Frauenmord & Wirtschaftsassoziation

Calavera Cumbre Cucumber 21.08.2007 11:48 Themen: Gender Globalisierung Weltweit
Nach Wien, im Mai 2006, findet das nächste Gipfeltreffen EU-Lateinamerika »Cumbre Eurolatinoamericana«, im Mai 2008 in Lima statt. Zu den Themen gehört auch ein Assoziierungsabkommen der EU mit Zentralamerika. Dem Assoziierungsabkommen von 2000 EU Mexiko wird dabei Vorbildcharakter zugeschrieben werden. Ein gerne betonter Unterschied zum Freihandelsabkommen zwischen Mexiko, Kanada und USA (NAFTA) ist, dass mit dem Assoziierungsabkommen auch die Einhaltung von Menschenrechten durch eine reziproke Klausel gefordert wird. Ein dem Europaparlament zur Abstimmung vorgelegter Bericht zum Thema Frauenmorde in Mexiko und Zentralamerika gibt Aufschluss über einen Teilaspekt dieses Themas.
Feminizid wurde als Erscheinung in der us-mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez bekannt.

Berlinale / nürnberger Kohlraben
Mit dem Spielfilm »Bordertown« von Gregory Nava's fand dieses Menschenrechtsproblem weite Bekanntheit. Jennifer Lopez spielt eine Journalistin, welche in Ciudad Juárez in Sachen Feminizid recherchiert. Die Premiere von »Bordertown« war am 15.Februar 2007 auf der Berlinade.
youtube interview: Norma Andrade, Marisela Ortiz (Mothers of murdered women in Ciudad Juárez), Jennifer Lopez and Antonio Banderas at Amnesty Inernational
march 8th 2007 youtube interview: Norma Andrade, Marisela Ortiz (Mothers of murdered women in Ciudad Juárez), Jennifer Lopez and Antonio Banderas at Amnesty Inernational: http://www.youtube.com/watch?v=dMAo9AGuiI0&NR=1

Die Sensibilisierung für die Menschenrechtssituation in Mexiko wurde in der mexikanischen Botschaft in Berlin offensichtlich unterschätzt. Der mexikanische Botschafter in Berlin erschien nicht zur Premiere und ließ anschließend erklären er hätte einen Termins auf einer Agrarmesse in Nürnberg wahrgenommen.

Bericht über die Frauenmorde (Feminizide) in Mittelamerika und in Mexiko
Auf der Ebene der gemeinsamen Außen und Sicherheitspolitik der EU (GASP) ist das Timing offenbar besser:
Am 10.Mai 2007 hat der MEP Raül Romeva i Rueda einen Bericht über »die Frauenmorde (Feminizide) in Mittelamerika und in Mexiko und die Rolle der Europäischen Union bei der Bekämpfung dieses Phänomens«
(2007/2025(INI)) im »Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter« (FEMM) vorgelegt.
http://www.europarl.europa.eu/meetdocs/2004_2009/documents/pr/666/666973/666973de.pdf

Die erste oder einzige Lesung des Berichtes ist für Dienstag 11.September 2007 vorgesehen.
Wir dürfen gespannt sein, ob und welche Version am möglichen Termin am 11.Oktober 2007 angenommen wird.
Für den 11. und 12. Oktober 2007 ist in Hamburg ein Treffen hochrangiger Vertreter aus Wirtschaft und Politik, unter dem Namen »Día de América Latina«, geplant.

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Ergänzungen

Leider

Ralf 21.08.2007 - 13:54
Sind die Frauenmorde auch nur ein Teil einer allgemeinen Gewaltkultur, die von Oben nicht nur geduldet, sondern unterstützt und gefördert wird.
Vergleiche:  http://de.indymedia.org/2007/08/190356.shtml

Hollywood vs MedienaktivistInnen

cine rebelde 21.08.2007 - 17:02
nicht nur JLO hat sich filmisch mit dem Thema befasst...

Es gab auch unabhängige MedienaktivistInnen, die mit wenig Mitteln gute Arbeit gemacht haben. An dieser Stelle sei auf
Steev Hise's "on the edge: the feminicide in ciudad de juarez" hingewiesen.
 http://political.detritus.net/juarez
58 min - creative commons

Ansonsten ist der Film "senorita extraviada" von Lourdes Portillo auch sehr empfehenswert.

ich weiss von mindestens einem weiteren Dokufilm der zur Zeit noch in Produktion ist.