Lüneburg: Geschichtsfälscher-Vortrag fiel aus

Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen 20.10.2007 17:49 Themen: Antifa Militarismus
Am 20. Oktober sollte in Lüneburg eine Veranstaltung mit dem Geschichtsrevisionisten Gerd Schultze-Rhonhof stattfinden.
Nachdem die örtliche Antifa dagegen Mobil machte und auch die VVN-BdA protestierte, sagten die Veranstalter die Veranstaltung eine Woche vorher wieder ab. Dennoch trafen 12 Personen am Veranstaltungsort ein und standen vor verschlossener Tür. Scheinbar wurden sie nicht von der Absage des Vortrags informiert.
Für eine Vortragsveranstaltung am 20. Oktober 2007 in Lüneburg hatte sich der "Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum - Hans-Ludwig Loeffke Gedächtnisvereinigung" den ehemaligen Generalmajor der Bundeswehr und Geschichtsrevisionisten Gerd Schultze-Rhonhof eingeladen. Der "Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum" ist eine Vereinigung aus dem Milieu revanchistischer Vertriebenenvereinigungen um die niedersächsische Landesvorsitzende der "Landsmannschaft Ostpreußen", Barbara Loeffke aus Lüneburg.
Gerd Schultze-Rhonhof ist einer der prominentesten Geschichtsrevisionisten in der BRD. Der Ex-Generalmajor aus Buxtehude leugnet in Vorträgen, Büchern und Zeitungsartikeln die Kriegsschuld und Expansionspolitik Deutschlands und behauptet, das Deutsche Reich sei von den Nachbarstaaten quasi in den Krieg getrieben worden.
Ließ die Vertriebenenfunktionärin Loeffke zunächst über die örtliche Presse noch verlauten, sich nicht von Linken "terrorisieren" zu lassen und die Veranstaltung durchzuführen, ist jetzt in der "Preußischen Allgemeinen Zeitung" (Ostpreußenblatt) zu lesen, dass die Veranstaltung "leider ausfallen muss".


Gerd Schultze-Rhonhof:

Mit seinem Buch "Der Krieg der viele Väter hatte" tourt Schultze-Rhonhof seit Jahren durch diverse Vereine und Gruppierungen der extremen Rechten.
Obwohl Schultze-Rhonhof von der Geschichtswissenschaft fachlich nicht anerkannt wird, finden seine Thesen eine recht große Leserschaft. In extrem rechten Publikationen wie der "Deutschen Nationalzeitung" wird Schultze-Rhonhof regelmäßig als Kronzeuge herangezogen. In der Parteizeitung der NPD, der "Deutschen Stimme", wird das Machwerk von Schultze-Rhonhof empfohlen und ist auch im Sortiment des Verlages erhältlich. Im Mai 2006 trat Rhonhof gemeinsam mit den umstrittenen Historikern Stefan Scheil und Walter Post auf einer Tagung der beiden revisionistischen Verleger Wigbert Grabert und Gert Sudholt auf. Im Februar trat dieses Trio bei der extrem rechten Burschenschaft "Germania" in Marburg auf und im März auf einer Veranstaltung der rechtskonservativen "Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft" (SWG) in Hamburg. In neofaschistischen Kreisen hat er sich mittlerweile durch sein Buch einen Namen als revisionistischer Historiker gemacht.
In seinen Schriften zur Entstehungsgeschichte des Zweiten Weltkriegs vertritt Schultze-Rhonhof Positionen, die von der überwiegenden Mehrheit der Geschichtswissenschaft als abwegig beurteilt werden. Sofern seine Arbeiten von Fachautoren rezipiert worden sind, haben diese Schultze-Rhonhofs Arbeiten einer tendenziös geschichtsrevisionistischen und nicht einer objektiv wissenschaftlichen Auseinandersetzung zugeordnet.
So geht sein 2003 erschienenes Buch davon aus, dass Hitler den Überfall auf Polen nur begangen hätte, um die "Wahrung der Menschenrechte der Volksdeutschen, [die] Wiederangliederung Danzigs und [den] Bau exterritorialer Verkehrsverbindungen nach Ostpreußen" zu garantieren. Dabei wird eine Einordnung in das aggressiv-expansionistische Gesamtkonzept der Nazis nicht vorgenommen. Dokumente, die dieses expansionistische Gesamtkonzept belegen, werden entweder verschwiegen oder wie die so genannte Hoßbach-Niederschrift in die Nähe einer alliierten Fälschung gerückt. Überhaupt geht Schultze-Rhonhof davon aus, dass amtliche Quellenbände wie die "Akten zur deutschen und auswärtigen Politik" systematisch von den Alliierten gefälscht worden seien.
Der militärische Einmarsch in die Tschechoslowakei wird von ihm lediglich aus militärisch-strategischer Sicht als "Sündenfall" gewertet, eine Distanzierung erfolgt nicht. Die Tschechoslowakei wird mit der wiederholten Verwendung des Terminus "Resttschechei" der damaligen nationalsozialistischen Machthaber systematisch delegitimiert.
Eine Auseinandersetzung mit den Arbeiten seriöser Historiker findet fast durchweg nicht statt oder es wird generell deutschen Historikern unterstellt, dass sie gezwungen seien, ein den Alliierten gefälliges Geschichtsbild zu vermitteln. Als wichtigste Belege Schultze-Rhonhofs werden andere Hobbyhistoriker und Geschichtsrevisionisten wie David L. Hoggan, der ehemalige Gaupresseleiter, SS-Mann und Landserheftautor Erich Kern, das frühere Mitglied der Deutschen Reichspartei Friedrich Grimm sowie der französische Holocaust-Leugner Paul Rassinier herangezogen. Allen genannten Autoren konnten Historiker in den letzten vierzig Jahren systematische Quellenfälschungen und Entstellungen nachweisen, so dass diese in der Geschichtswissenschaft nicht als zitierwürdig angesehen werden .
Das italienische Innenministerium beantwortete jüngst eine Parlamentsanfrage zu Vorfällen bei den "Südtiroler Schützen" - einer der größten deutschen Traditionsvereinigungen in Norditalien - im letzten Jahr. Ein "deprecabile errore" (bedauernswerter Fehler) war nach Aussage des Kommandanten der "Südtiroler Schützen" die Einladung an Generalmajor a.D. Schultze-Rhonhof. Sein Vortrag führte dazu, dass der Kulturverantwortliche der Südtiroler Schützen im Januar 2007 von seinem Amt enthoben wurde. Das italienische Innenministerium macht bei der Beantwortung der Parlamentsanfrage eine klare Aussage über Schultze-Rhonhof: "der von den deutschen Sicherheitsdiensten der extremen Rechten zugeordnet wird, da er bekannt ist für seine revisionistischen Thesen und die Verleugnung der nazistischen Schuld".
In Deutschland ist Schultze-Rhonhof nach wie vor Referent bei der extremen Rechten. So trat er am 30. Juni 2007 in der sog."Gedächtnisstätte" im sächsischen Borna auf. Diese "Gedächtnisstätte" ist ein Zentrum von Alt- und Neonazis, das eng mit den Holocaustleugnern des sog. "Collegium Humanum" in Vlotho zusammen arbeitet. Verschiedene Internetseiten von sächsischen Neonazigruppen berichteten anlässlich des Auftritts von Schultze-Rhonhof am 30. Juni 2007 in Borna: "Zu diesem Vortrag, welcher einen kritischen Blick auf die Ereignisse vor dem 2. Weltkrieg zum Thema hatte, kamen auch etwa 130 junge nationale Sozialisten aus Leipzig, dem Leipziger Umland und Chemnitz." Schultze-Rhonhof bezeichnete diese Neonazis später in einem Leserbrief im Stader Tageblatt als "junge, höfliche, sauber gekleidete Leute".


Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum

Der "Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum - Hans-Ludwig Loeffke Gedächtnisvereinigung" hat sich zur Aufgabe gemacht, das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg ideell und finanziell zu unterstützen und an den Gründer dieses Museums - Hans-Ludwig Loeffke - zu erinnern. Dieser Förderkreis stellt aber auch ein Netzwerk von Vertriebenen dar und kann als Scharnierorganisation zwischen dem organisierten Neofaschismus und Konservatismus angesehen werden. Auf den jährlichen Mitgliederversammlungen mit Vortragsveranstaltungen versammeln sich Vertriebenenfunktionäre, Vertreter der extremen Rechten und Konservative.
Vorsitzende dieses Förderkreises ist die Vertriebenen-Multifunktionärin Barbara Loeffke aus Lüneburg, die auch Kreisvorsitzende des Bund der Vertriebenen (BdV) und die Landesvorsitzende der Landsmannschaft Ostpreußen ist.
Barbara Loeffke, die mit Hans-Ludwig Loeffke verheiratet war, ist seit Jahren für ihre Kontakte und Zusammenarbeit mit Personen und Gruppierungen der extremen Rechten bekannt. So nahm an einer Kranzniederlegung des Lüneburger BdV am 8. Mai 1985 auch eine Delegation der örtlichen NPD teil. Erst am 3. Mai 2007 wollte sie gemeinsam mit dem Neonazi und ehemaligen hochrangigen NPD-Funktionär, Klaus-Dieter Hoffmann aus Bad Bevensen, einen sog. "Heimatabend" in Adendorf durchführen. Nach Protesten musste die Veranstaltung abgesagt werden. Seit Jahren hält Barbara Loeffke enge Kontakte zu Klaus-Dieter Hoffmann. So trat sie im Jahr 1999 auf dem jährlichen Verbandstag des neofaschistischen "Freundschafts- und Hilfswerk Ost" (FhwO) in Munster auf. An dieser Veranstaltung nahmen auch mehrere NPD-Funktionäre teil. Das neofaschistische FHwO war schon mindestens zweimal in Lüneburg bei Vertriebenenveranstaltungen zu Gast. Im Jahr 2005 konnte der Vorsitzende des FHwO, Klaus-Dieter Hoffmann, auf einer Weihnachtsfeier der "Landmannschaft Schlesien" über seine Arbeit berichten. An dieser Veranstaltung nahm auch Barbara Loeffke, teil. Im Dezember 2006 nahm Klaus-Dieter Hoffmann an der alljährlichen Mitgliederversammlung des Förderkreises im Brömse-Haus teil. Auf Einladung von Barbara Loeffke hielt Hoffmann einen Reisebericht von einer Reise nach Polen.
Der "Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum" verleiht bei seinen Mitgliederversammlungen alljährlich den "Hans-Ludwig Loeffke Gedächtnispreis". 1991 wurde dieser z.B. an den Niederländer Frans du Buy verliehen. Fans du Buy tritt immer wieder auf Vertriebenveranstaltungen auf und publiziert in Zeitschriften des neofaschistischen "Witikobund" oder dem "Bund für Gesamtdeutschland".
Zu diesem Netzwerk gehört auch der Vorsitzende des Stiftungsrates der Ostpreußischen Kulturstiftung (Träger des Ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg) und Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, Wilhelm von Gottberg. In einem von dem CDU-Mitglied Von Gottberg verfassten geschichtspolitischen Text im "Ostpreußenblatt", in dem er sich auch Argumentationen aus der Publizistik von Holocaust-Leugnern bediente, belegte er den Holocaust mit Begriffen wie "Mythos", "Dogma" und "jüdische Wahrheit" - Begriffe, die die historische Tatsache der Vernichtung der europäischen Juden in Zweifel ziehen. Wilhelm von Gottberg hat in der "Preußischen Allgemeinen Zeitung - Ostpreußenblatt" auch die antisemitische Hetzrede von dem später dann aus der CDU ausgeschlossenen Abgeordneten Martin Hohmann verteidigt.
In einem solchen Milieu ist es nicht verwunderlich, dass Barbara Loeffke keine Berührungsängste zu bekannten Neofaschisten hat und ihre geistige Nähe zur NPD öffentlich bekundet. Diese Vertriebenen-Funktionärin bezeichnete 1994 Teile von Polen und Russland als "ostdeutsche Provinzen" und am 23. September 2007 schwadronierte sie auf dem "Tag der Heimat" in Uelzen in bekannter Blut und Boden Terminologie: "Auf Erden kann es nur eine Heimat geben. Unsere Wurzeln sind da, wo wir sie gelassen haben".
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Ergänzungen

Auch in Soest

junge linke lippstadt 20.10.2007 - 19:07
Auch in Soest musste Schultze Rhonhof im letzten Jahr nach antifaschistischen Protesten
als Festredner des Tages der Heimat ausfallen.
Hier eine Dokumentation der medialen Diskussion zum Thema S.R.:
 http://www.puk.de/tacheles/jll/jll/

Libertäre Geschichte Ostpreußens

Ingo Insterburg 21.10.2007 - 13:17
Wer sich für eine andere Geschichte Ostpreußens interessiert, kann sich mal den Link hier anschauen. Es ist die Geschichte der anarcho-syndikalistischen Arbeiterbewegung vor allem in Königsberg, aber auch Tilsit oder sogar Johannisburg. Titel: "Anarcho-Syndikalismus in Ostpreußen! 750 jahre Königsberg nicht ohne Anarcho-Syndikalisten!"
Gewidmet ist diese Broschüre "den kämpfenden Genossinnen und Genossen in Deutschland, Polen und Litauen". Viel Spaß beim Lesen...

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Up Solidarity !

Deine Nachbarin 20.10.2007 - 18:25
♥ Solidarität gegen Repression ♥
Aktiver Antifaschismus ist legitim und notwendig, nicht kriminell!

Am 14. Juli 2007 wurde ein Naziaufmarsch in Lüneburg durch verschiedene antifaschistische Aktionen erheblich gestört.

Der Polizei gelang es nicht, Störungen des Naziaufmarschs zu verhindern. Insgesamt wurden 110 Platzverweise ausgesprochen und 8 Personen wurden in Gewahrsam genommen. Laut Polizeiangaben wurden 10 Strafanzeigen wegen Landfriedensbruch und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz gefertigt.

Schon in den Tagen vor dem Naziaufmarsch wurden entlang der Route der Nazis Personalien von vermeintlichen AntifaschistInnen von der Polizei festgestellt. Gegen eine Person ermittelt die Polizei, da sie verdächtigt wird, entlang der Route Parolen gesprüht zu haben.

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Der am 14. Juli 2007 in Lüneburg stattgefundene Naziaufmarsch wurde erheblich gestört und musste zweimal umgeleitet werden. Ein massives Polizeiaufgebot konnte vielfältige und kreative Proteste von AnwohnerInnen und AntifaschistInnen nicht verhindern. Insgesamt zogen knapp 180 Neonazis durch Lüneburg. An den verschiedenen Protestaktionen nahmen knapp 1000 Menschen teil.

Parallel zu einer Bündniskundgebung versammelten sich AntifaschistInnen in dem Bereich der Stadt, wo die Nazis laufen sollten. Schon am Bahnhof nahmen AntifaschistInnen die anreisenden Neonazis in Empfang. Ungefähr 70 Menschen protestierten direkt auf dem Bahnhofsvorplatz und übertönten lautstark den Beginn der Naziveranstaltung.

Nachdem die Nazis mit knapp einer Stunde Verspätung ihren Aufzug begannen, mussten sie schon nach wenigen Metern ihre Route ändern. Kurz hinter dem Bahnhof hielten sich zwei Frauen in den Bäumen auf und spannten in ca. sieben Metern über der Straße Seile und ein Transparent. Da es der Polizei nicht gelang, diese Blockade zu entfernen, wurden die Nazis umgeleitet.

Begleitet wurde der von der Polizei beschützte Naziaufmarsch die ganze Zeit von ungefähr 100 AntifaschistInnen, die lautsstark ihren Protest zeigten. Auch AnwohnerInnen zeigten ihre Ablehnung gegenüber den Nazis. So wurden Transparente aus Häusern gehängt und einige Eier flogen in die Reihen der Nazis. An vielen Straßenecken konnten sich AntifaschistInnen sammeln und den Naziaufmarsch stören.

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Schon fast vergessen - im Herbst 2000 hatte der damalige Bundeskanzler Schröder (SPD) zum "Aufstand der Anständigen" gegen Rassismus und Neofaschismus aufgerufen. Die offizielle Politik reagierte damit auf gesteigerte Aktivitäten der neofaschistischen Szene und Ausschreitungen rassistischer Ausländerhasser, deren tödlichen Gewaltakten in den vergangenen 15 Jahren mehr als 100 Menschen zum Opfer fielen.

Sieben Jahre später hat sich der Trend gewandelt. Durch "Sicherheitspakete" und noch restriktivere Maßnahmen im "Einwanderungsgesetz" werden Menschen anderer Nationalitäten zunehmend ausgegrenzt. Initiativen, die auf die Mitverantwortung der politischen "Mitte" für rassistische Einstellungen in der Gesellschaft hinweisen, werden als "extremistisch" abgestempelt. So versuchten die Lüneburger CDU und FDP im Vorfeld der Bündniskundgebung am 14. Juli in Lüneburg, die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen aus dem "Bündnis für Demokratie" zu drängen und einen Redebeitrag der Gruppe zu verhindern. Demokratische Grundrechte werden zugunsten einer vermeintlichen "Inneren Sicherheit" massiv eingeschränkt. Anlässlich des G8-Gipfels im Juni in Heiligendamm kam es schon im Vorfeld zu Hausdurchsuchungen und Einleitung von § 129a-Verfahren (Bildung einer terroristischen Vereinigung). Es kam dann zu Demonstrationsverboten, unzähligen Verletzten durch Polizeiknüppel, vorübergehende Ingewahrsamnahmen von weit über 1000 Aktivisten, dem Einsatz der Bundeswehr, Schnellverfahren, gezielte Desinformation durch die PolizeisprecherInnen und Behinderung der Arbeit von RechtsanwältInnen und JournalistInnen.

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Fast jedes Wochenende findet irgendwo in der BRD ein Naziaufmarsch statt. Genehmigt von den Gerichten und beschützt durch die Polizei. So auch am 14. Juli 2007 in Lüneburg, wo ca. 2000 Polizeibeamte als Erfüllungsgehilfen für die Neonazis aufgeboten wurden, um antifaschistische Proteste von den Neonazis fernzuhalten und ihnen den Weg freizumachen.

Die Polizeimaßnahmen führen auch immer dazu, dass viele Menschen während der antifaschistischen Proteste festgenommen werden und später mit diversen Ermittlungsverfahren und Prozessen überzogen werden.

In Lüneburg ermittelt die Polizei nun gegen mehrere Personen wegen angeblichen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Körperverletzung und "Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole".

Die Polizeimaßnahmen, Ermittlungsverfahren und anstehenden Prozesse stehen exemplarisch für eine Politik gegen Menschen, deren Engagement gegen alte und neue Nazis sich nicht nur in moralischen Appellen äußert, sondern die sich aktiv in den Weg der faschistischen Mörderbanden stellen. Wann auch immer Menschen die Initiative ergreifen und ohne staatliche Genehmigung selbstständig gegen faschistische Provokationen vorgehen, werden sie mit der Staatsgewalt in Form von brutalen Polizeieinsätzen und folgenden Gerichtsverfahren konfrontiert. Mit diesen Prozessen soll dann ein Exempel statuiert werden. Sie sollen als Abschreckung dienen, für all jene, die gezielt und organisiert den faschistischen Terror bekämpfen.

Neben den Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem 14. Juli 2007 laufen in Lüneburg noch weitere Verfahren gegen politische aktive Menschen. Vor allem gegen jugendliche AntifaschistInnen, die sich an Aktionen gegen Naziaufmärsche beteiligten und gegen Menschen aus dem Anti-Atom-Widerstand.

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Wir halten einen aktiven Antifaschismus für legitim und notwendig. Die beschriebenen Repressalien kosten nicht nur Zeit und Nerven, sondern auch eine Menge Geld. Wir wollen die betroffenen Antifaschistinnen und Antifaschisten unterstützen. Für ihr Engagement verdienen sie unsere Solidarität!

Wir fordern die sofortige Einstellung aller Verfahren im Zusammenhang mit den antifaschistischen Aktionen vom 14. Juli 2007.

Solikonto:

Astrid Steinert
Volksbank Uelzen-Salzwedel eG
Konto-Nr.: 649 04 01
BLZ: 258 622 92
Verwendungszweck: SOLIDARITÄT (bitte unbedingt angegeben)

Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen ¤ Junge antifaschistische Initiative Lüneburg [j.a.I..L.] ¤ Projekt Gegendruck [Lüneburg] ¤ Vereinigung der Verfolgten - Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA), Kreisvereinigung Lüneburg

Ist nicht weiter schlimm

tröster 20.10.2007 - 18:31
Seid nicht traurig.