Lüneburg: Geschichtsfälscher-Vortrag fiel aus
Am 20. Oktober sollte in Lüneburg eine Veranstaltung mit dem Geschichtsrevisionisten Gerd Schultze-Rhonhof stattfinden.
Nachdem die örtliche Antifa dagegen Mobil machte und auch die VVN-BdA protestierte, sagten die Veranstalter die Veranstaltung eine Woche vorher wieder ab. Dennoch trafen 12 Personen am Veranstaltungsort ein und standen vor verschlossener Tür. Scheinbar wurden sie nicht von der Absage des Vortrags informiert.
Nachdem die örtliche Antifa dagegen Mobil machte und auch die VVN-BdA protestierte, sagten die Veranstalter die Veranstaltung eine Woche vorher wieder ab. Dennoch trafen 12 Personen am Veranstaltungsort ein und standen vor verschlossener Tür. Scheinbar wurden sie nicht von der Absage des Vortrags informiert.
Für eine Vortragsveranstaltung am 20. Oktober 2007 in Lüneburg hatte sich der "Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum - Hans-Ludwig Loeffke Gedächtnisvereinigung" den ehemaligen Generalmajor der Bundeswehr und Geschichtsrevisionisten Gerd Schultze-Rhonhof eingeladen. Der "Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum" ist eine Vereinigung aus dem Milieu revanchistischer Vertriebenenvereinigungen um die niedersächsische Landesvorsitzende der "Landsmannschaft Ostpreußen", Barbara Loeffke aus Lüneburg.
Gerd Schultze-Rhonhof ist einer der prominentesten Geschichtsrevisionisten in der BRD. Der Ex-Generalmajor aus Buxtehude leugnet in Vorträgen, Büchern und Zeitungsartikeln die Kriegsschuld und Expansionspolitik Deutschlands und behauptet, das Deutsche Reich sei von den Nachbarstaaten quasi in den Krieg getrieben worden.
Ließ die Vertriebenenfunktionärin Loeffke zunächst über die örtliche Presse noch verlauten, sich nicht von Linken "terrorisieren" zu lassen und die Veranstaltung durchzuführen, ist jetzt in der "Preußischen Allgemeinen Zeitung" (Ostpreußenblatt) zu lesen, dass die Veranstaltung "leider ausfallen muss".
Gerd Schultze-Rhonhof:
Mit seinem Buch "Der Krieg der viele Väter hatte" tourt Schultze-Rhonhof seit Jahren durch diverse Vereine und Gruppierungen der extremen Rechten.
Obwohl Schultze-Rhonhof von der Geschichtswissenschaft fachlich nicht anerkannt wird, finden seine Thesen eine recht große Leserschaft. In extrem rechten Publikationen wie der "Deutschen Nationalzeitung" wird Schultze-Rhonhof regelmäßig als Kronzeuge herangezogen. In der Parteizeitung der NPD, der "Deutschen Stimme", wird das Machwerk von Schultze-Rhonhof empfohlen und ist auch im Sortiment des Verlages erhältlich. Im Mai 2006 trat Rhonhof gemeinsam mit den umstrittenen Historikern Stefan Scheil und Walter Post auf einer Tagung der beiden revisionistischen Verleger Wigbert Grabert und Gert Sudholt auf. Im Februar trat dieses Trio bei der extrem rechten Burschenschaft "Germania" in Marburg auf und im März auf einer Veranstaltung der rechtskonservativen "Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft" (SWG) in Hamburg. In neofaschistischen Kreisen hat er sich mittlerweile durch sein Buch einen Namen als revisionistischer Historiker gemacht.
In seinen Schriften zur Entstehungsgeschichte des Zweiten Weltkriegs vertritt Schultze-Rhonhof Positionen, die von der überwiegenden Mehrheit der Geschichtswissenschaft als abwegig beurteilt werden. Sofern seine Arbeiten von Fachautoren rezipiert worden sind, haben diese Schultze-Rhonhofs Arbeiten einer tendenziös geschichtsrevisionistischen und nicht einer objektiv wissenschaftlichen Auseinandersetzung zugeordnet.
So geht sein 2003 erschienenes Buch davon aus, dass Hitler den Überfall auf Polen nur begangen hätte, um die "Wahrung der Menschenrechte der Volksdeutschen, [die] Wiederangliederung Danzigs und [den] Bau exterritorialer Verkehrsverbindungen nach Ostpreußen" zu garantieren. Dabei wird eine Einordnung in das aggressiv-expansionistische Gesamtkonzept der Nazis nicht vorgenommen. Dokumente, die dieses expansionistische Gesamtkonzept belegen, werden entweder verschwiegen oder wie die so genannte Hoßbach-Niederschrift in die Nähe einer alliierten Fälschung gerückt. Überhaupt geht Schultze-Rhonhof davon aus, dass amtliche Quellenbände wie die "Akten zur deutschen und auswärtigen Politik" systematisch von den Alliierten gefälscht worden seien.
Der militärische Einmarsch in die Tschechoslowakei wird von ihm lediglich aus militärisch-strategischer Sicht als "Sündenfall" gewertet, eine Distanzierung erfolgt nicht. Die Tschechoslowakei wird mit der wiederholten Verwendung des Terminus "Resttschechei" der damaligen nationalsozialistischen Machthaber systematisch delegitimiert.
Eine Auseinandersetzung mit den Arbeiten seriöser Historiker findet fast durchweg nicht statt oder es wird generell deutschen Historikern unterstellt, dass sie gezwungen seien, ein den Alliierten gefälliges Geschichtsbild zu vermitteln. Als wichtigste Belege Schultze-Rhonhofs werden andere Hobbyhistoriker und Geschichtsrevisionisten wie David L. Hoggan, der ehemalige Gaupresseleiter, SS-Mann und Landserheftautor Erich Kern, das frühere Mitglied der Deutschen Reichspartei Friedrich Grimm sowie der französische Holocaust-Leugner Paul Rassinier herangezogen. Allen genannten Autoren konnten Historiker in den letzten vierzig Jahren systematische Quellenfälschungen und Entstellungen nachweisen, so dass diese in der Geschichtswissenschaft nicht als zitierwürdig angesehen werden .
Das italienische Innenministerium beantwortete jüngst eine Parlamentsanfrage zu Vorfällen bei den "Südtiroler Schützen" - einer der größten deutschen Traditionsvereinigungen in Norditalien - im letzten Jahr. Ein "deprecabile errore" (bedauernswerter Fehler) war nach Aussage des Kommandanten der "Südtiroler Schützen" die Einladung an Generalmajor a.D. Schultze-Rhonhof. Sein Vortrag führte dazu, dass der Kulturverantwortliche der Südtiroler Schützen im Januar 2007 von seinem Amt enthoben wurde. Das italienische Innenministerium macht bei der Beantwortung der Parlamentsanfrage eine klare Aussage über Schultze-Rhonhof: "der von den deutschen Sicherheitsdiensten der extremen Rechten zugeordnet wird, da er bekannt ist für seine revisionistischen Thesen und die Verleugnung der nazistischen Schuld".
In Deutschland ist Schultze-Rhonhof nach wie vor Referent bei der extremen Rechten. So trat er am 30. Juni 2007 in der sog."Gedächtnisstätte" im sächsischen Borna auf. Diese "Gedächtnisstätte" ist ein Zentrum von Alt- und Neonazis, das eng mit den Holocaustleugnern des sog. "Collegium Humanum" in Vlotho zusammen arbeitet. Verschiedene Internetseiten von sächsischen Neonazigruppen berichteten anlässlich des Auftritts von Schultze-Rhonhof am 30. Juni 2007 in Borna: "Zu diesem Vortrag, welcher einen kritischen Blick auf die Ereignisse vor dem 2. Weltkrieg zum Thema hatte, kamen auch etwa 130 junge nationale Sozialisten aus Leipzig, dem Leipziger Umland und Chemnitz." Schultze-Rhonhof bezeichnete diese Neonazis später in einem Leserbrief im Stader Tageblatt als "junge, höfliche, sauber gekleidete Leute".
Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum
Der "Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum - Hans-Ludwig Loeffke Gedächtnisvereinigung" hat sich zur Aufgabe gemacht, das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg ideell und finanziell zu unterstützen und an den Gründer dieses Museums - Hans-Ludwig Loeffke - zu erinnern. Dieser Förderkreis stellt aber auch ein Netzwerk von Vertriebenen dar und kann als Scharnierorganisation zwischen dem organisierten Neofaschismus und Konservatismus angesehen werden. Auf den jährlichen Mitgliederversammlungen mit Vortragsveranstaltungen versammeln sich Vertriebenenfunktionäre, Vertreter der extremen Rechten und Konservative.
Vorsitzende dieses Förderkreises ist die Vertriebenen-Multifunktionärin Barbara Loeffke aus Lüneburg, die auch Kreisvorsitzende des Bund der Vertriebenen (BdV) und die Landesvorsitzende der Landsmannschaft Ostpreußen ist.
Barbara Loeffke, die mit Hans-Ludwig Loeffke verheiratet war, ist seit Jahren für ihre Kontakte und Zusammenarbeit mit Personen und Gruppierungen der extremen Rechten bekannt. So nahm an einer Kranzniederlegung des Lüneburger BdV am 8. Mai 1985 auch eine Delegation der örtlichen NPD teil. Erst am 3. Mai 2007 wollte sie gemeinsam mit dem Neonazi und ehemaligen hochrangigen NPD-Funktionär, Klaus-Dieter Hoffmann aus Bad Bevensen, einen sog. "Heimatabend" in Adendorf durchführen. Nach Protesten musste die Veranstaltung abgesagt werden. Seit Jahren hält Barbara Loeffke enge Kontakte zu Klaus-Dieter Hoffmann. So trat sie im Jahr 1999 auf dem jährlichen Verbandstag des neofaschistischen "Freundschafts- und Hilfswerk Ost" (FhwO) in Munster auf. An dieser Veranstaltung nahmen auch mehrere NPD-Funktionäre teil. Das neofaschistische FHwO war schon mindestens zweimal in Lüneburg bei Vertriebenenveranstaltungen zu Gast. Im Jahr 2005 konnte der Vorsitzende des FHwO, Klaus-Dieter Hoffmann, auf einer Weihnachtsfeier der "Landmannschaft Schlesien" über seine Arbeit berichten. An dieser Veranstaltung nahm auch Barbara Loeffke, teil. Im Dezember 2006 nahm Klaus-Dieter Hoffmann an der alljährlichen Mitgliederversammlung des Förderkreises im Brömse-Haus teil. Auf Einladung von Barbara Loeffke hielt Hoffmann einen Reisebericht von einer Reise nach Polen.
Der "Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum" verleiht bei seinen Mitgliederversammlungen alljährlich den "Hans-Ludwig Loeffke Gedächtnispreis". 1991 wurde dieser z.B. an den Niederländer Frans du Buy verliehen. Fans du Buy tritt immer wieder auf Vertriebenveranstaltungen auf und publiziert in Zeitschriften des neofaschistischen "Witikobund" oder dem "Bund für Gesamtdeutschland".
Zu diesem Netzwerk gehört auch der Vorsitzende des Stiftungsrates der Ostpreußischen Kulturstiftung (Träger des Ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg) und Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, Wilhelm von Gottberg. In einem von dem CDU-Mitglied Von Gottberg verfassten geschichtspolitischen Text im "Ostpreußenblatt", in dem er sich auch Argumentationen aus der Publizistik von Holocaust-Leugnern bediente, belegte er den Holocaust mit Begriffen wie "Mythos", "Dogma" und "jüdische Wahrheit" - Begriffe, die die historische Tatsache der Vernichtung der europäischen Juden in Zweifel ziehen. Wilhelm von Gottberg hat in der "Preußischen Allgemeinen Zeitung - Ostpreußenblatt" auch die antisemitische Hetzrede von dem später dann aus der CDU ausgeschlossenen Abgeordneten Martin Hohmann verteidigt.
In einem solchen Milieu ist es nicht verwunderlich, dass Barbara Loeffke keine Berührungsängste zu bekannten Neofaschisten hat und ihre geistige Nähe zur NPD öffentlich bekundet. Diese Vertriebenen-Funktionärin bezeichnete 1994 Teile von Polen und Russland als "ostdeutsche Provinzen" und am 23. September 2007 schwadronierte sie auf dem "Tag der Heimat" in Uelzen in bekannter Blut und Boden Terminologie: "Auf Erden kann es nur eine Heimat geben. Unsere Wurzeln sind da, wo wir sie gelassen haben".
Gerd Schultze-Rhonhof ist einer der prominentesten Geschichtsrevisionisten in der BRD. Der Ex-Generalmajor aus Buxtehude leugnet in Vorträgen, Büchern und Zeitungsartikeln die Kriegsschuld und Expansionspolitik Deutschlands und behauptet, das Deutsche Reich sei von den Nachbarstaaten quasi in den Krieg getrieben worden.
Ließ die Vertriebenenfunktionärin Loeffke zunächst über die örtliche Presse noch verlauten, sich nicht von Linken "terrorisieren" zu lassen und die Veranstaltung durchzuführen, ist jetzt in der "Preußischen Allgemeinen Zeitung" (Ostpreußenblatt) zu lesen, dass die Veranstaltung "leider ausfallen muss".
Gerd Schultze-Rhonhof:
Mit seinem Buch "Der Krieg der viele Väter hatte" tourt Schultze-Rhonhof seit Jahren durch diverse Vereine und Gruppierungen der extremen Rechten.
Obwohl Schultze-Rhonhof von der Geschichtswissenschaft fachlich nicht anerkannt wird, finden seine Thesen eine recht große Leserschaft. In extrem rechten Publikationen wie der "Deutschen Nationalzeitung" wird Schultze-Rhonhof regelmäßig als Kronzeuge herangezogen. In der Parteizeitung der NPD, der "Deutschen Stimme", wird das Machwerk von Schultze-Rhonhof empfohlen und ist auch im Sortiment des Verlages erhältlich. Im Mai 2006 trat Rhonhof gemeinsam mit den umstrittenen Historikern Stefan Scheil und Walter Post auf einer Tagung der beiden revisionistischen Verleger Wigbert Grabert und Gert Sudholt auf. Im Februar trat dieses Trio bei der extrem rechten Burschenschaft "Germania" in Marburg auf und im März auf einer Veranstaltung der rechtskonservativen "Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft" (SWG) in Hamburg. In neofaschistischen Kreisen hat er sich mittlerweile durch sein Buch einen Namen als revisionistischer Historiker gemacht.
In seinen Schriften zur Entstehungsgeschichte des Zweiten Weltkriegs vertritt Schultze-Rhonhof Positionen, die von der überwiegenden Mehrheit der Geschichtswissenschaft als abwegig beurteilt werden. Sofern seine Arbeiten von Fachautoren rezipiert worden sind, haben diese Schultze-Rhonhofs Arbeiten einer tendenziös geschichtsrevisionistischen und nicht einer objektiv wissenschaftlichen Auseinandersetzung zugeordnet.
So geht sein 2003 erschienenes Buch davon aus, dass Hitler den Überfall auf Polen nur begangen hätte, um die "Wahrung der Menschenrechte der Volksdeutschen, [die] Wiederangliederung Danzigs und [den] Bau exterritorialer Verkehrsverbindungen nach Ostpreußen" zu garantieren. Dabei wird eine Einordnung in das aggressiv-expansionistische Gesamtkonzept der Nazis nicht vorgenommen. Dokumente, die dieses expansionistische Gesamtkonzept belegen, werden entweder verschwiegen oder wie die so genannte Hoßbach-Niederschrift in die Nähe einer alliierten Fälschung gerückt. Überhaupt geht Schultze-Rhonhof davon aus, dass amtliche Quellenbände wie die "Akten zur deutschen und auswärtigen Politik" systematisch von den Alliierten gefälscht worden seien.
Der militärische Einmarsch in die Tschechoslowakei wird von ihm lediglich aus militärisch-strategischer Sicht als "Sündenfall" gewertet, eine Distanzierung erfolgt nicht. Die Tschechoslowakei wird mit der wiederholten Verwendung des Terminus "Resttschechei" der damaligen nationalsozialistischen Machthaber systematisch delegitimiert.
Eine Auseinandersetzung mit den Arbeiten seriöser Historiker findet fast durchweg nicht statt oder es wird generell deutschen Historikern unterstellt, dass sie gezwungen seien, ein den Alliierten gefälliges Geschichtsbild zu vermitteln. Als wichtigste Belege Schultze-Rhonhofs werden andere Hobbyhistoriker und Geschichtsrevisionisten wie David L. Hoggan, der ehemalige Gaupresseleiter, SS-Mann und Landserheftautor Erich Kern, das frühere Mitglied der Deutschen Reichspartei Friedrich Grimm sowie der französische Holocaust-Leugner Paul Rassinier herangezogen. Allen genannten Autoren konnten Historiker in den letzten vierzig Jahren systematische Quellenfälschungen und Entstellungen nachweisen, so dass diese in der Geschichtswissenschaft nicht als zitierwürdig angesehen werden .
Das italienische Innenministerium beantwortete jüngst eine Parlamentsanfrage zu Vorfällen bei den "Südtiroler Schützen" - einer der größten deutschen Traditionsvereinigungen in Norditalien - im letzten Jahr. Ein "deprecabile errore" (bedauernswerter Fehler) war nach Aussage des Kommandanten der "Südtiroler Schützen" die Einladung an Generalmajor a.D. Schultze-Rhonhof. Sein Vortrag führte dazu, dass der Kulturverantwortliche der Südtiroler Schützen im Januar 2007 von seinem Amt enthoben wurde. Das italienische Innenministerium macht bei der Beantwortung der Parlamentsanfrage eine klare Aussage über Schultze-Rhonhof: "der von den deutschen Sicherheitsdiensten der extremen Rechten zugeordnet wird, da er bekannt ist für seine revisionistischen Thesen und die Verleugnung der nazistischen Schuld".
In Deutschland ist Schultze-Rhonhof nach wie vor Referent bei der extremen Rechten. So trat er am 30. Juni 2007 in der sog."Gedächtnisstätte" im sächsischen Borna auf. Diese "Gedächtnisstätte" ist ein Zentrum von Alt- und Neonazis, das eng mit den Holocaustleugnern des sog. "Collegium Humanum" in Vlotho zusammen arbeitet. Verschiedene Internetseiten von sächsischen Neonazigruppen berichteten anlässlich des Auftritts von Schultze-Rhonhof am 30. Juni 2007 in Borna: "Zu diesem Vortrag, welcher einen kritischen Blick auf die Ereignisse vor dem 2. Weltkrieg zum Thema hatte, kamen auch etwa 130 junge nationale Sozialisten aus Leipzig, dem Leipziger Umland und Chemnitz." Schultze-Rhonhof bezeichnete diese Neonazis später in einem Leserbrief im Stader Tageblatt als "junge, höfliche, sauber gekleidete Leute".
Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum
Der "Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum - Hans-Ludwig Loeffke Gedächtnisvereinigung" hat sich zur Aufgabe gemacht, das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg ideell und finanziell zu unterstützen und an den Gründer dieses Museums - Hans-Ludwig Loeffke - zu erinnern. Dieser Förderkreis stellt aber auch ein Netzwerk von Vertriebenen dar und kann als Scharnierorganisation zwischen dem organisierten Neofaschismus und Konservatismus angesehen werden. Auf den jährlichen Mitgliederversammlungen mit Vortragsveranstaltungen versammeln sich Vertriebenenfunktionäre, Vertreter der extremen Rechten und Konservative.
Vorsitzende dieses Förderkreises ist die Vertriebenen-Multifunktionärin Barbara Loeffke aus Lüneburg, die auch Kreisvorsitzende des Bund der Vertriebenen (BdV) und die Landesvorsitzende der Landsmannschaft Ostpreußen ist.
Barbara Loeffke, die mit Hans-Ludwig Loeffke verheiratet war, ist seit Jahren für ihre Kontakte und Zusammenarbeit mit Personen und Gruppierungen der extremen Rechten bekannt. So nahm an einer Kranzniederlegung des Lüneburger BdV am 8. Mai 1985 auch eine Delegation der örtlichen NPD teil. Erst am 3. Mai 2007 wollte sie gemeinsam mit dem Neonazi und ehemaligen hochrangigen NPD-Funktionär, Klaus-Dieter Hoffmann aus Bad Bevensen, einen sog. "Heimatabend" in Adendorf durchführen. Nach Protesten musste die Veranstaltung abgesagt werden. Seit Jahren hält Barbara Loeffke enge Kontakte zu Klaus-Dieter Hoffmann. So trat sie im Jahr 1999 auf dem jährlichen Verbandstag des neofaschistischen "Freundschafts- und Hilfswerk Ost" (FhwO) in Munster auf. An dieser Veranstaltung nahmen auch mehrere NPD-Funktionäre teil. Das neofaschistische FHwO war schon mindestens zweimal in Lüneburg bei Vertriebenenveranstaltungen zu Gast. Im Jahr 2005 konnte der Vorsitzende des FHwO, Klaus-Dieter Hoffmann, auf einer Weihnachtsfeier der "Landmannschaft Schlesien" über seine Arbeit berichten. An dieser Veranstaltung nahm auch Barbara Loeffke, teil. Im Dezember 2006 nahm Klaus-Dieter Hoffmann an der alljährlichen Mitgliederversammlung des Förderkreises im Brömse-Haus teil. Auf Einladung von Barbara Loeffke hielt Hoffmann einen Reisebericht von einer Reise nach Polen.
Der "Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum" verleiht bei seinen Mitgliederversammlungen alljährlich den "Hans-Ludwig Loeffke Gedächtnispreis". 1991 wurde dieser z.B. an den Niederländer Frans du Buy verliehen. Fans du Buy tritt immer wieder auf Vertriebenveranstaltungen auf und publiziert in Zeitschriften des neofaschistischen "Witikobund" oder dem "Bund für Gesamtdeutschland".
Zu diesem Netzwerk gehört auch der Vorsitzende des Stiftungsrates der Ostpreußischen Kulturstiftung (Träger des Ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg) und Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, Wilhelm von Gottberg. In einem von dem CDU-Mitglied Von Gottberg verfassten geschichtspolitischen Text im "Ostpreußenblatt", in dem er sich auch Argumentationen aus der Publizistik von Holocaust-Leugnern bediente, belegte er den Holocaust mit Begriffen wie "Mythos", "Dogma" und "jüdische Wahrheit" - Begriffe, die die historische Tatsache der Vernichtung der europäischen Juden in Zweifel ziehen. Wilhelm von Gottberg hat in der "Preußischen Allgemeinen Zeitung - Ostpreußenblatt" auch die antisemitische Hetzrede von dem später dann aus der CDU ausgeschlossenen Abgeordneten Martin Hohmann verteidigt.
In einem solchen Milieu ist es nicht verwunderlich, dass Barbara Loeffke keine Berührungsängste zu bekannten Neofaschisten hat und ihre geistige Nähe zur NPD öffentlich bekundet. Diese Vertriebenen-Funktionärin bezeichnete 1994 Teile von Polen und Russland als "ostdeutsche Provinzen" und am 23. September 2007 schwadronierte sie auf dem "Tag der Heimat" in Uelzen in bekannter Blut und Boden Terminologie: "Auf Erden kann es nur eine Heimat geben. Unsere Wurzeln sind da, wo wir sie gelassen haben".
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Ergänzungen
Auch in Soest
als Festredner des Tages der Heimat ausfallen.
Hier eine Dokumentation der medialen Diskussion zum Thema S.R.:
Libertäre Geschichte Ostpreußens
Gewidmet ist diese Broschüre "den kämpfenden Genossinnen und Genossen in Deutschland, Polen und Litauen". Viel Spaß beim Lesen...
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Up Solidarity ! — Deine Nachbarin
Ist nicht weiter schlimm — tröster