Asse: Atommüllager an der Kante?

Kai-Bernd Garesée 26.11.2007 11:56 Themen: Atom
Die Betreiber des Atommüllagers Asse bei Braunschweig geben den kritischen Zustand des ehemaligen Salzbergwerkes zu. Bericht von einer Veranstaltung am 21.11. in Schöppenstedt.
125.000 Fässer Atommüll sind in den 60er und 70er Jahren in den Schacht Asse II bei Wolfenbüttel gekippt worden, angeblich leicht- und mittelradioaktiver Abfall, aber auch mit einer guten Portion Plutonium dabei. Seit 30 Jahren warnen KritikerInnen vor der Gefahr des Absaufens des Schachtes, auch die Nachbarschächte Asse I und III sind schon voll Wasser gelaufen. Lange Zeit wurde das von offizieller Seite bestritten. Wie sieht es heute aus?

Schnier, Bundesanstalt für Geowissenschaften gibt zu:
- in den "aufgefahrenen Strecken" (ausgehöhlte Salzkammern) gibt es Risse
- Stützen sind geschädigt
- Spanungen aus dem Deckgebirge haben Verformungen ausgelöst

Minkley, Institut für Gebirgsmechanik, Leipzig:
- ab 2014 droht eine "Erhöhung der Verschieberate",

Das bedeutet: es verschiebt sich jetzt schon, und zwar (wie am Rand zu erfahren war) besonders bei den Sohlen (Stockwerken), in denen der mittelaktive Abfall mit Plutonium eingelagert ist.
Jetzt schon treten täglich 12.000 Liter Wasser ein - das kann und dürfte sich bei Verschiebungen erhöhen.

Noch ist Zeit, den Müll wieder herauszuholen. Die Gefahr ist jedoch auch, dass Zeitdruck bewusst geschürt wird, um eine unwiederrufliche Flutung des Schachtes mit einem "Schutzfluid" gegenüber einer teuren Rückholung des Atommülls durchzusetzen.

Ob es den Asse-KritikerInnen und den zuständigen lokalen Samtgemeindebürgermeisterinnen Bollmeier und Naumann gelingt, einen transparenten Optionsvergleich durchzusetzen?

Statement des Bergwerksleiters der Asse: "Heute wäre klar, dass man in ein derartiges Bergwerk keinen Atommüll mehr einlagern darf." Damit sollte das Projekt "Einlagerung in Gorleben" gestorben sein.

Warum hat eigentlich der Widerstand gegen das Atommüllager Asse nie auch nur eine ähnliche Resonanz gefunden wie der Widerstand gegen Gorleben?

Es gibt kein sicheres Endlager!
Für die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen weltweit!
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Ergänzungen

jW-Artikel "Im Salz tickt eine Bombe"

haisuli 26.11.2007 - 14:33

zwei anmerkungen

. 26.11.2007 - 19:46
> Statement des Bergwerksleiters der Asse: "Heute wäre klar, dass man in ein derartiges Bergwerk keinen Atommüll mehr einlagern darf." Damit sollte das Projekt "Einlagerung in Gorleben" gestorben sein.

wieso? gorleben ist ein neues salzbergwerk, asse ein altes. die geologie ist natürlich auch anders.

> Warum hat eigentlich der Widerstand gegen das Atommüllager Asse nie auch nur eine ähnliche Resonanz gefunden wie der Widerstand gegen Gorleben?

weil, wie du selbst schreibst, der müll da schon in den 60ern und 70ern gelandet ist und es zu der zeit noch keine hinreichende anti-atombewegung gab. später haben sich die lokalen aktivisten um das noch geplante endlager konrad und das auch nach dem anschluss der ddr noch weiter betriebene endlager morsleben gekümmert - beide nur etwa 20km von asse II entfernt. asse II war da stets nur eine fußnote bei den aktivitäten der lokalen initiativen.

und noch eine zu morsleben

. 26.11.2007 - 19:50
morsleben war die ddr-entsprechung, ist ähnlich alt und ebenfalls in einem alten salzbergwerk. auch die laugenzuflüsse bewegen sich im selben bereicht von <10qm pro tag. und

Aktiv werden!

kritker 27.11.2007 - 13:30
Hallo!

Schon ab den 60er Jahren gab es Widerstand gegen die Asse:
Artikel: Wassereinbrüche von Anfang an!
 http://www.bi-luechow-dannenberg.de/gorlebenrund/ausg10_2007.pdf

Zudem wird befürchtet, dass es auch in Gorleben zu Wassereinbrüche kommt
die Radionuklide dann ist Grundwasser gelangen können.
Kritiker nennen es deshalb auch "Atomklo mit Spülung nach oben!"

Siehe auch die Reihe der BI Lüchow-Dannnenberg

Zur Sache Nr. 8 (Oktober 1999)

Endlager Gorleben -
Endlagersuche im Salzstock Gorleben
Stationen eines Irrwegs
Zweifel von Anfang an
 http://www.bi-luechow-dannenberg.de/4zursache.html


Natürlich kann man auch heute noch aktiv werden:
 http://www.asse2.de/termine.html
Di. 4. Dezember 2007 Asse II - Koordinationskreis
19 Uhr Fachhochschule, Salzdahlumer Str. 46/48, Haupteingang, Wolfenbüttel

So. 9. Dezember 2007 "Atom-Müll-Spaziergang" Asse - jeden 2. Sonntag im Monat
14 Uhr Wittmar, Parkplatz bei der Assewirtschaft, an der Info-Tafel von Asse II
Dauer ca. 2 Stunden

So. 13. Januar 2008 "Atom-Müll-Spaziergang" Asse - jeden 2. Sonntag im Monat
14 Uhr Wittmar, Parkplatz bei der Assewirtschaft, an der Info-Tafel von Asse II
Dauer ca. 2 Stunden

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