Guatemala: Die Toten entscheiden die Wahl
Offiziell wurde der Wahlkampf am Freitag beendet, doch die führenden Parteien kündigten an, bis zur letzten Minute um jede Stimme kämpfen zu wollen. Trotz dieser Ankündigung blieb es am Samstag außergewöhnlich ruhig. Wo es Wahlveranstaltungen gab, verliefen diese, wie ein friedliches Fest.
Guatemala erlebte zuvor einen äußerst blutigen, mit hohlen Phrasen übersäten Wahlkampf. Dass es auch an diesem Wahlsonntag so friedlich bleiben wird, glaubt kaum jemand. 51 Politiker und Parteianhänger wurden bislang ermordet. Die Stimmung ist äußerst angespannt. Die amtierende Regierung, dessen Widerwahl von Analysten ausgeschlossen wird, schickte in knapp 20 Prozent der 331 Gemeinden das Militär, um eventuelle Unruhen in der Wahlnacht gleich im Keim zu ersticken. Vielerorts herrscht die blanke Angst. Im Land gibt es kaum Touristen, die dem Wahlakt einen zivilen Anstrich der internationalen Wahlbeobachtung geben könnten. Dennoch sollen über 50.000 Wahlbeobachter (internationale von der EU, der Organisation Amerikanischer Staaten OAE, sowie Entsandte der Parteien) eine möglichst demokratische Wahl sicherstellen. Das Urteil ausländischer Wahlbeobachter steht bereits fest. Wie in anderen lateinamerikanischen Ländern werden sie in der Wahlnacht eiligst einen Persilschein ausstellen - um weiterte Unruhen zu verhindern.
Doch niemand glaubt daran. Natürlich werden auch diese Wahlen nicht frei sein. Im Vorfeld werden Stimmen gekauft, Ausländer schnell eingebürgert, Jugendliche zu erwachsenen Stimmberechtigten erklärt und auch nach dieser Wahl werden die Guatemalteken erneut sagen können: „Die Toten haben mal wieder die Wahl entschieden“. Wer im letzten Jahr starb, ist weiterhin stimmberechtigt. Vor Wahlen werden die Totenregister nicht mehr aktualisiert. Jugendliche geben da die Stimmen für 82jährig längst Verstorbene ab. Und wenn das alles nicht hilft, sorgt ein Stromausfall stets für die Mehrheit der Mächtigen. Letzten Sonntag war der anstehende Wahlbetrug zum Greifen nahe, wie bei einer Generalprobe: 30 Minuten Stromausfall pünktlich zur Zeit der heutigen Stimmenauszählung sorgte für Unmut. Bis heute weiß jeder Guatemalteke, dass im Jahre 1996 der konservative Präsidentschaftskandidat nur wegen eines Stromausfalls gewonnen hat. In der Dunkelheit ließ er die Wahlurnen austauschen.
Was auch immer internationale Wahlbeobachter sagen werden: Es gab auch dieses mal keine faire und freie Wahl in Guatemala.
Doch niemand glaubt daran. Natürlich werden auch diese Wahlen nicht frei sein. Im Vorfeld werden Stimmen gekauft, Ausländer schnell eingebürgert, Jugendliche zu erwachsenen Stimmberechtigten erklärt und auch nach dieser Wahl werden die Guatemalteken erneut sagen können: „Die Toten haben mal wieder die Wahl entschieden“. Wer im letzten Jahr starb, ist weiterhin stimmberechtigt. Vor Wahlen werden die Totenregister nicht mehr aktualisiert. Jugendliche geben da die Stimmen für 82jährig längst Verstorbene ab. Und wenn das alles nicht hilft, sorgt ein Stromausfall stets für die Mehrheit der Mächtigen. Letzten Sonntag war der anstehende Wahlbetrug zum Greifen nahe, wie bei einer Generalprobe: 30 Minuten Stromausfall pünktlich zur Zeit der heutigen Stimmenauszählung sorgte für Unmut. Bis heute weiß jeder Guatemalteke, dass im Jahre 1996 der konservative Präsidentschaftskandidat nur wegen eines Stromausfalls gewonnen hat. In der Dunkelheit ließ er die Wahlurnen austauschen.
Was auch immer internationale Wahlbeobachter sagen werden: Es gab auch dieses mal keine faire und freie Wahl in Guatemala.
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