11880- Keine Verbindung zur Nation
11880-Keine Verbindung zur Nation!
11 Jahre Club 88 – Null Toleranz für Nazistrukturen
Neumünster, den 29. September 2007
Im Rahmen eines Aktionstags zum elfjährigen Bestehen des überregional bekannten Club 88 folgten rund 600 AntifaschistInnen dem Aufruf, sich an einer autonom organisierten Demonstration zu beteiligen.
Ziel der Demonstration war es jedoch nicht nur über den Club 88 und über die sich immer stärker ausbreitenden Nazistrukturen in Neumünster aufzuklären, sondern auch darauf aufmerksam zu machen, dass rassistisches/faschistisches Gedankengut auch aus der so genannten Mitte der Bevölkerung kommt.
11 Jahre Club 88 – Null Toleranz für Nazistrukturen
Neumünster, den 29. September 2007
Im Rahmen eines Aktionstags zum elfjährigen Bestehen des überregional bekannten Club 88 folgten rund 600 AntifaschistInnen dem Aufruf, sich an einer autonom organisierten Demonstration zu beteiligen.
Ziel der Demonstration war es jedoch nicht nur über den Club 88 und über die sich immer stärker ausbreitenden Nazistrukturen in Neumünster aufzuklären, sondern auch darauf aufmerksam zu machen, dass rassistisches/faschistisches Gedankengut auch aus der so genannten Mitte der Bevölkerung kommt.
11880-Keine Verbindung zur Nation!
11 Jahre Club 88 – Null Toleranz für Nazistrukturen
Neumünster, den 29. September 2007
Im Rahmen eines Aktionstags zum elfjährigen Bestehen des überregional bekannten Club 88 folgten rund 600 AntifaschistInnen dem Aufruf, sich an einer autonom organisierten Demonstration zu beteiligen.
Ziel der Demonstration war es jedoch nicht nur über den Club 88 und über die sich immer stärker ausbreitenden Nazistrukturen in Neumünster aufzuklären, sondern auch darauf aufmerksam zu machen, dass rassistisches/faschistisches Gedankengut auch aus der so genannten Mitte der Bevölkerung kommt.
Trotz des schlechten Wetters und der nassen Klamotten war die Stimmung gut, die Demo laut und kraftvoll.
Nachdem Redebeiträge über Nazistrukturen in Neumünster und über Nationalismus/Nation gehalten wurden, setzte sich die Demo in Bewegung.
Die eigentliche Route musste jedoch leicht abgeändert werden, weil Polizei und Junge Union sich Sorgen um die Scheiben der ursprünglich an der Strecke gelegenen Unionszentrale machten. Kein Wunder, wirbt diese doch mit dem deutschen Lappen und der Parole „links liegen lassen.“
Der Demozug ließ also die Union rechts liegen und zog lautstark zum Zwischenkundgebungsplatz vor dem 1. Polizeirevier.
Hier übernahmen Kieler GenossInnen das Mikrophon und hielten einen Redebeitrag über einen aktuellen Fall von staatlicher Repression in Kiel. Anlass hierfür war der kommende Prozess gegen einen Kieler Antifaschisten, dem die „gefährliche Körperverletzung“ (§ 224, StGB) an einem stadtbekannten Neonazischläger vorgeworfen wird.
Zurück geht die Anklage auf eine Auseinandersetzung vor einem Supermarkt in Kiel-Gaarden am 1. April letzten Jahres. Hier kam es zu Einschüchterungsversuchen und Angriffen von stadtbekannten Kieler Nazischlägern gegen eine Gruppe Antifaschisten, die sich dagegen zur Wehr setzte. Einer der Neonazis zückte dabei ein Messer und verletzte einen der Antifas schwer. (
http://www.antirepression1april.blogspot.com/).
Kurze Zeit später setzte sich die Demo wieder in Gang und zog auf den mitten im Zentrum der Stadt liegenden Großflecken, wo eine Musikkundgebung mit abwechslungsreichem Musikprogramm und Redebeiträgen stattfand.
Obwohl die Stadt, die städtischen Medien und die Polizei, die ein für Außenstehende eher abschreckendes Aufgebot auffuhr, ihr bestes gegeben haben, die Veranstaltung klein zu halten, ließen es sich vermehrt junge Menschen nicht nehmen, offensiv Flagge zu zeigen.
Die Stadt war in antifaschistischer Hand und wir waren kaum zu überhören. Wo sich in den letzten Jahren Horden von Nazis auf den Weg vom Bahnhof zum Club 88 machten, waren nun hunderte von Menschen, die den Nazis gehörig in die Suppe spuckten, denn die Nazis hatten an diesem Tag nicht viel zu feiern.
Nicht zuletzt wegen unserer Veranstaltungen waren Stadt und Polizei gezwungen zu handeln und „die beiden Klientel auseinander zu halten“. So kam es, dass die Nazis schon bei der Anreise keine Freude hatten: Autos wurden durchsucht und nach Waffen bzw. “verfassungsfeindlichen Dingen“ durchstöbert; Clubbetreiberin Christiane Dolscheid hatte die Auflage, maximal 150 Personen aufzunehmen; die Veranstaltung durfte eine gewisse Lautstärke nicht übertreffen. Beschallte die Nazikneipe in den letzten Jahren den ganzen Stadtteil, drang diesmal kein Ton nach außen, sogar wenn mensch direkt vor dem Club stand.
Gegen 24 Uhr beendete die Polizei auch die Veranstaltung innerhalb der Gaststätte zur Gefahrenabwehr, da es zu weiteren Auflagenverstößen der Stadt Neumünster, zum Teil zu erheblichem Alkoholkonsum sowie zu Straftaten (z.B. Hitlergruß und Rufen von Parolen im Sinne von § 86 a StGB - Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) gekommen war. Eine Überraschung, die sicher nicht zu den auf der NPD-Kiel-Homepage angekündigten „weiteren Überraschungen“ zählte.
Auch dem neonazistischen Wirt der „Titanic“, Horst Micheel, ging es kaum besser, hatte er sich doch solche Mühe gegeben und extra einen Neumünsteraner Schulsportplatz für ein Fußballspiel gemietet.
Mit welcher Intention er das Tat und ob er ein neonazistisches Fußballturnier, wie es der Club bereits 1999 veranstaltete, plante, bleibt offen. Nachdem der Schulrektor jedoch darüber aufgeklärt wurde, wem er da den Platz zur Verfügung stellen sollte, zog dieser sämtliche Absprachen mit Micheel zurück und die Titanic-Veranstaltung fiel ins Wasser. Bei dem Namen auch kein Wunder. Wir begrüßen auf jeden Fall diese Entscheidung und hoffen, dass es den Nazis immer schwerer gemacht wird, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Seitens der AntifaschistInnen wurde nach einem anstrengenden Tag mit guter Musik um 22 Uhr der Aktionstag mit der Ankündigung einer Fortsetzung im nächsten Jahr beendet. Die gute Resonanz der TeilnehmerInnen lässt langfristig auf bessere Zeiten hoffen.
11 Jahre Club 88 – Null Toleranz für Nazistrukturen
Neumünster, den 29. September 2007
Im Rahmen eines Aktionstags zum elfjährigen Bestehen des überregional bekannten Club 88 folgten rund 600 AntifaschistInnen dem Aufruf, sich an einer autonom organisierten Demonstration zu beteiligen.
Ziel der Demonstration war es jedoch nicht nur über den Club 88 und über die sich immer stärker ausbreitenden Nazistrukturen in Neumünster aufzuklären, sondern auch darauf aufmerksam zu machen, dass rassistisches/faschistisches Gedankengut auch aus der so genannten Mitte der Bevölkerung kommt.
Trotz des schlechten Wetters und der nassen Klamotten war die Stimmung gut, die Demo laut und kraftvoll.
Nachdem Redebeiträge über Nazistrukturen in Neumünster und über Nationalismus/Nation gehalten wurden, setzte sich die Demo in Bewegung.
Die eigentliche Route musste jedoch leicht abgeändert werden, weil Polizei und Junge Union sich Sorgen um die Scheiben der ursprünglich an der Strecke gelegenen Unionszentrale machten. Kein Wunder, wirbt diese doch mit dem deutschen Lappen und der Parole „links liegen lassen.“
Der Demozug ließ also die Union rechts liegen und zog lautstark zum Zwischenkundgebungsplatz vor dem 1. Polizeirevier.
Hier übernahmen Kieler GenossInnen das Mikrophon und hielten einen Redebeitrag über einen aktuellen Fall von staatlicher Repression in Kiel. Anlass hierfür war der kommende Prozess gegen einen Kieler Antifaschisten, dem die „gefährliche Körperverletzung“ (§ 224, StGB) an einem stadtbekannten Neonazischläger vorgeworfen wird.
Zurück geht die Anklage auf eine Auseinandersetzung vor einem Supermarkt in Kiel-Gaarden am 1. April letzten Jahres. Hier kam es zu Einschüchterungsversuchen und Angriffen von stadtbekannten Kieler Nazischlägern gegen eine Gruppe Antifaschisten, die sich dagegen zur Wehr setzte. Einer der Neonazis zückte dabei ein Messer und verletzte einen der Antifas schwer. (
http://www.antirepression1april.blogspot.com/). Kurze Zeit später setzte sich die Demo wieder in Gang und zog auf den mitten im Zentrum der Stadt liegenden Großflecken, wo eine Musikkundgebung mit abwechslungsreichem Musikprogramm und Redebeiträgen stattfand.
Obwohl die Stadt, die städtischen Medien und die Polizei, die ein für Außenstehende eher abschreckendes Aufgebot auffuhr, ihr bestes gegeben haben, die Veranstaltung klein zu halten, ließen es sich vermehrt junge Menschen nicht nehmen, offensiv Flagge zu zeigen.
Die Stadt war in antifaschistischer Hand und wir waren kaum zu überhören. Wo sich in den letzten Jahren Horden von Nazis auf den Weg vom Bahnhof zum Club 88 machten, waren nun hunderte von Menschen, die den Nazis gehörig in die Suppe spuckten, denn die Nazis hatten an diesem Tag nicht viel zu feiern.
Nicht zuletzt wegen unserer Veranstaltungen waren Stadt und Polizei gezwungen zu handeln und „die beiden Klientel auseinander zu halten“. So kam es, dass die Nazis schon bei der Anreise keine Freude hatten: Autos wurden durchsucht und nach Waffen bzw. “verfassungsfeindlichen Dingen“ durchstöbert; Clubbetreiberin Christiane Dolscheid hatte die Auflage, maximal 150 Personen aufzunehmen; die Veranstaltung durfte eine gewisse Lautstärke nicht übertreffen. Beschallte die Nazikneipe in den letzten Jahren den ganzen Stadtteil, drang diesmal kein Ton nach außen, sogar wenn mensch direkt vor dem Club stand.
Gegen 24 Uhr beendete die Polizei auch die Veranstaltung innerhalb der Gaststätte zur Gefahrenabwehr, da es zu weiteren Auflagenverstößen der Stadt Neumünster, zum Teil zu erheblichem Alkoholkonsum sowie zu Straftaten (z.B. Hitlergruß und Rufen von Parolen im Sinne von § 86 a StGB - Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) gekommen war. Eine Überraschung, die sicher nicht zu den auf der NPD-Kiel-Homepage angekündigten „weiteren Überraschungen“ zählte.
Auch dem neonazistischen Wirt der „Titanic“, Horst Micheel, ging es kaum besser, hatte er sich doch solche Mühe gegeben und extra einen Neumünsteraner Schulsportplatz für ein Fußballspiel gemietet.
Mit welcher Intention er das Tat und ob er ein neonazistisches Fußballturnier, wie es der Club bereits 1999 veranstaltete, plante, bleibt offen. Nachdem der Schulrektor jedoch darüber aufgeklärt wurde, wem er da den Platz zur Verfügung stellen sollte, zog dieser sämtliche Absprachen mit Micheel zurück und die Titanic-Veranstaltung fiel ins Wasser. Bei dem Namen auch kein Wunder. Wir begrüßen auf jeden Fall diese Entscheidung und hoffen, dass es den Nazis immer schwerer gemacht wird, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Seitens der AntifaschistInnen wurde nach einem anstrengenden Tag mit guter Musik um 22 Uhr der Aktionstag mit der Ankündigung einer Fortsetzung im nächsten Jahr beendet. Die gute Resonanz der TeilnehmerInnen lässt langfristig auf bessere Zeiten hoffen.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Redebeitrag: Antirepressionsgruppe 1. April
Liebe GenossInnen, liebe NeumünsteranerInnen!
Wir wollen hier den Standort vor der Polizeiwache nutzen, um auf die Behinderung antifaschistischen Engagements und linker Politik durch die staatlichen Repressionsorgane hinzuweisen
Repression gegen linke Politik ist derzeit wieder schwer angesagt. Und sie hat viele Ausdrucksformen und findet sowohl in Hamburg, Berlin als auch vor der eigenen Haustür statt. Sie zeigt sich in den willkürlichen 129a-Razzien vor und nach dem G8-Gipfel, in den Verboten von Antifa-Veranstaltungen in Eckernförde und Rieseby oder aber in den derzeitigen Ermittlungen gegen Kieler Antifaschisten. In diesem Fall soll es am Fr., 19.10. vorm Amtsgericht Kiel zu einem Prozess gegen einen Aktivisten wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung kommen.
Hintergrund dieses Vorwurfs ist eine Auseinandersetzung vor einem Supermarkt in Kiel-Gaarden am 1. April letzten Jahres. Hier kam es zu Einschüchterungsversuchen und Angriffen von stadtbekannten kieler Nazischlägern gegen eine Gruppe Antifas, die sich dagegen zur Wehr setzte. Einer der Neonazis zückte dabei ein Messer und verletzte einen der Antifas schwer.
Am 11.5.06 kam es daraufhin bei einem kieler Antifaschisten zur polizeilichen Durchsuchung seiner Privatwohnung. Außerdem wurde der PKW einer weiteren Person durchsucht. Für diese, bei unpolitischen Körperverletzungsdelikten absolut unübliche Ermittlungsmaßnahme, unter dem Vorwand, vermeintliche Tatwerkzeuge sicher zustellen, genügten der Staatsanwaltschaft die Zeugenaussage von einem der Neonazis, der den Antifa als einen der Beteiligten vom 1. April wieder erkannt haben will. Gegen ihn wurde nun Anfang Juni Anklage erhoben. Darüber hinaus wird gegen mindestens zwei weitere Menschen aus den gleichen Gründen ermittelt. Auch hier ist in einem Fall die absolut willkürliche Identifizierung eines Antifas, der dabei gewesen sein soll, durch einen Neonazi, Grund für die Ermittlungen.
Anhand dieses Umgangs mit Antifas in der Bundesrepublik Deutschland, die sich trotz alledem ja nur all zu oft anmaßt zu glauben, einen Schlussstrich unter
ihre NS-Vergangenheit ziehen zu dürfen, um im gleichen Zuge dann in Person des amtierenden baden-württembergischen Ministerpräsidenten Oettinger sogar einen Nazirichter Filbinger zum antifaschistischen Widerstandkämpfer umzulügen, wird einmal mehr beispielhaft deutlich, was denen blüht, die auch nur in Verdacht stehen, sich tatsächlich gegen die alltägliche Bedrohung durch Neonazigewalt zur Wehr setzen und sich nicht einschüchtern lassen: Nämlich staatliche Verfolgung.
Demnächst sitzen Antifaschisten, die von Neonazitätern sogar der Gefahr lebensgefährlicher Verletzungen ausgesetzt wurden, auf der Anklagebank. Und das nur, weil die gleichen Neonazitäter sich mal irgendwo einen Antifa-Namen gemerkt oder bei den Bullen auf ein Bild gezeigt haben und die Staatsanwaltschaft dies sofort zum willkommenen Anlass nimmt, ihre Ermittlungswut gegen linke AktivistInnen zu befriedigen, gedeckt vom bürgerlichen Gesetzbuch jener BRD.
Und wieder einmal bricht die Fassade der heuchlerischer Betroffenheit und der Forderung nach einer offenbar völlig undefinierten Zivilcourage - ob von Grünen, CDU oder Gewerkschaft der Polizei -, wenn einer der täglichen Naziübergriffe - wie etwa die rassistische Hetzjagd von Mügeln vor sechs Wochen- medial hoch gepuscht mal wieder die breite Öffentlichkeit erreicht wie ein Kartenhaus zusammen. Was stehen bleibt ist alles andere als ein antifaschistisches Selbstverständnis: Die bloße Angst, das Image des Wirtschaftsstandortes, ob nun die Nation oder die eigene Stadt, könnte Schaden nehmen. Viel gründlicher geht Vaddern Staat dagegen überall dort vor, wo Menschen damit anfangen, sich staatlicher Kontrolle zu entziehen und stattdessen selbstbestimmt und an den eigenen Bedürfnissen orientiert, zu handeln.
Und um uns gemeinsam gegen diesen staatlichen Angriff auf alle Menschen, die selbstbestimmt und richtig handeln, und sich dabei einen Dreck um das Gewaltmonopol des Staates scheren, zu wehren und den meilenweiten Unterschied zwischen konsequentem Antifaschismus auf der einen und heuchlerischer, kapitalistischer Imagepflege auf der anderen Seite, im Rahmen des anstehenden Prozesses öffentlich deutlich zu machen, brauchen wir Eure Unterstützung.
In Solidarität mit dem angeklagten Antifaschisten rufen wir Euch auf, Euch an der antifaschistischen Antirepressionsdemo am Sa., 13.10. um 14 Uhr auf dem Asmus-Bremer-Platz in Kiel zu beteiligen. Außerdem wird am Prozesstag am Fr., 19.10. ab 9 Uhr eine Kundgebung vor dem Amtsgericht Kiel stattfinden
Zudem finden zu dieser Thematik in der Alten Meierei am 10.10. ein Solikonzert und am 11.10. eine Infoveranstaltung im Rahmen des Antifa-Cafés statt.
Wir senden von dieser Stelle nochmals solidarische Grüße an alle Opfer staatlicher Repression überall, vor allem den Betroffenen der derzeitigen 129a-Ermittlungen.
Der Kampf gegen (Neo)Nazis ist notwendig. Gegen die Kriminalisierung linken Widerstands!
Solidarität mit dem angeklagten Antifaschisten!
Gute Sache, aber...
Insgesamt würde ich dem positiven Tenor des Berichts auch zustimmen, hätte aber noch ein paar Kritikpunkte anzumerken:
1. Mir schien es, als habe jedeR zweite DemonstrantIn 'ne Bierflasche in der Hand gehabt. Offensichtlich müssen die Gründe, weshalb eine Demo ein denkbar schlechter Ort zum Saufen ist, immer noch breit erklärt werden. Zumindest eine Lauti-Ansage hierzu wäre sicher sinnvoll gewesen.
2. Dass im vorderen Bereich zeitweise die beliebteste Parole "Kameramann Arschloch" (und das gegen alle: Bullen, Presse und sogar Antifa-Fotografen) war, ist natürlich für die Außenwirkung der Demo absolut peinlich. Und später darüber beschweren, wo die Fotos auf Indy bleiben und warum die Presse die Demo ignoriert...
3. Ohne die (fast) durchgehend gespielte Musik vom Lauti hätte sich sicherlich eine kämpferischere und lautere Stimmung entwickeln können. So konnten (zumindest im hinteren Bereich) lediglich die kurzen Pausen zwischen den Songs für Parolen genutzt werden. Musik vielleicht nächstes mal besser an die Stimmung in der Demo anpassen und als Lückenfüller in lahmen Phasen nutzen.
4. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch der homophobe Ausfall des Rantanplan-Sängers von der Festival Bühne (a la "Röhm hat ja auch nur Männern die Ärsche gefickt, aber von Nazis kann man ja auch keinen Geschmack erwarten"). Vielleicht sollten die befragt werden, bevor sie dass nächste mal eingeladen werden, ob das wirklich die Überzeugung des Sängers ist oder ob sie sich öffentlich von der Aussage distanzieren wollen. Sowas darf nicht passieren, erst recht nicht unter dem Banner eines linksradikalen Festivals.
Ansonsten ein ganz gelungener Tag, trotz NMS und der widrigen (Witterungs)bedingungen...
Redebeitrag aus Neumünster
Weil Neumünster seit Jahren über eine weit entwickelte faschistische Infrastruktur verfügt, und dieser Trend nicht nur anhält, sondern der braune Sumpf immer dichter wird und sich zudem diversifiziert.
11 Jahre Club 88, 0 Toleranz für Nazistrukturen-Keine Verbindung zur Nation
Seit 11 Jahren existiert in Neumünster Gadeland dieser Szenetreffpunkt der Nazis, über den der ehemalige NPD-Landesvorsitzende Peter Borchert schon vor acht Jahren sagte, dass es mit ihm gelungen sei, Neumünster in eine „national befreite Zone“ zu verwandeln. Der Club 88 organisierte bereits 1999 ein Fußballturnier mit über 100 Neonazis aus Norddeutschland. Die Besucherzahlen explodierten zu einem Konzert, das anlässlich der Geburtstagsfeier des Club 88 im Jahre 2002 organisiert wurde und 700 Nazis aus ganz Deutschland und den skandinavischen Ländern anzog. Seit 2004 ist es, obwohl der Club dreimal wöchentlich geöffnet ist, in puncto Besucherzahlen ruhiger geworden, da es in erster Linie „nur“ regelmäßige Liederabende mit musikalischen Größen der Naziszene gibt, allerdings zählt der Clubgeburtstag jedes Jahr noch zu einem der Highlights. Gerade der Märtyrerstatus, den der Club 88 aufgrund des missglückten Versuchs der Stadt hat, die mit einem dilletantischen Antrag dieser Gaststätte die Konzession entziehen wollte, wirkt sehr attraktiv.
Und so haben die Konzerte und Liederabende zum Clubgeburtstag heute in dem Bereich der musikalischen Events eine ähnliche Bedeutung wie Wunsiedel sie im Bereich der Demonstrationen innehat.
In den letzten Jahren kam es aber den Club 88, der am Stadtrand liegt, zu einer Expansion neonazistischer Infrastruktur in Neumünsters Innenstadt. Erst wurde versucht das Neumünsteraner Stadtfest, die Holstenköste, zur „national befreiten Zone“ zu machen. Im Jahre 2004 zeigten etwa 100 Nazis am Rande des Illegal 2001-Konzertes den Hitlergruß, bepöbelten Menschen mit Migrationshintergrund und griffen AntifaschistInnen körperlich an.
Im Jahre 2002 eröffnete die Kampfsportschule Atletik Klub Ultra in der Wrangelstraße, in dessen Vorstand u.a. auch die Besitzerin des Club 88, Christiane Dolscheid, saß. Mittlerweile gibt auch Klemens Otto(bekannt durch Combat 18) in Neumünster Kampfsporttraining.
Das größte Problem stellten in den letzten Jahren aber neonazistische Kneipen dar. Sowohl die Titanic in der Friedrichstraße als auch die Holstenbörse in der Rendsburger Straße liegen in unmittelbarer Nähe zur AJZ, der Aktion Jugendzentrum, als auch zur Moschee in einem Viertel, das überwiegend von Menschen mit Migrationshintergrund bewohnt wird. Aus diesen beiden Kneipen ziehen regelmäßig rechte Schlägertrupps los, um Jagd auf AJZ-BesucherInnen, MitbürgerInnen mit Migrationshintergrund oder andere Personen, die nicht in ihr beschränktes Weltbild passen, zu machen. Mehrmals wurden nun schon die Türen des Jugendzentrums eingeschlagen. Als Reaktion auf einer erste Informationskampagne, die das Bündnis gegen Rechts im Jahre 2004 startete und die in der Demonstration unter dem Motto „Kein Raum für Nazis“ am 21.01.2005 gipfelte, leugnete der Wirt der „Titanic“, Horst Micheel, generell den Zusammenhang zwischen seiner Kneipe und der rechten Gewalt. Darüber hinaus stritt er ab, selber rechtsextremes Gedankengut zu vertreten - die Neonazis seien lediglich ganz normale Gäste.
Wir wussten schon immer, dass Horst Micheel diesbezüglich lügt, aber nun können wir dies auch beweisen: Fotos vom NPD-Aufmarsch am 31. März diesen Jahres in Lübeck zeigen den Wirt der Titanic, der angeblich nichts mit den Rechstextremen zu tun hat, als Teilnehmer dieser neonazistischen Demo gegen die Befreiung Deutschlands durch die Alliierten inmitten der Menge von vorbestraften Gewalttätern und NPD-Kadern.
Inzwischen scheint selbst die Stadt begriffen zu haben, um was für Kneipen es sich hier handelt, denn unsere geplante Demoroute wurde verboten mit der Begründung, dass sich sowohl in der Titanic als auch in der Holstenbörse zu gefährliche Personen rumtreiben würden und so die Sicherheit der Demonstration nicht gewährleistet werden könnte.
Dass die Nazis in Neumünster auf eine breit gefächerte Infrastruktur, die von Kneipen über Kampfsportschulen bis zu Klamottenläden und Tattoo-Studios reicht, zurückgreifen können, schlägt sich massiv in den Wahlergebnissen nieder. Bei den letzten Landtagswahlen errang die NPD in Neumünster ihr bestes Wahlergebnis, in zwei Wahlbezirken wurde sie sogar drittstärkste Partei, wobei hierbei den Erstwählern eine besondere Bedeutung zukommt.
Warum können die Nazis jedes Jahr ungestört den Clubgeburtstag feiern, obwohl zu diesem Anlass verbotene neonazistische CDs und Hitler-Büsten im Club 88 verkauft werden? Wie konnte sich der Club 88 in Neumünster halten, ja warum konnten sich neue neonazistische Läden und Kneipen in der Innenstadt etablieren?
Eben weil die Stadt das Problem am liebsten totschweigen würde. Oberbürgermeister Unterlehberg sagte in einem Interview im Jahre 2005, Neumünster habe kein Naziproblem. Im Jahre 2000 veröffentlichen die Nazis ein Flugblatt, in dem sie einen Polizeisprecher zitieren, der den Club 88 als ruhigste Kneipe bezeichnet haben soll.
Neben der Verharmlosung der Nazistrukturen wird versucht, die Antifaschisten als Sündenbock für die eigene verfehlte Politik zu missbrauchen. In der bürgerlichen Presse werden regelmäßig propagandistische Hetzjagden auf die AJZ veranstaltet, die als Synonym antifaschistischer Aktion herhalten muss. Wenn die AJZ von den Nazis angegriffen wird, steht die Polizei daneben und sieht sich nicht dazu genötigt, einzugreifen.
Die BürgerInnen in Neumünster haben sich in der Anfangsphase für eine Schließung des Club 88 eingesetzt. Im April 2000 gab es beispielsweise eine Demonstration zu diesem Thema, die von 800 Menschen besucht wurde, darunter viele BürgerInnen. Ihre einzige Perspektive bestand allerdings darin, dass die Stadt die Initiative ergreifen und dem Treiben im Club 88 ein Ende setzen sollte. Nachdem die Stadt diesen Plan verworfen hat und sich seitdem in Schweigen zum Thema Neonazis hüllt, haben viele BürgerInnen die Hoffnung aufgegeben.
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Club 88 war ein antifaschistischer Marktplatz geplant, der aber an internen Streitereien des bürgerlich dominierten Vorbereitungskreises gescheitert ist. Nur durch eine spontane autonome Demo und einer Kunstaktion eines Schülerzusammenhanges konnte gesichert werden, dass an diesem Tag überhaupt antifaschistische Positionen an die Öffentlichkeit drangen.
Wen aber überrascht das? Jeder von uns weiß, dass antifaschistische Arbeit autonom sein muss, und sich eben nicht in Parteipolitik erschöpfen oder sich auf die Lippenbekenntnisse des Staats verlassen darf. Was wir brauchen ist eine unabhängige, offensive Politik, die radikal ist in dem Sinne, dass sie an den Wurzeln des Übels ansetzt.
In diesem Sinne rufen wir alle MitbürgerInnen, alle AntifaschistInnen dazu auf, aktiv zu werden, ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen. Selber denken und konsequent handeln lautet die Devise. Schaffen wir eine antifaschistische Gegenkultur. Kein Raum für Nazis in Neumünster oder anderswo!
keine inhaltliche Ergänzung
Das Demonstranten leider immer mehr Alkohol konsumieren, ist leider auf immer mehr Veranstaltungen zu beobachten.
Dass es eigentlich nur Nachteilig ist, ist denke ich durchaus bekannt, die Gefahren die sich daraus ergeben sich immer wieder schlichtweg unterschätzt.
Eine Lautiansage wäre schön gewesen, hätte aber wenig bewirkt.
Auch viele Parolen ließen zu wünschen übrig. Sei es die Abwandlung des Nazijargons „Ein Baum, ein Strick, ein JUDENgenick“! ,“ Kameramann Arschloch“ oder ähnliches. Bei solchen Parolen bin ich ganz froh, dass die Musik länger gespielt hat. Es gibt so viele aktuelle Sachen und Parolen dazu, die man auf die Straße transportieren könnte, aber manchmal habe ich das Gefühl fehlt es an Kreativität und Witz.
Wenn manch einem dann nichts mehr einfällt, wird eben auf die stumpfsten Parolen zurückgegriffen, die mitunter leider auch sexistische, faschistische Tendenzen aufweisen oder zumindest aus diesen Ursprüngen kommen. Unwissenheit ?
Homophopie, Sexismus und Parolen auf Stammtisch- Niveau sollten nichts auf einer linksradikalen/antifaschistischen Veranstaltung zu suchen haben, weder von Teilnehmern noch von Bandmitgliedern.
Dieses ist ein Thema das generell immer wieder neu diskutiert und aufgegriffen werden muss, es muss den Menschen klargemacht werden, dass es nicht ausreicht „gegen Nazis“ zu sein, sondern link(e)[sradikale] Politik emanzipatorisch und selbstkritisch sein sollte. Jede(r)sollte auch das Auftreten gegenüber/zu gewissen/anderen Menschen u. Themen selbstkritisch hinterfragen und das immer wieder aufs Neue.
Eine Diskussion, die wohl noch sehr viel Kraft und Zeit beanspruchen dürfte.
Polizeipresse
11. Geburtstag Club 88
Neumünster (ots) - 070929-2 pdnms Neumünster
Demonstrationsveranstaltung der linken Szene / 11. Geburtstag Club
88
Am 29.09.2007, in der Zeit von 14.00 Uhr bis 22. 00 Uhr fand in
Neumünster
eine Demonstrationsveranstaltung der linken Szene vor dem Hintergrund
des 11. Geburtstages des Club 88 statt. Motto war: " 0 Toleranz für
Nazistrukturen ".
Zum Veranstaltungsbeginn hatten sich etwa 500 Teilnehmer aus
Hamburg und
Schleswig-Holstein auf dem Konrad Adenauerplatz vor dem Hauptbahnhof
eingefunden. Von dort startete gegen 14.10 Uhr ein Aufzug durch die
Innenstadt, bei dem u. a. ein Lautsprecherwagen mitgeführt wurde.
Nach einer Zwischenkundgebung
in der Christianstraße, Höhe Parkstraße setzte der Aufzug seinen Weg
fort bis auf den Großflecken. Hier fand die Veranstaltung ihre
Fortsetzung mit mehreren Musikgruppen, die auf einer Bühne spielten,
unterbrochen von unterschiedlichen Redebeiträgen zum Thema.
Insgesamt verlief diese Veranstaltung störungsfrei. Zwei Personen
wurden wegen
Verstößen gegen das Vermummungsverbot vorläufig festgenommen und nach
den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.
Ab 17.00 Uhr begann im Stadtteil Gadeland die Veranstaltung zum
11. Geburtstag des " Club 88 ". Hier fanden sich bis 21.30 Uhr etwa
170 Personen ein. Auch hier ist es bis 21.30 Uhr zu keinerlei
Störungen gekommen.
Rainer Wetzel
30.09.2007 | 14:17 Uhr
POL-NMS: Neumünster Abschlussmeldung zur Demonstrationsveranstaltung der linken Szene
11. Geburtstag Club 88 am 29.09.2007 in Neumünster
Fortschreibung ab 22 Uhr:
Die Veranstaltung zum 11. Geburtstag des "Club 88" im Stadtteil
Gadeland erfuhr ab 19 Uhr vermehrten Zulauf durch Personen der
"Rechten Szene".
Da die Besucherzahl dort nach Auflagen der Stadt Neumünster auf 150
Personen für den Innenbereich der Gaststätte begrenzt war,
versammelten sich gegen 23 Uhr ca. 100 weitere Besucher im
Außenbereich der Gaststätte. Platzverweise gegen diese Personen
wurden durch die Polizei erteilt, da der gefahrlose
Gaststättenbetrieb nicht mehr gewährleistet war.
Gegen 24 Uhr beendete die Polizei auch die Veranstaltung innerhalb
der Gaststätte zur Gefahrenabwehr, da es zu weiteren
Auflagenverstößen der Stadt Neumünster, zum Teil zu erheblichem
Alkoholkonsum sowie zu Straftaten (z. B. Hitlergruß und Rufen von
Parolen im Sinne von § 86 a StGB - Verwenden von Kennzeichen
verfassungswidriger Organisationen) gekommen war.
Die überwiegende Anzahl der Besucher befolgte die Anordnung der
Polizei. Lediglich eine Gruppe von ca. 35 Personen widersetzte sich.
Letztendlich wurden 28 Personen der "Rechten Szene" in Gewahrsam
genommen und dem Polizeigewahrsam in Kiel und Rendsburg zugeführt.
Drei Strafverfahren wurden eingeleitet.
Redebeitrag Nationalismus
Wir sind heute hier, weil wir unseren Protest dagegen auf die Straße tragen wollen, dass der „Club 88“ immer noch existiert. Aber über der Auseinandersetzung mit den Nazis sollten wir nicht die Auseinandersetzung mit den Wurzeln des Faschismus vergessen.
Eines der Wesensmerkmale von Nationalsozialismus und Faschismus ist die ständige Betonung einer durch Volk und Nation definierten Gemeinschaft, die sich immer auch durch den Ausschluss vermeintlich Anderer definiert.
Doch nicht nur die Nazis sind in einem Denken in ethnischen oder nationalen Kategorien verhaftet, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft existieren vielfältige Formen von Nationalismus und völkischem Denken.
So gibt beispielsweise der scheinbar unverfängliche Patriotismus im Rahmen großer Sportveranstaltungen sogar den größten IdiotInnen die Gelegenheit mal ein bisschen HandballweltmeisterIn zu sein und dient dabei der Stärkung einer nationalen „Corporate Identity“ für die „Deutschland AG“ um den Standort Deutschland zu stärken. Antreiber für diese neue Art des Nationalismus, den so genannten Standortnationalismus, war die unsägliche Kampagne „Du bist Deutschland.“ Im Vergleich zum traditionellen Nationalismus allerdings, speist sich diese neuere Form des Nationalismus nicht mehr primär aus der gemeinsamen Angst vor dem Militär anderer Nationen, sondern aus dem Willen, den Standort im hart umkämpften globalisierten Weltmarkt besser zu positionieren. Doch natürlich schließt auch der Standortnationalismus Kriege zur Durchsetzung der nationalen Interessen nicht aus, im Gegenteil; teilweise forciert er sie sogar. In schlechter alter Tradition wird auch weiterhin die Verantwortung für die wirtschaftlichen Existenzängste der Deutschen auf andere abgeschoben. Zumeist auf ausländische KapitalistInnen, die als „Heuschrecken“ bezeichnet werden, weil sie gemäß kapitalistischen Gesetzmäßigkeiten probieren ihren Gewinn zu maximieren. Ihnen wird vorgeworfen, sich auf Kosten der deutschen Volkswirtschaft zu bereichern. Dass deutsche KapitalistInnen genauso handeln wird geflissentlich ignoriert. Dies folgt dem alten Denkschema vom „Volksschädling“, der sich auf Kosten des deutschen Volkes bereichert. Hier bieten sich Ansatzpunkte für Nazis, die in ihrem antisemitischen Wahn das Bild dieses „Volksschädling“ auf die Juden und Jüdinnen projizieren.
Gründe genug also, um –wie auch immer gearteten- Nationalismus und Denken in den Kategorien von Volk und Rasse abzulehnen. Doch wir gehen noch einen Schritt weiter: Konsequenter Antifaschismus, der auf die Beseitigung aller Herrschaftsverhältnisse zielt, sollte nicht bei einer Kritik am Nationalismus stehen bleiben, sondern Kritik am Konstrukt Nation an sich üben. Denn einerseits – und das ist schon Grund genug Nationen zu hassen- entstehen schon durch die grundsätzliche Funktionsweise von Nation andauernd Herrschaftsverhältnisse. Ob nun durch den Bullen, der einem/einer mit Knüppel in der Hand willkürlich den Durchgang zu einem bestimmten Ort verwehrt, oder einfach durch Notendruck, der SchülerInnen zwingt sich den LehrerInnen unterzuordnen.
Und andererseits ist der ursprüngliche Grund, aus dem Staaten entstanden sind, das Schützen von Eigentum. Damit widerspricht das Prinzip von Nation ganz grundsätzlich dem, was eine radikale Linke immer fordern sollte; der Abschaffung von Kapitalismus und Eigentum.
Für eine Welt ohne Nationen und Kapitalismus!
Für eine Welt ohne Nazis!
Offizielle Stellungnahme von Rantanplan
Auf den Konzerten in Neumünster (29.09.07) und in Kiel (12.10.07) fiel von
Torben der Satz "Ernst Röhm hat seinen SA-Männern in den Arsch gefickt".
Dieser Satz wurde von einigen Konzertbesuch als schwulenfeindlich
interpretiert. Er ist aber auf gar keinen Fall so gemeint gewesen, und wir
distanzieren uns aufs Schärfste von dieser Lesart.
Die Feststellung, dass Ernst Röhm homosexuell war, sollte lediglich die
klangheimliche Freude zum Ausdruck bringen, dass manche Nazis sich und ihre
Bewegung bisweilen lächerlich machen, indem sie sich nicht einmal selbst an
ihre menschenverachtende Ideologie halten.
Ebensogut hätte man feststellen können, dass Nazigrößen im Dritten Reich
"Ausnahmejuden" gedeckt haben, dass Adolf Hitler alles andere als blond,
blauäugig und hochgewachsen war und im übrigen aus inzestuösen
Familienverhältnissen stammte, oder dass Dorfnazi XY am liebsten Döner
futtert.
Die Homophobie ist einer der wesentlichen Charakterzüge der Nazi-Ideologie,
da Homosexualität nun einmal nicht in das Konzept einer arischen Herrenrasse
passt. So wurden ja auch viele Menschen wegen ihrer Homosexualität in
Konzentrationslager deportiert. Dort wurden sie durch rosa Abzeichen
gekennzeichnet. Dies war die niedrigste Stufe in der Lagerhierarchie, die
von anderen Gefangenen verachtet und schikaniert wurden.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht ganz verständlich, wie jemand aus den
zwei Sätzen "Nazis sind scheisse" und "Ernst Röhm hat seinen SA-Männern in
den Arsch gefickt" die Quintessenz "Nazis sind scheisse weil sie schwul
sind" ziehen kann. Da hat wohl jemand im Geschichtsunterricht nicht
aufgepasst. Sechs, setzen.
Für Rantanplan jedenfalls spielt die sexuelle Orientierung eines Menschen
überhaupt keine Rolle für dessen Ansehen, ob jemand schwul, hetero,
lesbisch, bi oder was auch immer ist.
Eine derartige Distanzierung von der homophoben Lesart ist bereits auf dem
Konzert in Kiel KLAR UND DEUTLICH erfolgt, aber einige haben sie offenbar
nicht verstanden.
Wir hoffen, dass gewisse Konzertbesucher in Zukunft den direkten Kontakt zu
uns suchen, bevor sie uns in irgendwelchen Internetforen diffamieren."
Diese Mitteilung ist auf www.myspace.com/rantanplan im BLOG erschienen und erscheint morgen auf www.rantanplan.tk
Fussballtunier
Liebe Grüße eure Titanic!!