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Proteste in Birma-Kundgebung in Berlin

Birmasoli 28.09.2007 01:32
Einzelpersonen und Burma Soligruppen haben in Berlin für Samstag eine Solidaritätskundgebung für die protestierenden Menschen in Birma angemeldet. Der Kundgebungsort ist nahe der chinesischen Botschaft, um auf die besondere Rolle Chinas im Konflikt hinzuweisen.Ort: JannowitzbrückeZeit: Samstag 29.9.07 12.00 UhrWir rufen potentielle Unterstützer/innen dazu auf mit uns in Kontakt zu treten und unseren Aufruf weiterzuverbreiten.
Wir sind wütend und schockiert über die erschossenen Demonstranten in Birma. Nur eine internationale Solidarität mit den Protestierenden kann verhindern, dass die von China gestützte Militärjunta möglicherweise ein noch viel größeres Blutbad anrichtet. Deswegen rufen Birma-Solidaritätsgruppen aus Deutschland zu einer Kundgebung vor der chinesischen Botschaft in Berlin auf.



Zeit: Samstag, 29. September, 12.00 Uhr

Ort: Jannowitzbrücke vor der chinesischen Botschaft (Berlin-Mitte, S/U-Jannowitzbrücke)

Wir bitten Personen und Gruppen mit ihrem Namen diese Kundgebung zu unterstützen. Bitte senden sie uns eine mail:

birmasoli@hotmail.de

Wir bitten außerdem um die Weiterverbreitung unseres Aufrufs.

Aufruf zur Kundgebung am 29.9.2007 vor der chinesischen Botschaft in Berlin:

Solidarität mit den Protesten in Birma

Nach langen Jahren der scheinbaren Ruhe findet in Birma eine große Protestbewegung statt, an der sich zuletzt mehr als 100.000 Menschen beteiligten.

Momentan ist noch nicht abzusehen, wohin diese Proteste führen können und ob sich die blutigen Ereignisse von 1988, als 3000 Demonstranten getötet wurden wiederholen könnten. Bislang gibt es in der birmanischen Militärdiktatur keine Hinweise für eine Demokratisierung des Landes, in den Grenzregionen tobt weiterhin täglich ein blutiger Bürgerkrieg gegen die indigenen Minderheiten.

Die Militärregierung hat Truppen auf den Straßen in Bereitschaft bringen lassen und nutzt zusätzlich paramilitärische Einheiten zur Niederschlagung der Proteste. Stets schlugen die Diktatoren solche Proteste blutig nieder und viele Tausend Aktivisten fristeten ein trostloses Leben in den Gefängnissen. Auch momentan sind mehr als 1.000 politische Oppositionelle und Mönche inhaftiert. Nach Berichten von Menschenrechtsorganisationen wird in birmanischen Gefängnissen systematisch gefoltert.

Trotz Versammlungsverbot und Aufmarsch des Militärs sind heute, am 26.9.07 die Proteste in vielen Städten weitergegangen. Die Informationslage ist schlecht, weil die Regierung eine rigide Zensur betreibt und die Internetbandbreite gering ist. In Rangoon demonstrierten heute 10 000nde, es gab Angriffe der Soldaten mit Tränengas und Schlagstöcken, Salven wurden über die Köpfe und in die Menge geschossen. Mehrere Menschen sind ums Leben gekommen, viele wurden verletzt, viele festgenommen. Dennoch konnte das Militär die Demos nicht verhindern.

Warum wir vor der chinesischen Botschaft demonstrieren

Seit 1962 die Militärs in Birma die Macht übernommen haben führen sie das Land unter Chinas stillschweigender Zustimmung mit äußerster Brutalität.

Zitat: "Burmas Bedeutung für China wächst stetig und rasch. Denn China nutzt sein Nachbarland als Rohstoffquelle und als Zugang zum Indischen Ozean, den es selber nicht besitzt", sagt die Birma-Expertin Marie Lall, die an der Universität London zu Südasien forscht. Chinesische Unternehmen bauen im Nachbarland Tropenhölzer, Jade und Gold ab und legen riesige Monokultur-Plantagen an, auf denen die Birmanen arbeiten, und bauen die ihnen nützliche Infrastruktur aus. Von besonderer Bedeutung aber sind die Gasvorkommen entlang Burmas Küste. Sie sind ein Baustein für die von Peking geplante Entwicklung des unterversorgten Westens Chinas. Der Ölkonzern BP geht davon aus, dass Burma erschlossene Gasreserven von mindestens 500 Milliarden Kubikmetern hat. Andere sprechen davon, Burma verfüge insgesamt über die dreifache Menge. (Quelle: FAZ vom 24.9.2007)

Im Gegenzug für die Ausfuhr der von China benötigten Rohstoffe, stützt China aktiv das menschenverachtende System der Generäle und macht sich mitschuldig an der permanenten Verletzung der Menschenrechte in Birma. Als Schutzmacht der Militärjunta trägt China eine direkte Mitverantwortung an einem möglichen Massaker auf den Strassen Birmas.

Darüberhinaus ist China der wichtigste Waffenlieferant für die Generäle.

Immer wieder blockiert China durch sein Veto im UN-Sicherheitsrat ein mögliches Vorgehen gegen die Junta, so auch im Januar 2007 gemeinsam mit Russland als in einer Entschließung des Weltsicherheitsrates die Militärregierung Birmas aufgefordert werden sollte, alle politischen Gefangenen freizulassen, die Schritte in Richtung Demokratie zu beschleunigen und die Angriffe gegen ethnische Minderheiten zu stoppen.

Gestern blockierte China erneut die Verurteilung des birmanischen Regimes im Weltsicherheitsrat.

Wir fordern, dass China sich entschlossen gegen eine gewaltsame Intervention der Sicherheitskräfte ausspricht und die Demokratiebewegung unterstützt.

Wir fordern ein Ende der Waffenlieferungen Chinas an die Militärjunta

Wir fordern China auf die Resolutionen der Staatengemeinschaft gegen das Regime in Birma mitzutragen.

Wir fordern die Militärregierung in Birma auf den blutigen Krieg gegen die demokratischen Kräfte im Land zu beenden und die Gewalt gegen Demonstranten einzustellen.

Wir fordern eine Wiederaufnahme des Dialogs mit allen politischen Kräften im Land.

Wir verlangen die Freilassung aller politischen Gefangenen und die Achtung der grundlegenden Menschenrechte.

Solidarität mit den Protesten in Birma!



Aufrufer:

Burmaprojekt e.V. http://www.burma-projekt.de

Burma.Initiative http://www.asienhaus.de/burma

Planspielgruppe Burma am OSI

Einzelpersonen

Kundgebung vor der chinesischen Botschaft in Berlin

Zeit: Samstag, 29. September, 12.00 Uhr

Ort: Brückenstrasse / Jannowitzbrücke (Berlin-Mitte, S/U-Jannowitzbrücke)

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Ergänzungen

News aus Birma

Ich 28.09.2007 - 14:40
Schwere Ausschreitungen in Birma - Militärregime kappt Internetverbindungen ins Ausland
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Kein Ende der Gewalt in Rangun, der größten Stadt in Myanmar, vormals Birma. Am Donnerstag waren bei schweren Ausschreitungen mindestens neun Menschen getötet worden, darunter auch ein japanischer Pressefotograf. Medien berichteten allerdings, dass die Zahl der Opfer weit höher liege als von den birmanischen Behörden angegeben.

Am Freitag morgen versammelten sich erneut tausende Aktivisten zu Protesten gegen das Militärregime. Die Stimmung sei angespannt, berichteten Beobachter; viele Menschen seien nach den Ausschreitungen des Vortags verunsichert. Die Militärjunta ließ alle Internetverbindungen mit dem Ausland abschalten - wegen eines beschädigten Kabels, so die offizielle Begründung. Das Internet war in den vergangenen Tagen eine der wichtigsten Informationsquellen für die Demonstranten. In der Nacht hatte das Militär erneut mehrere Klöster gestürmt. Hunderte Mönche sollen in einem Internierungslager festgehalten werden. Ein Appell der asiatischen Staatengemeinschaft ASEAN, die Gewalt umgehend einzustellen, verhallte ungehört.

Proteste in mehreren Ländern

Ich 28.09.2007 - 14:41
Weltweite Proteste gegen Militärjunta in Birma

In mehreren Ländern ist es am Freitag zu teils heftigen Protesten gegen die Militärregierung in Birma gekommen. In der australischen Hauptstadt Canberra versuchten rund 100 Demonstranten, die birmanische Botschaft zu stürmen. Die Polizei drängte die Aktivisten gewaltsam zurück und nahm mehrere Menschen fest. Einige der Protestierenden begannen daraufhin eine Sitzblockade vor dem Botschaftsgebäude.

Auch in Teilen Asiens kam es zu gewaltsamen Protesten, so etwa auf den Philippinen. In Manila versammelten sich Dutzende Menschen vor der Botschaft von Birma, um das gewaltsame Vorgehen der Militärjunta anzuprangern. Die Demonstranten forderten die asiatische Staatengemeinschaft auf, effektiver als bisher gegen die Gewalt in Birma vorzugehen. Einige der Aktivisten zeigten ihre Solidarität mit den verhafteten Mönchen auf besondere Art - indem sie sich den Kopf kahl scheren ließen. In Thailand marschierten bis zu 300 Menschen zur Botschaft von Birma in Bangkok. Auf Transparenten forderten sie die Freilassung aller politischen Gefangenen, vor allem der seit Jahren unter Hausarrest stehenden Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.

Info

Burma 28.09.2007 - 18:16

In einem Punkt hat Holger Recht!

... 28.09.2007 - 22:49
"Burma" oder "Birma" anstatt den richtigen, uralten, Namens "Myanmar" zu verwenden, ist in etwa so, als würde (europäischstämmiger) mensch Farbige als "Neger" oder "Kaffer" bezeichen. Die Verwendung der Sklavennamen (Birma/Burma) ist hierzulande zwar fast schon mainstream, aber links/emanzipatirisch orientierte Menschen sollten diesen (fast White-Power-) Sprech nicht übernehmen. Ob nun eine Militätjunta oder sonstwer den Sklavennamen abschafft und den uralten Namen wieder einführt: Drauf gesch...en, es bleibt richtig!!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 8 Kommentare

Solidemos

antagonism 28.09.2007 - 03:16
Wäre es nicht langsam an der Zeit für deutschlandweite Solidemos und Aktionen vor den Botschaften und Verbindungen allgemein?!
Denkt drüber nach-und organisiert!
Machen wir Druck-so viel wie möglich!

Frage

Holger Holgerson 28.09.2007 - 05:40
Warum werden hier die Namen "Birma" und "Burma" verwendet, die auf die Kolonialisten zurück zu führen sind?
Warum Solidarität mit irgendwelchen religiösen Fanatikern? Diese Mönche protestieren doch nur, weil sie auf Grund der zunehmenden Armut, dem Preisanstieg und sonstigen Sozialabbau, nicht mehr so viel Unterstützung aus der Bevölkerung erhalten. Diese Mönche leben von Gaben der Menschen dort.
Gibt es da nicht andere Gruppen die Unterstützung bräuchten - irgendwelche linken Gruppen?

Soli Demo Deutschlandweit

Antifascista 28.09.2007 - 10:09
Erstmal @ Holger: Wie kann man nur so einen rießen Mist verzapfen? Diese Menschen sind friedliche Demonstranten die ohne ersichtlichen Grund vom Militär regelrecht hingerichtet werden also was ist falsch daran diese Menschen zu unterstützen??Erst denken dann reden!!
Ich bin auch der Meinung das schleunigst deutschlandweite Soli Demos organisiert werden sollten!!Uns könnte es vielleicht auch bald so gehen...

startseite?

berliner 28.09.2007 - 12:25
Liebe Mods, bitte setzt doch diesen Artikel auf die Startseite. die Kundgebung in Berlin ist bis jetzt, neben der in Köln die bisher einzige Solidaritätsveranstaltung mit den Protestierenden in Birma. Der Aufruf ist selbst geschrieben, die ganze Veranstaltung von wenigen in kurzer Zeit organisiert und unterstützenswert. Mein posting kann dann gelöscht werden.

chinesische botschaft

nachdenker 28.09.2007 - 15:01
myanmar/burma hat auch eine vertretung in berlin, nur mal so...

@nachdenker

leser 28.09.2007 - 23:42
Im Text ist doch begründet, warum die Kundgebung nahe der chinesischen Botschaft stattfindet.

Burma Birma Myanmar

Tcfkambab 29.09.2007 - 12:16
Wenn die dortige Demokratiebewegung den Namen Myanmar ablehnt, sollte man es denen dann nicht gleichtun? Hmm?

Es ist schon wahnsinnig schwer, Begriffe zu finden, die nicht irgendwie belastet sind. Vorschlag:
The Country formerly known as Myanmar, Burma and Birma

"Tcfkambab"

das ist doch ein cooler Name und garantiert politisch korrekt

nomenklator

Nomenklatura 04.10.2007 - 15:56
Also wenn jemand behauptet der Name Burma wäre rassistisch und der Name Myanmar nicht, so wie bei Rhodesien/Zimbabwe, das ist in dem Fall Quatsch. Es ist eher so wie bei Persien/Iran, nur daß bei Persien der Rest der Welt die fragwürdige Umbenennung durch das Regime anerkennt.