G8: Gefährderansprache in der Ortenau

Antirepressionsgruppe Ortenau 01.08.2007 20:08 Themen: G8 G8 Heiligendamm Repression
Auch in der Ortenau kam es im Vorfeld des diesjährigen G8 Gipfels in Heiligendamm zu Repression gegen politisch aktive Menschen.
So versuchten Beamte der Abteilung Staatsschutz der Kriminalpolizei Offenburg wenige Tage vor Beginn des Gipfels mehrfach Kontakt mit einer Person, die in linksradikalen Zusammenhängen aktiv ist, aufzunehmen.
Bei der Mutter des Betroffenen meldete sich ein Herr Bellemann telefonisch und wollte wissen, ob ihr Sohn vorhabe nach Heiligendamm zu fahren. Er erwähnte auch, dass ihr Sohn in der Limo Kartei registriert sei und dass er mit einem Kollegen am Vorabend schon versucht habe diesen persönlich anzutreffen.
Am gleichen Tag bekam die Wohngemeinschaft des Betroffenen Besuch von 2 Beamten die Informationen über desen Aufenthaltsort haben wollten. Ebenfalls am selben Tag bekam der Arbeitsgeber des Betroffenen einen Anruf von einem Mann der sich als ehemaliger Mitschüler des Betroffenen ausgab und ebenfalls wissen wollte, wo dieser zu erreichen sei.

Unklar ist, ob die Vorfälle im Zusammenhang mit den bundesweit durchgeführten sog. Gefährderansprachen der Polizei im Vorfeld des G8 Gipfels stehen oder ob es dem Staatsschutz einfach darum ging Informationen zu bekommen. Unabhängig davon ist es ein klarer Einschüchterungsversuch gegenüber einem politisch aktiven Menschen und Teil der massiven Repressionswelle gegen den G8-Widerstand, die mit den großangelegten Razzien im Vorfeld begann und bis heute nicht abgeschlossen ist.

Der Beamte Bellemann ist in der linksradikalen Szene der Ortenau kein Unbekannter. Bei fast allen Aktionen der regionalen Polizei gegen linksradikale Aktivitäten spielte er eine Rolle. So tauchte sein Name bereits mehrfach im Zusamenhang von Hausdurchsuchungen und Anquatschversuchen auf. Auch bei der Beobachtung diverser Demonstrationen in der Region wurden er und andere Beamten der Abteilung Staatsschutz schon identifiziert.

Da Repression durch politische Polizei nur die logische Konsequenz einer Politik gegen Staat und Kapitalismus ist, ist es das Wichtigste, sich dadurch keinenfalls einschüchtern zu lassen. Die staatlichen Repressionsorgane können sehr mächtig wirken, deshalb sollte mensch auf Repression gemeinsam reagieren, sonst können Einzelne sich schnell ohnmächtig fühlen und resignieren.

Falls ihr von Staatsschutz, Verfassungsschutz oder anderen staatlichen Organisationen angesprochen oder eingeschüchtert werdet, sagt erst mal GAR NIX!!!! Informiert danach so bald wie möglich Antirepressionsgruppen wie die Rote Hilfe oder andere politisch aktive Gruppen! Macht die Vorfälle öffentlich, denn nichts fürchten die Schnüffler mehr, als ihre Anonymität zu verlieren...

Polizei und Geheimdienste abschaffen!
Nieder mit Staat und Kapitalismus!

Antirepressionsgruppe Ortenau
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Ergänzungen

limo-datei

solidarity! 02.08.2007 - 10:33
mensch sollte vielleicht noch erwähnen, dass es sich bei der sog. "Limo-Datei" um die Datei der (politischen) Polizei handelt und für "linksorientiert politisch motivierte Gewalttäter" steht.

keine zusammenarbeit mit den staatlichen repressionsorganen!

auch in Karlsruhe

egal 02.08.2007 - 12:18
auch in karlsruhe gabe es mindestens eine gefährdenansprache.
die person wurde kurz vor abfahrt nach heiligendamm vor der Haustür von zwei "Staatsschützern" angesprochen, das LKA hätte sie beauftragt, der person mitzuteilen, sie dürfe von ihrem demonstrationsrecht gebrauch machen....

(Wie gnädig und großzügig!)

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Auch in Südbaden

Autonom@ntifa 03.08.2007 - 10:36
Sperr’n se dich in den nächsten Knast
Donnerstag, 28.06.2007

Laut der Roten Hilfe Rostock sitzen zwei Menschen inzwischen die vierte Woche wegen angeblichem Landfriedensbruch und Widerstand gegen die Staatsgewalt in Untersuchungshaft.
Auch in Freiburg ist die Repression gegenwärtig: Die Kriminalpolizei verschickte Vorladungen wegen dem angeblichen Verstoßes einiger flugblattverteilenden FriedensaktivistInnen gegen das Versammlungsgesetz, und Staatsschützer Kronbiegel bat bereits Ende Mai mindestens einen Linken zu einem „kooperativen Gespräch bezüglich Ihrer geplanten Aktivitäten im Zusammenhang mit den G8-Protesten.“ Aber Anna & Arthur halten’s Maul!
Die Rote Hilfe Freiburg trifft sich dienstags um 20 Uhr in der KTS, um Euch im Kampf gegen Repression zu unterstützen. Wenn ihr Probleme, Informationen oder Anregungen habt, kommt vorbei!

Quelle:  http://www.autonome-antifa.org/spip.php?page=antifa&id_breve=368&design=2

Und wo wir gerade dabei sind:

Allein machen sie dich ein
Donnerstag, 28.06.2007

Aufgrund der zunehmenden Repression musste die Rote Hilfe trotz Mitgliederzuwachs die Unterstützung pro Repressionsfall kürzen. Dadurch stieg die finanzielle Belastung der einzelnen Repressionsopfer: Wir müssen solidarischer werden. Nur gemeinsam können wir uns gegen Faschismus wehren und für ein Leben ohne Ausbeutung und Unterdrückung kämpfen: Hinein in die Rote Hilfe!

Quelle:  http://www.autonome-antifa.org/spip.php?page=antifa&id_breve=367&design=2

Gefährderansprache bei Polizisten!

Tobias Claren 28.12.2012 - 23:07
Das ist nur ein Euphemismus für ein rechtsstaatlich nicht geregeltes "Mittel".
Meist schicken die aber nur eine "Polizeiliche Vorladung", sind halt zu bequem sich selbst zu bewegen.
Man sollte aber IMMER wissen, dass so eine polizeiliche Vorladung im weißen Standardumschlag unterschrieben von einem Polizisten so viel Wert hat wie die Einladung zu einer Kaffeefahrt.
Ihr müsst euch nicht mal melden.

Solche Aktionen könnte man im Grunde schon als =>Nötigunggenial<=.