Anmerkung der Moderationsgruppe:
Trotz der Bitte, de.indymedia.org zum Veröffentlichen von eigenen Berichten und selbst recherchierten Reportagen zu nutzen, wurde hier ein Termin, ein Aufruf, die Einladung zu einer Veranstaltung oder die Ankündigung einer Aktion reinkopiert.
Es ist nicht das Ziel von Indymedia, ein möglichst umfassendes Infoportal incl. Terminkalender anzubieten. Indymedia will eine Plattform für engagierte MedienmacherInnen und ihren eigenen Inhalte bieten. Das Veröffentlichen von Terminen, Aufrufen und Einladungen gehört nicht zu den Zielen des Projektes. Mehr Informationen, warum sich Indymedia nicht zum Veröffentlichen von Terminen eignet, findest Du hier. Bitte nutze stattdessen die verlinkten Terminkalender-Seiten.
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no way out - der...ums Ganze-Kongress
Die Vorbereitungen für den ...ums Ganze-Kongress laufen nicht nur in Frankfurt auf Hochtouren und die Erwartungen sind dementsprechend hoch. Hochkarätige ReferentInnen lassen selbst den eingesessensten Altlinken den Atem stocken, viele frankfurter Betriebe haben für den 7.-9. Dezember schon eine Urlaubssperre verhängt und das Vorhaben des Kongresses, einen way out ansatzweise neu zu bestimmen, um den Kapitalismus endlich zu überwinden, lässt den oberen Zehntausend keine Ruhe.
Vom 7. bis 9. Dezember findet in Frankfurt a.M. der ...umsGanze-Kongress unter dem Titel "no way out? - Wertkritik bis Postoperaismus" statt. Auf dem Weg zu einem angemessenen Verständnis der kapitalistischen Gesellschaft und einer linken Praxis soll der Kongress ein erster Schritt für eine Neuorientierung sein und dazu beitragen, angesammelte Theorien, gescheiterte und erfolgreiche Interventionen und unterschiedliche Politikansätze der letzten Jahre auf einen zumindest gemeinsameren Nenner bringen.
Der Kongress beginnt am Freitag Abend mit allgemeinen Einführungsveranstaltungen, am Samstag sollen Grundkategorien der Gesellschhaftsanalayse aus verschiedenen linken Perspektiven diskutiert werden, um am letzten Tag das Verhältnis von Theorie und Praxis zu bestimmen und mögliche Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Außerdem werden am Sonntag Morgen ein halbes Dutzend Workshops angeboten, die sich mit spezifischeren Fragestellungen beschäftigen und in denen linke Projekte und Initiativen einen Raum zur Verfügung gestellt bekommen.
Für weitere Informationen ist die Sonderseite für den Kongress unter ugkongress.blogsport.de zu erreichen; hier gibt es auch den Veranstaltungsplan und eine Möglichkeit, sich unverbindlich und natürlich kostenlos anzumelden.
Hier der Ankündigungstext:
Um’s Ganze Kongress
07. – 09. 12. 2007 | Frankfurt/Main | Universität
mit
Moishe Postone |Martin Birkner | Robert Foltin | Norbert Trenkle |
Ernst Lohoff | Thomas Atzert | Karl Reittner |
Gerhard Hanloser | Sven Ellmers | Sonja Buckel |
Stephan Adolphs| Stefan Meretz |
Lars Bretthauer | Katja Dieffenbach | Nadja Rakowitz |
Thomas Seibert | Ingo Elbe
Werner Rätz | Antiherrschaftliche Initiative |
FreundInnen der klassenlosen Gesellschaft |
Jens Wissel | John Kannankulam
Vorbemerkung.
„Ob du wirklich richtig stehst, siehst du, wenn das Licht angeht.“
(1, 2 oder 3, öffentlich-rechtliches Fernsehen, zeitlos)
Nicht erst seit dem G8-Gipfel in Heiligendamm ist die Linke an der Frage einer grundlegenden Gesellschaftsanalyse und der daraus resultierenden Praxis gespalten. Die Lage scheint unübersichtlich, eine einfache Lösung ist nicht in Sicht. Bestehende Differenzen zwischen den unterschiedlichen Ansätzen liegen nicht zuletzt darin begründet, dass das grundsätzliche Ziel - die Überwindung des Kapitalismus – noch lange nichts über das Verständnis dieser Gesellschaftsformation aussagt. Dementsprechend kontrovers werden in den verschiedenen Spektren auch die Möglichkeiten für eine emanzipatorische Praxis gesehen.
Sowohl die Bestimmung der politischen Subjekte als auch die Bezugnahme auf soziale Kämpfe sind Ergebnis einer Einschätzung gesellschaftlicher Strukturen, Prozesse, Kräfteverhältnisse und Perspektiven. Gerade an der Frage, wo mögliche Anknüpfungspunkte für emanzipatorische Politik gegeben und nötige Interventionen in gesellschaftlichen Konflikten geboten sind, gehen die Meinungen weit auseinander. Doch nur die längst überfällige und grundsätzliche Diskussion über Strategien und Konzepte kann die Grundlage dafür liefern, wie künftige Organisationsmöglichkeiten aussehen könnten. Im Zentrum dieser Auseinandersetzung steht für uns dabei selbstredend, wie eine theoretische Gesellschaftsanalyse die Verhältnisse angemessen beschreiben – und wie mit dieser Analyse die Überwindung des Kapitalismus in Angriff genommen werden kann.
Der Kongress.
„Wir müssen immer weiter durchbrechen.“
(Egoexpress, Hamburg, 2000)
Im Dezember 2007 lädt das „…Ums Ganze“-Bündnis nach Frankfurt/Main ein, um am Beispiel von (Post)Operaismus und Wertkritik zu diskutieren, wie und wo der way out zu suchen ist. Der in Italien entstandene und sich in Ablehnung zu den auf die Eroberung des Staatsapparates setzenden ML-Parteikonzepten begreifende (Post)Operaismus gilt mit seinen praxisnahen Konzepten der Multitude, des spontanen Kommunismus und des gesellschaftlichen Arbeiters als eine der bedeutendsten Theorieströmungen und Grundlage interventionistischer Politikkonzepte. Indem er in den gesellschaftlichen Verhältnissen immanente Potentiale für Befreiung aufspürt und Gesellschaft grundsätzlich als umkämpft begreift, entwirft der (Post)Operaismus ein recht hoffnungsvolles Szenario für die Politik.
Demgegenüber betont die wertkritische Position das Vorhandensein objektiver Gesetzmäßigkeiten: Der kapitalistischen Gesellschaftsformation liegen zunächst einmal die Prinzipien ihrer politischen Ökonomie zugrunde, die sowohl das Handeln der Institutionen als auch die Konstitution des Individuums maßgeblich bestimmen. Der Wert als abstrakte Herrschaft durchdringt jedwede menschliche Praxis; konkrete Kämpfe gegen bestimmte Ausbeutungsverhältnisse – wie sie der (Post)Operaismus fordert – verändern aus der Perspektive der Wertkritik lediglich Distributionsverhältnisse und sind weit davon entfernt, kapitalistische Vergesellschaftung aufzulösen.
Als Veranstalter des Kongresses glauben wir, dass beide Theorieströmungen viel zu einer möglichen Bestimmung von Politik beitragen können und sich viele ihrer Ansätze einer radikalen Staats- und Gesellschaftskritik nicht ausschließen. Wir wollen einen Diskurs ermöglichen, der sowohl die Differenzen, als auch die Überschneidungen und prinzipiellen Übereinstimmungen verdeutlicht und damit eventuell neue Impulse für eine Definition von Praxis geben kann. Neben der nach wie vor ungeklärten Frage nach Möglichkeit und Unmöglichkeit eines richtigen Lebens in den falschen Verhältnissen stellt sich die Frage nach ihrer Überwindung.
Die Fragestellungen.
„Oder heißt immer auch Und.“
(unbekannter Raver, Berlin, 90er Jahre)
Der Kongress soll dazu beitragen, mithilfe dieser unterschiedlichen theoretischen Ansätze eine Auseinandersetzung mit jenen Themenfeldern und Begriffen voranzutreiben, die für eine Bestimmung politischer, sozialer, ökonomischer und struktureller Prozesse im Kapitalismus unumgänglich sind.
Hierbei wird es immer um die verschiedenen Ansätze der Analyse gehen, aus denen die unterschiedlichen Einschätzungen über Rolle, Funktion und emanzipatorisches Potential von Begriffen wie Arbeit, Staat, Klasse, Recht und Geschlecht resultieren. Der Kongress soll den Raum für eine Diskussion darüber liefern, wie die vorgefundenen Verhältnisse bestimmt werden können und wo sich konkrete Möglichkeiten der Intervention ergeben bzw. ergeben könnten.
Der Aufbau.
„Wie ein kommunistisches Projekt zur Überwindung der kapitalistischen Verhältnisse aussehen könnte, wie eine radikale Kritik zu denken ist, das kann auf dem Kongress wohl nicht letztendlich bestimmt, aber zumindest in die Diskussion gebracht werden.“
(Kritik & Praxis Berlin zum Kommunismuskongress, 2003)
Der Kongress ist auf drei Tage angelegt und gliedert sich wie folgt: Am Freitag Tag sollen die unterschiedlichen Ansätze vorgestellt und ihre theorie- und geistesgeschichtlichen Hintergründe und Implikationen beleuchtet werden. Am Samstag sollen auf Podiumsdiskussionen Vertreter verschiedener Strömungen (die längst nicht nur mit Wertkritik und Postoperaismus abgedeckt sind) grundsätzliche Kategorien der Gesellschaftsanalyse mit- und gegeneinander diskutiert werden.
Am letzten Tag wird vormittags durch einzelne Referate, inhaltliche Schwerpunkte und spezifische Fragestellungen das Angebot gemacht, genauere Einblicke in die verschiedenen Theorieströmungen zu bekommen; zum Kongressabschluss sollen dann auf mehreren Podien die verschiedenen Ansätze und möglichen Ergebnisse zurück auf die Politik der radikalen Linken bezogen werden, um einen möglichen way out zu bestimmen.
Der Kongress beginnt am Freitag Abend mit allgemeinen Einführungsveranstaltungen, am Samstag sollen Grundkategorien der Gesellschhaftsanalayse aus verschiedenen linken Perspektiven diskutiert werden, um am letzten Tag das Verhältnis von Theorie und Praxis zu bestimmen und mögliche Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Außerdem werden am Sonntag Morgen ein halbes Dutzend Workshops angeboten, die sich mit spezifischeren Fragestellungen beschäftigen und in denen linke Projekte und Initiativen einen Raum zur Verfügung gestellt bekommen.
Für weitere Informationen ist die Sonderseite für den Kongress unter ugkongress.blogsport.de zu erreichen; hier gibt es auch den Veranstaltungsplan und eine Möglichkeit, sich unverbindlich und natürlich kostenlos anzumelden.
Hier der Ankündigungstext:
Um’s Ganze Kongress
07. – 09. 12. 2007 | Frankfurt/Main | Universität
mit
Moishe Postone |Martin Birkner | Robert Foltin | Norbert Trenkle |
Ernst Lohoff | Thomas Atzert | Karl Reittner |
Gerhard Hanloser | Sven Ellmers | Sonja Buckel |
Stephan Adolphs| Stefan Meretz |
Lars Bretthauer | Katja Dieffenbach | Nadja Rakowitz |
Thomas Seibert | Ingo Elbe
Werner Rätz | Antiherrschaftliche Initiative |
FreundInnen der klassenlosen Gesellschaft |
Jens Wissel | John Kannankulam
Vorbemerkung.
„Ob du wirklich richtig stehst, siehst du, wenn das Licht angeht.“
(1, 2 oder 3, öffentlich-rechtliches Fernsehen, zeitlos)
Nicht erst seit dem G8-Gipfel in Heiligendamm ist die Linke an der Frage einer grundlegenden Gesellschaftsanalyse und der daraus resultierenden Praxis gespalten. Die Lage scheint unübersichtlich, eine einfache Lösung ist nicht in Sicht. Bestehende Differenzen zwischen den unterschiedlichen Ansätzen liegen nicht zuletzt darin begründet, dass das grundsätzliche Ziel - die Überwindung des Kapitalismus – noch lange nichts über das Verständnis dieser Gesellschaftsformation aussagt. Dementsprechend kontrovers werden in den verschiedenen Spektren auch die Möglichkeiten für eine emanzipatorische Praxis gesehen.
Sowohl die Bestimmung der politischen Subjekte als auch die Bezugnahme auf soziale Kämpfe sind Ergebnis einer Einschätzung gesellschaftlicher Strukturen, Prozesse, Kräfteverhältnisse und Perspektiven. Gerade an der Frage, wo mögliche Anknüpfungspunkte für emanzipatorische Politik gegeben und nötige Interventionen in gesellschaftlichen Konflikten geboten sind, gehen die Meinungen weit auseinander. Doch nur die längst überfällige und grundsätzliche Diskussion über Strategien und Konzepte kann die Grundlage dafür liefern, wie künftige Organisationsmöglichkeiten aussehen könnten. Im Zentrum dieser Auseinandersetzung steht für uns dabei selbstredend, wie eine theoretische Gesellschaftsanalyse die Verhältnisse angemessen beschreiben – und wie mit dieser Analyse die Überwindung des Kapitalismus in Angriff genommen werden kann.
Der Kongress.
„Wir müssen immer weiter durchbrechen.“
(Egoexpress, Hamburg, 2000)
Im Dezember 2007 lädt das „…Ums Ganze“-Bündnis nach Frankfurt/Main ein, um am Beispiel von (Post)Operaismus und Wertkritik zu diskutieren, wie und wo der way out zu suchen ist. Der in Italien entstandene und sich in Ablehnung zu den auf die Eroberung des Staatsapparates setzenden ML-Parteikonzepten begreifende (Post)Operaismus gilt mit seinen praxisnahen Konzepten der Multitude, des spontanen Kommunismus und des gesellschaftlichen Arbeiters als eine der bedeutendsten Theorieströmungen und Grundlage interventionistischer Politikkonzepte. Indem er in den gesellschaftlichen Verhältnissen immanente Potentiale für Befreiung aufspürt und Gesellschaft grundsätzlich als umkämpft begreift, entwirft der (Post)Operaismus ein recht hoffnungsvolles Szenario für die Politik.
Demgegenüber betont die wertkritische Position das Vorhandensein objektiver Gesetzmäßigkeiten: Der kapitalistischen Gesellschaftsformation liegen zunächst einmal die Prinzipien ihrer politischen Ökonomie zugrunde, die sowohl das Handeln der Institutionen als auch die Konstitution des Individuums maßgeblich bestimmen. Der Wert als abstrakte Herrschaft durchdringt jedwede menschliche Praxis; konkrete Kämpfe gegen bestimmte Ausbeutungsverhältnisse – wie sie der (Post)Operaismus fordert – verändern aus der Perspektive der Wertkritik lediglich Distributionsverhältnisse und sind weit davon entfernt, kapitalistische Vergesellschaftung aufzulösen.
Als Veranstalter des Kongresses glauben wir, dass beide Theorieströmungen viel zu einer möglichen Bestimmung von Politik beitragen können und sich viele ihrer Ansätze einer radikalen Staats- und Gesellschaftskritik nicht ausschließen. Wir wollen einen Diskurs ermöglichen, der sowohl die Differenzen, als auch die Überschneidungen und prinzipiellen Übereinstimmungen verdeutlicht und damit eventuell neue Impulse für eine Definition von Praxis geben kann. Neben der nach wie vor ungeklärten Frage nach Möglichkeit und Unmöglichkeit eines richtigen Lebens in den falschen Verhältnissen stellt sich die Frage nach ihrer Überwindung.
Die Fragestellungen.
„Oder heißt immer auch Und.“
(unbekannter Raver, Berlin, 90er Jahre)
Der Kongress soll dazu beitragen, mithilfe dieser unterschiedlichen theoretischen Ansätze eine Auseinandersetzung mit jenen Themenfeldern und Begriffen voranzutreiben, die für eine Bestimmung politischer, sozialer, ökonomischer und struktureller Prozesse im Kapitalismus unumgänglich sind.
Hierbei wird es immer um die verschiedenen Ansätze der Analyse gehen, aus denen die unterschiedlichen Einschätzungen über Rolle, Funktion und emanzipatorisches Potential von Begriffen wie Arbeit, Staat, Klasse, Recht und Geschlecht resultieren. Der Kongress soll den Raum für eine Diskussion darüber liefern, wie die vorgefundenen Verhältnisse bestimmt werden können und wo sich konkrete Möglichkeiten der Intervention ergeben bzw. ergeben könnten.
Der Aufbau.
„Wie ein kommunistisches Projekt zur Überwindung der kapitalistischen Verhältnisse aussehen könnte, wie eine radikale Kritik zu denken ist, das kann auf dem Kongress wohl nicht letztendlich bestimmt, aber zumindest in die Diskussion gebracht werden.“
(Kritik & Praxis Berlin zum Kommunismuskongress, 2003)
Der Kongress ist auf drei Tage angelegt und gliedert sich wie folgt: Am Freitag Tag sollen die unterschiedlichen Ansätze vorgestellt und ihre theorie- und geistesgeschichtlichen Hintergründe und Implikationen beleuchtet werden. Am Samstag sollen auf Podiumsdiskussionen Vertreter verschiedener Strömungen (die längst nicht nur mit Wertkritik und Postoperaismus abgedeckt sind) grundsätzliche Kategorien der Gesellschaftsanalyse mit- und gegeneinander diskutiert werden.
Am letzten Tag wird vormittags durch einzelne Referate, inhaltliche Schwerpunkte und spezifische Fragestellungen das Angebot gemacht, genauere Einblicke in die verschiedenen Theorieströmungen zu bekommen; zum Kongressabschluss sollen dann auf mehreren Podien die verschiedenen Ansätze und möglichen Ergebnisse zurück auf die Politik der radikalen Linken bezogen werden, um einen möglichen way out zu bestimmen.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(4.2M)

Ergänzungen
Sekten drehen sich immer noch um sich selbst
Das Flugblatt zu diesem Treffen ist so derart voller Widersprüche daß man schon ziemlich schizophren sein muss, um es ernst zu nehmen. Herrlich zum Beispiel die Position contra veralteter linker Lehre, während zugleich durch den Missbrauch Indymedias eine Medienkompetenz an den Tag gelegt wird die an voraufklärerische Zeiten erinnert.
Hier ein Link zu einer Studie, die sich mit den Kongressteilnehmern beschäftigt hat:
also...
delete party program
delete_party_program
Die Ankündigung für den „Ums Ganze“-Kongress verspricht nicht nur die Welt zu erklären. Sie ist auch ein Zeugnis für den Zustand dessen, was gemeinhin als „linke Szene“ bezeichnet wird. Der Veranstaltung kommt daher mehr eine diagnostische Funktion zu, als dass sie substanziell neue Einsichten liefern wird.
Wer sich die drei Folgen von „Ums Ganze-TV“ auf Youtube angesehen hat, der wird verstehen, was sich die Beteiligten unter der Triade Theorie-Organisation-Praxis vergestellt haben. Verweist die Reihenfolge der Begriffe vermutlich auf die intendierte Abfolge der Schritte hin zur kommunistischen Revolution, so führt die Internet-TV-Serie vor, wie sich eine Symbiose aller drei Momente zu einer - wie könnte es anders sein - dialektischen Einheit darstellt. Die audiovisuelle Botschaft ist klar: das „Schweinesystem“, „Staat und Kapital“ und Bereitschaftspolizisten gilt es durch „Krawall und Remmidemmi“ zu bekämpfen. Als theoretisch reflektierter Zusammenschluss will man jedoch „Pseudoaktivität“ vermeiden und lieber den „unversöhnlichen Akt der Negation“ wählen. Was dieses kryptische Raunen aber bedeuten soll - das, so lässt sich vermuten, soll auf dem Kongress zu Wertkritik und (Post)Operaismus geklärt werden. Moment? Kam die Theorie nicht vor der Praxis?
Doch zurück zur Ankündigung. Die grundsätzlich begrüßenswerte Entscheidung, einen Kongress zu veranstalten, auf dem Fragen der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation mit Hinblick auf ihre Veränderung geklärt werden sollen bekommt einen faden Beigeschmack beim Blick auf die Liste der Referent_innen. Wer sich das Label „Theorie“ zueigen macht, der muss sich auch dem zwanglosen Zwang des besseren Arguments unterwerfen. Doch ein solches Verfahren wird umgangen durch vorzeitige Auswahl des Sag- und Denkbaren und der ressentimentgeladenen Indifferenz gegenüber dem, was anderes besagt. So ist ein gros der Beteiligten aus dem Umfeld der Zeitschriften Krisis und Exit! als den Zentralorganen der wertkritischen Fraktion. Dieser esoterische Verein muss nicht jedem bekannt sein und es fragt sich, warum die Veranstalter_innen ausgerechnet eine solche Auswahl treffen mussten. Die Selbstetikettierung als „links“ ist gerade in Zeiten der Vorherrschaft von Lechts und Rinks kein Grant für eine qualitativ hochwertige Einschätzung gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse. Die platte Dichotomie: Wertkritk = „da geht nischts“ vs. Postoperaismus = „die Multitude bringst“, eignet sich nicht für eine Analyse komplizierter gesellschaftlicher Tendenzen. Auch wenn es sich nicht um eine „Verrätselung der Welt“ handelt, wie es denjenigen Leuten erscheint, für die die Dinge eh schon klar sind, so sollte doch vor einer Überformung eines reflektierten common sense durch pseudo-theoretisches Gelaber gewarnt werden. Ein Blick auf die drei Meter „Prokla“ im Regal genügt, um sich vor Augen zu führen, dass sich bereits einige Leute Gedanken über die Themen Kapitalismus, Klassenkampf etc. etc. gemacht haben. Sehr verwunderlich ist auch die Tatsache, dass der Beitrag der Gruppe TOP Berlin zu falscher Kapitalismuskritik (Jungle World, Nr. 44) nicht mit einem Wort Phänomene wie Antisemitismus und Antiamerikanismus erwähnt. Schließlich handelt es sich dabei um die zengtralen Themen des linken Diskurses in den letzten Jahren.
Die Bedeutungslosigkeit einer solchen Veranstaltung resultiert u.a. aus dem Umstand, dass hier eine homogene „linke“ Masse gebildet wird, die den Kontakt zum wissenschaftlichen Mainstream und seinen kritischen Randgebieten schon längst gekappt hat. Was danach übrig bleibt ist eine Suppe aus adornitischem Brummen und marxistischen Stereotypen, in der „Praxis“ garniert mit chicker Elektromusik. Warum ist es nicht möglich Menschen einzuladen, die sich auch empirisch mit sozialen Kämpfen, ihrer Logik und ihrem emanzipatorischen Gehalten auseinandergesetzt haben? Warum muss der naive Versuch unternommen werden, Gesellschaft aus dem theoretischen Stehgreif zu erklären? Warum ist Kritik hier wieder auf „den Hautwiderspruch“ „des Kapitalismus“ fixiert? Wer entscheidet, wer woran am meisten leidet? Wie ist der normative Maßstab bestimmt, den wir an Gesellschaft in emanzipatorischer Absicht anlegen? Anstatt verzweifelt nach festen Makro-Interpretationen zu suchen sollte an erster Stelle die richtige Formulierung der theoretischen Probleme stehen. Das dies nicht annähernd im Aufruf geschieht ist traurig. Der linke Reflex gegen die als bürgerlich verschriene (Sozial-)Wissenschaft führt zur Selbstreferanzialität und zur Abkapselung von wichtigen Erkenntnisprozessen.
Doch wie sollte sich diese Lage ändern, wenn die subkulturell angehauchte „Szene“ aus pupertierenden Jugendlichen und infantilisierten „Erwachsenen“ besteht? Vielleicht ist es ratsam die allgemeine Tendenz der Infantilisierung auch als Prozess innerhalb der „Linken“ anzusehen. Die pseude-proletarische Pose des „Ums Ganze“-Bündnisses soll mit einem intendierten Intellektualismus kombiniert werden, den man sich realiter dann lieber doch nicht zu eigen machen will. Was daraus spricht ist nicht die Einsicht in die historisch gewordene Trennung von geistiger und körperlicher Arbeit und die zweifelhafte Divergenz ihrer Bewertungen als vielmehr ein praktischer Antiintellektualismus, der sich sein eigenes Unvermögen noch als Stärke zuschreibt und die Not zur Tugend verklärt. Die Parole „Ums Ganze“ ist nicht nur Zeichen der scheinbaren Radikalität, sondern wird auch zum Alibi für die reflexionslose narzisstische Darstellung: Wem es ums Ganze geht, der muss sich um Kleinkram nicht mehr kümmern. Verbalradikalität tritt an die Stelle materialer Arbeit. Ums mit Meister Teddy W. Adorno zu sagen: „Das von ihnen deffamierte Denken strengt offenbar die Praktischen ungebührlich an: es bereitet zuviel Arbeit, ist zu praktisch. Wer denkt setzt Widerstand; bequemer ist mit dem Strom, erklärte er sich auch als gegen den Strom, mitzuschwimmen. Indem man einer regressiven und deformierten Gestalt des Lustprinzips nachgibt, es sich leichter macht, sich gehenläßt, darf man überdies eine moralische Prämie von den Gleichgesinnten erhoffen.“ Die Orientierung am ganz Großen, denn darauf läuft de facto das Motto hinaus, suspendiert von der anstrengenden Arbeit, sich die Mannigfaltigkeit gesellschaftlicher Phänomene zu vergegenwärtigen und die Größe der Aufgabe wird transponiert ins Ego der Bekennenden.
Felix Baums Kritik (Jungle World, Nr. 44) an den angeblich abstrakt-aufklärerischen Bestrebungen der Veranstalter ist zu entgegenen, dass die Beteiligten des „Ums Ganze“-Bündnisses keine Avantgarde sind, dass sie sich aber auch keinesfalls als eine solche ausgeben. Nicht ein aufklärerisches Anliegen gilt es zu kritisieren, sondern die sich in der „Praxis“ offenbarende Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Eine solche spektakuläre Praxis der Selbstbespaßung hat den Anspruch auf Intellektualität schon längst über Bord geworfen. Dem liesse sich die schwache Idee entgegensetzen, sein individuelles Leben so einzurichten, dass man sich nicht dumm machen lässt. Wie die vielen kleinen Auseinandersetzungen im Alltag so lässt sich intellektuelle Praxis auch nur denken als ein Alltagshandeln, das - ganz klassisch - auf Mündigkeit im besten Sinne des Wortes abzielt. Alles andere ist Politik. In diesem Sinne: Face the facts: „Just Communism“ is only a party program, not a party program!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
nachdenken hilft! — sprache
@ Herrjemine — Blubb
Was hat das bei Indymedia zu suchen? — Homer
Kapitalismus verstehen lernen? — Postmoderne "Linke"
seit der zeit.... — mayra
@ mayra — ich
alte männer angucken — lohnt nicht
Vorläufiger Veranstaltungsplan — ums Ganze
@alte männer angucken... — tina
Sektenscheiß — aaa
@aaah — tina
was soll der ganze kram — will
UMS GANZE RULES! — TOP(F)
Die Sekten Vorfürfe sind doch albern... — denkmalnach