Weimarer Zustände durch GDL-Streik?
Immer mehr Transnet-Mitglieder laufen zur GDL über. DKP und IG-Metallschef Huber distanzieren von GDL-Streik. Vergleich zu Weimarer Spaltung der Gewerkschaften.
Der neue Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber rückt die GDL in die Nähe der "Roten Gewerkschafts Opposition" RGO, die von der KPD der Weimarer Republik als ultralinkes Avantgardeprojekt gegründet wurde. Die GDL wiederhole »einen historischen Fehler aus der Weimarer Republik«.
Die DKP haut in die gleiche Kerbe. Die GDL erfülle durch ihr Spaltertum »die ihr zugedachte Aufgabe, die Aushöhlung des Streikrechts zu provozieren« und die Tarifmacht der Gewerkschaftsbewegung zu schwächen, so DKP-Vorstandsmitglied Uwe Fritsch gegenüber der Tageszeitung "Junge Welt".
Auf der Webseite der DKP steht allerdings immer noch eine Erklärung des DKP-Bundesvorstands zur allgemeinen Lage. Im Widerspruch zu seinen jetzigen Äußerungen wird dort Fritsch zitiert: Die Handlungsweisen von Belegschaften und Gewerkschaften seien mehrheitlich noch von Resignation und Ängsten bestimmt. Aufgabe der Kommunistinnen und Kommunisten sei es, in allen Aktionen, in allen Kämpfen auf das Grundübel des Kapitalismus hinzuweisen. Es sei längst an der Zeit, mit Sozialpartnerschaft und Co-Management und Liebedienerei gegenüber Kapital und Kabinett zu brechen.
Dass jetzt Belegschaften und eine unabhängige Gewerkschaft ihre Ängste überwinden, scheint einigen Linken und Gewerkschaftern Kopfzerbrechen zu bereiten. Immer mehr Fahrpersonal tritt von der DGB-Gewerkschaft Transnet zur GDL über. Von 800 Berliner S-Bahn-Dienstfahrern sind jetzt 600 in der GDL organisiert, Tendenz steigend.
Gegen den Bruch mit der Sozialpartnerschaftsideologie wird jetzt das Geschütz der Distanzierung aufgefahren. Wann, fragt man sich, wird jemand vom Schlage eines konkret-Autors Klaus Rainer Röhl den GDL-Streik mit dem BVG-Streik von 1932 vergleichen? Dieser Streik der RGO, dem sich damals die Nazis angeschlossen hatten, so die häufig vorgetragene Ansicht Röhls, trug maßgeblich dazu bei Hitler an die Macht zu bringen.
Weniger Probleme mit der GDL hat die aus der WASG hervorgegangene BASG, Berliner Alternative für Solidarität und Gegenwehr. Sie ruft zu einer Soliaktion für Freitag 9.11. um 17h vor Bundesverkehrsministerium, Invalidenstr. 44
mit Rednern der GdL-Ortsgruppe S-Bahn Berlin.
Die DKP haut in die gleiche Kerbe. Die GDL erfülle durch ihr Spaltertum »die ihr zugedachte Aufgabe, die Aushöhlung des Streikrechts zu provozieren« und die Tarifmacht der Gewerkschaftsbewegung zu schwächen, so DKP-Vorstandsmitglied Uwe Fritsch gegenüber der Tageszeitung "Junge Welt".
Auf der Webseite der DKP steht allerdings immer noch eine Erklärung des DKP-Bundesvorstands zur allgemeinen Lage. Im Widerspruch zu seinen jetzigen Äußerungen wird dort Fritsch zitiert: Die Handlungsweisen von Belegschaften und Gewerkschaften seien mehrheitlich noch von Resignation und Ängsten bestimmt. Aufgabe der Kommunistinnen und Kommunisten sei es, in allen Aktionen, in allen Kämpfen auf das Grundübel des Kapitalismus hinzuweisen. Es sei längst an der Zeit, mit Sozialpartnerschaft und Co-Management und Liebedienerei gegenüber Kapital und Kabinett zu brechen.
Dass jetzt Belegschaften und eine unabhängige Gewerkschaft ihre Ängste überwinden, scheint einigen Linken und Gewerkschaftern Kopfzerbrechen zu bereiten. Immer mehr Fahrpersonal tritt von der DGB-Gewerkschaft Transnet zur GDL über. Von 800 Berliner S-Bahn-Dienstfahrern sind jetzt 600 in der GDL organisiert, Tendenz steigend.
Gegen den Bruch mit der Sozialpartnerschaftsideologie wird jetzt das Geschütz der Distanzierung aufgefahren. Wann, fragt man sich, wird jemand vom Schlage eines konkret-Autors Klaus Rainer Röhl den GDL-Streik mit dem BVG-Streik von 1932 vergleichen? Dieser Streik der RGO, dem sich damals die Nazis angeschlossen hatten, so die häufig vorgetragene Ansicht Röhls, trug maßgeblich dazu bei Hitler an die Macht zu bringen.
Weniger Probleme mit der GDL hat die aus der WASG hervorgegangene BASG, Berliner Alternative für Solidarität und Gegenwehr. Sie ruft zu einer Soliaktion für Freitag 9.11. um 17h vor Bundesverkehrsministerium, Invalidenstr. 44
mit Rednern der GdL-Ortsgruppe S-Bahn Berlin.
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Ergänzungen
GDL
Mit unabhängiger Gewerkschaft meinst du doch aber bestimmt nicht die GDL, denn diese ist immernoch in der DBB-Tarifunion.
Zur Rolle der DKP
Abgesehen von der interessanten Info über die Antistreikpolitik der DKP finde ich den Artikel eher unbrauchbar. Assoziationen und Bauchgefühle ersetzen keine Analyse. Da wäre ein nüchternes Nennen der Fakten besser gewesen. Der Vergleich mit 1932 ist ahistorisch.
verschiedene Meinungen in einer Bewegung
Man kann der GDL nicht einfach Spaltertum vorwerfen. Schon die wirtschaftswissenschaftliche Literatur am Anfang des 20. Jahrhunderts wies oft darauf hin, daß die Unternehmer - besonders die größeren - auch an großen Gewerkschaften interessiert war und half, diese mit aufzubauen. Die Gewerkschaften sollten dann als organisierte Kraft die Arbeiter dem Unternehmerwillen besser unterordnen helfen. Die Weimaer Republik wie die BRD zeigen dies ganz deutlich.
Wenn sich also Arbeiter aus einer Einheitsgewerkschaft ausgliedern und sich selbst organisieren, da die Einheitsgewerkschaft nicht die Interessen der Arbeiter vertritt, so ist dies notwendig und unterstützenswert.
Wenn sich aber DKPler hinstellen und der GDL Spaltertum vorwerfen, muß man einfach sehen, daß diese DKPler relativ wenig theoretisches Wissen haben, die Gegenwart schlecht analysiert haben und deshalb solche falschen Forderungen aufstellen. Es reicht eben nicht als DKPler, in den Gewerkschaften mitzuarbeiten, man muß sondern auch dafür in den Gewerkschaften wirken, daß es wieder richtige Arbeitervertretungen werden, mit denen sich die Arbeiter identifizieren können. DKPler tun dies in der Mehrheit nicht.
ahistorischer Vergleich "Weimar"/ konkret
Diese Argumentation ist anschlussfähig an die "Querfront"-Rhetorik, die häufig in konkret und anderen Blättern den Lesern serviert wird, und sie läuft darauf hinaus, diejenigen, die einen Generalstreik fordern, in die Nähe der Nazis zu rücken.
Die Lokführer kämpfen um Lohn und Arbeitszeit
Bahn AG und Bahngewerkschaften sind sich einig: So nicht!
Ein ganz normaler Lohnkampf – eine Ausnahme in diesem Land!
Die Antwort der Bahn AG
...
mehr:
Audio-Vortrag:
Dr. Peter Decker
Teil 1: Der gewerkschaftliche Kampf der GDL und die Antwort der Bahn AG
Teil 2: Die Parteinahme der Transnet gegen die GDL und ihre Forderungen
Teil 3: Das Recht bringt die Tarifautonomie in Stellung - gegen die Lokführer - Die Parteinahme der Politk für die Unterordnung der GDL
Teil 4: Diskussion und Nachträge
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
das — jetzt
Selbst die Kanzlerin — Ich
MLPD/SAV/KPD/DKP — Linker
Für und wieder — ich
Linker 07:40 = MLPD — Deiner
weimarer republik — zustände schon da
konkret-Autor Röhl? — kuhle bambuhle
unterstütztdenstreik — solidartäthilft