Aktion gegen Thor Steinar -Shop in Greifswald

ossi langer 18.08.2007 19:11 Themen: Antifa
Seit mehreren Jahren existiert der „MCS – Store“ in der Greifswalder „Dompassage“. Doch nach einem Besitzerwechsel im Jahre 2005 und einer Sortimenterweiterung regt sich plötzlich Widerstand gegen den Laden. Denn, in seinem Sortiment findet Mensch neben zur Zeit angesagten Modelabels auch die rechte Lifestyle - Marke „Thor Steinar“.
Wie Mensch in Erfahrung brachte wurde bereits vor einigen Wochen die Inhaberin des Ladens, sowie auch das Centermanagement über die Marke „Thor Steinar“ informiert. Des Weiteren wurde die Inhaberin aufgefordert, die Artikel der Marke aus dem Sortiment zu nehmen. Ihre Reaktion auf die Anschuldigungen gegen sie war sinngemäsz die, dasz es ihr egal sei was hinter der Marke stehe. Sie wolle nur Geld verdienen.
Da sich also von Seiten das „MCS – Stores“, sowie von Seiten des Centermanagements nichts, bzw. nur negatives Tat, fand heute die erste Aktion gegen den „MCS – Store“ statt.

Gegen 15.30 Uhr zogen einige Aktivist_innen mit einem Transparent mit der Aufschrift „Stopp Thor Steinar“ - „Kein Naziladen in der Dompassage“ auf.
Es wurden Flyer verteilt, auf denen unter anderem auf den Laden und seine Geschäfte mit Neonazikleidung, sowie auch über „Thor Steinar“ selbst aufgeklärt wurde.
Einige Passant_innen blieben Interessiert stehen und erkundigten sich nach den Hintergründen.
Eine ältere Dame wollte sich anschlieszend bei der Ladeninhaberin über ihr Sortiment beschweren. Leider war das Geschäft jedoch schon geschlossen.
Nach ca. 15 Minuten kam die Polizei, welche von dem Sicherheitsdienst gerufen wurde.
Da vorher schon bekannt geworden ist, dasz bereits eine Anzeige gegen Unbekannt vorliege, entschlossen sich die Aktivist_innen einer Personalienaufnahme zuvor zu kommen und düpierten die Polizei, indem sie sich unerkannt unter die Einkaufenden mischten.
Jedoch dürften die Verantwortlichen des Ladens, sowie des Centermanagements nun gemerkt haben, dass der Verkauf einer rechten Modemarke nicht unbeantwortet bleibt.
Von den Aktivisten selbst war zu erfahren, dass dies nicht die letzte Aktion gegen den
„MCS – Store“ gewesen sei.
„Wir dulden es nicht, dasz eine Neonazimarke wie „Thor Steinar“ öffentlich und ohne weitere Probleme verkauft und getragen wird“, so einer der Aktivist_innen.

„Die Geschäfte von Neonazis in Mecklenburg – Vorpommern florieren. An allen Ecken und Enden machen neonazistische Läden, wie Beispielsweise in Stralsund oder Rostock, auf.
Doch nicht nur den offensichtlichen Naziläden muss etwas entgegen gesetzt werden. Auch Läden die keinen rechten Backround haben, wie zum Beispiel der „MCS – Store“ in Greifswald, die aber an dem rechten Klientel verdienen wollen muss etwas entgegen gesetzt werden. Denn sie tragen genauso zur Verbreitung des rechten Lifestyles in der Bevölkerung bei, wie offen neonazistische Läden.“, so ein Sprecher der „Antifaschistischen Aktion Greifswald“.

In diesem Sinne:

Stopp „Thor Steinar“! – Rechten Lifestyle entsorgen!

Links zum Thema:
www.greifswald.antifa.de
www.stopp-thorsteinar.de.vu
www.links-lang.de
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Ergänzungen

www.stop-thorsteinar.de.vu

qwertz 19.08.2007 - 02:24
die richtige url lautet www.stop-thorsteinar.de.vu stop nicht stopp

Problemzone M-V

landvogt 19.08.2007 - 12:24
Problemzone M-V.
Zur Zeit floriert das Geschäft mit rechter Kleidung und Devotionalien gerade in M-V massiv.
Es entstehen immer neue Naziläden, die die Strukturen der alteingesessenen Läden noch unterstützen und somit das Netz und schlussendlich auch die Verfügbarkeit von rechten Merchandise Artikeln und Modelabels vergröszern. So zum Beispiel in Rostock oder Stralsund. In letzterer Stadt existieren mittlerweile sogar zwei neonazistische Läden. Antifaschistische Intervetionen dagegen sind deshalb auch nur richtig und wichtig, da das Bundesland Mecklenburg - Vorpommern nun mal ein massives Neonaziproblem hat. Aber genau so wichtig ist die Intervention gegen Läden, welche zwar die rechte Einstellung nicht als eine Grundlage ihrer Existenz betrachten, die aber an rechtem Klientel verdienen wollen und somit die Verbreitung von rechten Szenemarken, wie z.B. Thor Steinar vorran treiben. Beziehungsweise die Existenz der Marke damit sogar noch normalisiert. Deshalb sind die Interventionen gegen den MCS-Store auch als positiv zu bewerten. Wenn wir der Forderung Ernestos folgen und solche Läden ignorieren würden, hätten wir bald eine totale normalisierung von Völkischer und neonazistischer Symbolik. Hinzu kommt das solch eine Einstellung auch das Tor zur sogenannten "Querfront" weit aufstoßen würde. Im Subtext der Aussage von Ernesto schwimmt nämlich mit, dasz ihm Nazis egal sein solange sie dieselben Ziele hätten. Zitat: "Gibt es nichts wichtigeres in dieser Welt als gegen einen völlig unbedeuteten Laden, eine völlig unwichtigere Sache solch einen Affen zu machen?! Denk-Mahl-Zeit!"
Der Kampf gegen das derzeitige Wiedererstarken der Neonaziszene ist weder unwichitig noch unbedeutend. Genau so wenig wie der Kampf gegen ihre Strukturen. Wer das auszer acht läst vergisst den antifaschistischen Anspruch der Linken und läuft Gefahr sich selber in das rechte Abseits zu stellen.

*** Kein ruhiges Hinterland ***

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Politisch wertvoll

Mensch 18.08.2007 - 21:42
Dem Artikel entnehme ich, dass ihr etwas gegen die Verbreitung eines Lifestyles habt. Mir kommt das vor, wie damals auf dem Schulhof anno 1992 das ständige Thema Markenklamotten vs. "Zeckenklamotten".
Gibt es wirklich keine anderen Probleme auf dieser Erde, als "Lifestyle"-Fragen zu klären?! Ich hoffe die "Aktivisten" sind noch Teenies, ansonsten würde ich mir an ihrer Stelle mal Gedanken über die eigene Lebensgestaltung machen.

@ mensch

auch n mensch 18.08.2007 - 22:04
um eine marke, die offensichtlich und aktiv in der rechten szene ist und wirkt, sollte mensch sich auf jeden fall gedanken machen. wann immer faschistisches und menschenverachtendes gedankengut zu tage tritt, ist aufklärung zu leisten und dem einhalt zu gebieten.

faschisten stoppen und aufklären!

hmmmmm, nachdenk

frankfurter 20.08.2007 - 10:49
hmm, im prinzip möchte ich meinen vorrednern recht geben, gegen diese Läden m vorgegangen werden...

was mir allerdings auffällt: hier in Frankfurt am Main hat man nie wirklich Nazis sehen können. Jeder wusste, dass es sie gibt, aber keiner konnte sie erkennen, und so hatten wir immer mit einem Problem zu tun, dass mehr oder weniger ungreifbar schien...

Nun, seit der Nazidemo am 7.7. sieht die Lage ganz anders aus. Die glatzen trauen sich aus ihren löchern, und das eben in thor steinar-manier, oder ganz oldie mit springern, bomberjacke und rechten zeichen... Das ist zum Kotzen, aber hat eben einen vorteil: Jeder Frankfurterder die Augen offen hält, begegnet mitlerweile jeden Tag kleineren Nazi-horden...

Also, was lernen wir daraus??? Gebt den Nazis Nazi-Klamotten, denn dann wissen wir, wen wir jagen ;)

in diesem sinne

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