Ganztägiger GDL Streik
„Ganztägiger Streik bei den Regional- und S-Bahnen“. Dieser Satz tickerte am 12.10.07 pausenlos über die Anzeigentafeln an den Bahnsteigen am Hauptbahnhof Stuttgart Wer Kontakt zu den Streikenden aufnehmen wollte, hatte es heute leider nicht so einfach. Die meiste Zeit verbrachten die streikenden Kolleginnen und Kollegen in improvisierten Streiklokalen in Bahnhofsnähe. „Draußen war es uns heute zu kalt und im Bahnhofsgebäude dürfen wir uns nicht mehr aufhalten; weil wir Hausverbot haben“, erklärt Streikleiter Adil Armagan.
Der Streik steht und die Stimmung ist gelassen und siegessicher. Der Streik heute hätte seine Wirkung gehabt. Chaos und Staus auf Stuttgarts Zufahrtsstraßen heute morgen seien ein Beweis dafür.
Der Streik steht und die Stimmung ist gelassen und siegessicher. Der Streik heute hätte seine Wirkung gehabt. Chaos und Staus auf Stuttgarts Zufahrtsstraßen heute morgen seien ein Beweis dafür.
Man betrachtet es als Sauerei, wie die Gerichte in den Streik eingreifen. Jeden Tag gibt es offensichtlich eine neue richterliche Anordnung. So hätte ein Gericht jetzt eine einstweilige Verfügung verhängt, wonach GDL-Lokführer zum Notdienst gezwungen werden können, um Loks aus den Bahnhöfen zu fahren, damit sie keine nachfolgenden Züge behindern. Aber das sei kein Notfall sondern Streikbehinderung. Im übrigen hätte die Bahn es abgelehnt einen Notdienstplan abzuschließen. Dass Lokführer suspendiert worden seien, hätten sie gehört, ihnen ist aber kein Fall aus ihrem Bezirk bekannt.
Vor kurzem hätte die Bahn eine riesige Stellenanzeige in verschiedenen Zeitungen geschaltet, in der sie für die Einstellung von tausend Lokführern wirbt. Damit solle ihnen Angst eingejagt werden. Die Kollegen halten die Anzeige aber für eine Lachnummer: „Da wird den Leuten versprochen, dass sie eine ICE-3-Lok fahren und 33.000 Euro Jahresgehalt bekämen. Wenn das so wäre, bräuchten wir nicht zu streiken. Und außerdem sieht so schnell keiner eine ICE-3-Lok. Neueingestellte landen bei der DB Zeitarbeit, bekommen eine Schmalspurausbildung, fahren S- und Regionalzüge und kriegen noch weniger als wir.“
Stimmt es, dass das Klima zwischen Transnet- und GDL-Kollegen total gestört sei? Die Presse würde hier was aufbauschen, was gar nicht stimmt. Da sei sogar von Morddrohungen die Rede? Niemand hier glaubt solche Geschichten. „Wir haben eine kollegiales Verhältnis und bekriegen uns nicht, nur weil wir in verschiedenen Gewerkschaften sind“, so Streikleiter Adil Armagan. Und was sagen die Transnet-Kollegen zum Streik? „Fragen sie sie selber. Hier ist einer“ Offensichtlich ist es Normalität, dass sich immer wieder Transnet-Kollegen unter die Streikenden mischen. So auch heute. Warum er noch in Transnet sei, frage ich einen Kollegen. Er hätte früher in der Werkstatt gearbeitet und sei noch nicht so lange Lokführer. Früher hätte er die Gewerkschaft nicht so gebraucht. Transet oder GDL, er hätte sich da nie Gedanken darüber gemacht. Er sei halt in Transnet gegangen. Aber wie die mit dem Streik umgehen, ärgere ihn. Und deshalb würde er am Montag zur GDL übertreten.
Wie ist die Stimmung bei den Reisenden? Meckerer gäbe es immer und es wäre ja auch verständlich, wenn sich Leute ärgern, wenn sie nicht hinkommen, wo sie hinwollen. Andererseits würden sie nach wie vor die Erfahrung machen, dass die Leute bei allem Ärger großes Verständnis hätten und dies auch offen zum Ausdruck brächten. Ein Kollege berichtet, dass am Freitag zwei Leute zu ihm gesagt hätten: „So wie ihr das macht, kann das nichts werden. Ihr müsst mal zwei Tage am Stück durchziehen.“ Ein anderer Kollege berichtet von einer ähnlichen Erfahrung. Ihn habe auch ein Fahrgast vor einigen Tagen angesprochen und gesagt, er wünsche uns Erfolg. Er schlussfolgert daraus: „Dass sich mal jemand hinstellt, nein sagt und signalisiert, dass es so nicht weitergehen kann, führt zu einer positiven Einstellung uns gegenüber“ . „Dass der Deutsche Michel aufsteht und sagt, jetzt ist der Punkt erreicht, Schluss, Feierabend, das war doch überfällig“ ergänzt ein anderer.
Wie geht weiter? Die Kollegen hoffen, dass Mehdorn nach dem ganztägigen Streik einlenkt. Sie wollen in jedem Fall eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit und eine „spürbare Lohnerhöhung“. Wenn das nicht kommt, dann müsse der Streik ab Dienstag oder Mittwoch nächster Woche verschärft werden. Dann dürfe es nicht bei einem Streiktag bleiben, dann müsse ein paar Tage hintereinander gestreikt werden.
Ari Hecker, Vertrauensmann am Klinikum Stuttgart erklärte den Kollegen seine solidarische Unterstützung und erklärte dass ein erfolgreicher Streik der Lokführer auch positive Auswirkungen auf die Tarifrunde im öffentlichen Dienst im kommenden Jahr hätte. Denn es wäre ein Ermutigung für ihn und seine Kollegen. Sechs weitere ver.di-Vertrauensleute und Personalräte hatten sich am selben Tag in die vom Metallertreff Stuttgart gestartete Solidaritätserklärung eingetragen. Die aktualisierte Liste wurde an die Streikenden verteilt.
Fotos aus Stuttgart:
http://www.action-stuttgart.com/31_Politik3e_GDL_STREIK_STUTTGART/index.htm
Vor kurzem hätte die Bahn eine riesige Stellenanzeige in verschiedenen Zeitungen geschaltet, in der sie für die Einstellung von tausend Lokführern wirbt. Damit solle ihnen Angst eingejagt werden. Die Kollegen halten die Anzeige aber für eine Lachnummer: „Da wird den Leuten versprochen, dass sie eine ICE-3-Lok fahren und 33.000 Euro Jahresgehalt bekämen. Wenn das so wäre, bräuchten wir nicht zu streiken. Und außerdem sieht so schnell keiner eine ICE-3-Lok. Neueingestellte landen bei der DB Zeitarbeit, bekommen eine Schmalspurausbildung, fahren S- und Regionalzüge und kriegen noch weniger als wir.“
Stimmt es, dass das Klima zwischen Transnet- und GDL-Kollegen total gestört sei? Die Presse würde hier was aufbauschen, was gar nicht stimmt. Da sei sogar von Morddrohungen die Rede? Niemand hier glaubt solche Geschichten. „Wir haben eine kollegiales Verhältnis und bekriegen uns nicht, nur weil wir in verschiedenen Gewerkschaften sind“, so Streikleiter Adil Armagan. Und was sagen die Transnet-Kollegen zum Streik? „Fragen sie sie selber. Hier ist einer“ Offensichtlich ist es Normalität, dass sich immer wieder Transnet-Kollegen unter die Streikenden mischen. So auch heute. Warum er noch in Transnet sei, frage ich einen Kollegen. Er hätte früher in der Werkstatt gearbeitet und sei noch nicht so lange Lokführer. Früher hätte er die Gewerkschaft nicht so gebraucht. Transet oder GDL, er hätte sich da nie Gedanken darüber gemacht. Er sei halt in Transnet gegangen. Aber wie die mit dem Streik umgehen, ärgere ihn. Und deshalb würde er am Montag zur GDL übertreten.
Wie ist die Stimmung bei den Reisenden? Meckerer gäbe es immer und es wäre ja auch verständlich, wenn sich Leute ärgern, wenn sie nicht hinkommen, wo sie hinwollen. Andererseits würden sie nach wie vor die Erfahrung machen, dass die Leute bei allem Ärger großes Verständnis hätten und dies auch offen zum Ausdruck brächten. Ein Kollege berichtet, dass am Freitag zwei Leute zu ihm gesagt hätten: „So wie ihr das macht, kann das nichts werden. Ihr müsst mal zwei Tage am Stück durchziehen.“ Ein anderer Kollege berichtet von einer ähnlichen Erfahrung. Ihn habe auch ein Fahrgast vor einigen Tagen angesprochen und gesagt, er wünsche uns Erfolg. Er schlussfolgert daraus: „Dass sich mal jemand hinstellt, nein sagt und signalisiert, dass es so nicht weitergehen kann, führt zu einer positiven Einstellung uns gegenüber“ . „Dass der Deutsche Michel aufsteht und sagt, jetzt ist der Punkt erreicht, Schluss, Feierabend, das war doch überfällig“ ergänzt ein anderer.
Wie geht weiter? Die Kollegen hoffen, dass Mehdorn nach dem ganztägigen Streik einlenkt. Sie wollen in jedem Fall eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit und eine „spürbare Lohnerhöhung“. Wenn das nicht kommt, dann müsse der Streik ab Dienstag oder Mittwoch nächster Woche verschärft werden. Dann dürfe es nicht bei einem Streiktag bleiben, dann müsse ein paar Tage hintereinander gestreikt werden.
Ari Hecker, Vertrauensmann am Klinikum Stuttgart erklärte den Kollegen seine solidarische Unterstützung und erklärte dass ein erfolgreicher Streik der Lokführer auch positive Auswirkungen auf die Tarifrunde im öffentlichen Dienst im kommenden Jahr hätte. Denn es wäre ein Ermutigung für ihn und seine Kollegen. Sechs weitere ver.di-Vertrauensleute und Personalräte hatten sich am selben Tag in die vom Metallertreff Stuttgart gestartete Solidaritätserklärung eingetragen. Die aktualisierte Liste wurde an die Streikenden verteilt.
Fotos aus Stuttgart:
http://www.action-stuttgart.com/31_Politik3e_GDL_STREIK_STUTTGART/index.htm
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Der DGB bekommt kalte Füsse
Eine Kritik an dem Streik bleibt aber: anstatt die Bürger zu bestrafen, sollten die Bahnbosse abgestraft werden. Ein sinnvollerer Steik, der mehr Sympathie einbringt, wäre ein "Null-Tarif"-Streik. Der würde dann auch den richtigen Leuten wehtun. Blockaden und Betriebsstillegungen sollten dagegen nur an bestimmten Punkten sttattfinden. Im Berufsverkehr trifft es die falschen und fürrt nicht zu Solidarisierungen.
Wenig Streik
ein weiterer bericht
Bahnvorstand und Pressekonzerne haben in den letzten Tagen massiv Vorbehalte unter der Bevölkerung zu schüren versucht. Das ist ihnen bei weitem nicht in der beabsichtigten Weise gelungen. Eine Internet-Umfrage mit über 570 Teilnehmern im "Hamburger Abendblatt" oder Telefonanrufe heute Vormittag beim Westdeutschen Rundfunk (WDR 5) drückten eine überwiegende Zustimmung für das Anliegen der Lokführer aus. Die Bahn-Führung hat jetzt ein "neues Angebot" signalisiert. Die GDL-Führung hat den Streik für Anfang nächste Woche ausgesetzt, um das Angebot "zu prüfen".
Die große Empörung vieler Menschen über das Chemnitzer Skandal-Urteil, das die Bestreikung des Personenfernverkehrs und Gütertransports untersagt hat, wirft die Frage nach dem Streikrecht auf. Das bestätigt geradezu die richtige Entscheidung des Verdi-Gewerkschaftkongresses Ende September/Anfang Oktober, ein echtes Streikrecht in den Forderungskatalog aufzunehmen.
Jetzt ist eine breite Solidarität in den Betrieben und Gewerkschaften notwendig: Sowohl um den Kolleginnen und Kollegen den Rücken stärken als auch die massenhafte Diskussion um das Streikrecht zu entfalten. So hat die MLPD in Berlin und Hamburg mit Delegationen die Streikenden heute früh am Bahnhof besucht. Beschäftigte der Halleschen Verkehrs AG haben eine Resolution an die Eisenbahner verabschiedet. Resolutionen, die vor allem die politische Unterdrückung angreifen und sich für ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht einsetzen, zeigen: Die Zeit, diese Forderung aufzustellen und dafür zu kämpfen, ist reif. Zu begrüßen ist, dass die GDL zugesagt hat, auf der Abschlusskundgebung der morgigen Berliner Demonstration gegen die Regierung mit einem Redner aufzutreten.
Unrealistische Ratschläge helfe nichts!
Daher ist die Forderung nach einem gezielten Aufruf zum "null-tarif" durch die (trotz allem gelben) GDL allein deshalb unrealistisch. Ganz davon abgesehen, dass im Nahverkehr praktisch keine Auswirkung zu spüren sein werden. Die überwältigende Mehrheit der PendlerInnen hat Monatkarten und die meist im Abo von den kommunalen Verkehrsbetrieben, die Bahn würde nicht wirklich getroffen werden. Darüber hinaus kommt das Problem, dass zwar SchaffnerInnen bei der GDL organisiert sind, diese aber sehr viel einfacher als LokführerInnen durch StreikbrecherInnen ersetzt werden können.
Somit ist es kein Zufall, dass das Gericht in Chemnitz Streiks im Güterverkehr (welche die Wirtschaft selbst bei nur wenigen Stunden stark belasten würden) verboten wurden, während im Nahverkehr der Streik erlaubt wurde (und damit vorallem Lohnabhängige der unteren und mittleren Einkommen, SchülerInnen und Studierende trifft). Da muss dann wenig mehr als "Klassenjustiz" (oder neoliberale Rechtssprechung mit Keynianistischem Deckmantel - für unsere Studierenden) gesagt werden, oder?
Ein totales Streikverbot durch Gerichte wäre in der BRD - noch - nicht durchsetzbar, da einerseits die DGB-Gewerkschaften dann auch entsprechend fuchsig werden und andererseits es genau aus diesem Grund Beamte gibt, was dann wieder rein rechtlich interessant ist.
Noch ein kurzer etwas zur "Entsolidarisierung", die insbesondere von den DGB-Gewerkschaften immer wieder erwähnt wird. Bei dem Streik im Öffentlichen DIesnt 2006 kam es, zumindest in Niedersachsen zu einer breiten Entsolidarisierung INNERHALB von ver.di, als die kommunalen Beschäftigten den Streik abbrachen sobald sie eine Vertrag erhandelt hatten. Die KollgeInnen auf Landesebene, die - z.B. bei Autobahnmeistereien - im gleichen Betrieb arbeiten, hatten noch keinen Abschluss und streikten weiter. Nur leider haben die Beschäftigten auf Landesebene weniger Druckmöglichkeiten als die KollegInnen bei der Müllabfuhr, die ist aber kommunal...
Sympathie von Autofahrern
Das Ende - der Streikaussetzungen - ist nahe
Über die Entlohnung wird mit der Deutschen Bahn und den anderen Gewerkschaften verhandelt.
Dafür verspricht GDL-Schell mal wieder "Streikverzicht" bis zum 31. Oktober.
Ein eigener Tarifvertrag ist für die GDL-Mitglieder überhaupt nichts wert, wenn er nicht besser ist als der Transnet-Tarifvertrag. Die GDL-Zugbegleiter hat Schell schon hängen lassen und jetzt werden auch die GDL-Lokführer reingelegt.
GDL-Schell reiht sich in einer Reihe mit Typen wie VERDI-Bsirske, Schmoll, Huber, Sommer oder Transnet-Hansen ein. Kein Wunder, daß immer mehr Organisierte diese korrupten Gewerkschaftsorganisationen dieser Arbeiteraristokraten, Funktionäre & Bürokraten Schell & Co verlassen.
Fux
Nach Spiegelberichten über eine angebliche Einigung zwischen DB und GDL hat Schell diese dementiert.
Hoffen wir also weitere Streiks erwarten zu dürfen.
Britische Eisenbahnen in der Krise
Ein Hintergrundartikel:
radiogespräch mit robert kurz
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
ein kleinbißchen Streik — wer hat uns verraten?
@Streik-Symphatisant — egal
Tarifstreik?? — ...
Schell der Streik-Aussätzige — Streikaussetzungslokal
schnelles Chaos auf der Schiene — Chaosforscher
Umverteilung von Geldern in u.a. Berlin — max