Bilder: Spanienkämpfer in Belfast geehrt

Antifa-West-Belfast-Suporter 10.08.2007 11:59 Themen: Antifa Soziale Kämpfe
Interessante Veranstaltung mit einem irischen Spanienkämpfer in Belfast +++ Treffen im Rahmen des linken Stadtfestes "Féile" in Belfast +++ Delegationen aus dem Baskenland, Katalonien, Deutschland, Italien, ... +++ Wandbild auf der "International Wall" im links-nationalistischen Stadtteil Falls (West-Belfast).
Im Rahmen des allsommerlichen Festes "Féile" in Belfast fand diese Woche eine Veranstaltung mit einem der letzten irischen Spanienkämpfer statt. Es waren etwa 100 Zuhörende anwesend, die den Ausführen lauschten. Auf Einladung eines irischen Intnationalismuskomitee kam der inzwischen hochbetagte Mann von Dublin nach Belfast. Seine Geschichte war so typisch für viele spätere Spanienkämpfer. Als junger Arbeiter vom (leider gescheiterten) irischen Osteraufstand von 1916 insperiert schloss er sich der irisch-sozialistischen Gewerkschaftsbewegung an. Anschließend wurde er im irischen Freiheitskampf IRA-Kämpfer und als Internationalist und Antifaschist zog es ihn mit vielen anderen jungen Iren nach Spanien um die sozialistische Republik gegen den Franco-Putsch zu verteidigen.

Viele seiner Freunde/Genossen wurden getötet und er selber von der Franco-Armee in ein KZ verschleppt. Nach seiner Entlassung ging er nach Irland zurück und setzt sich seit dem gegen die britische Besatzung im Norden Irlands ein.

Neben seinen persönlichen Schilderungen aus dem Bürgerkrieg und die Umstände, wie es ihn als jungen IRA-Kämpfer nach Spanien zog waren sehr interessant. Zum Schluß ging er noch kurz auf den Friedensprozess im irisch/britischen Konflikt ein und meinte, dass man erkennen muss, wenn der Zeitpunkt zur Waffenniederlage gekommen ist. Er selber unterstützt IRA/Sinn Féin in ihrem politischen Kampf, der jetzt ohne Waffen geführt wird.

Zu globalen Problemen äußerte er sein Verständnis von "moderner" Politik in vier Punkten, welcher sich die Linke bedienen muss: Bildung/Erziehung, Organisierung, Kommunikation, ziviler Ungehorsam (engl. disobidient).

Am Folgetag wurde dann auf der "International Wall" in West-Belfast ein neues Wandbild zur ehren und zur Erinnerung der Spanienkämpfer eingeweiht. Das bild zeigt marschierende Interbrigadisten vor einer Fahne der sozialistischen spanischen Republik: Rot-Geld-Lila. (Für viele die sich wundern, Spanien hat aktuell immer noch die faschistische Franco-Fahne: rot-gelb-rot) Der Schriftzug auf dem Wandbild heißt: "Internationale Brigaden 1936-39 // Für Eure Freiheit und die unsere!".
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Ergänzungen

Nationalismus ist nicht gleich Nationalismus

... 10.08.2007 - 14:38
In unserem (deutschen) Verständnis von Nationalismus ist das immer rechts. Imperialistische Staaten haben immer ausgrenzende Nationalismen. Allerdings gibt es linke Bewegungen, die "Nationalismus" anders definieren. Muss man nicht verstehen, aber sollte man akzeptieren, weil die Leute in anderen Realitäten leben. Im Baskenland oder Irland kann z.B. jeder Teil der "Nation" sein, der dort lebt, arbeitet und sich als Teil der "Nation" betrachtet. Also auch z.B. "Illegale", Migranten, ... die ja in z.B. in Deutschland nie Teil der Nation werden könnten.

In Irland nennen sich die linken Leute selbst Republikaner: sie wollen eine sozialistische Republik. Bezeichnet werden sie i.d.R. als "Nationalisten", allerdings nicht zu verwechseln mit rechten (pro-britischen) Nationalisten, die eher den bundesdeutschen Neonazis nahestehen.

"Linksnationalismus"

Internationalist 10.08.2007 - 19:14
Die Nationalismen in Irland, Wales, Schottland sind eher als romantische Nationalismen zu verstehen. Es geht nicht um biologische Abstammung, sondern eher um kulturelle Emanzipation vom Vereinigten Königreich. Natürlich gehts auch um sprachliche Emanzipation und in allgemeinen wird die "Celtishness" benont, was kontinentaleuropäische Nationalisten gerne aufgreifen und instrumentalisieren (sozusagen als antichristlich oder heidnisch)...Betont werden muss aucht, dass auch beispielsweise viele Einwanderer aus den ehemaligen Kolonien inzwischen schon in diesen Parteien mitmachen, was zeigt dass sowas wie Rasse oder Abstammung keine Rolle spielt.
Fakt ist euch, dass nationalistische Parteien wie SSP, SNP (Schottland) oder Plaid Cymru (Wales) eher links sind und ein sozialistisches Programm haben.
Es bringt überhaupt nichts die Nationalismen wie wir sie aus Kontinentaleuropa kennen (insbesondere Deutschland) mit denen auf den britischen Inseln zu vergleichen.
Sind die Nationalismen auf den Inseln nun gut oder schlecht? Klar wird die "Nation" betont und ein Gemeinschaftsgefühl erzeugt, aber wie gesagt es dient zur politischen und kulturellen Emanzipation und nicht darum, Kriege zu führen und vermeintliche "Untermenschen" auszurotten.

Flache Diskussion

Ralf 11.08.2007 - 12:42
Allen die stets die Nationalismuskeule schwingen, empfehle ich sich mal das Buch von Moishe Postone: Deutschland und die Linke anzuschauen, um sich über Nationalismus mal etwas differenzierter auseinander zu setzen. Denn nur weil der deutschen Nationalismus immer reaktionär war, sind es nicht alle. "Man kann nicht einfach "deutsch" sein und vorgeben, nicht zu wissen, daß der moderne deutsche Nationalismus - im Gegensatz zur Situation in vieler anderer Länder - immer reaktionär gewesen ist." So verteidigt er auch den Nationalismus der Palästinenser: "Ihr Nationalismus ist total verständlich, nicht nur moralisch, sondern auch materiell. Welche andere Haltung wäre denn möglich für Menschen, die vertrieben wurden" (...) "Die permanent das Ziel brutaler israelischer Angriffe waren und von arabischen Staaten, in deren Konflikten untereinander als Spielball benutzt wurden? Natürlich wollen sie ihr Land zurück. Das ganze."

Zum Teil kann das auch auf die Basken übertragen werden.

Gleichwohl warnt er die Linke auch, die unfähig ist, ihre Politik auf einer "Analyse und Einschätzung der Situation zu machen und zu einer kritischen Unterstützung" solcher Bewegungen zu kommen, "die ein andauernder politischer Lernprozess bedeuten würde. Statt dessen gibt es die oft unkritische Identifizierung mit solchen Bewegungen. " Die, wenn man sie nicht mit offenen Augen sieht, kann man später enttäuscht oder desillusioniert sein, Beispiele gibt es dafür ja genug "ohne irgendwas gelernt zu haben. Statt dessen wird das nächste Identifikationsobjekt ausgesucht". Damit wird das aufgegeben, was Linke eigentlich ausmacht: "unsere kritischen Reflektionen von unseren eigenen Erfahrungen und ihre Vermittlung zu der Gesellschaft in der wir leben". Das hat die deutsche Linke, aus dem Konflikt mit ihrer eigenen Vergangenheit und dem NS sowieso weitgehen aufgegeben.
Um nochmal mit dem Professor für europäische Geisteswissenschaften (der selbst in Frankfurt in den 70ern und 80ern studiert hat, bevor er in die USA zurückging) zu sprechen: "Die Linke hat zu oft das Muster vorherrschender deutscher Einstellungen, das zurückzuweisen sie angetreten war, reproduziert". Das gilt auch für die Beurteilung anderer Bewegungen, die, ohne sie zu kennen, heute oft (aus einer bescheidenen Analyse des deutschen Nationalismus) über dieses Totschlagargument verdammt werden. Die Beiträge zum Baskenland auf Indymedia sprechen für die beiden hier dargestellten Muster ja Bände dazu.
Beiträge die keine inhaltlic

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Was ist denn bitte... — Fragender

aha — Fragender

@aha — Ire

sachma — ??

......... — .....

linksnationalisten — arbeiter

Deutschland! — Bürger

Ein bischen differenzierter bitte — jemand von Azzoncao

antiBeißreflex — metropolenchaot

@"Linker-Nationalist" — Antinationaler

gora eta — neo

@antinationaler — "Linker-Nationalist"

@Bruno — Internationalistin

Zensur ist scheiße — "Linker-Nationalist"

@"Linker"-Nationalist — antifascista

@antifascista — "Linker-Nationalist"