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Nürnberg: Für Frieden in Kurdistan

Waffenschredder 16.11.2007 15:17
In jüngster Zeit gibt es, initiiert von der Türkischen Regierung und rechtsnationalistischen,
paramilitärischen Kreisen eine Kampagne, die Stimmung macht gegen Kurdinnen und für einen Militäreinsatz in Irakisch Kurdistan.
Als Antwort darauf hat sich in Nürnberg ein breites Bündnis deutscher, türkischer und kurdischer Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen gegründet.
Die Türkei und der nahe Osten befinden sich zurzeit an einem historischen Wendepunkt.
Die Verabschiedung der Vollmacht des türkischen Parlaments vom 17. Oktober 2007 für militärische Aktionen in Irakisch-Kurdistan ist ein gefährliches Spiel, mit dem kalkulierten Risiko, türkische und kurdische Bevölkerung gegeneinander aufzubringen. Die Vorbereitungen für militärische Operationen sind momentan mit logistischer Unterstützung der USA in vollem Gange. 100.000 türkische Soldaten stehen an der irakischen Grenze.

Bei den jüngsten Auseinandersetzungen haben dabei ca. 50 türkische Soldaten ihr Leben verloren.
Dies nahmen rechtsnationalistische Kreisen um die MHP (Graue Wölfe), Paramilitärs und die türkische Regierung zum Anlass, eine antikurdische Kampagne zu organisieren, die eine Pogromstimmung für KurdInnen besonders in der Westtürkei erzeugt, die inzwischen bedrohliche Ausmaße angenommen hat und den Betroffenen das Leben zur Hölle werden lässt.

Dies ist um so gefährlicher, als es bisher keinen Hass zwischen kurdischer und türkischer Bevölkerung in der Türkei gegeben hat.
Auch in Europa und in Deutschland wurden antikurdische Demonstrationen organisiert, in Berlin, Köln und Duisburg gab es Hetzjagden auf KurdInnen.

In Nürnberg gab es am 3.11. 2007 eine Demonstration von nationalistischen Kreisen organisiert die unter dem Deckmantel, gegen Terrorismus und für Frieden Solidarität mit den türkischen Soldaten organisieren und die Akzeptanz für einen Einmarsch in Nordirak schaffen sollte. Etwa 7000 Menschen nahmen daran teil, beileibe nicht alles Rechte.

Aus der Demo heraus wurden aber antikurdische Parolen verkündet und Läden und Einrichtungen, die von kurdischen Menschen betrieben werden, bedroht. So wurden aus der Demo heraus, alle ihnen freundlich gesinnten Läden mit türkischen Fahnen gekennzeichnet, wer keine am Geschäft hängen hatte, war quasi markiert und sollte ein mulmiges Gefühl bekommen.
Einige Läden wurden aus der Demo heraus bedroht.

Dieser Versuch, türkische und kurdische Bevölkerung aufeinanderzuhetzen sollte nicht unbeantwortet bleiben.

Unter dem Motto „Es gibt keinen Frieden, der Frieden ist der Weg“ wurde in Nürnberg ein Bündnis unter der Beteiligung kurdischer, türkischer und deutscher Gruppen aus MigrantInnenorganisationen, Linkspartei, Teilen der Friedensbewegung, antifaschistischen Gruppen, Schülern und Schülerinnen organisiert.

Das Bündnis setzt sich zum Ziel, dem Versuch, den sogenannten Kurdenkonflikt militärisch lösen zu wollen, und Hass unter der Bevölkerung zu schüren, eine Alternative entgegenzusetzen die lautet, dass alle Menschen, ob Deutsche, Türken oder Kurden für Völkerverständigung und gegen Krieg zusammenstehen. Das Leid der Menschen seit über 20 Jahren zeigt, dass die Probleme durch kriegerische Handlungen nicht zu lösen sind.

Deshalb hat das Bündnis am 17.11 um 13°° Uhr Auftakt Lorenzkirche in Nürnberg eine Demo unter oben genanntem Motto initiiert um gemeinsam ein Zeichen zu setzen und einen Beitrag zu leisten, die kriegerische Eskalation zu stoppen.

Ein friedliches Zusammenleben muss möglich sein. Von daher stimmt hoffnungsfroh, dass sich auch viele TürkInnen nicht an der Hetzkampagne beteiligen und die Geschwisterlichkeit von TürkInnen und KurdInnen betonen.
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Ergänzungen

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Waffenschredder 16.11.2007 - 18:40
Beim letzten Treffen zwischen Condoleeza Rice und Erdogan (Türkischer Regierungschef) gab die US-Regierung grünes Licht für Militäreinsätze im Nordirak. Die logistische Hilfe der USA besteht dabei in der Aufklärung. Sie versuchen vermeintliche Stellungen der PKK mithilfe von Sattelliten etc. herauszufinden und übermitteln der Türkei die Zieldaten. Dafü soll die Türkei auf eine umfassende Invasion verzichten und versuchen, durch Operationen wie Bombardments Luftlandeaktionen, Kommandooperationenihr Ziel der Vernichtung der PKK zu erreichen. Die USA befinden sich dabei in einer Zwickmühle. Die irakischen Kurden sind im Irak ihre besten Verbündeten und wären überhaupt nicht amused, wenn der andere beste Verbündete in der Region, die Türkei, ihre Dörfer bombardieren undStädte besetzen würde.
Da der "Freundschaft" der USA zu den nordirakischen Kurden vor allem die Absicht zu Grunde liegt, die dort befindlichen Ölqellen von Mossul und Kirkuk unter ihre Kontrolle zu bringen, liegt es andererseits überhaupt nicht in ihrem Interesse, dass die PKK dort an Einfluss gewinnt. Daher dieses Geeier. Fatal ist, dass sie wieder nur die militärische Option in Betracht ziehen, weil gerade im Kurdenkonflikt bei gutem Willen auf türkischer und in dem Fall auch amerikanischer Seite, durchaus die Chance bestünde, das Problem auf dem Verhandlungsweg zu lösen.

Nürnberg: Zu SPD und Grauen Wölfen

shalom 16.11.2007 - 22:01
Demo gegen Kriefsstimmungsmache von SPD attackiert.

Auf der Homepage der Nürnberger SPD-Stadtratsfraktion bezeichnet Fraktionsvorsitzender G. Schönfelder den für das Friedensforum zu morgiger Demo mitaufrufenden Hans-J. P. als "selbstgerecht", "überheblich" und "unglaubwürdig".

P. hatte sich erlaubt, u.a. die Teilnahme des SPD-Stadtrats Arif Tasdelen an einer von nationalistischen türkischen Kräften und faschistischen Organisationen mitgetragenen Demonstration am 3.11.2007 in Nürnberg zu kritisieren.
Die berüchtigten "Grauen Wölfe" zeigten auf dieser Demo massive Präsenz. Auf Transparenten und Schildern wurde u.a. mit Massakern gedroht oder die aufständischen Kurden als "Hunde in den Bergen" bezeichnet. Fahnen und Symbole der faschistischen MHP (auf deren Konto zahlreiche politische Morde gehen) waren allenthalben zu sehen. Auch die vom Rest der Demo geschrieenen Parolen wurden von linken und bürgerlichen TürkInnen und KurdInnen als bedrohlich beschrieben.

Schönfelder verharmlost den entfesselten und hasserfüllten Nationalismus vom 3.11. zu einer Demonstration "friedliebender Menschen" für eine friedliche Lösung. Er lehnt offenbar jede Kritik an der Unterstützung der für den Aufmarsch vom 3.11. verantwortlichen Kräfte - auch für die Zukunft - ab.

Gebhard Schönfelders denkwürdiger offener Brief im Original hier:  http://www.spd-stadtratsfraktion.nuernberg.de/v02/pub/index.html?navID=de1&poolID=&detailID=609&page=1&suchtxt=&only=69&IDS=OI0KqltP

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