ost [ABSO] haben im Jahr 2007 jedoch in Berlin mindestens zwei Konzerte von Neonazis stattgefunden, beide unbemerkt von Polizei und Öffentlichkeit. Tina Böhm, Sprecherin des ABSO dazu: „In beiden Fällen stammen unsere Informationen direkt von Aussagen der Neonazis im Internet.“

So fand laut dem rechtsextremen Forum „Thiazi“ am 3. November 2007 im Bezirk Wedding ein Rechtsrock-Konzert unter anderem mit den bekannten Neonazibands „Burn Down“ (aus Potsdam), „Blitzkrieg“ (aus Chemnitz), „Legion of Thor“ (aus Berlin) und „X.x.X“ bzw. „Deutsch Stolz Treu“ (aus Berlin) statt. Ein Zitat aus dem Forum: „Sehr schöner abend ohne Bullenstress.“ (Fehler im Original) Der genaue Ort der Veranstaltung wird nicht genannt.
(Quelle: http://forum.thiazi.net/showthread.php?t=111755)

Ein zweites Rechtsrockkonzert fand vermutlich im Juni im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick statt. In der Kneipe „Ost-End am Kaisersteg“ in der Hasselwerderstraße 32 spielte mindestens eine rechtsextreme Band an einem bisher unbekannten Datum. So heißt es in dem unpolitischen Internetportal „Jappy.de“ auf der Profil-Seite von dem derzeit inhaftierten Berliner Neonazi Dennis Eister in einer nicht-öffentlichen Gallerie „Das erste konzi seid jahren in schöneweide man wenn das der knape wüsste.“ (Fehler im Original) mit einem Foto der Band. Weitere Bilder zeigen die Gäste und die Kneipe, wodurch deutlich wird wo das Konzert stattfand und welches Klientel anwesend war.
Aus den Kommentaren bzw. den Bildunterschriften ergibt sich nicht, wann das Konzert stattfand. Festgestellt wurden die Bilder jedoch im Juli 2007 und die Kneipe existiert erst seit diesem Jahr. „Es kann also davon ausgegangen werden, das in diesem Jahr das Konzert stattfand“ so Tina Böhm.
(Quelle: http://www.jappy.de/user/DonPromillo/)

(Foto1: http://www.abso.xail.net/foto1.jpg die Band mit dem o.g. Bildunterschrift)
(Foto2: http://www.abso.xail.net/foto2.jpg Anwesend sind bekannte Neonazis, so z.B. Markus Loszczinsky (mit Brille) und Julian Schumann (in weiß))
(Foto3: http://www.abso.xail.net/foto3.jpg Auch hier bekannte Neonazis am besagten Abend. So die Rudower Naziaktivisten Marek Pawlowski (karriertes Hemd), Maurice Menz (Brille) und Robert Hardege (Vordergrund))
(Foto4: http://www.abso.xail.net/foto4.jpg Anwesend sind hier die Nazis Dennis Eister (mit dem bedruckten Shirt), Jenny Koch, Marek Pawlowski und Maurice Menz)
Man beachte die Einrichtung. Darüber lässt sich herleiten das es sich um die Kneipe „Ost-End am Kaisersteg“ handelt.

Tina Böhm erklärt zu den aufgezählten Veranstaltungen: „Die repressive Strategie des Innensenators ist mitnichten so erfolgreich, wie es in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Die beiden Veranstaltungen, die offensichtlich unter höchster Konspirativität durchgeführt wurden, verdeutlichen, das es der rechten Szene Berlins offenbar gelungen ist, sich dem Zugriff des Staates zu entziehen.“ Sie betont, dass nur zivilgesellschaftliches und antifaschistisches Engagement wirkungsvoll gegen Rechtsextremismus ist, während ein starker Staat lediglich dessen Symptome bekämpft, nicht aber die Ursache.

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Ergänzungen

fotos

the_network 22.12.2007 - 13:13
Bei den auf xail.net gehosteten Fotos kommt ein "gesperrt.jpg", weil eine "externe verlinkung" verboten ist! Mensch kann sich die Fotos also nicht anschauen.

externe biler

Medienkollektiv Berlin 22.12.2007 - 13:43
Die Bilder lassen sich nur nicht direkt ansehen aber über den Umweg Rechtsklick "Link-Adresse kopieren" und dann im Fenster einfügen geht es.

Die Bilder

ergänzerIn 22.12.2007 - 13:44
Einfach die Adresse in die Adressleiste des Browsers kopieren, dann kann man sich das ansehen. Weil das auch einwenig umständlich ist, hier mal alle Bilder:

who the fuck is Knape?

Wedekind 22.12.2007 - 18:02
Bei dem Zitat von Dennis Eister im Zitat: "Das erste konzi seid jahren in schöneweide man wenn das der knape wüsste." genannten Knape handelt es sich um Polizeichef Michael Knape. Dieser ist oftmals Einsatzleiter bei Neonazisaufmärschen bzw. bei Auflösungen von Nazikonzerten in Berlin. Deswegen wird er von der rechten Szene Berlins gehasst und auch offen bedroht. Infos dazu: http://www.berlin.de/polizei/bezirk/dir6/ldir.html http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_1901038.html http://www.mdr.de/hier-ab-vier/promiadressen/1834473.html

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in Hamburg ebenfals

Andre L. 22.12.2007 - 15:25
in hamburg findet so etwas alle zwei wochen statt.


sind ja

lol 22.12.2007 - 15:35
gayle kameraden

@ andre

fragen 22.12.2007 - 15:41
-wo denn?
-wer organisierts?
-wann denn?
-was sagt der Nagel dazu?
..oder is das nur für organisierte HamburgerAntifas zugänglich?

sympathie für knape

antifa 4-ever 22.12.2007 - 21:12
trotz der tatsache, dass er ein bulle ist empfinde ich sympathie für knape

er wird von den nazis bzw. neonazis bedroht und kämpft jedoch trotzdem weiter gegen die aufmärsche

das ist nicht vorauszusetzen, denn bei uns im ort ist auch eine große nazi-szene und es sagt von den anders-denkenden jugendlichen nicht wirklich wer gegen die
ich jedoch werde wahrscheinlich ne autonome antifaschistische aktion mit ein paar freunden machen

komm allerdings aus österreich

Nasen in Berlin

Gwendolin 23.12.2007 - 00:36
Naja, in Berlin gehen die Uhren anders. Bei uns in der Nachbarschaft haben sich jetzt auch Nazis breit gemacht. Und keiner unternimmt was. Alle haben Angst was zu sagen oder zu unternehmen. Die Bullen gucken einfach weg.

Auseinandersetzung unter Jugendlichen

Bericht 23.12.2007 - 14:51
Eingabe: 23.12.2007 - 14:00 Uhr
Auseinandersetzung unter Jugendlichen – Staatsschutz ermittelt
Friedrichshain-Kreuzberg
# 3755

Bei einer Auseinandersetzung zwischen den Mitgliedern zweier Jugendgruppen sind am vergangenen Freitag in Friedrichshain insgesamt sechs Personen leicht verletzt worden.

Den bisherigen Erkenntnissen zufolge waren die Jugendlichen kurz vor Mitternacht auf einem Bahnsteig des S- Bahnhofs Ostkreuz in einen Streit geraten, in dessen Verlauf die Beteiligten im Alter zwischen 15 und 21 Jahren aufeinander einschlugen und sich traten.
Außerdem wurde ein 19-Jähriger von einer Flasche getroffen und erlitt dabei eine Kopfplatzwunde. Er kam ins Krankenhaus.

Leichte Verletzungen durch Glassplitter trugen auch zwei Sicherheitsmitarbeiter der S- Bahn davon, die ebenfalls in die Klinik mussten.

Wie es zu dem Vorfall kam, ist derzeit noch unklar. Da ein politischer Hintergrund nicht auszuschließen ist, hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Berliner Landeskriminalamt die weiteren Ermittlungen übernommen.

Dresden: Rechte Schläger verletzen Sudanesen

http://www.netzeitung.de 23.12.2007 - 14:56
Bei zwei Übergriffen mit rechtsextremem Hintergrund in Dresden und in Halberstadt sind am Wochenende insgesamt vier Menschen verletzt worden. In Halberstadt konnten drei Verdächtige geschnappt werden.

Bei einem fremdenfeindlichen Angriff in Dresden sind am Samstag zwei Sudanesen und ein Dresdener verletzt worden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntag mitteilten, wurden die Männer gegen 03.15 Uhr von zehn bis 15 Unbekannten vor einer Diskothek geschlagen und getreten, wobei die beiden 21-jährigen gebürtigen Sudanesen wegen ihres Aussehens beschimpft wurden.

Ein 20-jähriger Dresdener, der den beiden Männern zu Hilfe eilen wollte, wurde ebenfalls angegriffen. Die unbekannten Täter gehörten laut Ermittlern zu einer Gruppe von 75 bis 100 Personen, die bereits einige Zeit zuvor in die Disko gekommen waren. Nach ersten Ermittlungen soll es sich um Fußballhooligans handeln.

Bereits in der Disko wurden die beiden Sudanesen von zwei der späteren Angreifer provoziert und attackiert. Das Sicherheitspersonal der Disko habe eine weitere Auseinandersetzung zunächst verhindert und die beiden Sudanesen nach draußen geleitet. Die Schläger und weitere Personen seien diesen aber gefolgt und hätten sie vor der Disko angegriffen.

Unterdessen hat die Polizei in Halberstadt zwei als Neonazis bekannte Männer und eine Frau festgenommen, die am Freitag eine 19-jährige in einem Park der Stadt zusammengeschlagen und schwer verletzt hatten. Die Tatverdächtigen hatten die 19-Jährige zunächst als «Zecke» beschimpft. Die beiden Männer im Alter von 24 und 27 Jahren hielten laut Polizei ihr Opfer fest, während sie die 21-jährige Frau mehrfach ins Gesicht schlug.

Die 19-Jährige wurde zudem getreten und sexuell belästigt, wie die Beamten mitteilten. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei konnte die Verdächtigen nach eigenen Angaben wenig später festnehmen. Dabei zeigte die 21-Jährige den Hitlergruß. Alle drei Verdächtigen waren betrunken. Gegen sie wurde Haftbefehl erlassen.