Rassistischer Überfall in Mannheim

rassismus ist keine meinung 15.12.2007 23:11 Themen: Antirassismus
Rassistischer Überfall auf einen Mannheimer mit dunkler Hautfarbe.
Nach bisherigen Informationen wurde gestern abend kurz nach 23 Uhr in der Mittelstraße im Mannheimer stadtteil Neckarstadt ein Mannheimer mit dunkler Hautfarbe von drei Männern erst rassistisch diskriminiert, sinngemäß "du Schwarzer, was willst du hier in unserem Deutschland, hau ab", dann u.a mit Flaschen im Gesicht und am Rücken verletzt.

Mehrere "Zuschauer" kamen ihm nicht gleich zu Hilfe. Als dann doch einige Mannheimer türkischer Herkunft entschlossen eingriffen, suchten die Täter das Weite.

Eine Polizeistreife, die dann in ihrem Fahrzeug langsam vorbei fuhren und den Verletzen gerade blutend sahen, fuhren weiter ohne anzuhalten.

Ob sie dies aus rassistischen Gründen taten, oder ob sie die Verfolgung der Täter aufnahm, sie festnahmen oder später die umstehenden Zeugen befragt haben und eine Anklage gegen Unbekannt erstellen und weiter gegen die Täter ermitteln, ist bisher nicht bekannt.

Das Bündnis gegen Abschiebungen Mannheim und die Linke Mannheim sind aktiv geworden, um die vorsätzliche Diskriminierung und Körperverletzung aus rassistischen Motiven in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und auch so Druck zu machen die konsequente Verfolgung und Bestrafung der Täter voranzubringen oder den rassistischen Übergriff als "Privat-Schlägerei" zu verharmlosen.

Auch wurde sofort die Forderung wiederholt, daß die Stadt die Pflicht hat, die Strukturen in der Stadt zu stärken die seit Jahren rassistischem und rechtem Terror entgegenwirken, so wäre z.B. auch ein Beratungs- und Antidiskriminierungsbüro, um den Opfern schneller und wirksamer zu helfen, notwendig.

Weitere Informationen an die in der Stadt bekannten antirassistischen Parteien und Organisationen, Zeugen Aussagen und Ergänzungen erwünscht.
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Ergänzungen

keine verharmlosung

rassismus ist keine meinung 16.12.2007 - 21:41
schreibfehler korrektur

nicht oder

sondern statt den rassistischen angriff als "privat-schlägerei", wie so oft, zu verharmlosen

lokale Presse untätig

rassismus ist keine meinung 18.12.2007 - 10:50
trotz mehrerer Mitteilungen an die lokale bürgerliche Presse, Mannheimer Morgen und swr Lokalredaktion, verschweigt diese bisher den rassistischen Überfall

Es stört wohl die Friede-Freude-Kommerz-Stimmung der selbsternannten Leitkultur
wie die Nachrichten über die verbrecherische illegale Verwicklung im Krieg in Afghanistan

die rechten Schläger griffen nicht nur mit einer Flasche sondern auch mit einer Eisenstange an und traten mit ihren Stiefeln auch noch auf ihr Opfer am Boden liegend ein

der aufnehmende Polizeibeamte der Polizeiwache Neckarstadt schien mehr über den Imageverlust von Mannheim oder Deutschlands besorgt als über die Verletzungen des Opfers

Erst nach mehrmaligem Insistieren nahm er den gesamten Verlauf des Überfalls auf und auch das ungeklärte Verhalten der weiterfahrenden Polizeistreife

Es könnte eine weitere Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung in Erwägung gezogen werden

Bullenmeldung

Polizia 21.12.2007 - 17:46
21.12.2007 | 10:40 Uhr
POL-MA: Pressemeldung vom 21.12.2007 - 2 -

Mannheim (ots) - Zeugen nach Körperverletzung gegen Farbigen gesucht

Wie dem Polizeipräsidium erst nachträglich vom Geschädigten gemeldet wurde, kam es bereits am 14.12.2007, gegen 23.00 Uhr, auf dem Neumarkt in Mannheim-Neckarstadt zu einer Körperverletzung gegen einen Farbigen.

Der 28-jährige wurde an der Örtlichkeit zunächst von einem Unbekannten beschimpft und aufgefordert Deutschland zu verlassen. Danach versuchte dieser dem Farbigen eine Bierflasche auf den Kopf zu schlagen. Der Geschädigte konnte den Schlag mit der Flasche glücklicherweise abwehren. Danach kam es dann zu einem Gerangel zwischen den beiden Personen. Nun kamen allerdings noch zwei weitere Männer hinzu, die den 28-Jährigen mit einer Stange auf den Rücken schlugen. Hierdurch erlitt der Geschädigte Prellungen an der Wirbelsäule und im Gesicht. In dieser Situation kamen dem Farbigen unbekannte 4 Männer, vermutlich türkischer Nationalität, zur Hilfe, worauf die 3 Tatverdächtigen flüchteten.

Der Haupttäter wird wie folgt beschrieben: Ca.20 - 25 Jahre alt, ca. 180 cm groß, hat kurze, blonde Haare und trug schwarze Kleidung und Springerstiefel. Das T-Shirt hatte die Aufschrift "White Power". Von den beiden hinzugekommenen Mittätern liegt keine Beschreibung vor.

Die Ermittlungen wurden sofort vom Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizei übernommen.

Zeugen, insbesondere auch die 4 Männer, die dem Opfer zur Hilfe kamen, werden dringend gebeten sich mit der Kriminalpolizei unter der Rufnummer 0621/174-0 in Verbindung zu setzen.

Für Rückfragen bin ich zwischen 11.00 und 14.00 Uhr nur unter der
Handy-Nr.:
0170 / 29 22 172
zu erreichen.

Martin Boll


ots Originaltext: Polizei Mannheim
Digitale Pressemappe:
 http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=14915

Rückfragen bitte an:

Polizei Mannheim

Telefon: 0621/17420-10/-11
Fax: 0621/17420-12

viele Möglichkeiten gegen rechten terror

Rassismus ist keine Meinung 22.12.2007 - 22:27
Rassistischer Überfall auf einen Mannheimer mit dunkler Hautfarbe

Nach bisherigen Informationen wurde am Freitag, den 14.12, abends kurz nach 23 Uhr in der Nähe des Kiosks am Neumarkt in der Mittelstraße im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt ein Mannheimer mit dunkler Hautfarbe von drei Männern erst mehrmals rassistisch diskriminiert, sinngemäß "du Schwarzer, was willst du hier in unserem Deutschland, hau ab", dann mit einer Flasche und darauf gleichzeitig von allen drei Angreifern mit einer Eisenstange und am Boden liegend mit Stiefeln im Gesicht und am Rücken verletzt. Ob schwere Verletzungen innerer Organe vorliegen werden derzeitige Untersuchungen zeigen.

Mehrere "Zuschauer" kamen ihm nicht gleich zu Hilfe. Als dann doch einige junge Mannheimer türkischer Herkunft entschlossen eingriffen, suchten die Täter das Weite. Eine Polizeistreife, die dann in ihrem Fahrzeug langsam vorbei fuhren, fuhren weiter ohne anzuhalten. Ob sie dies aus rassistischen Gründen taten, oder ob sie die Verfolgung der Täter aufnahmen, sie festnahmen oder später die umstehenden Zeugen befragt haben, ist bisher nicht bekannt.
Der Polizeibeamte der Polizeiwache Neckarstadt, der die Anzeige des Opfers zu Protokoll nahm, schien mehr über den Imageverlust von Mannheim oder Deutschlands besorgt als über die Verletzungen des Opfers. Erst nach mehrmaliger Aufforderung nahm er den gesamten
Verlauf des Überfalls auf und auch das ungeklärte Verhalten der weiterfahrenden
Polizeistreife. Mit den Ermittlungen der Täter scheint es die Polizei nicht eilig zu
haben, dem Überfallenen wurden bisher nicht einmal zur Wiedererkennung der Täter Fotos stadtbekannter rechter Schläger und Hetzer vorgelegt.
Es wird eine weitere Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung in Erwägung gezogen.

Das Bündnis gegen Abschiebungen Mannheim und die Linke Mannheim sind aktiv geworden, um die vorsätzliche Diskriminierung und Körperverletzung aus rassistischen Motiven in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und auch so Druck zu machen die konsequente Verfolgung
und Bestrafung der Täter voranzubringen statt den rassistischen Übergriff wie so oft als "Privatschlägerei Betrunkener" zu verharmlosen oder erst gar nicht der Öffentlichkeit
bekannt zu machen.
Trotz mehrerer Mitteilungen an die lokale Presse, Mannheimer Morgen und swr Lokalredaktion, verschweigt diese bisher den rassistischen Überfall. Man stelle sich mal vor ein "Promi" aus Politik oder Wirtschaft wäre von so einem Übergriff betroffen. Wie unterschiedlich wohl die Reaktionen und Handlungen der Polizei, der Parteien, der Stadtverwaltung und die
Berichte der Mainstream-Medien wären?

Vom Bündnis gegen Abschiebungen und der Linke Mannheim wurde sofort die Forderung wiederholt, dass die Stadt die Pflicht hat, die Strukturen in der Stadt zu stärken, die seit Jahren rassistischem und rechtem Terror entgegenwirken, so wäre z.B. auch ein Beratungs- und Antidiskriminierungsbüro wie in anderen Städten notwendig, um den Opfern schneller und wirksamer zu helfen.

Die Stadträtin der Linken Liste Mannheim Gudrun Kuch wird im Stadtrat einen Antrag einbringen, der zum Ziel hat, dass die Verwaltung regelmäßig den Gemeinderat und die Öffentlichkeit informiert über rechte, antisemitische und rassistische Gewaltverbrechen
und Propaganda-Delikte wie Antisemitismus, Aufstachelung zum Rassenhass, Störung der Völkerfreundschaft durch Kriegsverherrlichung oder Ehrung von Nazi-Kriegsverbrechern.
Weitere Informationen an die in der Stadt bekannten antirassistischen Parteien und Organisationen, Augen-Zeugen-Aussagen und Ergänzungen sind erwünscht.rg


 http://85.183.64.11/archiv/Lokal/BaWue/KIM/2007/kim26.pdf

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Überfall auf Afrikaner geklärt ? — http://www.morgenweb.de/

Vorsicht vor Verwirrung — Ergaenzer

Immer der gleiche Grund — APA - Antifaschistische Provinz Aktion