Prag 10.11.07: Militante Antifademo

wiener antifa 12.11.2007 11:14 Themen: Antifa
Für den letzten Samstag, den Jahrestag der Novemberpogrome, hatten tschechische Neonazis (wieder) einen Marsch durch das jüdische Viertel in Prag angekündigt. Die Nazidemo wurde behördlich untersagt, eine breite antifaschistische Mobilisierung setzte sich zum Ziel die Nazis aufzuhalten bzw. zu vertreiben.
Schon im Vorfeld der Aktionen waren mehrere Gruppen von bewaffneten Neonazis an diesem Tag von der Polizei festgenommen worden. Offensichtlich hatten die politischen Verantwortlichen kein Interesse daran die Nazis marschieren zu lassen. Zu hoch wäre wohl der Imageschaden für die Stadtverwaltung gewesen.
Bilder und Videos finden sich auf indy.de:  http://de.indymedia.org/2007/11/199008.shtml

Die antifaschistische Mobilisierung teilte sich hauptsächlich in eine bürgerlich dominierte Kundgebung beim jüdischen Viertel und eine linksradikale Demo die vom Platz der Republik eben dorthin lief.
Die linke Demo dürfte um die 1000-2000 Leute stark gewesen sein.
Als sie beim, von der Polizei abgesperrten, alten jüdischen Viertel ankam waren noch keinen Nazis in Sicht. Ein wenig später hatte sich aber eine Gruppe von 30-50 Rechtsextremen ca. 200 Meter weiter versammmelt. Die Riot-Polizei zog einen Sperrriegel zwischen den dorthin strömenden Antifas und den Nazis auf, die sich für dem Moment in Sicherheit wähnten und weiter provozierten.

Schließlich wurde klar, dass die Polizeikräfte vorort zu schwach waren um die Demo tatsächlich aufzuhalten und die Spitze der Antifademonstration brach in Richtung der Neofaschisten durch den Polizeikordon. Etliche Nazis die nicht schnell genug davonliefen wurden von den autonomem Antifas gestellt und schwer zusammengeschlagen, der Rest der Nazis wurde mehrere Strassen weit verfolgt und auseinandergetrieben.
Mehrere Gruppen des schwarzen Blocks begannen nun damit durch die Stadt zu ziehen und Nazis zu verprügeln wo auch immer sich diese zeigten. In der Hauptsache konzentrierten sich die Antifakräfte auf einen mehrere hundert Leute starken black block der bis in die Abendstunden hinein quer durch die Stadt lief und Faschisten attackierte bis er schließlich von riot cops unter Einsatz von Schockgranaten aufgelöst wurde. Dabei wurden bis zum Abend wohl einige Antifaschisten festgenommen, manche Quellen sprechen von an die 200.

Auffällig war das insgesamt äußerst zurückhaltende Verhalten der Polizei die nur sehr verhalten begann gegen die Antifagruppen vorzugehen und dabei ausgesprochen viel Platz für Aktionen zuließ. Selbst in Situationen in denen Neonazis unmittelbar vor größeren Polizeieinheiten zusammengeschlagen wurden reagierten diese nur mit großer Verzögerung und zurückhaltend.

Die radikale Antifademo wurde offensichtlich auch stark von Gruppen mitgetragen die von außerhalb der tschechischen Republik angereist waren. Die Organisiertheit und Ortskenntnis der tschechischen Antifa war aber der Schlüssel zum Erfolg der Aktionen, speziell abseits der offiziellen Demo.

Hoch die internationale Solidarität!

Nationalisten aufs Maul! Everywhere!
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Ergänzungen

Durchbruch?

Held 12.11.2007 - 13:24
Den "Durchbruch" (wenn man das so nennen kann) gab es erst nach der Schlägerei mit den Nazis, da viele Cops in dem Moment reagieren mussten.
Spielt aber eigentlich auch keine Rolle, find diese heroischen Schreibweisen immer nur etwas beknackt...;)

Prag wird man sicher nicht nach Dortmund oder sonstwohin holen können, da es erstens andere Gesetze gibt (Vermummungsverbot,passive Bewaffnung) und zweitens die Polizei eine ganz andere Taktik fährt. (wenn man das in Prag überhaupt so nennen kann)

Auf Nazis mit sämtlichen Waffen, kann ich auch verzichten...

Festnahmen

Cambrinus 12.11.2007 - 15:11
zu den festnahmen:


es gab insgesamt 400 festnahmen, wovon es groesstenteils auf nazis zutraf.

auf linker seite gab es 96 ueberpruefungen, davon haben 3 leute eine strafanzeige bekommen.

ausserdem wurden 10 deutschsprachige antifas ueberprueft, die aber nicht festgenommen wurden.

Waffen

Colt 12.11.2007 - 15:36
Hier mal ein kleiner Auszug des Arsenals was Nazis an Waffen abgenommen wurde und das nur an einem einzigen Ort. (es gab unterschiedliche Gruppen)

Autonome Nationalisten aus NRW waren da.

Kruk 12.11.2007 - 19:26
Es waren aufjedenfall pseudo autonome Nazis aus NRW anwesend habe ein paar nasen aus essen, dortmund, köln und auch aus Mittelhessen und christian worch gesehen.
Xxxxx Xxxxx wollte eine Rede halten...

Mit Antinationalen Grüßen ;-)

keine dortmunder

dsf 13.11.2007 - 07:30
also warum hier einige leute permanent immer scheisse posten müssen ist mir ein rätsel...in prag waren keine dortmunder nazis, es waren zwa deutsche nazis da aber die kamen alle aus grenzregionen...bin dafür das es bei indymedia aktive moderatoren gibt die solche sinnlosen und unruhe stiftenden comments löscht ......

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Verstecke die folgenden 9 Kommentare

Prag

nach 12.11.2007 - 11:44
Dortmund holen

Viele aus NRW da

Antifa-NRW 12.11.2007 - 12:03
Es waren viele bekannte Antifa sowie "Autonome-Nationalisten" aus NRW vor Ort!

Es war eine der besten Demos die ich je besucht habe!

Grüße an Giemsch und Depptolla, gut nach Hause gekommen?

Menschenwürde...

,.,.,.,.,,.,.,. 12.11.2007 - 13:27
Vorneweg: Sehr dreist von Neonazis in einem jüdischen Viertel marschieren zu wollen. Sehr schön dass es so viel Gegenprotest gab. Aber etwas hat mich beim Angucken der videos gestört: Neonazis haben keine Toleranz verdient, da gibts nichts zu diskutieren. Wer Gewalt und Mord in seiner politischen Meinung verankert hat, der kann auch selber mal Gewalt spüren. Aber wenn ich sehe wie da jmemand auf dem Boden liegt und ihm mehrfach ins (ungeschützte) Gesicht getreten wird, bekomme ich ein verdammt schlechtes Gefühl im Magen. Ich weiß, wahrscheinlich liest keiner der "Angreifer" das hier, aber ich wollte einfach nur meinen Unmut darüber äußern und zum Nachdenken, auch über die eigene Millitanz und Gewaltbereitschaft anregen/auffordern. Wie sehr verachtet man einen Menschen, dass man bereit ist ihn zu töten oder schwer zu verletzen (schwere Verletzungen sind, wenn von 10-15 Leuten mehrfach in einen am Boden liegenden Körper eingetreten wird, nicht ausgeschlossen)? Nimmt man denjenigen noch als Menschen wahr? Wenn ja sehe ich darin etwas menschenverachtendes, fern jeden Respekts vor dme Leben. Wenn der Neonazis von den Menschen die da in in rein getreten haben nicht als Mensch angesehen wird, umso schlimmer. Und jetzt bitte keine Antworten a la "Neonzazis machens doch genauso!". Weil ist es nicht das, wogegen wir als Link(linksradikal)e Szene in einer Tour mehr oder weniger anzukämfen haben? Diese Gleichstellung von Links- und Rechtsradikalismus.

Wobei ich auch das Verhalten der anwesenden Presse sehr hart fand. Gehen da vermeindlich gute Bilder über alles?!

Nein, auch wenn es so klingt, ich bin kein Hippie. Und ja, ich denke auch, dass gegen Neonazis Reden alleine nicht viel hilft.

NRW Nazis?

straightxedge 12.11.2007 - 14:02
Was mich mal interessieren würde, hat es auch ein paar der erwähnten NRW Nazis erwischt? Oder konnten sie in ihrem heldenhaften Kampf beobachtet werden, reissen ja sonst auch immer das Maul wehr weit auf. In Prag konnten sie ja wohl mal erleben wie es so ist wenn mal die schützende BRD Staatsmacht wegfällt...

Gibt es Fotos von den NRW-Nazis?

egal 12.11.2007 - 14:54
Oder ist bekannt, ob Nazis der AG Rheinland da waren?

Nazis muß man hart angehen

Gert Friedrich 12.11.2007 - 14:56
@Menschenwürde,
ich denke diese Nazis, die getreten wurden, würden, wenn sie selber könnten und dürften, noch ganz andere Sachen machen.
Diese Abreibung haben sie doch wahrlich verdient.

Nazis aus NRW

Antifaschistin 12.11.2007 - 15:01
Es waren Dortmunder und andere Rhurgebietler da, zudem zwei von der AGR, der Rest waren Glatzen.

Prag nach Dortmund?

Milli´s Tanz 12.11.2007 - 18:30
Prag nach Dortmund zu holen, wäre auf jeden Fall gut. Dürfte aber schwer werden, in Prag war es nunmal so dass die Polizei im Endeffekt nichts getan hat, ausser sich ein bischen aufzuspielen, aber nichts zu tun. Sogar als später in der Stadt Steine flogen, kamen lediglich Schockgranaten zum Einsatz, und obwohl sich mehrmals die Gelegenheit bot haben sie nichts daran gesetzt Gewalt einzusetzen oder jemanden zu verhaften. Als der große Teil des Blocks in einer Seitenstraße den ersten Nazi erwischt hat, und über 100 Leute auf ihn einprügeln wollten, haben die Cops lediglich die Leute weggescheucht, mehr nicht. in Deutschland wäre sowas undenkbar. Wäre das in Dortmund gewesen, hätte es mindestens 10x soviele Festnahmen und Verletzte gegeben. Aber hoffentlich lässt sich der ein oder andere inspirieren, wenn man es drauf anlegt ist schließlich alles möglich. In Deutschland fehlt es im Allgemeinen lediglich an der Bereitschaft der Antifas sich in Gefahr zu begeben, und an der Organisation.

Hey Mods

egal 12.11.2007 - 20:25
Hier benutzt ein Naziarsch meinen Nick.
Habe hier nicht gepostet.
egal