Husum-Preis für Makitu-UnterstützerInnenkreis
Der diesjährige Preis für besonderes Engagement des Flüchtlingsrats Schleswig-Holsteins „Leuchturm des Nordens“ geht an den „UnterstützerInnenkreis der Familie Makitu“. Urte Andresen, die bei der Preisverleihung am Freitag in Rendsburg den Preis entgegen nahm, hofft, „dass wir uns immer wieder anstecken lassen von der Empörung Einzelner oder selber mit unserer Empörung Andere mitziehen." Dabei hat es lange gedauert, bis sich viele Personen des Unterstützungskreis mitziehen ließen. Zudem hat gerade der UnterstützerInnenkreis einen Betrag an der mainstreamkonformen Abwicklung des Protestes geleistet.
Kritik an Parteien und Kirchen
So heisst es in der Festrede von Urte Andresen: „Vertreten waren neben den Kirchen und den politischen Parteien...“.„Vertretung“ ist genau der richtige Ausdruck für die vom Unterstützungskreis betrieben Politik. Als VertreterInnen der Kirchen und Parteien am Anfang der Kampagne auf eine eventuelle Unterstützung angesprochen wurden, lehnten dies die VertreterInnen dieser Organisationen ausnahmslos ab. Erst als es den Jugendlichen aus dem Umfeld der Speicher-Jugendgruppe gelang, durch z.B offensive Transpi-Aktionen an öffendlichen Gebäuden über 300 Menschen auf eine Demonstration zu mobilisieren, interessierten sich die Etablierten für das Geschehen. Sie interessierten sich also genau ab dem Moment für das Geschehen, als es einer selbstorganiserten tendeziell „unkontrollierten“ Bewegung gelang, breite Massen anzusprechen. Genau ab diesem Moment traten die selbsternannten „Volks/InteressensvertreterInnen“ an, um die Proteste zu „vertreten“, zu integrieren, zu kanalisieren und zu kontrollieren.
Übernahme der Deutungshoheit
Aber damit z.B. StellvertrerInnen akzeptiert werden, müssen diese erst einmal Kontrolle über das Geschehen erlangen. Der einfachste Weg dazu ist die „Abwicklung“ von Protesten. Dies gelang durch den sog. „Bürgerspaziergang“. Aus Sicht des UnterstützerInnen seien Demos ja zu radikal und würden UnterstützerInnen abschrecken, deshalb solle er nur noch einen sog. Bürgerspaziergang geben. Aus der Sicht der „VertreterInnen“ wurde dieser ein voller Erfolg: Es beteiligten sich nur noch knapp 50 Personen an diesem Trauerspiel. Doch weitere „Aktionen“ folgten: Im Auftrag der Stellvertretis verausgabten die beteiligten Jugendlichen sich nun im Unterschriften sammeln. Die spektakulären Aktionen waren gestoppt, die Proteste wieder in die Nomalität integriert. Urte Andresen, Kerstin Mock-Hofeditz und Michael Jordan waren die „Bewegung“ als sie am 30. Juni 2006 im Kreistag den Landrat mit Nachfragen zum Thema störten.
Eine Abschiebung verhindert, aber grundsätzlichen Widerstand plattgemacht
Das Egebnis dieser Niederschlagung von Protesten gegen Abschiebungen durch Integration fast Urte Andresen in ihrer Rede selber zusammen: „Man ist versucht, unsere Bemühungen als Erfolgsgeschichte zu handeln, so wie der Kreis NF es dann auch nach der endgültigen Anerkennung durch den Innenminister in der Öffentlichkeit darstellte (….) Aber: Wir können nicht vergessen, wie vielen Familien wir nicht helfen können.“
Keine Strategie
Fairerweise muss mensch aber wohl sagen, dass es zwar tragisch ist, dass sich die Husumer Gutmenschen erst für die Makitus engagierten, als über 300 WählerInnenstimmen in der Waagschale lagen, aber auch dass die Jugendgruppe strategisch schlecht aufgestellt war. Sie verausgabten ihre Kräfte völlig, da sich keine Mühe gegeben wurde, eine Strategie aufzustellen, wie sich nachhaltig für die Makitus engagiert werden könne. Zum anderen war die Jugendgruppe gerade zu dieser Zeit krasser Repression ausgesetzt und am Wochenende zwischen der ersten Demo und „Bürgerspaziergang“ wurden zentrale Figuren Opfer eines ihrer Meinung nach gezielten und brutalen Polizeiübergriffs, der u.a. den Sinn hatte, die politisch Engagierten unter ihnen einzuschüchtern.
Für die Makitus war der Ablauf die Beste machbare Lösung. Aber ein Grund zum Feiern ist dies nicht. Eher zum Weinen, wenn mensch bedenkt, wie viel Abschiebungen in NF stattfinden können, ohne dass die selbsternannte Husumer Zivilgesellschaft von engagierten Einzelpersonen zum Handeln gezwungen wird.
Explizite Kritik an der Rede von Urte Andresen zur Preisverleihung
http://husuma.punk-am-ring.de/index.php?print=&aktion=eintrag_anzeigen&menue_id=32&eintrag_id=188
Die Hintergründe zur Abschiebung
http://husuma.punk-am-ring.de/index.php?print=&aktion=eintrag_anzeigen&menue_id=32&eintrag_id=186
Die Makitu-Demo 2006
http://husuma.punk-am-ring.de/index.php?print=&aktion=eintrag_anzeigen&menue_id=32&eintrag_id=118
Kritik am Konzept „Demo“ entstanden unter dem Eindruck der Makitu-Kampagne
http://husuma.punk-am-ring.de/index.php?print=&aktion=eintrag_anzeigen&menue_id=32&eintrag_id=156
Die Rede zur Preisverleihung als PDF
http://www.frsh.de/presse/RedenLeuchtturm2007.pdf
Fotos zur Anti-Abschiebungs-Kampagne
http://husuma.punk-am-ring.de/index.php?print=&aktion=eintrag_anzeigen&menue_id=32&eintrag_id=56
So heisst es in der Festrede von Urte Andresen: „Vertreten waren neben den Kirchen und den politischen Parteien...“.„Vertretung“ ist genau der richtige Ausdruck für die vom Unterstützungskreis betrieben Politik. Als VertreterInnen der Kirchen und Parteien am Anfang der Kampagne auf eine eventuelle Unterstützung angesprochen wurden, lehnten dies die VertreterInnen dieser Organisationen ausnahmslos ab. Erst als es den Jugendlichen aus dem Umfeld der Speicher-Jugendgruppe gelang, durch z.B offensive Transpi-Aktionen an öffendlichen Gebäuden über 300 Menschen auf eine Demonstration zu mobilisieren, interessierten sich die Etablierten für das Geschehen. Sie interessierten sich also genau ab dem Moment für das Geschehen, als es einer selbstorganiserten tendeziell „unkontrollierten“ Bewegung gelang, breite Massen anzusprechen. Genau ab diesem Moment traten die selbsternannten „Volks/InteressensvertreterInnen“ an, um die Proteste zu „vertreten“, zu integrieren, zu kanalisieren und zu kontrollieren.
Übernahme der Deutungshoheit
Aber damit z.B. StellvertrerInnen akzeptiert werden, müssen diese erst einmal Kontrolle über das Geschehen erlangen. Der einfachste Weg dazu ist die „Abwicklung“ von Protesten. Dies gelang durch den sog. „Bürgerspaziergang“. Aus Sicht des UnterstützerInnen seien Demos ja zu radikal und würden UnterstützerInnen abschrecken, deshalb solle er nur noch einen sog. Bürgerspaziergang geben. Aus der Sicht der „VertreterInnen“ wurde dieser ein voller Erfolg: Es beteiligten sich nur noch knapp 50 Personen an diesem Trauerspiel. Doch weitere „Aktionen“ folgten: Im Auftrag der Stellvertretis verausgabten die beteiligten Jugendlichen sich nun im Unterschriften sammeln. Die spektakulären Aktionen waren gestoppt, die Proteste wieder in die Nomalität integriert. Urte Andresen, Kerstin Mock-Hofeditz und Michael Jordan waren die „Bewegung“ als sie am 30. Juni 2006 im Kreistag den Landrat mit Nachfragen zum Thema störten.
Eine Abschiebung verhindert, aber grundsätzlichen Widerstand plattgemacht
Das Egebnis dieser Niederschlagung von Protesten gegen Abschiebungen durch Integration fast Urte Andresen in ihrer Rede selber zusammen: „Man ist versucht, unsere Bemühungen als Erfolgsgeschichte zu handeln, so wie der Kreis NF es dann auch nach der endgültigen Anerkennung durch den Innenminister in der Öffentlichkeit darstellte (….) Aber: Wir können nicht vergessen, wie vielen Familien wir nicht helfen können.“
Keine Strategie
Fairerweise muss mensch aber wohl sagen, dass es zwar tragisch ist, dass sich die Husumer Gutmenschen erst für die Makitus engagierten, als über 300 WählerInnenstimmen in der Waagschale lagen, aber auch dass die Jugendgruppe strategisch schlecht aufgestellt war. Sie verausgabten ihre Kräfte völlig, da sich keine Mühe gegeben wurde, eine Strategie aufzustellen, wie sich nachhaltig für die Makitus engagiert werden könne. Zum anderen war die Jugendgruppe gerade zu dieser Zeit krasser Repression ausgesetzt und am Wochenende zwischen der ersten Demo und „Bürgerspaziergang“ wurden zentrale Figuren Opfer eines ihrer Meinung nach gezielten und brutalen Polizeiübergriffs, der u.a. den Sinn hatte, die politisch Engagierten unter ihnen einzuschüchtern.
Für die Makitus war der Ablauf die Beste machbare Lösung. Aber ein Grund zum Feiern ist dies nicht. Eher zum Weinen, wenn mensch bedenkt, wie viel Abschiebungen in NF stattfinden können, ohne dass die selbsternannte Husumer Zivilgesellschaft von engagierten Einzelpersonen zum Handeln gezwungen wird.
Explizite Kritik an der Rede von Urte Andresen zur Preisverleihung
http://husuma.punk-am-ring.de/index.php?print=&aktion=eintrag_anzeigen&menue_id=32&eintrag_id=188 Die Hintergründe zur Abschiebung
http://husuma.punk-am-ring.de/index.php?print=&aktion=eintrag_anzeigen&menue_id=32&eintrag_id=186 Die Makitu-Demo 2006
http://husuma.punk-am-ring.de/index.php?print=&aktion=eintrag_anzeigen&menue_id=32&eintrag_id=118 Kritik am Konzept „Demo“ entstanden unter dem Eindruck der Makitu-Kampagne
http://husuma.punk-am-ring.de/index.php?print=&aktion=eintrag_anzeigen&menue_id=32&eintrag_id=156 Die Rede zur Preisverleihung als PDF
http://www.frsh.de/presse/RedenLeuchtturm2007.pdf Fotos zur Anti-Abschiebungs-Kampagne
http://husuma.punk-am-ring.de/index.php?print=&aktion=eintrag_anzeigen&menue_id=32&eintrag_id=56
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Ergänzungen
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
"Tödliche Umarmung" — präzise
was denn los? — gehört mir!
argumente? oder reiner diskreditionsversuch? — .