Gegen Gerüchte! Kein Mordopfer in Groitzsch
Aktuell verbreiten Naziquellen - namentlich das von Maik Scheffler und Thomas Gerlach betriebene "Freie Netz" - die "Information", dass in der Kleinstadt Groitzsch (Leipziger Land) ein Antifaschist in Folge einer Auseinandersetzung mit Nazis gestorben sei. Wir stellen hiermit klar: die "Information" ist ein GERÜCHT - es existiert dafür aktuell keine einzige glaubhafte und belastbare Quelle.
Der Reihe nach:
Am Freitagabend soll sich auf dem Marktplatz in Groitzsch eine Auseinandersetzung zwischen Nazis und Antifas ereignet haben. Pressemeldungen zu Folge seien daran etwa 50 Personen beteiligt gewesen, es waren Waffen (Baseballschläger, Eisenstangen, "Molotow-Cocktails") im Spiel. Es soll dabei mindestens drei Verletzte gegeben haben.
Auf der Website "Freies Netz Altenburg" sind heute unter der Überschrift "Linker Mordversuch endet mit linkem Opfer" Details zur - angeblich von Linken "geplanten" - Auseinandersetzung zu lesen, ebenso wie die Behauptung, einer der Verletzten - mutmaßlich ein Antifa - sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Das "Freie Netz Delitzsch" schließt sich unter dem Titel "Geplanter linksradikaler Überfall auf nationale Jugendliche fordert ein Todesopfer" an.
Nazis versuchen damit, die (in der Linken bekanntlich oft florierende) Gerüchteküche anzuheizen. Fakt ist: für die Behauptung, dass es ein Todesopfer gegeben habe, gibt es keinerlei Belege. Stattdessen basteln sich Nazis schon einmal "vorbeugend" eine krude Story zusammen:
1. Es wird eine SMS zitiert, in der zum "Nazijagen" aufgerufen wird. Angeblich handle es sich bei dieser SMS um den Anlass der Auseinandersetzung vom Freitag. Der Text sei an "einschlägig bekannte Linksradikale im Leipziger Umland" gesendet worden. Ein Beleg für die Echtheit existiert nicht.
2. Nazis hätten sich "Schutzbewaffnung" zugelegt und sich "nur" verteidigen wollen; ihre Rolle in der Auseinandersetzung sei also "passiv" gewesen. Dazu passt natürlich nicht der gleichzeitig im "Freien Netz Delitzsch" verbreitete Hinweis, man müsse "keine Aussage machen, wenn man sich damit selbst belasten würde", denn die (behauptete) Notwehrsituation ergibt keine Straftat. Absurd natürlich der Versuch, den Ablauf so hinzubiegen, als hätten sich Antifas quasi gegenseitig umzubringen versucht.
3. Es wird eine in keiner Hinsicht haltbare Story kolportiert, die den Ablauf der Auseinandersetzung wiedergeben soll. Dazu heißt es: "Fakt ist bisher, dass nur die Linken Brandsätze mit sich führten. Diese wurden wohl beim Antreffen der sog. Rechten sofort auf selbige geworfen. Da es sich aufgrund der organisierten Planung dieses Verbrechens um zumeist vermummte Täter handelte, geriet einer der Linken anscheinend aufgrund einer Verwechselung zufällig ins Visier seiner Mittäter und wurde vom eigenen Molotow-Cocktail getroffen. Seinen schweren Verbrennungen soll er nun im Krankenhaus erlegen sein." Das Zitat suggeriert durch seinen Detailreichtum, es handle sich um in irgendeiner Weise belegte Informationen oder gar "Ermittlungsergebnisse" - das ist nicht der Fall, weder Presse noch Polizei verbreiten solche Informationen!
Halten wir fest: Für KEINEN dieser Punkte liegen Belege vor. Wir wissen, dass sich das ändern kann und wir präsentieren an dieser Stelle absichtlich KEINE "alternative" Schilderung der Geschehnisse. Ebenso gibt es genügend Grund dafür, den durch Polizei und Presse verbreiteten Darstellungen mit einer vernünftigen Skepsis zu begegnen. Aber wir halten auch nichts von "Gerüchten", die sich bekanntlich schnell verselbständigen und Leute zu unüberlegten und unreflektierten Handlungen bewegen können - und das braucht niemand, erst recht nicht, falls es tatsächlich ein Todesopfer gibt.
Sollte sich das Gerücht - wider Erwarten - als "wahr" herausstellen, ist es selbstverständlich, dass wir NICHTS auf die von Nazis verbreitete "Distanzierung" geben, sondern die nötigen Konsequenzen ziehen werden.
Unsere Solidarität gilt den Groitzscher AntifaschistInnen!
Anna und Arthur halten's Maul!
Lesenswert: Beitrag des EA Leipzig zum Umgang mit Gerüchten, Klatsch und anderen Informationen aus zweiter Hand (anlässlich eines ähnlichen Falles) -
http://conne-island.de/nf/145/19.html
Am Freitagabend soll sich auf dem Marktplatz in Groitzsch eine Auseinandersetzung zwischen Nazis und Antifas ereignet haben. Pressemeldungen zu Folge seien daran etwa 50 Personen beteiligt gewesen, es waren Waffen (Baseballschläger, Eisenstangen, "Molotow-Cocktails") im Spiel. Es soll dabei mindestens drei Verletzte gegeben haben.
Auf der Website "Freies Netz Altenburg" sind heute unter der Überschrift "Linker Mordversuch endet mit linkem Opfer" Details zur - angeblich von Linken "geplanten" - Auseinandersetzung zu lesen, ebenso wie die Behauptung, einer der Verletzten - mutmaßlich ein Antifa - sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Das "Freie Netz Delitzsch" schließt sich unter dem Titel "Geplanter linksradikaler Überfall auf nationale Jugendliche fordert ein Todesopfer" an.
Nazis versuchen damit, die (in der Linken bekanntlich oft florierende) Gerüchteküche anzuheizen. Fakt ist: für die Behauptung, dass es ein Todesopfer gegeben habe, gibt es keinerlei Belege. Stattdessen basteln sich Nazis schon einmal "vorbeugend" eine krude Story zusammen:
1. Es wird eine SMS zitiert, in der zum "Nazijagen" aufgerufen wird. Angeblich handle es sich bei dieser SMS um den Anlass der Auseinandersetzung vom Freitag. Der Text sei an "einschlägig bekannte Linksradikale im Leipziger Umland" gesendet worden. Ein Beleg für die Echtheit existiert nicht.
2. Nazis hätten sich "Schutzbewaffnung" zugelegt und sich "nur" verteidigen wollen; ihre Rolle in der Auseinandersetzung sei also "passiv" gewesen. Dazu passt natürlich nicht der gleichzeitig im "Freien Netz Delitzsch" verbreitete Hinweis, man müsse "keine Aussage machen, wenn man sich damit selbst belasten würde", denn die (behauptete) Notwehrsituation ergibt keine Straftat. Absurd natürlich der Versuch, den Ablauf so hinzubiegen, als hätten sich Antifas quasi gegenseitig umzubringen versucht.
3. Es wird eine in keiner Hinsicht haltbare Story kolportiert, die den Ablauf der Auseinandersetzung wiedergeben soll. Dazu heißt es: "Fakt ist bisher, dass nur die Linken Brandsätze mit sich führten. Diese wurden wohl beim Antreffen der sog. Rechten sofort auf selbige geworfen. Da es sich aufgrund der organisierten Planung dieses Verbrechens um zumeist vermummte Täter handelte, geriet einer der Linken anscheinend aufgrund einer Verwechselung zufällig ins Visier seiner Mittäter und wurde vom eigenen Molotow-Cocktail getroffen. Seinen schweren Verbrennungen soll er nun im Krankenhaus erlegen sein." Das Zitat suggeriert durch seinen Detailreichtum, es handle sich um in irgendeiner Weise belegte Informationen oder gar "Ermittlungsergebnisse" - das ist nicht der Fall, weder Presse noch Polizei verbreiten solche Informationen!
Halten wir fest: Für KEINEN dieser Punkte liegen Belege vor. Wir wissen, dass sich das ändern kann und wir präsentieren an dieser Stelle absichtlich KEINE "alternative" Schilderung der Geschehnisse. Ebenso gibt es genügend Grund dafür, den durch Polizei und Presse verbreiteten Darstellungen mit einer vernünftigen Skepsis zu begegnen. Aber wir halten auch nichts von "Gerüchten", die sich bekanntlich schnell verselbständigen und Leute zu unüberlegten und unreflektierten Handlungen bewegen können - und das braucht niemand, erst recht nicht, falls es tatsächlich ein Todesopfer gibt.
Sollte sich das Gerücht - wider Erwarten - als "wahr" herausstellen, ist es selbstverständlich, dass wir NICHTS auf die von Nazis verbreitete "Distanzierung" geben, sondern die nötigen Konsequenzen ziehen werden.
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Ergänzungen
danke fürs posting!
ich kenne das gerücht über den Tod des Verletzten auch seit gestern mittag, aber bisher auch ohne bestätigung (auch von Bekannten aus Groitzsch selber kommt da widersprüchliches)...
leider war ja bisher kaum was zu finden zu den (nennen wir es mal presse-gerecht) ausschreitungen in groitzsch (siehe auch dpd-meldung, einfach mal googlen).
wer mehr INFOS hat (keine gerüchte sondern wirkliches wissen!) bitte hier noch posten
Nachtrag
"Da bekanntlich die Gerüchteküchen bei solchen Sachen immer besonders brodeln und sich ausbreitet, teilen wir mit, dass es derzeit offensichtlich so aussieht, als wenn der Jugendliche nicht an seinen Verbrennungen verstorben ist, sondern noch am Leben sein soll!"
Der Autor dieses Zitats ist der Altenburger Kameradschafts-Nazi Thomas Gerlach, genannt "Ace". Er freut sich jetzt sicher, dass es keinen Toten gab - denn Gerlach war an der "Auseinandersetzung", in deren Verlauf GenossInnen erheblich verletzt wurden, selbst handfest beteiligt.
Umland
Täter nach Überfall auf Punker in Bitterfeld-Wolfen noch unbekannt
Bitterfeld-Wolfen. Nach dem brutalen Überfall auf zwei jugendliche Punker in Bitterfeld-Wolfen am Samstag fehlt von den Tätern weiter jede Spur. Die Polizei rief am Montag nochmals mögliche Zeugen auf, sich umgehend zu melden. Die Ermittlungen wegen räuberischer Erpressung übernahm der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz, weil es sich bei den kahlköpfigen und mit Bomberjacken bekleideten Angreifern vermutlich um Angehörige der rechtsextremen Szene gehandelt hat.
Etwa fünf bis acht teils vermummte Angreifer sollen am Samstag eine 15-jährige Jugendliche und einen 17-Jährigen auf einer Straße verprügelt und einem der Opfer die Stiefel geraubt haben. Die Täter sollen mit einem weißen und einem roten Auto vor- und nach dem Überfall wieder abgefahren sein. Nach Angaben von Zeugen könnten die Fahrzeuge Bitterfelder Kennzeichen gehabt haben, sagte ein Polizeisprecher.
Unterdessen bestritten drei 18 bis 22 Jahre alte Männer, am Wochenende bei einer Auseinandersetzung in Velsdorf (Bördekreis) einen Spätaussiedler aus fremdenfeindlichen Motiven beleidigt zu haben. Die Männer hätten angegeben, zu der Auseinandersetzung sei es gekommen, weil der Mann einen Bekannten angegriffen habe, sagte ein Polizeisprecher.
Ein 20-Jähriger, der am Sonntag in Gardelegen eine Hakenkreuzfahne schwenkte, verweigerte laut Polizei die Aussage. Nach einem zunächst unbekannten Komplizen des jungen Mannes werde weiter gesucht.
Quelle:
dpa,lvz-online.de
The Story continues
Nichts desto trotz bleibt zu sagen, dass diese Straßenschlacht extreme Ausmaße angenommen hat, denn zu sagen ist, dass jeder Nazi bewaffnet war: Baseballschläger, Quarhandschuhe, Messer und Eisenstangen zählten dabei zur Grundausstattung...
Die besagte SMS existierte, jedoch war darin lediglich die Rede von: Nazis entgegentreten und natürlich nicht von jagen... Die passive Rolle, wie jedem klar sein müsste ist natürlich erlogen und dabei sollte die Frage gestellt werden, wie man so schnell zu so vielen Waffen und Sturmasken kommt, wenn man sich nur verteidigt. Ob der Herr Gerlach dabei war kann ich nicht sagen, da alle Kameraden :D Sturmmasken aufhatten. Jedoch gab es eine kleine Gruppe von Nazis die im Hintergrund stand und ihre treuen Kameraden vor geschickt hat. Da er sonst viel zu verlieren hätte, könnte ich ihn mir in dieser Position jedoch sehr gut vorstellen. Da sehr viele ziemlich junge und nicht vorbestrafte Jugendliche unter ihnen waren, sind die wohl erstmal vorgeschickt wurden. Für den Führer und so... :D!
Weiterhin zu sagen dass die Connection wohl von Groitzsch über die WAW Zeitz und von da aus nach Altenburg lief.
Positiv zu erwähnen bleibt (und sowas sage ich - auch zum ersten Mal in meinem Leben), dass die Polizei nach Eintreffen, welches natürlich wieder viel zu spät war, sehr strickt und offensiv gegen Nazis vorgegangen ist und nicht gegen Linke! Auch zum ersten Mal, dass so ein großes Aufgebot an Polizei in Groitzsch vorhanden war und die Ermittlung jez schnell gehen sollen, damit die Ermittlungen gegen Rechts so schnell wie möglich aufgenommen werden können. Was dabei herauskommt bleibt abzuwarten, denn wir leben immer noch in Deutschland, jedoch muss man sagen, dass so ein engagiertes Auftreten der Polizei in dieser Region nocht nicht gesehen wurde.
So far...
PS: Die Nazis haben eine Ankündigung des Heranziehens weiterer Unterstützung gemacht: Saale Front soll diesmal den supporter spielen...
verletzte
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Aalen: Rechte prügeln mit Teleskopstock um si — http://www.stattweb.de/
@ War dabei — brian badger