Flashmob zur Bahnprivatisierung

RadiomacherIn 09.09.2007 16:52 Themen: Globalisierung Soziale Kämpfe
Am Sa., den 8.9. fand auf über 40 Bahnhöfen mit über 2000 Menschen der größte Flashmob, den dieses Land je gesehen hat, statt.
Ein Radio-Bericht über den Flashmob
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Ergänzungen

Bericht

Attac 12.09.2007 - 10:24
Flash Mob gegen Bahnprivatisierung in mehr als 50
Bahnhöfen

Frankfurt am Main 08.09.2007

Pressemitteilung
Bündnis "Bahn für Alle"

In bundesweit mehr als 50 Bahnhöfen haben insgesamt
mehr als 2000 Menschen gegen die geplante
Bahnprivatisierung protestiert. Unter anderem in den
Hauptbahnhöfen von Berlin, Hamburg, Frankfurt, Leipzig
und München haben je bis zu 250 Menschen pünktlich um
fünf vor zwölf für zwei Minuten mit Trillerpfeifen,
Topfdeckeln und Trommeln Alarm vor der drohenden
Privatisierung geschlagen, teilte das Bündnis "Bahn
für Alle" mit. Dann zeigten die Protestierer Schilder
mit der Aufschrift "183 = 13", die sie anschließend
zerrissen. Der Protest folgte einem seit Tagen im
Internet kursierenden Aufruf zu einem Flash Mob gegen
die Bahnprivatisierung. In Augsburg versammelten sich
im Hauptbahnhof ca. 15 Mobber, um gegen die
Bahnprivatisierung zu protestieren. Auch in kleinen
Bahnhöfen wie Dillenburg (Hessen), Plauen (Sachsen),
Bamberg (Bayern) und Fürstenberg (Brandenburg) kamen
jeweils etwa zehn Demonstranten zusammen. An vielen
Bahnhöfen waren Polizei und Sicherheitsdienste
präsent, griffen aber nicht ein.

"183 gleich 13, das geht gegen den gesunden
Menschenverstand. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee,
SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Struck und
Unions-Fraktionschef Volker Kauder können offenbar
nicht rechnen", sagte Bernhard Knierim vom
globalisierungskritischen Netzwerk Attac, einer der 13
Organisationen, die im Bündnis "Bahn für Alle" gegen
die Bahnprivatisierung kämpfen. "Laut amtlicher
Statistik hat die Deutsche Bahn AG heute ein Vermögen
von 183 Milliarden Euro. Davon soll die Hälfte
verkauft werden, doch mehr als 6,5 Milliarden Euro
kommen dafür nicht rein", erklärte Knierim. "So kommt
die Lügengleichung 183 = 13 heraus. Das ist die Formel
für Verschleuderung von öffentlichem Eigentum."

Das Privatisierungsgesetz soll in der dritten
September-Woche in den Bundestag eingebracht werden
und sieht vor, dass private Investoren auch den Besitz
am Schienennetz erwerben und die Gewinne daraus im
privatisierten Bahnkonzern bleiben. "Zusätzlich soll
der Bund weiter jährlich um die acht Milliarden Euro
für den Bahnverkehr bereit stellen, aber seinen
Einfluss weitgehend einbüßen", sagte Knierim.

"Auch mit dem Volksaktien-Modell wird die Hälfte des
Bahnvermögens zum Schleuderpreis verkauft", sagte
Monika Lege von Robin Wood, einer weiteren
Trägerorganisation von "Bahn für Alle". "Allerdings
werden dann auch die Käufer betrogen, denn die Bahn
als öffentliches Unternehmen gehört längst allen
Bürgerinnen und Bürgern." Die Bahn müsse in
öffentlicher Hand verbessert werden, statt sie
Renditeinteressen zu unterwerfen. Dies fordern auch
immer mehr Sozialdemokraten.

Der Aufruf zum Flash Mob gegen die Bahnprivatisierung
kursierte seit Tagen per Mail, SMS und in
Internetforen. Flash Mobs ("Flash" für "blitzartig",
"Mob" für "Menschen-Menge") sind kurzzeitige
Ansammlungen von Menschen zu einer bestimmten Zeit an
einem bestimmten Ort, die eine kollektive Handlung
ausführen und dann wieder verschwinden. Die Sonderform
Smart Mob ist mit politischen Forderungen verbunden.

"Bahn für alle" ist ein Bündnis von 13 Organisationen
aus Globalisierungskritikern, Umweltschutzverbänden
und Gewerkschaften und setzt sich ein für eine
verbesserte Bahn in öffentlicher Hand. Träger des
Bündnisses sind Attac, Bahn von unten, BUND,
Bürgerbahn statt Börsenbahn, Eurosolar, Grüne Jugend,
Grüne Liga, Linksjugend Solid, NaturFreunde
Deutschlands, Robin Wood, Umkehr, VCD Brandenburg und
Verdi.

Druckfähige Bilder zum kostenfreien Download:
www.attac.de/aktuell/flashmob

Bundesweiter Flashmob

radio corax 13.09.2007 - 13:55
So ganz ohne Proteste kann die Bundesregierung den Verkauf der Bahn eben doch nicht durchwinken. Nicht nur auf der oberen politischen Ebene regt sich Widerstand. Das Thema Bahn geht ausnahmsweise mal Alle an. Mit dabei war Götz von radio CORAX, der uns im Studio seine Eindrücke schilderte.