Thor Steinar Aktionstag in Dresden
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde vier Stunden lang mit einem Infotisch und Redebeiträgen auf die Problematik mit "Thor Steinar" hingewiesen. Gegen die Kälte wurde heißer Tee ausgegeben und der Belustigung dienten die Spiele. Beim Naziladen-Memory mussten Paare von Städtenamen und den dort befindlichen Naziläden gefunden werden. Eine Anziehpuppe mit "Thor Steinar" Unterwäsche konnte nazigerecht oder auch nicht ausgestattet werden. Für rege Beteiligung sorgte vor allem der Sprüche-Contest. Hier wurden neue Demosprüche zum Thema getextet. Gewonnen hat mit 109 dB lautem Jubel der Spruch "Scheiß auf die Thor Steinar Bande - Punkrock ist der Herr im Lande". Mit 108 dB lautem Jubel folgte "Thor Steinar Scherben - Naziläden müssen sterben".
Während dessen versammelten sich etwa zehn Nazis am Laden, gingen dort ein- und aus oder verschwanden zeitweise ganz im Laden. Beobachtet wurde dabei auch Nicole Schwackhausen aus Dresden, die in Rosa und komplett vermummt Fotos von der Kundgebung machte, bis sie enttarnt wurde. Weitere Nazis wurden ebenso erkannt und benannt. Einige waren anscheinend aus Pirna angereist.
Später dann erschienen einige Naziautos am Kulturpalast und dort sammelten sich in kurzer Zeit etwa 25 "Thor Steinar"-tragende Nazihools. Innerhalb von etwa einer halben Stunde wurden im Umfeld der Kundgebung drei mal Antifas von ihnen angegriffen, konnten aber entkommen. Jedesmal wurden die Vorfälle bekannt gegeben und die Polizei informiert. Diese zog es jedoch vor, sich um die in den Auflagen bestimmten 60 dB zu kümmern, die der Lauti an der Hauswand maximal erzeugen durfte.
So kam es, dass sich die TeilnehmerInnen nach den Angriffen der Nazis um ihren Nachhauseweg sorgten. Deshalb wurde beschlossen erstmal gemeinsam in die Neustadt zu demonstrieren. Die Polizei jedoch war der Meinung, es könne sich um keine spontane Demonstration handeln, da vorbereitete Transparente dabei seien. Der Spontan-Anmelder wurde schlicht damit abgewiesen. Nachdem dies anscheinend nicht bei allen angekommen war, versuchte sich eine Demo auf der Straße zu formieren, was von der Polizei durch rüpeliges Benehmen unterbunden werden sollte. Die jungen Burschen vom Team Grün zeigten ihren ganzen Charme, Fausthiebe in den Magen von Demonstrantinnen inklusive. Nach dem die Demo eine Zeitlang auf dem Bürgersteig blieb, wurde die nächste größere Kreuzung für eine Blockade mit anschließenden Verhandlungen über die Anmeldung einer spontanten Demonstration genutzt. Die mittlerweile in Dutzenden anwesenden PolizistInnen versuchten noch immer die Antifas von der Straße zu schubsen. Dies gelang jedoch nicht und aus der Pattsituation wurde die Zusage, nach der Carolabrücke, vor der die Demo stand, die Straße nutzen zu können. So war es dann auch, und die Demo gelangte gut gelaunt und voller Dynamik in die Neustadt. Die neu gedichteten Sprüche wurden ausgiebig genutzt: "Steinarträger dumm wie Brot - heute Nazis, morgen tot!". (with credits to the scampis) oder "Ohne Tonsberg - wärt ihr alle nackt". Nun war natürlich allen klar, dass sich in der Neustadt ebenso ein Laden befindet, der noch immer, nach allen Hinweisen "Thor Steinar" verkauft: Dr. Ragman auf der Rothenburger Straße. Von der Bautzner Straße bog die Demo in diese Straße ein und sammelte sich kurz. Die Polizei, die bisher immer noch an den Transparenten gedrängelt hatte wurde zurückhaltender. Die Demo sang und hüpfte noch und zählte schließlich von Zehn immer schneller herunter. Die Polizei zog sich aus unerfindlichen Gründen zurück und die Demo rannte "Alerta Antifascista" rufend die Straße entlang. Vor dem Dr. Ragman angekommen leichte Enttäuschung, weil der Laden zu hatte, und durch vorherige Angriffe mit Rolläden versehen war. Nach ausgiebigem Aufenthalt mit der Parole "Schöner Leben ohne Naziläden" und Böllergeknalle, ging die Demo alsbald zuende.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Bilder von der Spontandemo
70dB
Stattdessen waren sie mehrmals ganz eifrig am Lautstärke messen, die 70dB an der Hausfront nicht überschreiten durften. Diese Auflage war in so fern lächerlich, als an der belebten Durchfahrtsstraße, an der die Kundgebung stattfand, auch ohne Dieselaggregat, Redebeiträge oder Musik schon über 60dB gemessen wurden...
Ansonsten aber eine schöne, sehr öffentlichkeitswirksame Kundegbung (fast 2000 Flyer verteilt...), bei der auch nach Stunden noch keine Langeweile aufkam. Dass die unterkühlten TeilnehmerInnen am Schluss noch eine knackige, laute Demo Richtung Neustadt machen konnten hat dem Ganzen noche einen würdigen Abschluss verpasst.
Da lass ich mir doch von pöbelnden Polizisten die Stimmung nicht vermiesen ;)
btw: Auch ein schöner Spruch vom Sprüche-Contest war "Thor - Thor Steinar - ThorSteinarScherben"
Videomitschnitt
gelungener Tag
Es gibt noch viel zu tun bis der Laden in Dresden weg ist. Nicht zuletzt rückt der bundesweite Naziaufmarsch mit vermutlich mehreren Tausend Nazis am 16.02. wieder näher. Da wäre es notwendig, dass tatsächlich bundesweit mobilisiert wird. Da muss aber im Vorfeld mehr passieren, als eine plötzliche Ansage an die Aussenwelt, dass heute ein bundesweiter Aktionstag ist.
nochwas
Auch in Leipzig
Solidarische Grüße nach Dresden!
stuff
Linke demonstrieren gegen „Nazi-Laden“
Eine Kampagne will den Verkauf von Kleidung der rechten Szene im Zentrum unterbinden.
Gut 200 Anhänger antifaschistischer Gruppen haben am Sonnabend mitten im Einkaufstrubel auf der Wilsdruffer Straße gegen ein Geschäft demonstriert, das Modekleidung der Neonazi-Szene verkauft. Die Aktion stand unter dem Motto „Ladenschluss jetzt – Tønsberg dichtmachen!“. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem der Stadtvorsitzende der Partei Die Linke, Hans-Jürgen Muskulus, und der Grünen-Stadtrat Jens Hoffsommer.
Die Aktion richtete sich gegen den Laden Tønsberg in der Wilsdruffer Straße 27, weil er vorwiegend Kleidung der Marke „Thor Steinar“ führt. Sie gilt unter Neonazis seit einiger Zeit als Erkennungszeichen der Zugehörigkeit zur rechten Szene.
Bei der Kundgebung wurden per Lautsprecher Informationen über den Laden, die Marke und die Neonazi-Szene verkündet und Musik gespielt. Man wolle eine Normalisierung der Marke und damit der Szene verhindern, wurde betont.
Es wurden auch Sprüche verkündet wie: „Wer diese Marke trägt mit Stolz, dessen Kopf ist aus Holz“ oder: „Lieber Fruchtzwerge als Tønsberge!“ Autofahrer wurden mit Plakaten zum „Hupen gegen rechts“ aufgefordert, wobei eine ganze Reihe mitmachte. Nach drei Stunden zogen sich die Demonstranten in die Neustadt zurück.
Für ihre Kundgebung waren sie weitgehend auf die gegenüberliegende Straßenseite vor dem Quartier M verbannt worden. Das Ordnungsamt hatte verfügt, dass höchstens fünf von ihnen direkt vor dem Laden Flugblätter verteilen durften. Dies geschah nach Auskunft von Anmelderin Kristin Hofmann vom Stadtvorstand Die Linke kurzfristig entgegen früheren Absprachen zum Ablauf der Aktion.
Die Aktion verlief bei eisiger Kälte weitgehend friedlich. Zum Startzeitpunkt traten etwa 15 Anhänger der Rechten aus dem Laden, blieben kurz wie ein Schutzschild davor stehen und verteilten sich anschließend in der Nähe. Die Polizei sicherte das Geschehen mit demonstrativ aufgestellten Fahrzeugen, ohne viel Truppen zu zeigen.
Demonstranten beschwerten sich, dass sie außerhalb des unmittelbaren Schauplatzes von Rechten angerempelt worden seien. Die Polizei habe dies aber trotz Information ignoriert. Die Inhaber des Ladens wollten sich nach Auskunft einer Verkäuferin nicht zu dem Geschehen äußern.
www.ladenschluss-jetzt.org
Mehrere Kundgebungen gegen Neonazi-Szeneläden
Leipzig - Mehrere hundert Menschen haben am Samstag gegen drei Neonazi-Szeneläden in Sachsen protestiert. In Leipzig, Dresden und Freiberg hielten nach Polizeiangaben vor allem Anhänger der linken Szene eine ganztägige Kundgebung ab, um so Passanten auf die umstrittene Bekleidungskette Tonsberg aufmerksam zu machen. Die Kette verkauft eine bei Rechtsextremen beliebte Bekleidungsmarke.
In Dresden sei die Stimmung selbst nach Ladenschluss noch angespannt gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Rund 150 Linksextreme hielten sich vor dem Geschäft auf. Von der rechten Szene waren 15 Menschen gekommen. Vor der Filiale in Freiberg versammelten sich 25 Linke. In Leipzig hielten sich 20 bis 40 Menschen vor dem Geschäft auf. Über den Tag verteilt hätten mehrere hundert Menschen Halt bei der Kundgebung gemacht, sagte ein Polizeisprecher.
Einer der Organisatoren, der Unterschriften für die Schließung des Ladens sammelte, wurde von einem Passanten durch einen Faustschlag ins Gesicht verletzt. Der Leichtverletzte erstattete Anzeige.
Die Polizei sicherte die Kundgebungen ab, um einen Zusammenprall zwischen Rechten und Linken vorzubeugen. In der Nacht zu Sonntag wurden keine Zwischenfälle bekannt. (dpa)
Radiobeitrag zum Anhören
Das soll heute auf coloRadio zwischen 19:00 und 20:00 Uhr gesendet werden, auf 98,4 und 99,3 MHz.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Schlimmer als die Pubertät — Steffen Kühne
@stafan kühne — stefan brühe
Niveau? — wer weiss?!
@wer weiß? — dd-autonom
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.... — ....
Ich reich ein nach — Bauarbeiter
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dcresdener dürfen brennen.... — seamus
vermummung — uga uga uga