Kampagne Strike-Bike schreibt Geschichte

Strike-Bike Kampagne 03.10.2007 16:48 Themen: Soziale Kämpfe
Seit gestern morgen ist es vollbracht: 1800 Strike-Bikes wurden bestellt, die Kampagne wurde vorzeitig abgebrochen. Alle Räder sind verkauft.
Damit schreiben die KollegInnen aus dem Fahrradwerk in Nordhausen und die sie unterstützende anarchosyndikalistische Gewerkschaft Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU) Geschichte. Noch niemals zuvor wurde in der BRD in einer besetzten Fabrik selbstverwaltet produziert.

In den nächsten Tagen werden die KollegInnen die für die Produktion benötigten Teile bestellen. Die Produktion wird am 23. Oktober aufgenommen werden und ab Anfang November werden die "Strike-Bikes" an die solidarischen BestellerInnen ausgeliefert werden.

Möglich wurde der Erfolg dieser direkten Aktion durch eine solidarische Kampagne mit ungeahnter Dynamik. Innerhalb von noch nicht einmal zwei Wochen nach der Bekanntgabe der Absicht die "Strike-Bikes" in Selbstverwaltung zu produzieren wurde die Kampagne weltweit in sozialen und gewerkschaftlichen Bewegungen zum Thema. Bestellungen gingen aus nahezu allen europäischen Ländern sowie aus u.a. Ägypten, den USA, Australien, Kanada, Südafrika, Israel ein.
Solidaritätsbekundungen und euphorische Resonanz fanden ihren Weg aus nahezu allen Ecken der Welt nach Nordhausen und zur FAU.
Und seit spätestens zwei Tagen geht die Berichterstattung nun weit über die Alternativmedien hinaus. Gestern gab es mehrminütige Berichte auf allen wesentlichen deutschen Fernsehsendern (ARD, ZDF, SAT 1, RTL), über zweihundert deutschsprachige Zeitungen brachten Meldungen, mehr als 50 Zeitungen selbstrecherchierte Artikel. Die Nachrichtenagenturen DDP, AP und Reuters brachten gestern mehrmals aktualisierte eigene Meldungen, jeweils mit Hinweis auf die Homepage von der Kampagne. Fernsehberichte gab es außerdem in Frankreich, Holland, der Schweiz und Österreich. Ein Pressespiegel ist auf der Kampagnenseite zu finden.

In Nordhausen sind die KollegInnen immer noch überwältigt vom Ausmass der weltweiten Solidarität. Überall werden sie als wegweisende Vorbilder genannt. Und langsam wird auch den Hauptakteuren bewusst, dass sie mit ihrem Mut und ihrer Solidarität Geschichte schreiben werden.
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Ergänzungen

Tolles Geburtstagsgeschenk

FAUista 03.10.2007 - 18:42
zum 30jährigen Jubiläum der FAU weht die schwarzrote Fahne über einer besetzten Fabrik in der in Selbstverwaltung produziert wird - wenn das nicht ein pathetisches Geburtstagsgeschenk ist...

Mal sehen, was es zum 60ten gibt!

Investor gesucht

ana 03.10.2007 - 19:56
Ohne den Erfolg madig machen zu wollen: die Kollegen scheinen ja immer wieder zu betonen, dass es mit der Aktion auch darum geht, zu zeigen, dass das Werk profitabel arbeiten kann - und Investoren händeringend gesucht werden.

Das scheint ja im Moment die große Hoffnung, dass es einen neuen Investor gibt.

Nuja. trotzdem ist die Kampagne ein Schritt in die richtige Richtung.
Aber strike-bike ist ja (noch?) eher Aktion als tatsächliche Selbstverwaltung.
Zu wünschen wärs! und die richtigen Schritte wurden ja schon gemacht.

Samstag: Strike Bike in Hamburg

Kollege 03.10.2007 - 21:30
am Samstag, 6. Oktober, 19 Uhr
in der "Schwarzen Katze", Fettstr. 23, 22767 Hamburg

Wir möchten alle solidarischen Menschen gerne einladen, um den bahnbrechenden gemeinsamen Erfolg der Kampagne zu feiern. Es ist wirklich unglaublich, was diese beispielhafte direkte Aktion jetzt schon für Auswirkungen hat.

Anwesend werden neben einigen KollegInnen aus Nordhausen
auch die KoordinatorInnen von der FAU und von Café Libertad sein.

Nachschub?

Radlerin 04.10.2007 - 14:42
Wenn die 1800 jetzt voll sind, könnte doch eigentlich darüber nachgedacht werden, noch eine zweite (und danach dritte...) Runde zu produzieren. Dann müssen auch alle die nicht traurig sein, die keines mehr abbekommen haben.

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super

egal 03.10.2007 - 17:13
immer wenn man darüber ließt, davon hört oder einen bericht sieht...man freut sich unheimlich für die besetzerInnen...

SOLIDARISCHE GRÜßE nach NORDHAUSEN!!!

Herzlichen Glückwunsch

UnterstützerInnen 03.10.2007 - 17:16
Ein riesen herzlichen Glückwunsch an alle ArbeiterInnen, KämpferInnen und natürlich auch an die FAU, ohne welche die ganze Sache erst Anklang in Medien etc. fand.

Mensch kann nur hoffen, dass dies ein Start in eines Stück Geschichte ist und eure Fahrradfabrik nicht die einzige in Deutschland bleibt und jetzt erst Recht die ArbeiterInnen anfangen für ihr Wohl zu kämpfen. Denn dies scheind derzeit der einzige Weg zu sein um das Wohl aller gleich auf zu teilen und dem Kapitalismus entgegen zu wirken.

Vorsicht

kritiker 03.10.2007 - 19:44
vorbildliche sache, finde auch ich.

bitte lasst euch aber nicht täuschen: selbst wenn es mehr solcher erfolge gäbe, an der kapitalistischen vergesellschaftung, kapitalakkumulation usw. ändert ihr damit nichts.
nur damit das nicht vergessen wird...

Na damit hat die FAU mal was bewiesen

klau`s 04.10.2007 - 00:10
Na endlich zeigt die FAU mal wieder das gewerkschaftsleben eben nicht immer gleich gewerkschaftsleben sein muss. Trotz so lächerlich wenigen leuten haben sie mal wieder eindeutig bewiesen das sie eigentlich die gewerkschaft ist die Linke zusammenhänge brauchen.

Weiter so im übrigen überlege auch ich jetzt endlich beizutreten

es geht weiter

ist doch egal 05.10.2007 - 04:35
Erstmal viele soludarische Grüße!
ich hätte das bike auch bestellt, wenn es halbwegs meine größe gehabt hätte, also baut weiter,
SOLIDARISCHE GRÜßE AUS XBBERG
VON GRÖßE 61

Anarchie jetzt und hier
ALLES FÜR ALLE-und zwar umsonst