streikposten der GDL in Köln-Deutz

Ernst Thalmann 25.10.2007 21:55 Themen: Soziale Kämpfe
Seit 2.00 Nachts betreibt die GDL hinter dem Bahnhof in Köln-Deutz einen Streikposten, welcher noch bis 8.00 Uhr morgen Früh aufrecht erhalten wird.
Pro Schicht fanden sich etwas 30 Streikende am Streikposten hinter dem Köln-Deutzer Bahnhof ein, gegen sieben Uhr fand sich dann auch ein Solikomitee bestehend aus Vertretern mehrerer links grichteter Gruppen bzw. Perteien aus Köln ein.

Das Solikomitee verließ den Streikposten leider wieder recht früh, allerdings war die Freude über die spontane Solidaritätsbekundung bei den GDL'lern sehr groß.

Hier ein Video vom Streikposten:

 http://www.youtube.com/watch?v=qFMqNPlhY0s
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Ergänzungen

Bericht vom Abend

N24 25.10.2007 - 23:05
Jeder zweite Zug steht - und der nächste Streik droht

Durch den bisher längsten Lokführerstreik sind am Donnerstag bundesweit rund 11.000 Züge und S-Bahnen ausgefallen. Dies teilte die Deutsche Bahn am Abend in Berlin mit. Insgesamt hätten sich etwa 2100 Lokführer daran beteiligt, erklärte das Unternehmen. Im Durchschnitt sei nur jeder zweite Zug gefahren.

Die Bahn werde am Ende dieses Streiktages schätzungsweise eine Million Fahrgäste weniger befördert haben als sonst. Der Schaden durch den vierten Streiktag in drei Wochen belaufe sich auf etwa zehn Millionen Euro. Der aktuelle Streik soll noch bis Freitag um 08.00 Uhr dauern, so dass Pendler wieder mit erheblichen Behinderungen rechnen müssen. Das volle Betriebsprogramm kann nach Angaben der Bahn vermutlich erst wieder am Samstag gefahren werden. Eine Einigung ist im Streit zwischen der Gewerkschaft GDL und dem Bahn-Vorstand weiterhin nicht in Sicht.
Widersprüche zu weiteren Streiks

Widersprüchliche Angaben gab es am Abend darüber, ob die GDL in der kommenden Woche wieder streiken könnte. Die «Financial Times Deutschland» berichtete unter Berufung auf den Vize-Vorsitzenden der Gewerkschaft, Claus Weselsky, die GDL wolle bis zum Urteil des Chemnitzer Arbeitsgerichts über die Rechtmäßigkeit von Streiks auch im Güter- und Fernverkehr am 2. November auf weitere Arbeitsniederlegungen verzichten. Die GDL wies dies prompt zurück. «Wir haben gesagt, bis Montag einschließlich gibt es keinen Arbeitskampf, um der Bahn Gelegenheit zu geben, ein neues Angebot vorzulegen», sagte Weselsky der dpa. Die GDL werde dann am Montag nach Lage der Dinge entscheiden, ob weiter gestreikt werde. Von Dienstag an seien Streiks möglich.

Bahn-Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch sagte, bis Donnerstagnachmittag seien 7400 Züge ausgefallen. Etwa 1700 Lokführer seien dem Streikaufruf der GDL gefolgt.

Eine Lösung im festgefahrenen Tarifstreit ist weiter nicht in Sicht: Die Bahn rief in Zeitungsanzeigen die streikenden Lokführer auf, das Angebot anzunehmen und verlangte von der GDL die Rückkehr an den Verhandlungstisch. Die Gewerkschaft dagegen beharrt auf einem eigenständigen Tarifvertrag und droht auch in der kommenden Woche mit Streiks. Über das weitere Vorgehen will die GDL an diesem Freitag entschieden.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck sprach sich gegen die GDL-Forderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag aus. Es gelte das Prinzip: ein Betrieb, ein Tarifvertrag, sagte Struck dem Fernsehsender N24. "Wenn man anfinge zu differenzieren, dann kämen nachher die Stellwerker und viele andere, die genau die gleiche Verantwortung tragen. Dann würde ein Durcheinander entstehen, das man überhaupt nicht akzeptieren kann."
Ersatzfahrpläne der Bahn

Die GDL hatte um 2.00 Uhr mit dem Streik begonnen und will ihn bis Freitagmorgen um 8.00 Uhr fortsetzen. Die Bahn setzte einen Ersatzfahrplan in Kraft. Nachdem die Anordnung von Notdiensten gerichtlich untersagt wurde, konnten nach Bahnangaben deutlich weniger Lokführer eingesetzt werden.

In einer halbseitigen Anzeige in großen überregionalen Tageszeitungen forderte die Bahn die Lokführer auf, das Angebot auch im Interesse der Kunden anzunehmen. Das Angebot sei das "beste, was wir machen können". Es orientiert sich nach wie vor an dem Abschluss, der im Sommer mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA erzielt wurde. Es sieht 4,5 Prozent mehr Einkommen und eine Einmalzahlung von 600 Euro vor.
Vor allem der Osten betroffen

Die stärksten Einschränkungen durch den Ausstand gab es nach Bahnangaben in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Der Takt der Berliner S-Bahn war stark ausgedünnt auf 10- bis 20-Minuten. Auch die Hamburger S-Bahn fuhr alle zwanzig Minuten. Ebenfalls stark betroffen war die S-Bahn München. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen fuhren rund 50 Prozent der Regionalzüge. Die S-Bahn Frankfurt fuhr im Stundentakt, der Regionalverkehr in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern verkehrten mit etwa der Hälfte der Züge. Die S-Bahnen zwischen Leipzig und Dresden fielen aus.

Bewusste Täuschung der Öffentlichkeit!

GDL-Erklärung 25.10.2007 - 23:07
25.10.2007 - Jeder Lokführer muss sich verhöhnt fühlen, wenn er heute die Zeitung aufschlägt und darin eine halbseitige Anzeige der DB findet.

Mit der Anzeige will die DB den Lokomotivführern und der Öffentlichkeit weismachen, dass

* bis zu zehn Prozent mehr Gehalt,
* 2 000 Euro Einmalzahlung noch in diesem Jahr
* und ein eigener Tarifvertrag

das beste Angebot ist, das sie machen kann.

Das Unternehmen wirbt somit erneut um Verständnis für ein Angebot, das für die GDL schlichtweg eine Mogelpackung darstellt. Denn:


* Lokomotivführer sollen die zehn Prozent Entgeltsteigerung nur dann erhalten, wenn sie hierfür wöchentlich zwei Stunden länger arbeiten – ergo ein Nullsummenspiel.

* Die angebotenen 2 000 Euro Einmalzahlung beinhalten zum einen die bereits mit der Tarifgemeinschaft Transnet/GDBA (TG) vereinbarte Einmalzahlung von 600 Euro. Zusätzlich sollen die Lokomotivführer 1 400 Euro für Mehrleistungsstunden erhalten – also für eine bereits erbrachte Leistung.

* Der angebotene eigene Tarifvertrag ist nichts anderes als ein Knebelvertrag, mit dem die GDL in ein Verhandlungskorsett mit der Transnet gezwungen werden soll. Außerdem hat die GDL auch heute schon eigene Tarifverträge.


Die DB hat durch ihre Anzeigenkampagne erneut keine Kosten gescheut, um die Öffentlichkeit bewusst zu täuschen und die Lokomotivführer zu provozieren. Damit beschwört sie eine noch schärfere Gangart im Tarifkonflikt herauf!

Presseerkläreung GDL

GDL 25.10.2007 - 23:08
25.10.2007 - Der 30-stündige Arbeitkampf der GDL wird am morgigen Freitag um 8 Uhr zu Ende sein. Über dessen Auswirkungen und das weitere Vorgehen im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn wird die GDL in einer Pressekonferenz in ihrer Hauptgeschäftsstelle am 26. Oktober 2007, um 10 Uhr informieren.

Attac verteilt Info in Zügen

Attac 25.10.2007 - 23:15
Massenhafte Zivilcourage gegen die Bahnprivatisierung!

Attac-Aktive verteilten heute Info-Material in mehr als
80 Zügen!

Mit Aktionen zivilen Ungehorsams haben Aktive des
globalisierungskritischen Netzwerkes Attac, des
Online-Netzwerkes Campact und andere Engagierte aus
dem Bündnis "Bahn für Alle" am heutigen Mittwoch im
ganzen Land über die Folgen der geplanten
Teilprivatisierung der Deutschen Bahn aufgeklärt.
Unter dem Motto "In vollen Zügen gegen die
Bahnprivatisierung!" verteilten
insgesamt mehrere Hundert Aktivistinnen und Aktivisten
trotz Verbotes durch die Bahn-Hausordnung in über 80
Zügen Informationen. Von "A" wie Aachen bis "W" wie
Wuppertal reicht die Liste der Städte, in denen sich
Menschen an der Aktion beteiligten.

Am Hauptbahnhof in Berlin machten 40 Aktive auf ihren
Widerstand aufmerksam: Mit leuchtenden Westen mit der
Aufschrift "Privatisierung stoppen!" informierten sie
schon am Gleis die Fahrgäste über die drohende
Bahnprivatisierung. Sie bestiegen einen ICE nach
Hamburg, um dort Informationsmaterial zu verteilen.
Die Zugbegleiter zogen die Polizei hinzu, der ICE
hatte einige Minuten Verspätung, als er dann mit
informierten Fahrgästen aber ohne weitere Aktive den
Bahnhof verließ. In anderen Zügen konnten die Berliner
Privatisierungsgegner unbehelligt Material verteilen.

"Bahnchef Hartmut Mehdorn verkauft die Fahrgäste mit
fortwährender Privatisierungspropaganda für dumm",
sagte Sven Giegold von Attac, der in Berlin dabei war.
"Dabei haben wir, die Bürgerinnen und Bürger, die Bahn
mit unseren Steuern über Jahrzehnte aufgebaut und
bezahlt. Darum nehmen wir uns auch das Recht, in
unseren Zügen über die verheerenden Folgen des
geplanten Ausverkaufs zu informieren."

Von einem Börsengang der Bahn würden nach Ansicht von
Attac und Campact nur die Investoren profitieren -
Beschäftigte und Kunden sowie der Klimaschutz blieben
auf der Strecke. "Experten sagen höhere Fahrpreise,
Streckenstilllegungen und höhere staatliche Zuschüsse
voraus", betonte Giegold. Die geplante
Teilprivatisierung käme einer bisher nie da gewesenen
Verschleuderung öffentlichen Vermögens gleich: Laut
amtlicher Statistik hat die Deutsche Bahn AG heute ein
Vermögen von 183 Milliarden Euro. Davon soll die
Hälfte verkauft werden - für 6,5 Milliarden Euro.

Mit der Aktion am heutigen Mittwoch - zwei Tage vor
Beginn des SPD-Parteitags am 26. Oktober in Hamburg -
will Attac auch den sozialdemokratischen Gegnerinnen
und Gegnern eines Bahnausverkaufs das Rückgrat
stärken. "Nicht nur in der SPD, auch in der
Bevölkerung ist die große Mehrheit gegen die
Privatisierungspläne von Verkehrsminister Wolfgang
Tiefensee und Bahnchef Hartmut Mehdorn. Darüber dürfen
sich demokratische Politiker nicht hinwegsetzen",
sagte
Bahnaktivist Bernhard Knierim und ergänzt: "Die von
der SPD-Spitze ins Spiel gebrachte "Volksaktie" ist
dabei keine Lösung. Jeder Verkauf von DB-Anteilen
setzt
das Unternehmen einem Renditedruck aus und bedeutet
Streichungen von Fernverkehrs-verbindungen,
verteuerten Nahverkehr und höhere Fahrpreise.
Auf Dauer schützt die "Volksaktie" noch nicht einmal
vor Großinvestoren."

Attac ist Mitglied von "Bahn für Alle", einem Bündnis
von 14 Organisationen aus Globalisierungskritikern,
Umweltschutzverbänden, politischen Jugendverbänden und
Gewerkschaften, das sich für eine verbesserte Bahn in
öffentlicher Hand einsetzt. Campact ruft Bürger/innen
mit der Internet-Kampagne bahnopoly.de auf, gemeinsam
den Ausverkauf der Bahn zu stoppen

Informationen im Internet:
 http://www.attac.de/bahn/
 http://www.campact.de/bahn/home
 http://www.deinebahn.de/

InfoWar gegen die kleine GDL!

machnow 26.10.2007 - 10:07
Seit die Auseinandersetzungen zwischen dem Vorstand der Deutschen Bahn und der GDL sich zuspitzen, wird von Seiten des Kapitals ein unglaublicher Informationskrieg geführt. Die Positionen der Eisenbahner werden regelmäßig missachtet, verdreht oder falsch wiedergegeben. Die Wirksamkeit der Streikmassnahmen werden marginalsiert und bewußt falsch die Verlautbarungen der DB unkritisch übernommen. Obwohl ihre Reporter an den Bahnhöfen andere Erfahrungen machen. Neuerdings wird der Infowar auch mit wissenschaftlichen Methoden ausgefochten. So titelte die Springer-Presse und ausgewählte bürgerliche Medien, wie Frankfurter Rundschau, mit einer Forsa Umfrage, die behauptet, dass das Verständnis gegenüber den Streiks der GdL sinken würde. Infratest dimap jedoch kam in ihrer Standardbefragung zu einem ganz anderen Ergebnis. Die ARD publizierte ein steigendes Verständnis von 57 auf 64 Prozent. Auftraggeber der negativbefragung war der berliner Thinktank Berlinpolis, der gleichzeitig eingetragener Verein und Unternehmensberatung ist. Ganz besonders interessant ist aber die Berichterstattung über und mit der TRANSnet. Geflissentlich verschwiegen wird, dass die von ihnen verhandelten Tarifverträge, die Interessen der Lokführer ignorierten und schlimmer noch in Punkto Bahnprovatisierung die Position des DB Vorstand übernommen wurde. 2003 wurde nämlich unterschrieben, dass Arbeitsplatzsicherheit nur bei einer VOLLSTÄNDIGEN Privatisierung gelten würde. Dieses jahr steht drin, dass der Vertrag nur gilt, wenn die GDL diesselben Parameter unterschreibt. Also, Bahn UND TRANSnet haben kein interesse an einem Erfolg des GDL Arbeitskampfes!

Berlin: Kundgebung heute Freitag 17 Uhr Pots

Freunde Durrutis 26.10.2007 - 11:09
Schnell weitersagen und kommen: Solidaritätskundgebung mit dem Lokführerstreik heute am FREI um 17 Uhr vor dem DB-Tower Potsdamer Platz, Unterstützt von: GDL-Bezirksgruppe Pankow, Offene Uni, BASG, SAV, ...

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