Kriegswille der Türkei und eine Demo [Wien]
Wir schreiben den 10.11.2007, es ist ca. 13°° Uhr. Wir, das sind zwei kritische Mitdemonstrantinnen, waren dabei als es hieß: „Gegen Krieg und Faschismus“. Namentlich der faschistische Wille des türkischen Staates einen Angriffskrieg gegen das autonom verwaltete Gebiet im Nordirak, in dem u.a. die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ihre Basen hat. Es geht um mehr: das je schon auf Angst aufgebaute rassistische Staatskonzept, getrieben von der Idee einer Großtürkei, riecht die „Macht des Öls“...
Hinter den Kriegsabsichten des Staates Türkei steht natürlich mehr, als die konservative Regierung und die türkische Armee – welche einen Staat im Staat bildet- preis geben will. Offiziell wird betont, dass die linksseparatistische PKK eine terroristische Gefahr für den Weltfrieden darstellen soll. Mit diesem Argument ist es der türkische Staat selbst, der den Frieden – so weit es ihn überhaupt gibt- im Nordirak gefährdet. Was nicht erwähnt wird, ist, dass einserseits das Feindbild Kurde (übrigens je nach Situation ersetzbar mit den Alewiten oder sonstigen Minderheiten) für die Kriegsmaschinerie der Angst herhalten muss, andererseits will nun endlich ein Stück vom nationalistischen Traum eines großtürkischen Reichs, das sich bis nach China erstrecken soll, erfüllt werden. Der Nordirak – so der nationalistische Standpunkt - gehöre den Türken. Nebenbei trifft es sich dabei gut, dass die Gegend die meisten Erdölreserven des Iraks hat. Ein paar KurdInnen, die laut türkischen NationalistInnen ohnehin nur „Bergmenschen ohne Verstand“ sind, zu opfern, um nicht sagen zu müssen „schlachten“, wie es gerne im Jargon der Armee heißt, ist da schon drin.
Dass Angesichts dieser Vorgänge die Linke und Antirassistische Community aus der Türkei/Kurdistan in Europa Demonstrationen gegen jenen Kriegswillen organisieren würde, wie heute in Wien, war schon vorherzusehen. Was diesmal jedoch verwundert, ist das auch die türkischen Konsulate (Botschaften) in Zusammenarbeit mit rechtsextremistischen „Grauen Wölfen“ in mehreren Städten Europas Jubel-Demonstration für einen Einmarsch in den Nordirak organisierten. Dabei kam es (u.a. in Wien, Innsbruck, aber auch in Berlin und Zürich) zu Auseinandersetzungen mit den Faschos der Grauen Wölfen...
Soviel zur Vorgeschichte, nun die Demo in Wien:
Um 13°° Uhr begann sich die Demo unter der Parole „Gegen Krieg und Faschismus“ unter vielen PKK und Hammer/Sichel-Fahnen zu sammeln. Ja sogar zwei schwarz/rote Fahnen des Anarchismus waren mit Anhang vertreten und sowie diverse K-Gruppen. Beim Auftreten der Demo fiel besonders auf das es immer mehr zu einer Ethnisierung des Befreiungskampfes in Kurdistan gekommen ist. Während vor einigen Jahren das Politische mehr im Vordergrund stand, wird dieses nach und nach durch plumpe völkische Positionen verdrängt, die nicht mehr die Herrschaft an sich problematisieren, sondern sich in den vorgefertigten Konflikt der Identitäten und Kulturen flüchten...
An der Spitze ein Lautiwagen mit viel guter kurdischer Musik setzte sich der Demozug über den Ring in Richtung Schwarzenbergplatz in Bewegung. Die lautstarken Parolen (zumeist auf kurdisch) bezogen sich hauptsächlich auf die Gefahr eines erweiterten Irak-Krieges. Es hieß jedoch auch selbstbewusst „Kurdistan wird ein Grab für den Faschismus werden“. Tausende zogen immer lauter werdend durch die Prinz-Eugen-Strasse zur türkischen Botschaft, die von der Polizei hermetisch abgeriegelt war. Als eine größere Gruppe von zu meist jungen DemonstrantInnen Richtung Absperrungen losmarschierte, wurden sie von der sehr autoritär agierenden „Demoordnung“ durch Körpereinsatz daran gehindert in die Nähe der Absperrung zu gelangen. So scheint die PKK sehr bedacht gewesen zu sein, dass es zu keinen Ausschreitungen kommt. Ja sogar mehr als die Polizei, die durch provokatives Handeln fast die brodelnde Masse zum überkochen gebracht hätte, als sie nach der Fahne eines Demonstranten griff, der damit vor dem Gesicht eines Polizisten wedelte. Auch hier verhinderten die Ordner größere Handgreiflichkeiten. Nach ca. 1 Stunde Standkundgebung in Hörweite der Botschaft löste sich der Protest auf, ohne einschätzen zu können, wie lange noch der Antifaschismus angesichts der Aggression des türkischen Staates zu beruhigen ist...
Dass Angesichts dieser Vorgänge die Linke und Antirassistische Community aus der Türkei/Kurdistan in Europa Demonstrationen gegen jenen Kriegswillen organisieren würde, wie heute in Wien, war schon vorherzusehen. Was diesmal jedoch verwundert, ist das auch die türkischen Konsulate (Botschaften) in Zusammenarbeit mit rechtsextremistischen „Grauen Wölfen“ in mehreren Städten Europas Jubel-Demonstration für einen Einmarsch in den Nordirak organisierten. Dabei kam es (u.a. in Wien, Innsbruck, aber auch in Berlin und Zürich) zu Auseinandersetzungen mit den Faschos der Grauen Wölfen...
Soviel zur Vorgeschichte, nun die Demo in Wien:
Um 13°° Uhr begann sich die Demo unter der Parole „Gegen Krieg und Faschismus“ unter vielen PKK und Hammer/Sichel-Fahnen zu sammeln. Ja sogar zwei schwarz/rote Fahnen des Anarchismus waren mit Anhang vertreten und sowie diverse K-Gruppen. Beim Auftreten der Demo fiel besonders auf das es immer mehr zu einer Ethnisierung des Befreiungskampfes in Kurdistan gekommen ist. Während vor einigen Jahren das Politische mehr im Vordergrund stand, wird dieses nach und nach durch plumpe völkische Positionen verdrängt, die nicht mehr die Herrschaft an sich problematisieren, sondern sich in den vorgefertigten Konflikt der Identitäten und Kulturen flüchten...
An der Spitze ein Lautiwagen mit viel guter kurdischer Musik setzte sich der Demozug über den Ring in Richtung Schwarzenbergplatz in Bewegung. Die lautstarken Parolen (zumeist auf kurdisch) bezogen sich hauptsächlich auf die Gefahr eines erweiterten Irak-Krieges. Es hieß jedoch auch selbstbewusst „Kurdistan wird ein Grab für den Faschismus werden“. Tausende zogen immer lauter werdend durch die Prinz-Eugen-Strasse zur türkischen Botschaft, die von der Polizei hermetisch abgeriegelt war. Als eine größere Gruppe von zu meist jungen DemonstrantInnen Richtung Absperrungen losmarschierte, wurden sie von der sehr autoritär agierenden „Demoordnung“ durch Körpereinsatz daran gehindert in die Nähe der Absperrung zu gelangen. So scheint die PKK sehr bedacht gewesen zu sein, dass es zu keinen Ausschreitungen kommt. Ja sogar mehr als die Polizei, die durch provokatives Handeln fast die brodelnde Masse zum überkochen gebracht hätte, als sie nach der Fahne eines Demonstranten griff, der damit vor dem Gesicht eines Polizisten wedelte. Auch hier verhinderten die Ordner größere Handgreiflichkeiten. Nach ca. 1 Stunde Standkundgebung in Hörweite der Botschaft löste sich der Protest auf, ohne einschätzen zu können, wie lange noch der Antifaschismus angesichts der Aggression des türkischen Staates zu beruhigen ist...
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Ergänzungen
die Kurdenfrage
mfg
Stefan
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Pressemitteilung — T.G.D Berlin