Bilder: Spanienkämpfer in Belfast geehrt

Antifa-West-Belfast-Suporter 10.08.2007 11:59 Themen: Antifa Soziale Kämpfe
Interessante Veranstaltung mit einem irischen Spanienkämpfer in Belfast +++ Treffen im Rahmen des linken Stadtfestes "Féile" in Belfast +++ Delegationen aus dem Baskenland, Katalonien, Deutschland, Italien, ... +++ Wandbild auf der "International Wall" im links-nationalistischen Stadtteil Falls (West-Belfast).
Im Rahmen des allsommerlichen Festes "Féile" in Belfast fand diese Woche eine Veranstaltung mit einem der letzten irischen Spanienkämpfer statt. Es waren etwa 100 Zuhörende anwesend, die den Ausführen lauschten. Auf Einladung eines irischen Intnationalismuskomitee kam der inzwischen hochbetagte Mann von Dublin nach Belfast. Seine Geschichte war so typisch für viele spätere Spanienkämpfer. Als junger Arbeiter vom (leider gescheiterten) irischen Osteraufstand von 1916 insperiert schloss er sich der irisch-sozialistischen Gewerkschaftsbewegung an. Anschließend wurde er im irischen Freiheitskampf IRA-Kämpfer und als Internationalist und Antifaschist zog es ihn mit vielen anderen jungen Iren nach Spanien um die sozialistische Republik gegen den Franco-Putsch zu verteidigen.

Viele seiner Freunde/Genossen wurden getötet und er selber von der Franco-Armee in ein KZ verschleppt. Nach seiner Entlassung ging er nach Irland zurück und setzt sich seit dem gegen die britische Besatzung im Norden Irlands ein.

Neben seinen persönlichen Schilderungen aus dem Bürgerkrieg und die Umstände, wie es ihn als jungen IRA-Kämpfer nach Spanien zog waren sehr interessant. Zum Schluß ging er noch kurz auf den Friedensprozess im irisch/britischen Konflikt ein und meinte, dass man erkennen muss, wenn der Zeitpunkt zur Waffenniederlage gekommen ist. Er selber unterstützt IRA/Sinn Féin in ihrem politischen Kampf, der jetzt ohne Waffen geführt wird.

Zu globalen Problemen äußerte er sein Verständnis von "moderner" Politik in vier Punkten, welcher sich die Linke bedienen muss: Bildung/Erziehung, Organisierung, Kommunikation, ziviler Ungehorsam (engl. disobidient).

Am Folgetag wurde dann auf der "International Wall" in West-Belfast ein neues Wandbild zur ehren und zur Erinnerung der Spanienkämpfer eingeweiht. Das bild zeigt marschierende Interbrigadisten vor einer Fahne der sozialistischen spanischen Republik: Rot-Geld-Lila. (Für viele die sich wundern, Spanien hat aktuell immer noch die faschistische Franco-Fahne: rot-gelb-rot) Der Schriftzug auf dem Wandbild heißt: "Internationale Brigaden 1936-39 // Für Eure Freiheit und die unsere!".
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Ergänzungen

Nationalismus ist nicht gleich Nationalismus

... 10.08.2007 - 14:38
In unserem (deutschen) Verständnis von Nationalismus ist das immer rechts. Imperialistische Staaten haben immer ausgrenzende Nationalismen. Allerdings gibt es linke Bewegungen, die "Nationalismus" anders definieren. Muss man nicht verstehen, aber sollte man akzeptieren, weil die Leute in anderen Realitäten leben. Im Baskenland oder Irland kann z.B. jeder Teil der "Nation" sein, der dort lebt, arbeitet und sich als Teil der "Nation" betrachtet. Also auch z.B. "Illegale", Migranten, ... die ja in z.B. in Deutschland nie Teil der Nation werden könnten.

In Irland nennen sich die linken Leute selbst Republikaner: sie wollen eine sozialistische Republik. Bezeichnet werden sie i.d.R. als "Nationalisten", allerdings nicht zu verwechseln mit rechten (pro-britischen) Nationalisten, die eher den bundesdeutschen Neonazis nahestehen.

"Linksnationalismus"

Internationalist 10.08.2007 - 19:14
Die Nationalismen in Irland, Wales, Schottland sind eher als romantische Nationalismen zu verstehen. Es geht nicht um biologische Abstammung, sondern eher um kulturelle Emanzipation vom Vereinigten Königreich. Natürlich gehts auch um sprachliche Emanzipation und in allgemeinen wird die "Celtishness" benont, was kontinentaleuropäische Nationalisten gerne aufgreifen und instrumentalisieren (sozusagen als antichristlich oder heidnisch)...Betont werden muss aucht, dass auch beispielsweise viele Einwanderer aus den ehemaligen Kolonien inzwischen schon in diesen Parteien mitmachen, was zeigt dass sowas wie Rasse oder Abstammung keine Rolle spielt.
Fakt ist euch, dass nationalistische Parteien wie SSP, SNP (Schottland) oder Plaid Cymru (Wales) eher links sind und ein sozialistisches Programm haben.
Es bringt überhaupt nichts die Nationalismen wie wir sie aus Kontinentaleuropa kennen (insbesondere Deutschland) mit denen auf den britischen Inseln zu vergleichen.
Sind die Nationalismen auf den Inseln nun gut oder schlecht? Klar wird die "Nation" betont und ein Gemeinschaftsgefühl erzeugt, aber wie gesagt es dient zur politischen und kulturellen Emanzipation und nicht darum, Kriege zu führen und vermeintliche "Untermenschen" auszurotten.

Flache Diskussion

Ralf 11.08.2007 - 12:42
Allen die stets die Nationalismuskeule schwingen, empfehle ich sich mal das Buch von Moishe Postone: Deutschland und die Linke anzuschauen, um sich über Nationalismus mal etwas differenzierter auseinander zu setzen. Denn nur weil der deutschen Nationalismus immer reaktionär war, sind es nicht alle. "Man kann nicht einfach "deutsch" sein und vorgeben, nicht zu wissen, daß der moderne deutsche Nationalismus - im Gegensatz zur Situation in vieler anderer Länder - immer reaktionär gewesen ist." So verteidigt er auch den Nationalismus der Palästinenser: "Ihr Nationalismus ist total verständlich, nicht nur moralisch, sondern auch materiell. Welche andere Haltung wäre denn möglich für Menschen, die vertrieben wurden" (...) "Die permanent das Ziel brutaler israelischer Angriffe waren und von arabischen Staaten, in deren Konflikten untereinander als Spielball benutzt wurden? Natürlich wollen sie ihr Land zurück. Das ganze."

Zum Teil kann das auch auf die Basken übertragen werden.

Gleichwohl warnt er die Linke auch, die unfähig ist, ihre Politik auf einer "Analyse und Einschätzung der Situation zu machen und zu einer kritischen Unterstützung" solcher Bewegungen zu kommen, "die ein andauernder politischer Lernprozess bedeuten würde. Statt dessen gibt es die oft unkritische Identifizierung mit solchen Bewegungen. " Die, wenn man sie nicht mit offenen Augen sieht, kann man später enttäuscht oder desillusioniert sein, Beispiele gibt es dafür ja genug "ohne irgendwas gelernt zu haben. Statt dessen wird das nächste Identifikationsobjekt ausgesucht". Damit wird das aufgegeben, was Linke eigentlich ausmacht: "unsere kritischen Reflektionen von unseren eigenen Erfahrungen und ihre Vermittlung zu der Gesellschaft in der wir leben". Das hat die deutsche Linke, aus dem Konflikt mit ihrer eigenen Vergangenheit und dem NS sowieso weitgehen aufgegeben.
Um nochmal mit dem Professor für europäische Geisteswissenschaften (der selbst in Frankfurt in den 70ern und 80ern studiert hat, bevor er in die USA zurückging) zu sprechen: "Die Linke hat zu oft das Muster vorherrschender deutscher Einstellungen, das zurückzuweisen sie angetreten war, reproduziert". Das gilt auch für die Beurteilung anderer Bewegungen, die, ohne sie zu kennen, heute oft (aus einer bescheidenen Analyse des deutschen Nationalismus) über dieses Totschlagargument verdammt werden. Die Beiträge zum Baskenland auf Indymedia sprechen für die beiden hier dargestellten Muster ja Bände dazu.
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Was ist denn bitte...

Fragender 10.08.2007 - 13:35
... links-nationalistisch?! Ist das so gemeint: national (rechts) - sozialistisch (links)?

Oder sind das einfach nur Leute, die linke Positionen vertreten (Antifaschismus? Antirassismus?), aber trotzdem nationalistisch denken?
Verstehe ich nicht - seit wann ist Indymedia eine Platform für nationalistische Scheiße geworden?

aha

Fragender 10.08.2007 - 14:58
Vielen Dank für die Antwort. Aber Ich sehe da keinen Unterschied. Die einen sind "nur" Nationalisten, die anderen halt faschistoide Nationalisten.
Ich verstehe nicht, was das alles mit "links sein" zu tun haben sollte.
Meines Erachtens hätten die Nachrichten auch genau so gut auf einer Nazi-Seite gepostet werden können (vielleicht hätten sie da auch besser gepasst?!)
Ich für meinen Teil will mit irgendwelche Nationalfahnen-schwnkenden Trolls nichts zu tun haben.

@aha

Ire 10.08.2007 - 15:31
Ich muss selbst sagen, dass mich die Verbindung von nationalistisch und "links" immer angewidert hat.
Doch wenn man sich viel mit Irland beschäftigt und die Leute dort trifft lernt man diese Gedanken irgendwie schätzen.Auch als Anarchist verstehe ich diese Beweggründe.
Die Iren hatten es immer schlecht.Tyrannen die sie unterdrückten, Hungersnöte etc. doch sie haben es geschafft mit viel Geduld und dem Mut zum Kampf da rauszukommen.

SIe kosten zum ersten Mal die Freiheit. Die Iren sind auch nicht stolz auf Grenzen, Politiker, ihre Regierung oder Blut, wie man das bei anderen nationalistischen Gruppierungen findet. Die Iren sind stolz darauf auf dieser einen Insel zu leben. Es ist eher wie bei einer Region die von den Menschen die dort leben geliebt wird. Die Itren stellen sich dabei nicht über andere Kulturen oder Länder sondern sind nur stolz darauf Teil der Menschen zu sein die in einer Region leben die Irland heißt!

Die IRA hier mit Antifaschismus zu kombinieren halte ich allerdings für mehr als fragwürdig. DIe IRA wurde während dem 2. Weltkrieg sogar vom Naziregime des 3. Reiches unterstützt. Treu nach dem Motto:"Der Feind meines Feindes ist mein Freund".

sachma

?? 10.08.2007 - 15:39
jannst du dich vielleicht mal mit der situation im spanischen bürgerkrieg auseinandersetzten bevor du hier so rumhupst und interbrigadisten mit nazis vergleichst??

.........

..... 10.08.2007 - 15:44
"Es ist eher wie bei einer Region die von den Menschen die dort leben geliebt wird. Die Itren stellen sich dabei nicht über andere Kulturen oder Länder sondern sind nur stolz darauf Teil der Menschen zu sein die in einer Region leben die Irland heißt!"

Und wo ist dann das Problem, wenn ich das in Deutschland auch so will?
Hier ist ja dann angeblich schlecht.

linksnationalisten

arbeiter 10.08.2007 - 16:20
linksnationalisten sind linke, deshalb, weil sie im gegensatz zu dem faschistenpack, "klassenkämpfer" sind und keine "volksgemeinschaftler" und der nationalismus ist auch nich biologistisch.
der bergleich mit nazis hinkt also sehr, weil eben das entscheidende fehlt

Deutschland!

Bürger 10.08.2007 - 16:26
Also auch wenn unten noch ein dunkel ilaner Streifen ist... ich habe zuerst schwarz rot gold gesehen! =D

Ein bischen differenzierter bitte

jemand von Azzoncao 10.08.2007 - 16:30
Leute,
so kann mensch doch keine konstruktive Diskussion führen.

1.Nationalismus ist ideengeschichtlich eine Vorstellung die in den Nachwehen der französichen Revolution entstand. (schönes Buch mit interessanten Thesen dazu aus dem Campus-Verlag: Die Erfindung der Nation)
2.Nationalismus war zunächst ein Ausdruck säkularisierten, laizistischen und somit in der damailgen Zeit Ausdruck fortschrittlichen Denkens.
3.Auf Grund dessen nahmen viele progresive Bewegungen und DenkerInnen diesen Gedanken positiv auf.
4.Das diese reine Kopfgeburt, der Nationalismus, wenig fortschrittliches an und in sich hat, das hat das vergangene Jahrhundert zu genüge bewiesen. (Dies gilt auch für den Nationalismus der Befreinungsbewegungen der 6.bis 8. Dakade des letzten Jahrhunderts)
5.Es gilt mit Nationalismus zu brechen und als Bezugspunkte anvisierte soziale - egalitäre - Verhältnisse und Strukturen zu stellen. ( Die ZapatistInnen in Chiapas sind hierbei als interessante Bewegung zu nennen.)
6.Wir sollten als antinationalistische linke Menschen mit anderen Linken, die sich teilweise auch positiv auf das Modell Nationalismus beziehen, anders diskutieren.
Die Welt besteht nicht aus schwarz und weiß.
Anbei haben wir einfach die besseren Argumente und die mörderische Vergangenheit des Nationalismus gibt uns Recht.
7.Den "Nationalisten, Rassisten, Antisemiten und wie auch immer sie sich nennen:
Tod dem Faschismus.

Übrigens sehr schöner Bericht aus West-Belfast.
antifascist greetings to our irish comrads

P.S.: look to the funeral of the interbrigadist and antifascist partisan Giovanni Pesce in Milano
 http://de.indymedia.org/2007/07/189513.shtml
 http://www.visonesenatore.net/

antiBeißreflex

metropolenchaot 10.08.2007 - 17:46
"in Deutschland ist die Holocaust-Moral-Keule weshalb man sein Land nicht mehr mögen darf.
Ich finde aber das man sein Land und seine Mitmenschen trotzdem mögen kann ohne gleich als Nazi betitelt zu werden.
Anstatt immer nur gegen Deutschland zu sein sollte man versuchen sein eigenes Land positiv zu verändern."

jaja, du opfer! die "Holocaust-Moral-Keule" die dich nicht dein Land lieben lässt.... Widerlich!

Der "Nationalismus" der Iren, Basken und sonstigen liegt nicht an einem primär an der Liebe zu "ihrem Land", sondern an der Erkenntnis, aufgrund ihrer Herkunft noch mehr ausgebeutet zu werden als sowieso schon... Für die Befreiungsbewegungen bedeutet die Befreiung von ihren "Besatzern" nicht das Ende des Kampfes gegen den Kapitalismus. Wenn Nazis "nationale Befreiungsbewegungen" supporten wollen und gar selbst einen "nationalen Befreiungskampf" führen wollen ist das nur lächerlich. In Deutschland wird niemand aufgrund seines "Deutsch-Seins" ausgebeutet, oder gar unterdrückt. Und woher der/die Kapitalist_in welche_r sich meinen Mehrwert aneignet kommt, ist absolut irrelevant!
Das Problem der Linken ist eben teilweise stark darin zu sehen, das Klasse eben nicht gleich Klasse ist. Um gemeinsam international kämpfen zu können müssen auch die vielfältigen unterschiedlichen Unterdrückungsformen gesehen und anerkannt werden. Eine schwarze Frau wird bspw. mehr und anders ausgebeutet als der weiße Student in der westlichen Metropole. Ebenso der nordirische Arbeiter als der britische Arbeiter etc. Das heißt nicht, das ein gemeinsamer Kampf unmöglich ist!
Und der Beißreflex sowohl der AntiD´s als auch der AntiI´s in der Deutschen Metropole spiegelt eine Ignoranz wieder, welche sich eben nur die Metropolenlinken erlauben können. Das heißt natürlich ebenso wenig das diese Kritik daraufhin unberechtigt ist.
Respekt für jede Antifaschist_in welche in Spanien gegen den Faschismus gekämpft hat!!

@"Linker-Nationalist"

Antinationaler 10.08.2007 - 17:49
Wie Recht du hast, man wächst zwangsweise ins "Deutsche" rein. Das ist genau so pervers wie die Eltern, die ihre Kindern sofort nach der Geburt taufen lassen und erwarten, dass es mal gute Katholiken werden.
Niemand hat mich gefragt, ob ich Deutscher sein will und/oder ich diese Kultur ankzeptiere. Nein, ganz im Gegenteil: man zwingt mich einfach in ein Kollektiv von Menschen, die nichts mit mir zu tun haben (ausser vielleicht den GeburtsORT) und will mir irgendeine Kultur einreden.
Eine Nation widerspricht einfach dem Gedanken der Freiheit. In einer Nation ist man niemals frei und genau das prangere ich an.
Ich will die Freiheit haben, mir aussuchen zu dürfen, wo ich leben will, mit was ich mich identifizieren will etc.
Und wenn wir mal ehrlich sind: Was sind Nationen? Irgendwelche Gebilde in deinem Kopf? Irgendwelche Linien, die jemand mal auf dem Atlas gezogen hat? Gebiete, die durch Blut und Krieg erschaffen worden sind?

Meiner Meinung nach gilt es diese Sachen in den Köpfen aufzubrechen, denn Menschen grenzen sich in nationalen Konstrukten voneinander ab, anstatt MIteinander zu leben.

Und der Vergleich mit den 20er und 30er Jahren ist auch schlecht, denn zu dieser Zeit war es "schick" Nationalist zu sein. Was dieser Gedanke den Menschen gebracht hat, hat uns ja die Geschichte gezeigt: Hunger, Folter, Tod und Krieg

Deswegen lehne ich Nationalismus ab und ich finde, er hat nichts in der Linken verloren!

gora eta

neo 10.08.2007 - 18:35
 http://de.wikipedia.org/wiki/Euskadi_Ta_Askatasuna

Euskadi Ta Askatasuna beziehungsweise ETA (baskisch für Baskenland und dessen Freiheit) ist eine baskische, bewaffnete Terrororganisation. Die Organisation verfolgt das Ziel, die Selbstbestimmung und sukzessive Abspaltung der von ihr als baskisch betrachteten Gebiete in den spanischen autonomen Regionen Baskenland und Navarra sowie des französischen Baskenlandes zu erreichen. Als Ziel wird die Schaffung eines kommunistisch geprägten, baskischen Staates mit der Bezeichnung Euskal Herria verfolgt.



laut eta und den meisten anderen menschen im bakenland, gehört man dann zu der "nation" bzw. dem "volk" der basken, wenn man die sprache spricht und sich an ihren befreiungskampf und "idealen" beteiligt. also mehr "volk" im sinne von folgen einer gemeinsamen idee. der "nationalismus" scheint durch den autonomie gedanken zu erklären sein. wie gesagt, es geht nicht darum, sich vor anderen nationen abzuschotten bzw. andere menschen auszugrenzen (nazis/etc mal ausgenommen), sondern die besetzung durch frankreich und besonders spanien auf zu heben. ich war bis vor zwei wochen im bakenland und hab da eigentlich nur linke gesehen und kennengelernt. sowas kann man sich in deutschland wohl nicht wirklich vorstellen und muss man erlebt haben. mit völkisch und nationalistisch, so wie "wir" es kennen, deuten und zu recht verurteilen hat das eigentlich garnichts zu tun. links sein, alternativ sein, für die freiheit/unabhängigkeit zu kämpfen ist da keine subkultur, sondern allgemeine auffassung von ca. 70-80% der dort lebenen menschen. daher das "wir" gefühl, was dann als "nationalismus" ausgelegt wird.

@antinationaler

"Linker-Nationalist" 10.08.2007 - 20:12
Du hast etwas dagegen, dass dir eine gewisse Kultur aufgezwungen wird, aber das wirst du nicht ändern können. Der Mensch ist zu einem großen Teil Produkt seiner Umwelt. Du glaubst gar nicht wie sehr du unterbewusst in deinem Denken und Handeln durch die Kultur hier geprägt wurdest. Wenn du zb. in Asien aufgewachsen wärst hättest du ein komplett anderes Denkmuster weil du eben anders aufgezogen werden würdest. Es gibt Studien die Belegen, dass sich sogar die Wahrnehmung ändert wenn man mit anderen Menschengruppen zusammen ist.
Und "Kultur" gibt es überall auf der Welt, der einzige Weg ihr zu entfliehen ist als Einsiedler zu leben nur da kannst du eine völlig autonome Kultur entwickeln.
Selbst du bist zu einem Teil deutsch und dein Denken ist von der Deutschen Kultur oder auch vom europäischen Kulturkreis und deiner ganzen Umwelt und den Menschen mit denen du verkehrst geprägt. Das kannst du nicht ändern, das ist Fakt.

Ob sich eine "Nation" mit dem Gedanken der Freiheit widerspricht hängt hauptsächlich davon ab wie man diese "Nation" definiert.
Schau dir mal diese Wiki Artikel an
 http://de.wikipedia.org/wiki/Nation
 http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturnation
 http://de.wikipedia.org/wiki/Willensnation


[zitat]Und wenn wir mal ehrlich sind: Was sind Nationen? Irgendwelche Gebilde in deinem Kopf? Irgendwelche Linien, die jemand mal auf dem Atlas gezogen hat? Gebiete, die durch Blut und Krieg erschaffen worden sind?[/zitat]
Wenn man eine "Nation" aus Kultur (zu der auch Sprache gehört) ableitet, dann sind das absolut keine künstlichen Gebilde sondern Ausdrucksformen von Menschengruppen. Diese haben sich durch Jahrhunderte entwickelt und können ganz im Gegenteil auch nur schwer durch Grenzen geteilt werden.


[zitat]Meiner Meinung nach gilt es diese Sachen in den Köpfen aufzubrechen, denn Menschen grenzen sich in nationalen Konstrukten voneinander ab, anstatt MIteinander zu leben.[/zitat]
*lol* "Nationen" sind das was sich aus dem Miteinander der Menschen ergeben hat. Menschen in der gleichen Region mit der geleichen Sprache und Kultur schlossen sich zu "Nationen" zusammen.

PS:
Und der Tipp auszuwandern, wenn dir die Kultur und die Menschen nicht gefallen ist gar nicht so schlecht.
Politik und Wirtschaft (etwa der Kapitalismus) lassen sich noch vergleichsweise einfach verändern aber die Kultur und die Menschen zu ändern ist da schon wesentlich schwerer.

Alles eine Definitionssache

Irgendwer 10.08.2007 - 20:32
Ach,

ich finde es schon gut, dass hier jemand zum Beispiel die Widersprüche bei den Antideutschen anspricht, aber statt Kritik zu äußern und eine Diskussion zu führen, werden solche Menschen als Nationalsozialisten bezeichnet. Das finde ich einfach nur widerlich und unpassend. Solche Spalter brauchen wir nicht, sondern eine ordentliche Diskussion, welche für jeden offen ist. Ebenso sollte man überlegen, wieso Antifagruppierungen im Ausland nicht so sind. Handeln bzw. denken sie falsch und "wir" richtig? Ich denke nicht. Man sollte versuchen sie zu verstehen. Ich erinnere dadran, wie die spanische Antifa auch gegen Südamerikaner vorging (in Form von Aufklärung der Zivilbevölkerung sowie Demonstration) welche aufgrund von rassistischen Motiven gegen "weiße" Spanier wie auch farbige Menschen aus Afrika hetzen und diese auf faschistische Art und Weise jagen. Aber so etwas scheint ein Tabuthema zu sein in vielen Gruppen in Deutschland. Rassismus ist Rassismus, egal ob x gegen y oder y gegen x. Wer dies nicht anerkennen möchte, der hat eine Doppelmoral und wird so nicht viel erreichen können.

Und ja, früher war vieles anders. Ich erinnere nur an Thälmann, welcher in der DDR ja teilweise schon vergöttert worden ist, obwohl er ständig von seinem Stolz auf die deutsche Nation gesprochen hat. Und ja, ich meine jene DDR, welche aufgrund der SU die ehemaligen Wehrmachtsuniformen nur leicht modifizierte. Und auch jene DDR, die so gerne "Volk(s)" vor bestimmten Institutionen gehängt hat. Klar, heute definieren wir stolz anders und das finde ich auch richtig. Dennoch sollte man überlegen, wieso er [Thälmann] Kommunist war und gleichzeitig seine Heimat so sehr liebte. Ich kann nicht in seinen Kopf schauen, aber ich vermute (!), dass der Teddy ein überzeugter Kommunist war, weil er einfach glaubte, dass dies [der Kommunismus] das beste für seine Heimat sowie die Heimat anderer Völker wäre. Und gerade deshalb war er gegen die Nazis und wurde von diesen in ein KZ gesteckt, wie etliche andere Kommunisten auch, die nur das beste für ihr Land wollten. Klar, nicht alle, das möchte ich nicht behaupten, aber durchaus viele. Die Nazis waren, das behaupte ich jetzt einfach, Vaterlandsverräter, auch wenn dieser von mir benutzte Begriff viele nun denken lässt, dass ich unter Umständen im rechten Lager wäre. Wie dem auch sei. Denn letztendlich haben sie [die Nazis] nicht nur anderen Völkern unendliches Leid angetan, sondern auch ihrem eigenen. Und wer seine Heimat (das kann für jemanden seine Stadt, sein Stadtteil, sein Bundesland, sein Staat, sein Kontinent oder sonstwas sein. Heimat ist ein Begriff, den jeder selbst definieren kann, wie es ihm gefällt. In vielen anderen Ländern gibt es dieses Wort nicht, weshalb in Amerika auch häufig von "heimat" die Rede ist.) mag und das beste für die Bevölkerung möchte (nicht auf Kosten anderer!), der tut soetwas nicht und da dürften wir - hoffe ich jedenfalls - alle einer Meinung sein.

Und sicherlich, durchaus, Nationen können einfach nur als Gebilde betrachtet werde. Aber was soll man jetzt in Deutschland machen, wenn man unglücklich mit den Zuständen in anderen Ländern ist? Wenn jemand etwas gegen den Irakkrieg der Staaten machen kann, dann sind es die US-Amerikaner. Man (also wir) kann nichts machen und sollte daher vorerst bundesweit (von mir aus nennt es national, deutschlandweit oder sonstwas, ihr wisst, was ich meine) denken und die Probleme in diesem Land verändern bzw anpacken. Sprich, auf eine solidarische Gemeinschaft hinarbeiten in welcher sich jeder Mensch wohlfühlen kann, egal welche Religion, Hautfarbe oder sonstwas er hat. Und wenn dann die anderen "Völker" sehen, dass Grenzen, Ausgrenzung, Ausbeutung einfach nur Schwachsinn sind, erst dann kann man überlegen jene in ihrem Kampf für Freiheit zu unterstützen. Vorerst kann man nichts und dies ist leider Fakt.

So, ich wollte einfach mal diese Sachen zusammenwerfen. Und bevor ich nun auch noch als Nazi beschimpft werde, möchte ich zwei Sachen sagen. Zum einen zu der Person, welche erwähnte, dass früher gerade "Nationalisten" unter Schwarz-Rot-Gold für Freiheit und gegen autoritäre Staaten bzw. Diktaturen (was anderes waren Monarchien häufig nicht) kämpften: gerade dies ist auch ein Grund, weshalb die Monarchisten sowie die Nationalsozialisten die Farben Schwarz-Rot-Gold so sehr hassten. Sie standen für Freiheit und Demokratie. Und ja, auch Schlägertrupps wie die SA sammelten zu Zeiten der Weimarer Republik schwarz-rot-goldene Flaggen und verbrannten diese, weil sie den Gedanken, welcher hinter diesen Farben steckt, verabscheuten. Damit möchte ich jetzt nicht irgendeine Position beziehen, sondern einfach etwas Geschichte miteinbringen. Ebenso sagte Ignatz Bubis, der mit Sicherheit kein Nazi war ;-), folgendes "Hätten wir damals mehr auf Schwarz-Rot-Gold gesetzt, so hätten wir heute nicht das Problem mit Schwarz-Weiß-Rot." (Quelle  http://de.wikiquote.org/wiki/Ignatz_Bubis aber auch andere, wenn man googlet).

Und als zweites wollte ich noch sagen, dass ich durchaus die Leute verstehen kann, die sagen, dass sie sich nicht ausgesucht haben hier zu leben bzw. in diesem Kulturkreis aufgewachsen zu sein. Und da habt ihr absolut recht. Ich fühle mich ebenso häufig Fehl am Platz, da ich auch nicht "fühle", was mich eigentlich mit diesen Menschen verbindet. Die Sprache? Oder weil bei uns beiden "deutsch" auf dem Perso steht? Sicherlich nicht, denn die Gedanken und Ideale sind häufig unterschiedlich. Dennoch sollte man es akzeptieren und versuchen damit zurecht zu kommen. Jedenfalls habe ich mir lange Gedanken gemacht und kam zum Punkt: Ja, ich bin Deutscher. Na und? Soll ich mich hassen? Das werde ich sicherlich nicht und ebenso möchte ich nicht, dass sich jemand aufgrund seiner Herkunft, Hautfarbe oder sonstiges unglücklich fühlt oder sich sogar auch noch dafür hasst. Ich lebe hier, bin mit vielen Sachen unzufrieden und möchte diese anpacken. Wäre ich Franzose würde ich - so hoffe ich jedenfalls - ähnlich denken, nur halt auf Frankreich und nicht auf Deutschland bezogen. Aber "Hier ist alles scheiße, ich hasse Deutschland so sehr, aber man lässt mich nicht weg, etc." führt zu nichts außer blinden Hass. Und ob man mit Hass auf Völker - und sei es das eigene - eine solidarische Gemeinschaft/Gesellschaft erreicht, wage ich jetzt einfach mal zu bezweifeln.

So, und nun zwitscher ich mal los.

zwischen nazipostings und paranoia

[aal] 10.08.2007 - 22:58
interessant, dass hier die nationalistischen oder nationsbetonenden noch stehen. und ich hoffe, dass die das auch bleiben. denn alles andere waere zensur. ich glaube den meisten hier durchaus, dass sie keine nazis sind und sie wegen so einer bloszen vermutung zu loeschen und einer diskussion aus dem weg zu gehen, waere feige zensur. immerhin koennen andersdenkende diese meinungen ja sachlich widerlegen, was im endeffekt wesentlich sinnvoller waere. das andere wuerde von reiner argumentationslosigkeit zeugen.
fuer eine konstruktive diskussion und keine vorzeitigen spaltereien.
pero: no border and no nation. wollte nur diese ergaenzung ohne inhaltlichen wert darlegen.
bitte indymedia-mod-team, lass diese postings stehen! :)

Internationale Solidarität von Feinsten!

Bruno 11.08.2007 - 11:36
Schon beeindruckend, dass es in diesem deutschen Forum immer noch GenossInnen gibt die es nach wie vor verstehen, was Teil linker Identität ist. Was in allen anderen Ländern und Regionen unter Linken selbstverständlich ist, nämlich der positive Bezug auf den linken Internationalismus, findet in der BRD leider nur noch selten Ausdruck. Die Interbrigaden im spanischen Bürgerkrieg waren ein Resultat dieser Solidarität in der Kapitalismus, Rassismus und chauvinistischer Nationalismus mit einem antifaschistischen Selbstverständnis bekämpft wurden. Die Nation ist und bleibt ein bürgerliches Konstrukt. Dennoch wird es nach wie vor die historischen Notwendigkeiten geben, in Form von nationalen Befreiungsbewegungen, emanzipatorische und antichauvinistische Kämpfe zu organisieren. Es hat nämlich nicht jedeR das Glück im einigermaßen warmen Westeuropa zu sitzen und privilegiert über die Kämpfe z.B. in Kurdistan abzulästern. Glücklicherweise ist diese Einsicht weltweiter Konsens unter revolutionären Linken. Leider gibt es in der BRD seit Jahren eine destruktive Entwicklung die ihres Gleichen sucht- den deutsche Sonderweg!

@Bruno

Internationalistin 11.08.2007 - 14:58
Danke Bruno!

Hoch die Internationale SOLIDARITÄT!

Deutschland als ERSTES abschaffen!

Zensur ist scheiße

"Linker-Nationalist" 12.08.2007 - 02:29
Ich hab jetzt zwei sehr sachliche Ergänzungen geschrieben, die beide gelöscht wurden, obwohl sie absolut keine "Nazi-Postings" waren. Sie haben eben nur nicht in die "Linke Mustereinstellung" gepasst, von der man anscheinend nicht abweichen darf.
So eine blödsinnige Zensur schadet nur der Linken und einer Diskussion um bestimmte Themen.
Wenn Troll-Postings, oder wirklich rassistische und faschistoide Postings gelöscht werden, habe ich nichts dagegen, man sollte nur nicht abweichende Meinungen mit dem Nazi Vorwurf verbieten.

@"Linker"-Nationalist

antifascista 12.08.2007 - 22:28
Wie bitte? Ist das dein ernst?
Du erwartest ernsthaft mit deinem provokanten Namen und deinen teilweise blödsinnigen querfront Einträgen, die den Nationalismus rechtfertigen, dass du Akzeptanz findest?
Nationalismus hat weder was auf indymedia noch in der Linken zu suchen!
Geh doch wieder zurück zu deinen braunen Brüdern und nerv die Leute nicht mit deiner braunen Scheiße!

@antifascista

"Linker-Nationalist" 13.08.2007 - 12:52
Mein Name ist nur eine Anspielung auf die "links-nationalistische" IRA, ETA und andere nationale Befreiungsbewegungen. Dass einige Dogmatiker das natürlich aüßerst provokant finden ist klar.

*ironie*
Und die Querfront lauert überall, kaum ist man als Linker Meinungswächter mal nicht aufmerksam ist schon die halbe Linke von der Querfront befallen...

Das ist doch absolut lächerlich. Ich habe keine Werbung für irgendeine Querfront gemacht, ich verabscheue Faschisten wahrscheinlich genauso wie du...
Ich bin nur dafür, dass man sein Verhältnis zur "Nation" mal überdenkt und darüber nachdenkt, dass man sich selber auch mal irren kann anstatt "links-nationalistische" Befreiungsbewegungen in Südamerika, Irland, Baskenland, Kurdistan usw. gleich als "nationalistische Spinner" abzutun.
Diesen Bewegungen gehören Hunderttausende Menschen und die haben einen Rückhalt in der Bevölkerung haben von denen die deutsche Linke (selbst die Linkspartei) nur träumen kann.
Woran liegt das? Vllt weil die nicht so WELTFREMD sind wie die deutsche Linke?!?