Rieseby (SH): Erfolgreiche (Musik)-Kundgebung
- Über 250 Menschen feierten am Samstag, 15.9. gegen Neonazistrukturen und christdemokratische Verbotspolitik auf antifaschistischer Musikkundgebung in Rieseby
- Kampagne „Antifaschistisch lebt sich’s besser!“ dankt allen UnterstützerInnen und HelferInnen für zwei erfolgreiche Wochen in der Schleiregion
- Kampagne will im Ort gegen das Naziproblem aktiv bleiben
- Kampagne „Antifaschistisch lebt sich’s besser!“ dankt allen UnterstützerInnen und HelferInnen für zwei erfolgreiche Wochen in der Schleiregion
- Kampagne will im Ort gegen das Naziproblem aktiv bleiben
Am Samstag, 15.9. beteiligten sich über 250 Menschen an der Musikkundgebung „Antifaschistische Kultur lässt sich nicht verbieten!“ im Riesebyer Bürgerpark. Die Veranstaltung richtete sich gegen das Verbot eines Antifa-Festivals durch den Riesebyer Bürgermeister Kempe (CDU), welches am selben Tag hätte stattfinden sollen.
Zwischen verschiedenen Redebeiträgen traten mit den Disturbers (Kiel), Holger Burner (Hamburg), Frankies Freakshow (Eckernförde), Wunschkind (Eckernförde/Berlin) und Boutique Rouge (Kiel/Hamburg/Berlin) insgesamt fünf Musikgruppen auf einem zur Bühne umfunktionierten LKW auf. Neben antifaschistischen Infoständen war mit einem veganen Burgerstand, einem Kuchenstand und einem Getränkebus für ausreichende Verpflegung gegen Spende gesorgt, womit der Charakter eines Festivals trotz der widrigen Bedingungen aufrechterhalten werden konnte und für dementsprechend gute Stimmung sorgte. Hierzu trugen auch das recht gute Wetter und das grüne Ambiente im Bürgerpark ihren Teil bei.
In den Redebeiträgen wurde wiederholt die massive Behinderung antifaschistischer Arbeit durch Bürgermeister Kempe und die CDU-Gemeinderatsfraktion in einer Region mit einem bedrohlich hohen rechten Potential in deutlichen Worten kritisiert. Außerdem wurde die vorherrschende Gleichsetzung fortschrittlicher linker Politik mit der menschenverachtenden Ideologie der Neonazis zurückgewiesen. Weitere Redner riefen zu den Aktionen gegen dem diesjährigen Club-88 Geburtstag in Neumünster (
http://www.club88-schliessen.tk) und zur Solidarität mit einem angeklagten Kieler Antifaschisten (
http://antirepression1april.blogspot.com) auf.
Die Polizei war mit einem absolut übertriebenen Aufgebot überall im Ort präsent und untersagte einigen AutofahrerInnen sogar, direkt zum Bürgerpark zu fahren.
Die Nazis beließen es mal wieder bei ihren großmäulig in Gerüchten gestreuten Drohungen und waren im Dorf nur vorsichtig präsent und blieben der Antifa-Veranstaltung fern.
Die Kampagne „Antifaschistisch lebt sich’s besser!“ zog ein positives Resümee aus der gelungenen Musikkundgebung und den vorausgegangenen Veranstaltungen. Über 250 Menschen haben am Samstag in Rieseby, nach der erfolgreichen Infokundgebung am Donnerstag, erneut bewiesen, dass sie sich notwendiges antifaschistisches Engagement nicht verbieten lassen und eine antifaschistische Alternative zur rechten Szene in Rieseby aufgezeigt. Dass die Resonanz trotz der, dem Verbot geschuldeten, unklaren Umstände über das Stattfinden und den Ort der Musikveranstaltung und der abschreckenden martialischen Polizeipräsenz im Ort, so hoch war, lässt weiter hoffen, dass mit der Demo, der Infokundgebung und der Musikveranstaltung dazu beigetragen wurde, dass sich in der Schleiregion eine antifaschistische Gegenkultur etablieren kann. Das Kampagnenbündnis will die kommenden politischen Entwicklungen in Rieseby aufmerksam weiterverfolgen und gegebenenfalls weiter intervenieren. Auch darüber hinaus sind für die nächste Zeit weitere antifaschistische Aktionen in der Region geplant. Dank gebührt ausdrücklich all denjenigen RiesebyerInnen, die die Kampagne bisher tatkräftig unterstützt haben und natürlich allen anderen HelferInnen und TeilnehmerInnen, die die Veranstaltungen der letzten Wochen zu einem großen Erfolg für die antifaschistische Bewegung gemacht haben.
Zwischen verschiedenen Redebeiträgen traten mit den Disturbers (Kiel), Holger Burner (Hamburg), Frankies Freakshow (Eckernförde), Wunschkind (Eckernförde/Berlin) und Boutique Rouge (Kiel/Hamburg/Berlin) insgesamt fünf Musikgruppen auf einem zur Bühne umfunktionierten LKW auf. Neben antifaschistischen Infoständen war mit einem veganen Burgerstand, einem Kuchenstand und einem Getränkebus für ausreichende Verpflegung gegen Spende gesorgt, womit der Charakter eines Festivals trotz der widrigen Bedingungen aufrechterhalten werden konnte und für dementsprechend gute Stimmung sorgte. Hierzu trugen auch das recht gute Wetter und das grüne Ambiente im Bürgerpark ihren Teil bei.
In den Redebeiträgen wurde wiederholt die massive Behinderung antifaschistischer Arbeit durch Bürgermeister Kempe und die CDU-Gemeinderatsfraktion in einer Region mit einem bedrohlich hohen rechten Potential in deutlichen Worten kritisiert. Außerdem wurde die vorherrschende Gleichsetzung fortschrittlicher linker Politik mit der menschenverachtenden Ideologie der Neonazis zurückgewiesen. Weitere Redner riefen zu den Aktionen gegen dem diesjährigen Club-88 Geburtstag in Neumünster (
http://www.club88-schliessen.tk) und zur Solidarität mit einem angeklagten Kieler Antifaschisten (
http://antirepression1april.blogspot.com) auf. Die Polizei war mit einem absolut übertriebenen Aufgebot überall im Ort präsent und untersagte einigen AutofahrerInnen sogar, direkt zum Bürgerpark zu fahren.
Die Nazis beließen es mal wieder bei ihren großmäulig in Gerüchten gestreuten Drohungen und waren im Dorf nur vorsichtig präsent und blieben der Antifa-Veranstaltung fern.
Die Kampagne „Antifaschistisch lebt sich’s besser!“ zog ein positives Resümee aus der gelungenen Musikkundgebung und den vorausgegangenen Veranstaltungen. Über 250 Menschen haben am Samstag in Rieseby, nach der erfolgreichen Infokundgebung am Donnerstag, erneut bewiesen, dass sie sich notwendiges antifaschistisches Engagement nicht verbieten lassen und eine antifaschistische Alternative zur rechten Szene in Rieseby aufgezeigt. Dass die Resonanz trotz der, dem Verbot geschuldeten, unklaren Umstände über das Stattfinden und den Ort der Musikveranstaltung und der abschreckenden martialischen Polizeipräsenz im Ort, so hoch war, lässt weiter hoffen, dass mit der Demo, der Infokundgebung und der Musikveranstaltung dazu beigetragen wurde, dass sich in der Schleiregion eine antifaschistische Gegenkultur etablieren kann. Das Kampagnenbündnis will die kommenden politischen Entwicklungen in Rieseby aufmerksam weiterverfolgen und gegebenenfalls weiter intervenieren. Auch darüber hinaus sind für die nächste Zeit weitere antifaschistische Aktionen in der Region geplant. Dank gebührt ausdrücklich all denjenigen RiesebyerInnen, die die Kampagne bisher tatkräftig unterstützt haben und natürlich allen anderen HelferInnen und TeilnehmerInnen, die die Veranstaltungen der letzten Wochen zu einem großen Erfolg für die antifaschistische Bewegung gemacht haben.
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Ergänzungen
Mehr zum Thema
Verbot von Antifa-Veranstaltungen:
Demo am 01.09.:
Kampagnenstart:
Aufruf:
Redebeitrag zur Begrüßung
Ich möchte Euch alle im Namen der Kampagne „Antifaschistisch lebt sich’s besser!“ zur heutige Kundgebung „Antifaschistische Kultur lässt sich nicht verbieten!“ herzlich begrüßen. Es ist erfreulich zu sehen, dass trotz der vorausgegangenen Schikanen so viele Leute gekommen sind. Auch wenn sich der veränderte Rahmen als Kundgebung, in dem wir hier heute antifaschistische Kultur zelebrieren wollen, dazu geführt hat, dass dies in einer deutlich abgespeckten Variante geschehen muss, haben wir für den heutigen Tag das gleiche Programm beibehalten. Auf dieser Kundgebung werden neben einigen RednerInnen die Bands Boutique Rouge, Disturbers, Frankies Freak Show, Hallo Kwitten, Wunschkind und MC Holger Burner auftreten.
Dass eine antifaschistisches Kultur für die Region um Rieseby dringend nötig ist, haben wir bereits im bisherigen Verlauf der Kampagne vielfach thematisiert: Hier braut sich seit langem und in der letzten Zeit verstärkt, eine neonazistische Bedrohung aus subkultureller rechter Jugendkultur, Neonazikadern und Aktivität faschistischer Organisationen zusammen.
Nun zu den Gründen, weshalb wir diese Veranstaltung in diesem unwürdigen Rahmen durchführen müssen. Wie viele Anwesende sicherlich wissen, hat die CDU-Mehrheit im Gemeinderat mit ihrem Bürgermeister Kempe am Montag veranlasst, dass in Rieseby kein Raum für antifaschistische Politik zur Verfügung steht. Die Nutzung des Bolzplatzes für das heute geplante Antifa-Festival, wurde uns genauso untersagt, wie die Durchführung der Infoveranstaltung im Jugendtreff am letzten Donnerstag. Dass trotzdem über 80 Menschen dem Referat Andreas Speits über Strategien faschistischer Organisationen im Rahmen einer Infokundgebung unter freiem Himmel zuhörten, hat schon am Donnerstag deutlich gemacht, dass antifaschistische Politik sich nicht verbieten lässt.
Das Verhalten der CDU ist selbstverständlich skandalös, bei genauerer Betrachtung allerdings nicht übermäßig verwunderlich. Bereits seit Jahren gibt es in Rieseby eine vergleichsweise starke rechte Szene, die z.B. dafür sorgte, dass zur Jahrtausendwende zwei Restaurants mit nicht-deutschen Betreibern den Ort verlassen mussten. Daran störte man sich in Rieseby genauso wenig, wie an, zumindest gerüchteweisen Treffen der faschistischen DVU in der damaligen „Schleswig-Holstein Stube“. Das Totschweigen der Naziproblematik hat hier also eine lange Tradition. Genauso sind auch Verbote und Schikanen gegenüber AntifaschistInnen nichts neues in Rieseby: Ob Geldstrafen gegen aufklärende AntifaschistInnen von der Antifa Eckernförde wegen einer Flugblattaktion in Rieseby vor ein paar Jahren oder eine Anfang diesen Jahres durch den damaligen Schulleiter der Grund- und Hauptschule abgesagte Veranstaltung der Antifa Jugend Kiel, sind Beispiele für das, was sich nun mit den neuesten Verboten fortsetzt. Und dies, obwohl im vergangenen halben Jahr das Naziproblem in Rieseby so breit öffentlich gemacht wurde, wie wohl in kaum einem anderen Ort seiner Größe. Trotz Medienaufmerksamkeit, Arbeitskreis gegen Rechts oder einer Antifa-Demonstration mit 500 TeilnehmerInnen.
Eigentlich sollte spätestens jetzt allen klar sein, dass hier antifaschistische Gegenwehr dringend erforderlich ist. Und dennoch sperrt ein Bürgermeister Kempe samt CDU-Fraktion sich krampfhaft dagegen und geht sogar mit Verboten gegen diejenigen vor, die sich hier antifaschistisch betätigen wollen. In den Begründungen schreibt man dabei fröhlich aus den Flugblättern der NPD ab und konstruiert eine von außen kommende Bedrohung von gewalttätigen antifaschistischen NestbeschmutzerInnen. Er erklärt uns AntifaschistInnen, statt der Nazis zum Problem Riesebys und macht sich somit zum Wegbereiter des weiteren Erstarkens der hiesigen Naziszene. Ein solcher Bürgermeister ist für eine Gemeinde, die für sich beansprucht Mut gegen Rechts zu zeigen, schon lange nicht mehr tragbar.
Die CDU Rieseby hat klar gemacht, was sie unter ihrem erst Montag versicherten Kampf gegen Neonazismus versteht: Nämlich Alibi-Heuchelei und vielleicht ein kleines bisschen Standortsorge und ansonsten nichts. Auch dieses Verständnis von Antifaschismus ist in einer Partei, deren Vertreter in Form des baden-würtembergischen Ministerpräsidenten Öttinger, einen Nazirichter Filbinger in einen Widerstandskämpfer umlügen, um Kontinuitäten des Nationalsozialismus in der eigenen Partei zu rechtfertigen, nichts neues.
Auch wenn die örtliche CDU mal wieder bestätigt hat, das Christdemokraten nicht in der Lage sind, Neonazismus auch nur irgend etwas zu entgegnen, freut uns natürlich, dass wir in Rieseby auch auf aufrichtige und tatkräftige Unterstützung gestoßen sind, zuletzt half uns z.B. der örtliche Sparkassenbetreiber am Donnerstag mit Strom für die Infoveranstaltung aus. Mit denjenigen und allen anderen, die mit uns gegen Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus auch in Rieseby aktiv sein wollen, wollen wir heute zusammen Musik hören, feiern, diskutieren und wiederholt deutlich machen, dass wir uns das auch nicht von einem Bürgermeister Kempe verbieten lassen.
Viel Spaß bei der Musikkundgebung!
Kein Ort für Nazis – auch nicht in Rieseby!
Für eine antifaschistische Gegenkultur in der Schleiregion!
Redebeitrag zur Extremismusdoktrin
Wir wissen, dass ein Grund, weshalb einige im Ort unserer antifaschistischen Arbeit mit Skepsis gegenüberstehen, die Auffassung ist, wenn mensch nichts mit Rechten zu tun haben will, dürfe mensch auch uns Linken keinen Raum bieten.
Bereits auf der Infokundgebung am vergangenen Donnerstag hier in Rieseby, vielen passende Worte dafür, warum die gebetsmühlenartig heruntergeleierte Rechts=Links-Gleichsetzung von vorn herein hinkt:
Der entscheidende Unterschied zwischen linken und rechten Gesellschaftsentwürfen ist, dass rechte Menschenbilder immer von der Ungleichheit des Menschen ausgehen. Sie teilen die Menschen in unterschiedlich wertvolle Rassen ein, was zwangsläufig in der Ausgrenzung bis hin zum Massenmord an denjenigen Menschen, deren leben sie für unwürdig halten, gipfelt. Ein weiteres Merkmal rechter Ideologie ist, dass das Individuum in einem Zwangskollektiv für das Wohl des Volkes und der Nation geopfert werden soll. Die freie Entfaltung des Menschen wird also dem Funktionieren einer autoritären und hierarchischen Gemeinschaft geopfert.
Alle linken Gesellschaftsentwürfe dagegen haben zum Ziel, das Menschenbild von der Gleichberechtigung aller Individuen in die Praxis umzusetzen. Ein würdiges Leben soll allen ermöglicht werden, egal welcher Hautfarbe, welcher Herkunft, welchen Geschlechts oder welcher Fähigkeiten. Es soll immer eine Gesellschaftsform erreicht werden, die auf gegenseitiger Unterstützung, Respekt, Bedürfnisbefriedigung und Gleichberechtigung basiert.
Linke und rechte Ideologien sind also keinesfalls gleichsetzbar, sondern widersprechen sich in ihrem Ziel und ihrem Menschenbild in unvereinbarer Weise.
Wir sind hier seit einigen Wochen in Rieseby aktiv, weil wir uns aus unserem linken Selbstverständnis logischerweise gegen das menschenverachtende und rückschrittliche Weltbild der Neonazis wenden. Wir setzen den Neonazistrukturen in Rieseby etwas entgegen, weil wir für Gleichberechtigung und freie Entfaltung einstehen, die sie weiter beschneiden wollen.
Aus den gleichen Gründen lehnen jedoch auch den Zustand ab, in dem sich die deutsche Gesellschaft befindet. Denn in der Bundesrepublik Deutschland sind die Menschen alles andere als gleichberechtigt. Obwohl wir in einem der reichsten Länder der Welt leben, gibt es hier steigende Armut und Verelendung. Vorangetrieben wir dies durch staatliche Programme wie Hartz4. Es wird hier den wenigsten Menschen ermöglicht, sich selbst frei zu entfalten, zu entscheiden, wie sie ihre Fähigkeiten einsetzen und ihre Bedürfnisse befriedigen. Viel zu sehr müssen wir uns dem ökonomischen Druck beugen und sinnlose Arbeiten zu Niedrichstlöhnen verrichten oder werden vom Arbeitsamt zu schwachsinnigen Maßnahmen verdonnert. Unser Leben müssen wir voll und ganz der Lohnarbeit unterordnen, um zumindest ein bisschen an der, als wertvoll vorgegeben, Konsum-Plastik-Welt teilhaben zu können.
Die Ursachen hierfür liegen unserer Meinung nach in der Logik eines kapitalistischen Systems, welches nur funktionieren kann, wenn es die Bedrohung durch Armut oder Ausgrenzung gibt. Damit sind wir alle gezwungen, das Spiel mitzuspielen, auch wenn es niemandem wirklich Spaß macht. Dieses System braucht dann eben auch für jedermensch zugängliche Unterdrückungsformen wie Rassismus. Hiermit soll die Unzufriedenheit über die eigene trostlose Lage nicht etwa an die hierfür verantwortlichen herrschenden Verhältnisse zurückgegeben werden, sondern selbst noch mal auf noch mehr benachteiligte eingetreten werden.
Was der gnadenlose Erhalt unseres tristen Plastik-Wohlstands für ganz andere Teile der Welt bedeutet, zeigt ein in Armut, Krieg und Umweltzerstörung versinkender Kontinent Afrika. Und der dortige Zustand bedeutet ganz bestimmt nicht, dass AfrikanerInnen noch unfähiger sind, ein Zusammenleben zu organisieren. Der katastrophale Zustand sind die Spätfolgen des westlichen Kolonialismus der letzten Jahrhunderte und der weiteren Ausplünderung des Kontinents durch die führenden kapitalistischen Nationen heute. Wenn die Bundeswehr im Kongo eingesetzt wird, geschieht dies nicht in erster Linie, um dort eine menschliche Gesellschaft aufzubauen, sondern um weiterhin die westliche Verfügung über dortige Rohstoffe und die Abhängigkeit des Landes zu sichern.
Wir lehnen aus unserem Streben nach einer Gesellschaft ohne Ausbeutung, Ausgrenzung, Unterdrückung und für ein menschenwürdiges Leben für alle weltweit, den Zustand ab, in dem sich die Zivilisation des Menschen hier und überall befindet. Dass wir diesen Zustand zu einem großen Teil auf die zerstörerische Logik des Kapitalismus zurückführen, macht uns zu Linken. Dass wir nicht glauben, diesen Zustand im Rahmen dieses Systems und dieser Staatenwelt verändern zu können, sondern wir das Problem an der Wurzel anpacken wollen, macht uns zu radikalen Linken. Und wer dieses Anliegen mit dem der Nazis vergleicht, der/die sollte noch mal ein bisschen nachdenken, ansonsten unterstellen wir ihm/ihr ganz andere Interessen.
Gegen die kapitalistische Barbarei und neonazistischen Wahnsinn!
Für ein menschenwürdiges Leben für alle!
Friedliche Antifa-Kundgebung gegen...
Die linke Szene hat am Sonnabend mit einer Kundgebung und musikalischen Beiträgen gegen die Gefahr von Rechts in und um Rieseby mobil gemacht. Die Kundgebung wurd von einer starken Polizeiaufgebot geschützt, Zusammenstöße mit Rechten blieben aus, die Veranstaltung verlief entspannt und friedlich, teilte die Polizei mit.
Rieseby – Das Polizeiaufgebot am Sonnabend war im Dorf unübersehbar. Schon am Bahnhof wurden die Teilnehmer der Kundgebung, die der Kreisverband der Linken initiiert hatte, von einem nicht unerheblichen Kontingent der Ordnungshüter erwartet.
„Wir sind dem Anlass gemäß auf alle Eventualitäten vorbereitet“, erläuterte Rainer Wetzel, Pressesprecher der Polizeidirektion Neumünster, die starke Polizeipräsenz aus Eckernförde, Neumünster und Eutin.
Aron Langer, der Sprecher der Kampagne „Antifaschistisch lebt ’s sich leichter“, sah dagegen in dem starken Aufgebot der Polizei eher ein Hemmnis für die Teilnehmer.
„Wir fürchten, dass hierdurch viele an einer Teilnahme abgeschreckt werden, dabei haben wir eine friedliche Basis bewusst gewollt “, meinte der Kieler Student. „Es ist doch nur in unserem Interesse, wenn die Kundgebung vernünftig abläuft und wir haben ein Veranstaltungsrecht, auch wenn andere das anders sehen“, sagte Langer hinsichtlich der Probleme mit der Riesebyer Gemeindevertretung und Bürgermeister Johann Kempe, die die ursprünglich als Musikfestival angemeldete Veranstaltung unterbinden wollten.
Die Polizei sprach am Sonnabend von einer ordnungsgemäß angemeldeten Versammlung, die von ihr zu schützen sei, um Zusammenstöße mit Rechten aus Eckernförde, Rieseby, Hummelfeld, Kosel und Lundshof schon im Vorwege zu unterbinden. Polizei-Sprecher Wetzel schätzte die Situation im Bürgerpark vor der Sporthalle als „völlig entspannt ein“. Und so blieb es nach Polizeiangaben auch bis zum Kundgebungsende um 21.50 Uhr. Wetzel schätzte die Teilnehmerzahl „in der Spitze auf 250 Personen“.
Linke Gruppierungen aus Kiel, Rendsburg, Eckernförde, Flensburg und Hamburg gehörten zu den Besuchern der Kundgebung, die von bekannten Musikern und Rednern der Szene um antifaschistische Wort- und musikalische Textbeiträge von fünf Bands (Boutique Rouge, Wunschkind, Frankies Freakshow) und Solisten aus dem Raum Eckernförde ergänzt wurde.
So war als prominenter linker Freestyle-Sänger Holger Burner aus Hamburg angereist, der mit seinem Klassenkampfrap die Menge zum Mitrappen aufrief: „Nazis sind wie Taliban, wir machen keine Promo, wir machen Propaganda (gegen rechts).“
Einige Riesebyer Bürger hatten sich unter die Teilnehmer der Kundgebung gemischt, darunter auch die beiden Schülerinnen Mareike und Diana (beide 16 Jahre), die einfach nur sehen wollten, „was hier abgeht“. Beide möchten, dass „die Nazis endlich aus Rieseby und andernorts verschwinden“.
Andere Riesebyer, die im Aktionskreis „Wir gegen rechts“ aktiv mitarbeiten, würden inzwischen von den Rechten bedroht, wollten sich aber nicht einschüchtern lassen. „Für die Rechten sind doch schmutzige Kampagnen inzwischen normales Handwerkszeug und uns bleibt ein ungutes Gefühl“, kommentieren zwei Riesbyer Arbeitskreismitglieder die Einschüchterungsversuche von Rechts. „Die Ursprünge liegen schon weiter zurück, man hat von offizieller Seite einfach nicht reagiert und hat es soweit kommen lassen!“.
Zwei andere Riesebyer Bürgerinnen meinten, „was hier abläuft ist doch genauso schlimm, wenn auch eine Gegendemo wichtig ist, nur dürfen jetzt nicht die Antifaschisten das Übergewicht bekommen.“ Viele im Dorf hätten Angst vor der schwarzen Kleidung und dem düsteren Erscheinungsbild der linken Szene. petra klatt
Polizeibericht
Rieseby (ots) - 070916-1 pdnms Rieseby
Kundgebung zum Thema " Antifaschistische Kultur lässt sich nicht verbieten"
Am 15.09.2007, in der Zeit von 16.45 Uhr bis 21.50 Uhr, fand in Rieseby im dortigen Bürgerpark eine Kundgebung unter dem Motto: "Antifaschistische Kultur lässt sich nicht verbieten " statt.
Bei der Kundgebung traten insgesamt 5 Musikgruppen auf. Zwischen den Auftritten gab es Redebeiträge zum Thema. In der Spitze wohnten etwa 250 Besucher der Antifa-Szene der Kundgebung bei. Es herrschte eine entspannte Stimmung.
Aus Sicht der Polizei kam es zu keinen nennenswerten Vorkommnissen.
Gegendarstellung
Richtig ist: die Kundgebung wurde nicht vom "Kreisverband der Linken inszeniert", sondern war Teil der Kampagne "Antifaschistisch lebt sich' s besser" des Bündnisses Autonomer Antifas Nord, in deren Rahmen auch die Demonstration am 01.09.07 und die Informationsveranstaltung mit Andreas Speit am 13.9.07 in Rieseby stattfanden. Der Kreisverband der Partei DIE LINKE hat sich in einer Presseerklärung mit diesen Aktionen solidarisiert. (Siehe Bericht in der Eckernförder Zeitung vom 15.09.07) Insbesondere hat er gegen die Verweigerung von öffentlichen Räumlichkeiten für Antifaschisten durch die Riesebyer Gemiendeverwaltung Stellung bezogen.
Hat mir gut gefallen
Ich muss trotzdem noch mal klarstellen, das ich nicht direkt nachvollziehen kann, wie jemand verstanden haben soll, das ich nazis mit Taliban verglichen habe. Ich hab im Freestyle irgendwas gereimt von wegen (keine Ahnung wies wörtlich war, aber vom Sinn) sie (der Staat) schüren Angst vor uns als wärn wir Taliban und dann irgendwas auf dreitagebart gereimt - ist jetzt ja auch nicht so wichtig wies genau wörtlich war, ich finde nur, das man Nazis nicht leichtfertig mit irgendetwas vergleichen sollte, weil das politisch gefährlich ist. Es gibt sicher auch korrekte Vergleiche mit Nazis beim Freestyle, z.B. Boxsäcke oder Zielscheiben. Die sind auch verkürzt, weil Nazis sich wehren können und auch angreifen, aber solche Vergleiche haben einen gewissen Sinn ;)
However, kämpferische Grüße an alle in Rieseby anwesenden Antifas und keep on fighting
Fotos...
Traurige Resonanz
Riesebyer Bürger....
team green - präsenz
Hinzu kam noch, dass z.B. die Musiker mit ihrem Equipment erst ihre Personalien vorzeigen mussten, um zum Gelände der Veranstaltung zu gelangen - Schikane oder "Vorsichtsmaßnahme"?
Ganz cool war allerdings, dass ein(?) Polizist seine Hilfe und sein Werkzeug anbot, um eines der Stromaggregate wieder flott zu bekommen.
Doch wozu diese ganzen Polizisten? Um dafür zu sorgen, dass die ganzen mehr oder weniger linken Menschen sich korrekt verhalten? Oder dass keine Nazis die Veranstaltung stören? Oder um "linken Straftaten" vorzubeugen? Oder einfach nur, wil sich die Einsatzleitung verkalkuliert hatte und mit mehr Besucherinnen und Besuchern rechnete, weil auf der Demo auch so viele waren?
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
LOB — Derderimmerdaist
@ honey — War dabei
@war dabei — 69forever
Welche Bedrohungen — Riesebyer Bürger....
@Riesebyer Bürger — MelkeS
@riesebyer bürger und war dabei — nikolaus
@MelkeS — fred feuerstein der große
@Fred feuerstein der große — jetzt reichts