500 auf Antifa-Demo in Rieseby (SH)
- Antifa-Demonstration in Rieseby mit 500 TeilnehmerInnen großer Erfolg
- Neonazis provozieren mit Hitlergruß am Rande der Demo
- Weiterhin keine Räume für antifaschistisches Engagement in Rieseby vorhanden
- Neonazis provozieren mit Hitlergruß am Rande der Demo
- Weiterhin keine Räume für antifaschistisches Engagement in Rieseby vorhanden
Heute, am 01. September 2007 demonstrierten etwa 500 Menschen im Schleidorf Rieseby gegen die örtlichen Neonazistrukturen und für eine aktive, antifaschistische Gegenkultur.
Die Demonstration, zu der verschiedene autonome und antifaschistische Gruppen aus Schleswig-Holstein und Hamburg aufgerufen hatten, zog ab 13 Uhr gute zwei Stunden durchs Dorf, dabei wurden insgesamt vier Kundgebungen gehalten. In den Redebeiträgen wurde auf die besondere Gefahr, die die Mischung aus subkultureller rechter Jugendszene, Immobilienbesitzen von bekannten Neonazikadern in der Region und der vermehrten Aktivität überregionaler faschistischer Organisationen im Ort darstellt, hingewiesen. Darüber hinaus wurde für einen, in der Dorbevölkerung fest verankerten, konsequenten und unabhängigen Antifaschismus geworben, der der neonazistischen Ideologie keine Toleranz und keine Anknüpfungspunkte bietet.
Nachdem bereits im Vorfeld Flugblätter mit eindeutig neonazistischem Inhalt in Rieseby auftauchten, deren Inhalt sich zudem auf eigens gefälschte Aufrufe zur Antifa-Demo beriefen und die Namen vermeintlicher OrganisatorInnen der Antifa-Kampagne veröffentlichte, provozierten heute einige Neonazis am Rande der ersten Zwischenkundgebung die DemonstrationsteilnehmerInnen. Während eines Redebeitrags der Antifa Rieseby über Naziübergriffe in den letzten Monaten, zeigte ein Mann aus einer größeren Gruppe heraus aus einer Wohnung den Hitlergruß. Auch danach war eine Gruppe von etwa 15 Neonazis im Dorf unterwegs. Schon in der vergangenen Nacht kam es zu Patroulliengängen von bewaffneten Nazischlägern und zu rechten Pöbelein in Rieseby.
Die Demonstration übertraf mit 500 TeilnehmerInnen alle Erwartungen und ist als ein absolut gelungener Auftakt für die weiteren Antifa-Aktivitäten in den nächsten Wochen zu werten. Der Umstand, dass etwa die Hälfte der DemoteilnehmerInnen, EinwohnerInnen von Rieseby waren und damit neben den größtenteils zugereisten hauptsächlich autonomen Antifas gut 10% der Dorfbevölkerung mobilisiert werden konnten, lässt auf ein Erreichen des Kampagnenziels hoffen. Die weitergehende Aktivität der Neonazis zeigt dagegen, wie wichtig die Etablierung einer antifaschistischen Gegenkultur nördlich von Eckernförde weiterhin ist.
Derweil ist der Ablauf der weiteren geplanten Veranstaltungen weiterhin ungewiss. Nachdem der Riesebyer Bürgermeister Kempe (CDU) die Nutzung des Alten Sportplatzes für das Antifa-Musikfestival am 15.9. skandalöserweise untersagte, steht nun auch kein Raum mehr für die Infoverantaltung mit dem Journalisten Andreas Speit am 13.9. zur Verfügung, obwohl es in beiden Fällen vorherige Zusagen gab. Die nächsten Tage werden zeigen, ob der Riesebyer Bürgermeister auch nach der Demo mit einer so erfreulichen Riesebyer Beteiligung und einer großen Pressepräsenz an seiner sturen Haltung und seinem Totschweige-Kurs festhalten kann.
Es ist davon auszugehen, dass hier noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, weshalb nach wie die Vorbereitungen der Veranstaltungen aufrecht gehalten werden.
Hitergründe gibt's hier:
http://de.indymedia.org/2007/08/192764.shtml und hier:
http://de.indymedia.org/2007/08/190238.shtml
Die Demonstration, zu der verschiedene autonome und antifaschistische Gruppen aus Schleswig-Holstein und Hamburg aufgerufen hatten, zog ab 13 Uhr gute zwei Stunden durchs Dorf, dabei wurden insgesamt vier Kundgebungen gehalten. In den Redebeiträgen wurde auf die besondere Gefahr, die die Mischung aus subkultureller rechter Jugendszene, Immobilienbesitzen von bekannten Neonazikadern in der Region und der vermehrten Aktivität überregionaler faschistischer Organisationen im Ort darstellt, hingewiesen. Darüber hinaus wurde für einen, in der Dorbevölkerung fest verankerten, konsequenten und unabhängigen Antifaschismus geworben, der der neonazistischen Ideologie keine Toleranz und keine Anknüpfungspunkte bietet.
Nachdem bereits im Vorfeld Flugblätter mit eindeutig neonazistischem Inhalt in Rieseby auftauchten, deren Inhalt sich zudem auf eigens gefälschte Aufrufe zur Antifa-Demo beriefen und die Namen vermeintlicher OrganisatorInnen der Antifa-Kampagne veröffentlichte, provozierten heute einige Neonazis am Rande der ersten Zwischenkundgebung die DemonstrationsteilnehmerInnen. Während eines Redebeitrags der Antifa Rieseby über Naziübergriffe in den letzten Monaten, zeigte ein Mann aus einer größeren Gruppe heraus aus einer Wohnung den Hitlergruß. Auch danach war eine Gruppe von etwa 15 Neonazis im Dorf unterwegs. Schon in der vergangenen Nacht kam es zu Patroulliengängen von bewaffneten Nazischlägern und zu rechten Pöbelein in Rieseby.
Die Demonstration übertraf mit 500 TeilnehmerInnen alle Erwartungen und ist als ein absolut gelungener Auftakt für die weiteren Antifa-Aktivitäten in den nächsten Wochen zu werten. Der Umstand, dass etwa die Hälfte der DemoteilnehmerInnen, EinwohnerInnen von Rieseby waren und damit neben den größtenteils zugereisten hauptsächlich autonomen Antifas gut 10% der Dorfbevölkerung mobilisiert werden konnten, lässt auf ein Erreichen des Kampagnenziels hoffen. Die weitergehende Aktivität der Neonazis zeigt dagegen, wie wichtig die Etablierung einer antifaschistischen Gegenkultur nördlich von Eckernförde weiterhin ist.
Derweil ist der Ablauf der weiteren geplanten Veranstaltungen weiterhin ungewiss. Nachdem der Riesebyer Bürgermeister Kempe (CDU) die Nutzung des Alten Sportplatzes für das Antifa-Musikfestival am 15.9. skandalöserweise untersagte, steht nun auch kein Raum mehr für die Infoverantaltung mit dem Journalisten Andreas Speit am 13.9. zur Verfügung, obwohl es in beiden Fällen vorherige Zusagen gab. Die nächsten Tage werden zeigen, ob der Riesebyer Bürgermeister auch nach der Demo mit einer so erfreulichen Riesebyer Beteiligung und einer großen Pressepräsenz an seiner sturen Haltung und seinem Totschweige-Kurs festhalten kann.
Es ist davon auszugehen, dass hier noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, weshalb nach wie die Vorbereitungen der Veranstaltungen aufrecht gehalten werden.
Hitergründe gibt's hier:
http://de.indymedia.org/2007/08/192764.shtml und hier:
http://de.indymedia.org/2007/08/190238.shtml
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Fotos
Polizeibericht
Rieseby / Kreis RD-ECK. Mit dem Thema "Antifaschistische Gegenwehr in Rieseby und Umgebung stärken" fand in Rieseby heute (01.09.07) eine Kundgebung statt. Rund 450 Teilnehmer hatten sich der Kundgebung mit Marsch durch Rieseby angeschlossen.
60 Polizeibeamte waren für den Schutz der Veranstaltung eingesetzt, die ohne besondere Vorkommnisse verlief. Am Rande der Kundgebung fertigten die Beamten eine Strafanzeige gegen einen betrunkenen Mann (31) wegen des Zeigens des Hitlergrußes.
Die Kundgebung, die mit Verspätung gegen 13.30 Uhr begann, wurde von der Verantwortlichen kurz nach 15 Uhr beendet. Die Teilnehmer reisten überwiegend mit der Bahn an und ab.
Sönke Hinrichs
...
Doch das Verhalten einger Leute fand ich mehr als schlimm. Besonders die erste Reihe soviel zum Thema Herachiefrei. Habe gesehen wie ein Demonstrant was rufen wollte und dann ermahnt uns zur Ruhe aufgefordert worden ist.
Also lieber nochmal reflektieren!
Redebeitrag
Liebe Riesebyerinnen und Riesebyer!
Liebe Antifaschisten und Antifaschistinnen!
Wir demonstrieren hier heute gegen die regionale Neonaziszene und für eine aktive, antifaschistische Gegenkultur in Rieseby.
Dass es in Rieseby Neonazis gibt, ist leider nichts, was die Gemeinde großartig von anderen schleswig-holsteinischen Orten unterscheidet. Wie wir allerdings bereits gehört haben, hat Rieseby ein ganz spezielles Naziproblem: Zum einen existiert hier seit Jahren eine relativ starke rechte Jugendsubkultur, zum anderen haben sich in den letzten zwei Jahren mit Jürgen Rieger und Dieter Kern gleich zwei Neonazigrößen Immobilien in der Schleiregion zugelegt, um sie als Treffpunkte für Naziaktivitäten zu nutzen. Zu schlechter letzt kam es in diesem Jahr zu einer zunehmenden Aktivität überregionaler rechtsextremer Organisationen wie der NPD Kiel/Plön oder den Freien Nationalisten Eckernförde. Dass die schleswig-holsteinische NPD gerade am letzten Wochenende ihr Sommerfest im ebenfalls nicht weit entfernten Wittensee veranstaltete, überrascht da nicht.
Diese besondere Situation stellt eine Bedrohung dar, aus der in Zukunft eine so genannte „National befreite Zone“ nördlich von Eckernförde erwachsen könnte. Unter „National befreiten Zonen“ verstehen Neonazis Orte, an denen sie die Macht über die Straße haben, d.h. alle nach ihrem Weltbild „undeutschen“ Menschen, also MigrantInnen, Dunkelhäutige, Linke, Homosexuelle, JüdInnen oder Punks durch Straßenterror vertrieben worden sind. „National befreite Zonen“ sind Teil der seit einigen Jahren versuchten Strategie der Neonazis, die Städte vom Land aus erobern zu wollen. Dies bedeutet, dass an Orten, an denen ihre Aktivität erwartungsgemäß auf wenig Gegenwehr stößt, ihre Strukturen ungestört aufgebaut und dann auf die so betitelten „Frontstädte“ übertragen werden sollen.
Rassistische Hetzjagden auf MigrantInnen wie vor zwei Wochen im sächsischen Mügeln spiegeln nicht nur die Existenz von solchen „National befreiten Zonen“ wieder, sondern auch die Rolle, die Gesellschaft und Staat für deren Erfolg spielen. Während die KleinstadtbürgerInnen wegsahen oder sich aktiv an den Übergriffen beteiligten, ist der Staat unfähig, mit solchen rassistischen Exzessen umzugehen. Nachdem beim Regierungsantritt der großen Koalition die Fördermittel für Initiativen gegen Rechts zusammengekürzt wurden, werden nun hysterisch kurzfristig Gelder für Mügeln bewilligt und ein hartes Durchgreifen gefordert. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass Mügeln
eben kein Einzelfall sondern in vielen Regionen der Bundesrepublik Normalzustand ist.
Auch in Rieseby gibt es seit Jahren Ansätze solcher Zustände. Immer wieder kommt es auch hier zu Übergriffen und rassistischen Anschlägen. Schon um die Jahrtausendwende mussten zwei Restaurants ihren Betrieb aufgeben, nachdem mehrmals ihre Scheiben eingeschmissen wurden. Der Grund war die nichtdeutsche Herkunft der Betreiber. Und außer ein paar AktivistInnen der Antifa Eckernförde schien dies auch niemanden zu interessieren. Mensch hatte in Rieseby auch kein Problem damit, sich in der Nachfolgegaststätte eines im Dorf allgemein anerkannten Betreibers mit neonazistischer Vergangenheit zu treffen, auch wenn hier ab und zu mal ein Stammtisch der faschistischen DVU stattfand und der Wirt nach wie vor eine undurchsichtige Rolle für die örtliche rechte Szene spielte.
Erst als dem Dorfimage im Zuge der Medienaufmerksamkeit Anfang des Jahres Schaden drohte, wurde sich in Rieseby vor der Kamera gegen Rechts positioniert. Für viele EinwohnerInnen machte diese Positionierung leider bei der Hoffnung in den Innenminister Stegner halt. Von ernsthaften Bemühungen, über die Ursachen von Neonazis aufzuklären, wie ihn die Antifajugend Kiel unternahm, reagierte der damalige Schulleiter mit der Absage ihrer Veranstaltung.
Auch wir stießen bei der Vorbereitung unserer Kampagne, außer auf Unterstützung und Mitarbeit einiger Riesebyer AntifaschistInnen unter den Jugendlichen und aus dem „Wir gegen Rechts!“-Umfeld –denen wir an dieser Stelle ausdrücklich danken wollen-, immer wieder auf Behinderungen und Widerstände gegen unser Vorhaben. Und diese gingen bisher nicht von den hiesigen Neonazis, sondern von etablierten Personen aus der Dorfbevölkerung aus. So wurde auf Druck der CDU verhindert, dass uns ein Raum für unsere Infoveranstaltung am 13.8. zur Verfügung gestellt wird. Auch die Suche für einen geeigneten Ort für das Antifa-Festival am 15.9, gestaltet sich nach wie vor schwierig. Nach anfänglichen Zusagen wurde uns der Alte Sportplatz als Veranstaltungsort ohne Begründung entzogen und auch für eine Wiese, die als Ersatz gefunden wurde, bekamen wir von der Eigentümerin eine Absage. In der schwammigen Begründung wurden wir in diesem Fall darüber hinaus mit Neonazis gleichgesetzt.
Ein genau solches Verhalten entspricht dem der wegsehenden BürgerInnen von Mügeln.
Eine antifaschistische Demonstration ein paar Tage nach der Hetzjagd von Mügeln brachte auf den Punkt, wer die Ursache für die Existenz von Neonazis und das Funktionieren rechter Straßengewalt ist: Das Problem heißt Rassismus. Und dieser ist überall in der deutschen Gesellschaft, mal mehr mal weniger ausgeprägt, in den Köpfen vorhanden und lässt sich deshalb auch nicht mit Fördergeldern wegsanieren oder durch ein paar Strafen gegen Nazischläger auslöschen.
Um gegen Neonazis erfolgreich sein zu können, brauchen wir ein in der Gesellschaft verankertes Grundverständnis, das Menschen nicht in Kategorien wie In- und Ausländer, Deutschland und Frankreich, homo- und heterosexuell oder auch männlich und weiblich einteilt und bewertet. Um ein solches Grundverständnis in unseren Köpfen zu verinnerlichen, bedarf es keine Polizei und keinen Verfassungsschutz und auch keine leeren Versprechungen irgendwelcher ParteivertreterInnen. Deren „Kampf gegen Rechts“ beginnt, wo ein Standortimage durch öffentliche Aufmerksamkeit bedroht ist und wird immer dort stehen bleiben müssen, wo Neonazis nicht gegen das herrschende Gesetz oder die Verfassung verstoßen. D.h. wenn Neonazis in einem formal legalen Rahmen Aktivitäten durchführen, werden Staat und Polizei diese auch mit Gewalt gegen alle Widerstände durchsetzten, wie es jedes Wochenende bei den zahlreichen Naziaufmärschen in ganz Deutschland der Fall ist.
Eine Erfolg versprechende Opposition gegen Neonazis braucht eine klar antifaschistische Kultur, die diese Prinzipien versucht zu leben und zu verbreiten. Eine solche Kultur darf auch nicht aus falsch verstandener Toleranz, Neonazis das Recht auf ein ungestörtes Leben zugestehen, solange diese als solche in Erscheinung treten. Dies muss in der Praxis so aussehen, dass Neonazis aus dem gesellschaftlichen Leben konsequent ausgeschlossen werden, sie also weder ungehindert an Dorffesten teilnehmen können, noch beim Bäcker bedient werden und erst Recht keine Menschen, die sie aus irgendwelchen Nichtigkeiten verachten, terrorisieren können. All dies ist in Rieseby wie auch an massenhaft anderen Orten Deutschlands bisher kaum vorhanden. Viel zu tief sitzt in urdeutscher Tradition der Wunsch nach Ordnung statt Konfliktaustragung und die Wahrnehmung vom vermeintlich Fremden als Bedrohung und das Bedürfnis nach Sündenböcken für gesellschaftliche Probleme im gesellschaftlichen Denken fest.
Wir wollen mit dieser Kampagne deshalb einen Anfang machen, eine Kultur in Rieseby und Umgebung zu etablieren, die rassistisches, nationalistisches und antisemitisches Gedankengut isoliert und stattdessen ein gleichberechtigtes, auf gegenseitiger Unterstützung beruhendes Miteinander aller Menschen zum Ziel hat. Wir haben heute gemeinsam unter diesen Vorzeichen demonstriert, wollen am 13.9. unter diesen auf der Infoveranstaltung diskutieren und am 15.9. zusammen auf dem Festival antifaschistisch feiern.
In diesem Sinne fordern wir auch –um einmal konkret zu werden- den Bürgermeister von Rieseby Kempe auf, sich endlich von seinem Totschweige-Kurs zu verabschieden und dem antifaschistischen Widerstand einen Platz für das Festival zur Verfügung zu stellen. Außerdem fordern wir die Bereitstellung von Räumen für die hier dringend notwendige antifaschistische Politik als Orte für langfristige Antifa-Arbeit in Rieseby.
Für eine klare Positionierung aller RiesebyerInnen gegen Neonazis, Rassismus und Nationalismus!
Für eine antifaschistische Kultur statt Friedhofsruhe – auch in Rieseby und Umgebung!
Gruppe Zunder (Kiel), September 2007
100% Hitlergruß
da oben anklang, es sei eventuell kein richtiger hitlergruß gewesen, jetzt mal mein eindruck:
der besoffene typ hob ganz klar seinen ausgestreckten arm und machte einen hitlergruß für fast 5 sekunden. und zwar einen hitlergruß wie er im geschichts- und strafgesetzbuch steht und nicht irgendeine armbewegung, die man mit phantasie in einen hitlergruß umdeuten muss.
Riesebyer schlossen sich der Demo gegen Recht
Rieseby – Rund 450 Menschen demonstrierten am Wochenende in Rieseby gegen rechte Gewalt. Antifaschistische Gruppen aus Rieseby, Eckernförde, Kiel und Ostholstein hatten zu der Kundgebung aufgerufen. Zahlreiche Bürger aus dem Dorf und den umliegenden Gemeinden schlossen sich dem Zug an. 60 Polizeibeamte und fünf Diensthunde waren im Einsatz.
„Angekündigt waren rund 50 Demonstranten“, erklärte Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Letztlich zogen rund 280 Antifa-Mitglieder durch die Straßen, gefolgt von zahlreichen Bürgern und Gewerkschaftsvertretern.
„Wir wollen die Menschen für den Antifaschismus sensibilisieren“, sagte Aron Langer, Sprecher der Antifa-Kampagne „Antifaschistisch lebt sich's besser!“. In Rieseby gebe es seit Jahren eine „rechte Jugendsubkultur“, die allerdings nicht politisch organisiert sei. Außerdem hätten sich in umliegenden Dörfern zwei Neonazi-Größen niedergelassen, die auf ihren Anwesen entsprechende Versammlungen organisierten. „Strategie der Neonazis ist es die Städte vom Land aus zu erobern“, erklärte Langer. Die Gefahr bestehe auch in Rieseby.
„Man muss Flagge zeigen, wenn man gegen Rechtsextreme in der Gemeinde ist“, begründete SPD-Gemeindevertreter Thomas Werner seine Teilnahme an der Demonstration. Wir sind hier, weil wir Nazis nicht toll finden. Weder hier noch anderswo“, sagte eine Kielerin, die mit ihrer Familie angereist war.
„Ich bin froh, dass so viele Bürger gekommen sind“, freute sich Riesebys stellvertretende Bürgermeisterin Dorit Indinger. „Man muss an die Öffentlichkeit gehen, um zu zeigen dass es ein neues 1933 nicht geben darf.“
Mit einer halben Stunde Verspätung setzte sich die Menge vom Bahnhof aus in Bewegung durch das Dorf. Voran der geschlossene Block der schwarzgekleideten und mit Sonnenbrillen getarnten Antifaschisten. Vor einem Wohnblock hielt der Zug an. Auf den Außengängen des Gebäudes erschienen Polizisten. „Wir wissen, dass dort Menschen wohnen, die der rechten Szene zuzuordnen sind“, erklärte Hinrichs die Präsenz seiner Kollegen. „Wir wollen, dass die in ihren Wohnungen bleiben.“ Nach lautstarken Wortgefechten zogen die Demonstranten schließlich weiter.
Neugierige beobachteten das Geschehen im Dorf von ihren Grundstücken aus, schlossen sich dem Umzug jedoch nicht an. „Es ist gut, dass etwas getan wird, denn Nazis wollen wir nicht haben. Darüber müssen wir gar nicht reden“, sagte ein 65-Jähriger. „Aber ich frage mich, ob das Ganze nicht etwas hochgespielt wird. Rechte hatten wir schon immer in Rieseby, schon nach dem Krieg.“
„Die Veranstaltung verlief ohne besondere Vorkommnisse“ hieß es von der Polizei. Gegen einen 31-Jährigen erstatteten die Beamten Anzeige wegen Zeigen des Hitlergrußes. maj
Reportage
am mittwoch den 5. september kommt um 22:30 eine reportage auf dem ndr...
" Wie Rieseby gegen Rechtsradikale kämpft"....
Ansonsten herzlichen glückwunsch zu einer gelungenen aktion.
69
Fast 500 Stimmen gegen Rechts auf der Straße
Rieseby/dis – Unter starkem Polizeischutz zogen Sonnabend fast 500 Demonstranten durch die Schleigemeinde. Mit Spruchbändern und lautstarken Sprüchen forderten vor allem die rund 250 schwarzgekleideten Antifaschisten unter dem Slogan „Rieseby schmiet de Nazis rutt, wat mutt dat mutt“ zum Widerstand gegen Rechtsradikalismus auf. Mit „Mügeln war kein Einzelfall, der Schei.... ist in Deutschland normal“, forderten einige der Teilnehmer dazu auf, genauer hinzuschauen und hinzuhören, wenn es zu rechter Gewalt komme oder die rechte Gesinnung Raum greife. Hierbei verwiesen sie auf Vorfälle, die sich in der Schleigemeinde in den Vormonaten ereignet haben sollen.
Dem Aufruf zu der insgesamt rund zweistündigen Demonstration im Rahmen der Kampagne „Antifaschistisch lebt sich s besser“ waren neben antifaschistischen Gruppen aus Eckernförde, Kiel, Neumünster, Hamburg sowie Schwansen auch über 200 Bürger gefolgt. Viele Riesebyer, jung und alt, folgten dem Zug vom Bahnhof über die Dorfstraße, den Sonderbyerweg, die Ringstraße, den Greensweg und zurück zum Bahnhof. Mit eigenen Spruchbändern, farbenfroh und bunt, warben sie für Demokratie und Frieden in der Gemeinde. Begleitet wurden sie auch von zahlreichen Gewerkschaftsvertretern, auch jenseits der Schlei.
Als stellvertretende Bürgermeisterin nahm in Abwesenheit von Bürgermeister Johann Kempe Dorit Indinger an der Kundgebung teil. Sie war überrascht und erleichtert zugleich, wie groß das Interesse der Bürger war. „Es war alles friedlich und ein guter Start der Kampagne“, sagte sie. Unter den Teilnehmern waren auch viele Mitglieder des Riesebyer Arbeitskreises „Wir gegen Rechtsradikalismus“, die sich als Privatpersonen der Kundgebung anschlossen. Und auch aus der Gemeindevertretung waren Mitglieder beteiligt. So Thomas Werner. Seiner Ansicht nach reiche es nicht, nur eine Resolution im Gemeinderat gegen Rechtsradikalismus zu verabschieden, man müsse seine Beteiligung auch „körperlich zeigen“. Er werde bei der nächsten Gemeinderatssitzung die Frage stellen, wie die Resolution mit Inhalt gefüllt werden könne. Denn die Personen, die zum Beispiel in aufgetauchten Flugblättern vermutlich aus der rechten Szene für ihren Einsatz diffamiert würden, die müssten eine starke, überparteiliche Gemeinschaft hinter sich haben, die sie stütze. Hinsichtlich des Flugblattes hat die Kripo bereits Ermittlungen aufgenommen, sagte ein Sprecher der Polizei.
Erfreut waren die Riesebyer über das Bürgerinteresse aus benachbarten Gemeinden. So reihte sich unter anderem Pastorin Viola Engel aus Waabs ebenso in den Protestzug ein, wie zum Beispiel Bürger aus Eckernförde und Barkelsby sowie mit Wolfgang Kastens auch ein Gemeindevertreter aus Kosel. Kastens betonte, dass das Engagement gegen Rechtsradikalismus Gemeinde übergreifend und solidarisch erfolgen müsse. „Es betrifft alle, und es ist Zeit, etwas für Demokratie und gegen Gewalt zu tun“.
Doch es gab nicht nur Zustimmung zu der Demonstration, die in ihrer Teilnehmerzahl in Rieseby bislang ohne Beispiele ist. So schüttelten einige Zuschauer des Umzuges erstaunt in ihren Vorgärten die Köpfe. „Das mit den Rechten wird hier alles viel zu hoch gespielt“, hieß es zum Beispiel mehrmals. Oder „Hier gab es immer schon ein paar Rechte“, wie Roland Axmann feststellte. Er sehe keinen Sinn darin, wenn nun „Linke“ durch den Ort zögen. Und auch Riesebys Gemeindevertreter Reimer Marten sagte mit Blick auf den Umzug: „Das ist nicht der richtige Weg.“
Von einem erfolgreichen Umzug sprach hingegen Aaron Langer als Sprecher der Kampagne „Antifaschistisch lebt sich´ s besser“. Das Ziel, die Bürger in der Gemeinde anzusprechen und über die Strukturen und Präsenz der Neonazis aufzuklären, sei gelungen. In dem Ort eine antifaschistische Kultur zu etablieren, dazu gebe der erfolgreiche Umzug Hoffnung, heißt es in einer Mitteilung der Kampagne. Bedauert wurde allerdings der anhaltende „Tot-Schweigekurs, an dem der Bürgermeister festhalte.“
Aus ganz anderer Sicht ein positives Fazit zog Einsatzleiter Frank Bülow von der Polizeizentralstation Eckernförde. Insgesamt 60 Beamte, unter ihnen auch Einsatzgruppen aus Neumünster und zahlreiche Hundeführer, waren im Einsatz. „Es verlief alles friedlich, die Polizei war gut vorbereitet, obwohl die Teilnehmerzahl höher war, als erwartet“, so Bülow. Zu gewaltsamen Zwischenfällen mit Gegendemonstranten kam es während der Kundgebung nicht. Nach Auskunft eines Polizeisprechers wurde am Rande der Kundgebung eine Strafanzeige gegen einen betrunkenen Mann (31) erhoben, er hatte den Hitlergruß gezeigt.
Zufrieden war auch Manfred Marschall, Leiter des Fachdienstes allgemeine Ordnungsverwaltung des Kreises. „Die Polizei hat angemessen und sicher gehandelt“.
fotos von den nasen im haus!!!
der in der schwarzen jacke ist der der den hitlergruss gemacht hat
Raumabsage für Infoabend
Rieseby - Ein Dorf gegen Rechtsextremismus
Das hat Rieseby so noch nicht erlebt: die größte und lauteste Demonstration in der Geschichte der 2.600- Seelen-Gemeinde. Ein bunter Zug aus rund 500 Menschen zieht an einem der letzten sonnigen Sommertage gegen Rechtsextremismus durch die Straßen des Ortes. Angeführt wird der Zug vom sogenannten schwarzen Block- etwa 250, meist zugereiste Demonstranten, von denen viele ihre Gesichter hinter dunklen Sonnenbrillen verbergen. Dahinter aber ebenso viele ganz in Zivil und mit offenen Gesichtern demonstrierende Menschen aus Rieseby und Umgebung. Einer von ihnen hat sogar seine Kinder mitgenommen zur Demo: "Um ein Zeichen zu setzen, hier und überall gegen Nazis - und um vor allem meinen Kindern das zu zeigen, weil es mir wichtig ist, dass sie von früh auf an wissen, um was es geht. Und das kriegen die schon ganz gut mit."
Rieseby kam in die Schlagzeilen
Es ist der bisherige Höhepunkt einer wechselvollen Entwicklung, die Rieseby in den vergangenen 18 Monaten durchmachen musste, seit die Mutter eines damals 15 Jahre alten Schülers Nazi- Lieder und Hetzparolen auf der Computer- Festplatte ihres Sohnes fand. Hilfesuchend wandte sie sich damals an den Schulleiter, der einen Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus gründete. Lange war im Dorf umstritten, wie man mit dem Thema umgehen soll. Mehrfach kamen NPD-Kader nach Rieseby, um Jugendliche zu ködern. Rieseby geriet in die Schlagzeilen. Von einem Nazi-Dorf war da zu lesen. Dass dem nicht so ist, beweisen die Riesebyer bei der Demonstration an diesem Nachmittag. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin, Dorit Indinger ist bei der Demo dabei. Ihr ist es recht, wenn das Thema offen angesprochen wird.
Dorit Indinger: "Je mehr Öffentlichkeitsarbeit in dieser Sache gemacht wird, je mehr wird aufgearbeitet. Und je mehr Leute sich damit befassen, desto mehr Leute wissen, dass so etwas nicht wieder geschehen darf."
Wie Dorit Indinger denken an diesem Tag offenbar viele in Rieseby. Wenige Tage vor der Demo hatten Rechtsextremisten Flugblätter im Dorf verteilt. Flugblätter, in denen einzelne Dorfbewohner gezielt beleidigt und subtil bedroht worden. Ein Riesebyer fand das Blatt in seinem Briefkasten.
Ein Riesebyer: "Derjenige, der dort diffamiert worden ist, kann sich nicht wehren. Das sind so Sachen, die greifen hier Raum- und deswegen bin ich hier."
Rechtsextemisten machen sich auch an diesem Tag bemerkbar. Einer von ihnen reißt vom Balkon den Arm zum Hitlergruß empor, als der Zug an seinem Haus vorbeikommt. Eine strafbare Handlung, auf die die Polizei augenblicklich reagiert - unter anderem mit einer Strafanzeige. Doch auch einige wenige im sogenannten schwarzen Block sorgen durch ihr Verhalten für schlechte Stimmung: Als das Fernsehteam des Norddeutschen Rundfunks die Demonstration filmen will, wird der Kameramann mit unflätigen Worten beschimpft. Der NDR Inforeporter wird mit körperlicher Gewalt bedroht, als er zu Dokumentationszwecken ein Übersichtsfoto schießen will.
NDR Info und das NDR Fernsehen haben Rieseby bei seinem Kampf gegen Rechtsextremisten ein halbes Jahr lang begleitet. Der Bericht darüber ist heute Abend ab 20.30 Uhr im Forum auf NDR Info zu hören. Die Reportage "Ein Dorf zeigt Mut" sendet das NDR Fernsehen heute Abend um 22.30 Uhr
Feature von Andrea Jedich und Stefan Schölermann
Sendunf am 5. September 2007, 20.30 Uhr
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
itlergruss oder meintest du deutschlandgruss
ps: das war übrigens nur der Dofalki und jeder im dorf weis das .