Solidarität - Streik bei Ford in Russland
In Vsevolozhsk bei St. Petersburg in Russland streiken die ArbeiterInnen bei Ford schon die vierte Woche für angemessene Lohnerhöhung. Die Betriebsleitung stellt auf stur. Der Streik hat Symbolcharakter für die sich neu formierende ArbeiterInnenbewegung im Land bekommen.
Russland: Gewerkschaft knöpft sich Ford vor
Seit 20 November sind die ArbeiterInnen der Ford-Fabrik in Vsevolozhsk (Region St. Petersburg) im unbefristeten Ausstand. 1 500 der 2 100 Kollegen legten die Arbeit nieder und brachten so die Montage des Ford Focus zu erliegen.
Die Gewerkschaft fordert zum 1 März 2008 eine 30% Lohnerhöhung, um einen Lohn zu erhalten, der halbwegs das soziale Minimum garantiert.
Die Werksleitung machte anfangs die Wiederaufnahme der Arbeit zur Beding für die Aufnahme von Verhandelungen. Inzwischen haben trotz fortgesetztem Streik mehrere Verhandlungsrunden stattgefunden, jedoch ohne Ergebnis. Gerade mal die Inflationsrate von offiziell 11% will die Betriebsleitung ausgleichen. Angesichts dessen, dass die in Vsevolozhsk montierten Ford Focus das erfolgreichste Modell eines ausländischen Herstellers in Russland sind und dementsprechende Gewinne anfallen, während die unterste Lohngruppe mit ca. 500 Euro im Monat abgespeist wird, ein Hohn.
Ford versucht die Gewerkschaft auszuhungern und gleichzeitig die ArbeiterInnen zum Streikbruch zu bewegen. Die Gewerkschaft ist zu einer flexiblen Taktik übergegangen, die erlaubt, die finanziellen Verluste für die ArbeiterInnen geringer zu halten.
Der letzte Streik bei Vsevolozhsk wurde nach 19 Stunden durch einen Gerichtsbeschluss gestoppt - wie fast alle Streiks in Russland, wo bürokratische Hürden einen legalen Streik fast unmöglich machen. Im Februar erstritt die Belegschaft mit einem eintägigen Streik die Anerkennung ihrer Gewerkschaft. Weil sie nicht viel mehr als das erreicht haben sind die ArbeiterInnen diesmal entschlossen bis zum Schluss durchzuhalten.
Ford ist kein Einzelfall. In vielen Betrieben in Russland verweigern die Fabrikleitungen kollektive Lohnverhandelungen und tun so, als ob das Recht darauf nicht in der nationalen Gesetzgebung geregelt sei. Mit ihrem Streik sind die FordarbeiterInnen die Speerspitze der Bewegung für echte Tarifverhandelungen. Vieles hängt davon ab, ob sie in der Lage sein werden, einen Tag länger durchzuhalten - einen Tag länger als die Ford-Bosse.
Bitte helft mit, die Sturheit der Manager zu durchbrechen und, neben einem anständigen Tarifvertrag für die Fordarbeiter, ein Grundrecht für alle russischen ArbeiterInnen zu erstreiten.
Die Gewerkschaft bei Ford braucht Eure Hilfe - sowohl symbolisch, als auch finanziell. Streiken ist teuer, auch wenn das Streikgeld gerade mal 14 Euro am Tag beträgt. Das internationale Gewerkschafts-Solidaritätsnetzwerk Labourstart ruft zu Protestbriefen an Ford und zu Spenden auf, die von der Labourstart-Seite aus elektronisch nach Russland geschickt werden können
Spenden:
http://www.labourstart.org/en/ -> Kasten rechts
Protestbriefe:
http://www.ford-profsoyuz.ru/solidarnost.php (russisch)
http://www.labourstart.org/cgi-bin/solidarityforever/show_campaign.cgi?c=315 (english)
http://www.labourstart.org/cgi-bin/solidarityforever/show_campaign.cgi?c=322 (deutsch)
Seit 20 November sind die ArbeiterInnen der Ford-Fabrik in Vsevolozhsk (Region St. Petersburg) im unbefristeten Ausstand. 1 500 der 2 100 Kollegen legten die Arbeit nieder und brachten so die Montage des Ford Focus zu erliegen.
Die Gewerkschaft fordert zum 1 März 2008 eine 30% Lohnerhöhung, um einen Lohn zu erhalten, der halbwegs das soziale Minimum garantiert.
Die Werksleitung machte anfangs die Wiederaufnahme der Arbeit zur Beding für die Aufnahme von Verhandelungen. Inzwischen haben trotz fortgesetztem Streik mehrere Verhandlungsrunden stattgefunden, jedoch ohne Ergebnis. Gerade mal die Inflationsrate von offiziell 11% will die Betriebsleitung ausgleichen. Angesichts dessen, dass die in Vsevolozhsk montierten Ford Focus das erfolgreichste Modell eines ausländischen Herstellers in Russland sind und dementsprechende Gewinne anfallen, während die unterste Lohngruppe mit ca. 500 Euro im Monat abgespeist wird, ein Hohn.
Ford versucht die Gewerkschaft auszuhungern und gleichzeitig die ArbeiterInnen zum Streikbruch zu bewegen. Die Gewerkschaft ist zu einer flexiblen Taktik übergegangen, die erlaubt, die finanziellen Verluste für die ArbeiterInnen geringer zu halten.
Der letzte Streik bei Vsevolozhsk wurde nach 19 Stunden durch einen Gerichtsbeschluss gestoppt - wie fast alle Streiks in Russland, wo bürokratische Hürden einen legalen Streik fast unmöglich machen. Im Februar erstritt die Belegschaft mit einem eintägigen Streik die Anerkennung ihrer Gewerkschaft. Weil sie nicht viel mehr als das erreicht haben sind die ArbeiterInnen diesmal entschlossen bis zum Schluss durchzuhalten.
Ford ist kein Einzelfall. In vielen Betrieben in Russland verweigern die Fabrikleitungen kollektive Lohnverhandelungen und tun so, als ob das Recht darauf nicht in der nationalen Gesetzgebung geregelt sei. Mit ihrem Streik sind die FordarbeiterInnen die Speerspitze der Bewegung für echte Tarifverhandelungen. Vieles hängt davon ab, ob sie in der Lage sein werden, einen Tag länger durchzuhalten - einen Tag länger als die Ford-Bosse.
Bitte helft mit, die Sturheit der Manager zu durchbrechen und, neben einem anständigen Tarifvertrag für die Fordarbeiter, ein Grundrecht für alle russischen ArbeiterInnen zu erstreiten.
Die Gewerkschaft bei Ford braucht Eure Hilfe - sowohl symbolisch, als auch finanziell. Streiken ist teuer, auch wenn das Streikgeld gerade mal 14 Euro am Tag beträgt. Das internationale Gewerkschafts-Solidaritätsnetzwerk Labourstart ruft zu Protestbriefen an Ford und zu Spenden auf, die von der Labourstart-Seite aus elektronisch nach Russland geschickt werden können
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Ergänzungen
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Solidaritätserklärung der Montagsdemo Chemnit
An die streikenden Fordarbeit in Vsevolozhsk bei St. Petersburg/Russland
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Mit Interesse verfolgen wir euren Streik hier in Chemnitz.
Für uns ist es wichtig, dass in allen Ländern die Belegschaften um höhere Löhne kämpfen. Das verhindert, dass wir gegeneinander ausgespielt werden und wie zur Zeit in Deutschland, die Löhne immer mehr auf ein Niedriglohnniveau gedrückt werden sollen.
Deshalb ist euer Kampf auch unser Kampf.
Haltet durch gegen die Drohungen und Einschüchterungsversuche mit Polizeieinheiten und Streikbrechern. Das ist die Sprache der Herrschenden, wenn sie nicht mehr weiter wissen und Zeichen ihrer Schwäche.
Als kleinen Beitrag überweisen wir 20,- Euro auf euer Spendenkonto.
Es ist gesammelt auf der Montagsdemo in Chemnitz, wo viele Arbeitslose und Hartz IV Empfänger teilnehmen, die mit 347 Euro im Monat auskommen müssen und das angesichts von 19% Mehrwertsteuersteigerung in diesem Jahr.
Wir werden euren weiteren Kampf auf der Montagsdemo breit bekannt machen
Solidarische und herzliche Grüße
Montagsdemo Chemnitz
i.A. Dagmar Kolkmann-Lutz
Streikende Ford-Arbeiter in Russland ausgesperrt und von Polizei bedroht