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AntisexismusArbeit auf dem Force Attack!?

AntisexismusGruppe Potsdam 29.07.2007 14:34
Mit einer eigens dafür angesprochenen Antisexismus-Gruppe sollte in diesem Jahr für ein besseres Wohlbefinden auf dem Force Attack gesorgt und den Berichten von besorgten Beobachter_innen sowie Betroffenen über gehäuft vorkommende sexuelle Übergriffe etwas entgegengesetzt werden.
Offener Brief zur Gestaltung antisexistischer Arbeit auf dem Force Attack

Vom 27. - 29. Juli 2007 wird das Open-Air Festival „Force Attack“ in Behnkenhagen in der Nähe von Rostock veranstaltet. Die Besucher_innenzahl beträgt etwa 10.000 Menschen, die aus unterschiedlichsten Gebieten anreisen.
Mit 42 Bands wie Hausvaboot, Boxhamsters, Loikaemie, Pöbel und Gesocks, Zaunpfahl oder die Skeptiker soll auch dieses Jahr an 3 Tagen auf 2 großen Bühnen wieder das als größte „Punkerparty“ weltweit geltende Festival begangen werden.
"Force Attack 2006 in Zahlen :
Ca. 14 000 zahlende Gäste
780 Fässer (a 50 Liter) Rostocker Pils
das DRK hat ca. 800 verletzte Leute vor Ort behandelt "(indymedia)

Unter anderem aufgrund eines hohem Alkoholkonsums, der weitesgehenden „Regellosigkeit“ und der daraus resultierenden niedrigen Hemmschwelle im menschlichen Umgang kam es auf den vergangenen Festivals wiederholt zu sexuellen Handlungen und Übergriffen (die in dem Moment, in dem sie die Grenzen anderer Personen übertreten, aufs Schärfste zu verurteilen sind).
Da dieses offensichtlich auch dem Veranstalter bekannt wurde, griff jener zu einer besonderen Taktik um gegen solche Vorfälle vorzugehen.
Mit einer eigens dafür angesprochenen Antisexismus-Gruppe sollte in diesem Jahr für ein besseres Wohlbefinden gesorgt und den Berichten von besorgten Beobachter_innen sowie Betroffenen über gehäuft vorkommende sexuelle Übergriffe etwas entgegengesetzt werden.

Dem Veranstalter zufolge soll die AntisexismusGruppe Frauen, die von sexuellen Übergriffen betroffen sind, in einem eigens dafür eingerichtetes Kontakt- und Rückzugszelt im Backstagebereich des Festivalgeländes betreuen. Auf einem am Eingang verteilten Flyer soll auf diese Arbeit hingewiesen werden. Eine Zusammenarbeit mit der Security sei geplant. Die aus einer (Straf-)Tat resultierenden Handlungen (Platzverweis, Polizei) werde von der Organisation übernommen. Der Gruppe wurde Gerätschaft (Funkgerät),Vollverpflegung, sowie Vergütung für 6-8 Menschen zugesprochen.

So weit, so gut...
Aber, dass AntisexismusArbeit viel mehr heißt als bloß in 'einem Zelt zu hocken', das hat der Veranstalter wohl nicht bedacht.

***
Gegenwärtige Geschlechterverhältnisse

Die derzeitigen Herrschaftsverhältnisse werden unter anderem durch eine binäre Geschlechterordnung aufrechterhalten, die Menschen in zwei (und ausschließlich zwei) Geschlechter einsortiert, die dementsprechend beurteilt und behandelt werden. Dieses, als natürlich wahrgenommene System schreibt den zwei Geschlechtern unterschiedliche Verhaltensweisen zu und legt Hierarchien fest, wodurch Menschen (vor allem Frauen, aber auch Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen wollen/können) in allen Bereichen des Lebens benachteiligt werden. Dieses System wird sowohl von Frauen und Männern, als Gestalter_innen sozialer Prozesse aufrechterhalten und weitergeführt.
Wir sind alle Teil sexistischer Strukturen: Unser alltägliches Verhalten, unsere Geschlechtsidentität, unsere Gefühle und Körper sind Teil und Ergebnis dieser Strukturen und reproduzieren diese gleichzeitig, ebenso wie unsere „ganz normale“ Sexualität.
Zum Aufrechterhalten der patriarchalen Macht- und Herrschaftsverhältnisse müssen sexistische Strukturen immer wieder hergestellt werden. Eine der stärksten Manifestationen sexistischen Verhaltens dieser Reproduktion der Verhältnisse sind sexualisierte Übergriffe und Vergewaltigungen. Sie übergehen das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen völlig und vermitteln das Gefühl der absoluten Ohnmacht. Sexualisierte Gewalt ist damit das brutalste Instrument zur Aufrechterhaltung sexistischer Machtverhältnisse.

Antisexistischer Widerstand

Antisexistische Politik heißt, sich mit gesellschaftlichen Ursachen und Strukturen von Sexismus auseinander zu setzen und für Veränderung zu kämpfen. Es heißt aber vor allem, auch Antisexismus auf sich und das eigene Umfeld anzuwenden und das eigene Handeln zu reflektieren.

***

Dass dem Potential an respektlosem, übergriffigen und sexistischen Verhalten bei 14.000 Besuchern nicht mit 6-8 Menschen entgegengetreten werden kann wird schnell klar.
Andere AntisexismusGruppen bestätigten mit ihren Erfahrungen bei anders fokussierten Veranstaltungen, welche im Gegensatz zum Force Attack weniger 'alkoholdominiert' waren, das diese Art der AntisexismusArbeit auch mit weitaus mehr Helfer_innen zu einer Überlastung führen kann und schätzten zudem AntisexismusArbeit auf dem Force Attack als besonders schwierig ein.

Daraus schlussfolgernd wurden die Angebote des Veranstalters von der AntisexismusGruppe um grundlegende Selbstverständlichkeiten und Arbeitsgrundlagen, wie z.B. Bedarf an mehr Helfer_innen, Zusage zu Unterstützung bei vermehrter Öffentlichkeitsarbeit, sowie grundlegender, uneingeschränkter Unterstützung durch und (inhaltlicher Zusammen-)Arbeit mit den Orga- und Schutzteams, erweitert und detaillierter schriftlich kommuniziert.
Die Vor- und Nachbereitungszeit, konzeptionelle Arbeit, Kontakt zu anderen Einrichtungen, sowie die psychische Belastung, der mensch bei dieser Arbeit ausgesetzt ist, wurde hier nicht mit einkalkuliert.

Die Empörung des Veranstalters über hinzugefügte und ergänzende Details der AntisexismusAbeit artikulierte sich dann in einer 3zeiligen Absagemail (mit Hinweis auf angeblich falsche Angaben der AntisexismusGruppe bezüglich eines Vergewaltigungsvorwurf gegen ein Mitglied einer Band, die in diesem Jahr auf dem Force Attack auftreten wird).

In einem von der Gruppe initiierten Telefongespräch äußerte sich der Veranstalter allerdings auf die Nachfrage, wie dieser Bereich (Antisexismus) denn nun organisiert werde, nicht.
(Mittlerweile haben wir in Erfahrung gebracht, dass 3 Menschen diesen 'Bereich abdecken'.)

Sämtlichen Beobachtungen und Zeugenberichten entsprechende Vorkommnisse über gehäufte sexuelle und gewalttätige Übergriffe auf (überwiegend) Frauen begegnet der Veranstalter weiterhin mit dem Statement, dies sei “kein großes Problem“.
Warum ihm kaum Fälle bekannt sind, liegt vielleicht daran dass es bis jetzt kaum oder gar keine Ansprechpartner_innen für sexistische und sexuelle Übergriffe auf dem Force Attack gab.

Ihm zufolge werde das Publikum und das Festival mit den grundlegenden Ergänzungen der AntisexismusGruppe „vorverurteilt“ und die Festivalleitung ihrer Entscheidungsmacht enthoben („wer vom Gelände fliegt entscheiden immer noch wir“).
Mit dem Verweis auf ein „ungutes Gefühl“ werden die Basisforderungen, wie sie bei jeder anderen fundiert arbeitenden AntisexismusGruppe zu finden sind, als zu „dick aufgetragen und zu wichtig genommen“ empfunden.
Da es genug professionellen Schutz dort gebe und ein Großteil dessen von Menschen aus dem 'linken politischen Umfeld' ausgeführt werde, sei keine grundlegende Auseinandersetzung mit den selbigen nötig (als wenn es in der 'linken Szene' keine Sexisten gäbe).
Die Antisexismus-Gruppe sei zudem nur „eine von vielen Aktionen auf dem Festivalgelände“ und eine Art „Serviceleistung“.

Wenn es nicht einmal glaubwürdige Bestrebungen des Veranstalters gibt, an den dortigen höchstgradig sexistischen und gewalttätigen Situationen ernsthaft etwas zu ändern, sollte die Beteiligung an jenem Festival hinterfragt werden. Die Entscheidung, am Force Attack als kritisch-denkender, antihierarchisch und antisexistisch eingestellter Mensch aktiv, passiv oder irgendwo dazwischen überhaupt mitzuagieren und dieses weiterhin in irgendeiner Weise zu unterstützen, sei jeder_jedem selbst überlassen.

Nicht nur sexistische Einstellungen und dementsprechendes Verhalten, sondern auch deren Unterstützung durch Ignoranz oder Verharmlosung sind unserer Meinung nach grundsätzlich abzulehnen!

Fight Sexism!


Bei Nachfragen:  as_grrr@yahoo.de
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Ergänzungen

Sexuelle Handlungen

Red Zack 29.07.2007 - 15:01
"kam es auf den vergangenen Festivals wiederholt zu sexuellen Handlungen
und Übergriffen (die in dem Moment, in dem sie die Grenzen anderer
Personen übertreten, aufs Schärfste zu verurteilen sind)."

Kann man das vielleicht mal anhand einiger Fallbeispiele von vergangenen Force Attack-Festivals erläutern? "Sexuelle Handlungen" auf einem Punkrock-Festival sind ja erst mal etwas völlig normales und auch ganz unproblematisch, so lange sie einvernehmlich stattfinden. In dem Artikel steht zwar so einiges, aber es wird z.B. nicht deutlich, welchen zahlenmäßigen Umfang dieses Problem in der Vergangenheit hatte, und was da eigentlich konkret passiert ist.

Force attack & Sexismus

hmmm 29.07.2007 - 15:16
Ich war vor ein paar Jahren das letzte Mal beim Force Attack und da war schon ziemlich übel - und zwar nicht nur wegen Sexismus, sondern schon generell wegen der teilweise extrem aggressiven Stimmung... Entsprechend hat aus meinem Freundeskreis einfach keineR mehr Bock hinzufahren. Wenn jetzt aber der Veranstalter auf sexistische Übergriffe reagiert und sich was dazu überlegt - ob das so ausreichend ist oder nicht ist natürlich zu diskutieren - so finde ich das grundsätzlich positiv und unterstützenswert.

Freies lieben, freies leben - hate sexism & den ganzen anderen Scheiß!

Übertrieben!

ich 03.08.2007 - 01:56
Also ihr stellt die Kampagne hier aber schon etwas verniedlicht dar.
Ich fahr aufm Force Attack und zugegeben, es gibt viele sexistiche Attacken beiderseits der Geschlechter in Form von Sprache und "Angrabschen" etc und es ist auch wichtig das jemand etwas dagegen tut, wenn schon viele Besucher wegschaun, jedoch sah ich gerade dieses Jahr übertriebene gewalttätige Ausschreitungen die klar von eurer Gruppe oder Leuten die sich dieser Zugehörig sahen ausgingen wos auf keinen Fall in Ordnung ging.
NIEMAND ist berechtigt beispielsweise jemandem buchstäblich "Die Fresse zu polieren" weil er das Wort "Fotze" oder ähnliches benutzt hat, in solchen Fällen weist man diesen daraufhin und probiert so gut es geht mit ihm zu reden. Aber eben dies wurde nie getan, die Maßnahme war in 70% der Fällen tätliche Gewalt (und das hab ich nicht wie manche vom hörensagen sondern hab es eigenständig beobachten können) und sowas tut weder dem Antisexismus noch der linken Szene allgemein gut!

Sexismus bekämpfen - klar, aber bitte nicht komplett durchdrehn!

Erinnert mich an Berliner Gruppe GAP

Emanzipator 14.08.2007 - 23:26
Hier gibt es Debattenbeiträge zum Thema:

 http://kritikderpraxis.blogsport.de/

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 23 Kommentare

ganz wichtig

.. 29.07.2007 - 14:49
Ihr wollt also ganz wichtig über das Festival-Gelände patrollieren und an jedes Zelt aus dem Sex-Geräusche zu hören sind anklopfen und nachfragen ob die Frau/Mann mit dem aktuell stattfindenden Akt einverstanden ist? Wie wärs wenn Ihr euch mit eurer realitätsfremden Wichtigtuerei woanders austobt und nicht gerade dort wo Leute auf eure verklemmte Scheisse keinen Bock haben?

@...

hdfjrft 29.07.2007 - 15:17
Sex ist immer sexistisch, da er die Unterdrückung der Frau impliziert...oder so. Alleine das Wort "Sex" sagt schon alles!
Mich würde mal interessieren, wie intensiv solche "Anti-Sexismusgruppen" bei Festivals usw. überhaupt wirklich frequentiert werden. Und ist euch mal aufgefallen, dass ihr mit eurer straighten, fanatischen Haltung teilweise echt kontraproduktiv seid?

Wenn ihr Leuten, denen es darum geht, Frauen (by the way: es werden auch Männer Opfer von Grenzüberschreitungen -ja ich weiß, sowas zu sagen ist auch wiederum sexistisch...)einen Rückzugsort und Beratung zu bieten gleich mit der ganzen Theroie von "Geschlecht ist konstruiert!!!!!!!!!!" bis "Sex ist sexistisch!!!!!!!" kommt, ist es nicht sehr verwunderlich wenn die Organisatoren keinen Bock mehr haben.

Ihr seid halt so ab von der Realität, dass ihr nicht mit Leuten klarkommt, die eigentlich in keinster Weise sexistisch sind, außer dass sie Sex haben, auf weibliche, bzw. männliche Geschlechtsorgane stehen und sich sicher sind, dass sie männlich bzw. weiblich sind, aber ebend nicht jeden der auch mal einen One night stand hat, gleich als Sexist abstempelt.

Mal ein anderes Beispiel, auf vielen Festivals, auch auf dem Force Attack kommt es vor, dass Frauen (oder halt Menschen mit größeren Fettgewebe Beulen auf der Brust) diese entblößen. Nicht selten unter dem Gejohle von den Anwedenden (vorallem Männern). Ist das sexistisch?

Ich habe die Lösung

euer Versteher 29.07.2007 - 15:55
In Frankreich gibt es ein jährliches Festival einer bekannten trotzkistischen Gruppe, die euer Problem wie folgt löst: das Camp/ die Zelte werden nach Geschlechtern getrennt. Eine Patrouille durchkämmt das Lager(!) nachts mit Tachenlampen und sieht in den Zelten nach ob dort etwas umoralisches geschieht. Zusätzlich könntet ihr veranlassen, das nachts die Zeltvorhänge offenbleiben. (Vorhänge vor Fenstern sind in den Niederlanden unüblich. Diese "emanzipatorische Tradition" aus dem Calvinismus kam in den Freiheitskriegen gegen das katholische ((=unmoralisch, wollüstig)) Spanien auf; dementsprechend wurden die Geschlechtskrankheiten in den protestantischen Ländern mit dem Adjektiv "spanisch" verbunden. Durch das Weglassen der Vorhänge sollte demonstriert werden, dass nichts ummoralisches hinter den Fenstern vor sich geht.) Das Trennen des Camps nur nach den "zwei Geschlechtern" bringt natürlich für euch ein ideologisches Problem mit sich, ...dessen bin ich mir durchaus bewußt. Ihr werdet dieses Problem sicherlich lösen. Ihr könntet auch in regelmäßigen Abständen die Festivalbesucher mit kaltem Wasser in der Lendengegend abduschen. Das Wetter scheint euch ja bereits gewogen. Bei dem ständigen Regen und der Dunkelheit regt sich wenig. (Ich renn schon jeden Tag in´s Sonnenstudio) ...Aber irgendwann wird das Festival vorbei sein. Was dann? Auch da hat Lutte Ouvriere die Lösung. Überwachen der Beziehungen der Mitglieder. Verbot von Schwangerschaften. (Wozu auch Kinder in eine Welt setzen, die den hochmoralischen Ansprüchen der "besseren Menschen" nicht gerecht wird?) Alternative Lösung: Schafft solche Festvals ab! Es würde euch die Kontrolle der Menschen erheblich erleichtern... Am besten schafft ihr alle Menschen außer euch ab. Aber womit würdet ihr dann eure Zeit verbringen. Nun, ihr könntet euch gegenseitig überwachen! Ach so, das tut ihr bereits? Hmm? Ihr könntet euer Leben um die schottische Variante des Calvinismus bereichern: Nahrungskontrolle: Gewürze weglassen, Wasser statt Wein, Grütze statt Fleisch. Ach, das tut ihr auch bereits?

pro Feminismus!

die Ärzte 29.07.2007 - 16:13
Yuppie du Schalalalala
Als ich das Mädchen mit der Latzhose sah!
War mir sofort klar
Sie ist nicht so wie die anderen sind
Und wo sie ist weht ein anderer Wind!

Ich ging zu ihr hin
Ich such dich schon seit Jahren
Bitte glaube mir

Sie sagte:

SCHWANZ AB! SCHWANZ AB! Runte mit dem Männlichkeitswahn!
SCHWANZ AB! SCHWANZ AB! Runte mit dem Männlichkeitswahn!

Ich musste meine Liebe teuer bezahlen
Sie trat mir in den Bauch mit ihren Sandalen
Selten war ein Mädchen so konsequent.

Als ich am Boden lag
Da wollte sie gehn
Doch ich rief ihr nach:

Ich liebe dich! Kannst du das nicht verstehn?

Sie sagte:

SCHWANZ AB! SCHWANZ AB! Runte mit dem Männlichkeitswahn!
SCHWANZ AB! SCHWANZ AB! Runte mit dem Männlichkeitswahn!

Nix wie hin da!

Karl-Heinz Rodriguez 29.07.2007 - 16:13
Punkrock, agressive Stimmung, Sexismus... hört sich gut an!

Die Puntos & ich sind dabei!

Gute Zeiten für Vollveganer!

Versteher 29.07.2007 - 16:42
Ein erster Schritt zu einer besseren Welt ist gemacht! Bekanntlich führen Fleisch und Milchprodukte - neben Blähungen - zu ungestümer Fleischeslust. Statt jetzt den Menschen den Genuss aller drei Dinge zu verbieten, hat das Kapital (Huch! ein Unwort) mal wieder eine einfache Lösung parat. (Natürlich gibt es gleich wieder ein paar Leute, die deswegen meckern, statt sich lieber mit den Problemen der Wohlstandslinken Jugend zu beschäftigen. ((Jedenfalls machen die Themen auf indy nicht den Eindruck auf mich, dass die user materielle Sorgen kennen.))

Pressemeldung: Erwerbslosen Forum Deutschland 29.Juli 2007-07-29

*Milchprodukte werden bis zu 50 Prozent teurer – sofortiger Ausgleich
für Hartz IV-Kinder gefordert

Bonn/Dortmund - In der kommenden Woche steigen die Preise für
Milchprodukte um bis zu 50 Prozent. «Es wird einen Preisruck geben, wie ihn
Deutschland noch nicht erlebt hat», sagte Erhard Richarts von der Zentralen
Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und
Ernährungswirtschaft den Dortmunder «Ruhr Nachrichten». Hauptgrund für
die anstehende Preiserhöhung sei eine Rohstoffknappheit auf dem
Weltmarkt. Dürreperioden in Australien und Ozeanien hätten zu einem starken
Rückgang der dortigen Milchproduktion geführt. Das Erwerbslosen Forum
Deutschland hat deshalb die Politik aufgefordert, dass zumindest für Kinder
mit Hartz IV-Leistungen ein sofortiger Ausgleich geschaffen wird, da
der tägliche Anteil für die Ernährung von 2,28 Euro für Kinder die
Preiserhöhung keineswegs auffangen kann.

"Gerade Milchprodukte sind für die Entwicklung von Kindern
überlebenswichtig. Eine Preissteigerung von 50 Prozent bedeutet für Kinder ein
Verzicht von 50 Prozent. Dies kann nun ernsthaft kein verantwortlicher
Politiker wollen“, so Martin Behrsing, Erwerbslosen Forum Deutschland.

blup

bla 29.07.2007 - 18:24
schon lustig wie hier mit dem thema umgegangen wird...wen es übergriffe gibt und die gibt es auf dem force mehr als genug wird von den heeren !? hier also nur drüber gelächelt und die leute die was machen angepisst als wären sie das problem...schon lustig zusehehn wie wenig verstand ind den meisten leuten hier steckt..vielleicht muss mensch euch ma nötigen damit ihr es rafft

shalom

LINKS-KAPITALISTEN

proletario antiimperialista exilado 29.07.2007 - 18:37
wenn mensch hier nach dem prinzip geht, dass ihr ganzen noergler und kritiker dieses artikels nach euren oekonomischen interessen handelt, denn ne sachliche debatte ueber antisexismus ist das hier sicher nicht, dann erhaelt mensch den eindruck, dass wohl viele linke finanziell vom force attack profitieren und deswegen dieses event verteidigen muessen, auch wenn das heisst, nicht auf kritik einzugehen sondern sehr stark auf der persoenhlichen ebene anzugreifen und damit eben das zu bestaetigen, was im artikel steht, bloss dasses im gegensatz zum artikel fuer alle verstaendlich ist.

stand der bewegung?

kgst 29.07.2007 - 19:09
Ich fasse zusammen: Ein Veranstalter eines Punkrockfestivals bietet von sich aus einem antisexistischen Zusammenhang Kooperation, Ressourcen, Bezahlung (!) und nicht unerhebliche Unterstützung an. Die Gruppe lehnt dieses Angebot ab, fordert mehr bezahlte HelferInnen, kritiklose Übernahme ihrer Gesellschaftsanalyse, bedingslose Unterstützung bei ihrer vermutlich sehr speziellen "Öffentlichkeitsarbeit" und tischt die Boxhamsters-Geschichte wieder auf. Den arroganten, belehrenden Tonfall einer solchen Mail kann ich mir lebhaft vorstellen. Daraufhin sagt der Veranstalter die Zusammenarbeit komplett ab, daraufhin unterstellt die Potsdamer Gruppe der Veranstaltung "Unterstützung durch Ignoranz oder Verharmlosung" von "sexistischen Einstellungen und dementsprechenden Verhalten", was ich eine ziemliche Frechheit finde.

Und das den Opfern von eventuellen Übergriffen auf dem Force mit der Absage auch nicht besonders geholfen ist sollte auch der Antisex-Gruppe klar sein.

Das beste ist aber: Wie sich an den Kommentaren hier zeigt, führt die selbsherrliche Praxis solcher Gruppen zur Distanzierung auch von antisexistisch eingestellten Menschen. Die Reaktion aus antisexistischen Zusammenhängen: Sie fühlen sie bestätigt, die Hüter des wahren Antisexismus in einer wahnsinnig sexistsichen Linken zu sein.
Danke und Tschüs!

nachfrage

louis 29.07.2007 - 19:25
Auf die absehbare 'Grundstimmung' auf dem Festival geben die völlig unreflektierten Kommentare hier ja einen bitteren Pre-View. Dumm genug, wenn sich eine sogenannte 'Anti-Sexismusgruppe' für die tumben Veranstaltern noch als Deckmäntelchen hergibt - und offenbar ebensowenig wie diese Probleme damit hat, dass mit den Boxhamsters eine Band auftreten soll, deren Auftritte wegen mehrfacher sexistischer Übergriffe aus dem Bandzusammenhang oft nur unter Gegenaktionen von Gruppen mit ernstzunehmenderem antisexistischem Selbstverständnis ablaufen.

louis = sexist

ich 29.07.2007 - 19:41
anstatt auf kritik einzugehen, wird derselbe sexistische scheiss von wegen "sex = sexismus" monoton wiederholt. ihr seid reaktionäre spinner.

unglaublich

Frau 29.07.2007 - 19:51
@ kgst: "...Wie sich an den Kommentaren hier zeigt, führt die selbsherrliche Praxis solcher Gruppen zur Distanzierung auch von antisexistisch eingestellten Menschen..." Nicht dein Ernst oder, diesen Kommentatoren hier eine eigentlich antisexistische Grundhaltung zuzuschreiben??!!
Angesichts solch hirnverbrannter comments hier fehlen mir echt die Worte... Wenn ihr nicht in der Lage oder Willens seid nachdenkend und respektvoll zu handeln, soll es halt Angst sein, die euch in Zukunft davon abhält andere Menschen mit eurem sexistischen/homophoben Verhalten zu verletzen! Sexisten auf´s Maul, aber ordentlich!!!!!

Wut im Bauch...

leber 29.07.2007 - 20:15
Das Problem ist, dass die meisten Hardcore Antisexistinnen selber Opfer von sexueller Grenzüberschreitung geworden sind und deshalb so heftig abgehen und auch in Diskusionen nur noch rumpöbeln.

Könnt ihr euch nicht vorstellen, dass jmd. der eine sexuelle Grenzüberschreitung in seiner Jugend hatte, heutzutage trotzdem nicht so fanatisch abgeht?
Einige denken, dass hier nur Leute Kritik am Verhalten der "Antisexismusgruppe Potsdam" äußern die selber kein Opfer geworden sind (oder noch sogar selber solche Übergriffe ausüben).

Die meisten Leute werden durch Hardcore Sexistinnen doch erst zu Sexisten gemacht. Das geht so verdammt einfach. Wenn ich die Ansicht vertreten würde, dass jeder der heutzutage Wörter benutzt die die Nazis damals genutzt haben, ein Nazi sei, dann würde ich euch auch alle zu Nazis erklären. Alles eine Frage der Senibilität. Und die ist bei Opfern sehr hoch. Ich persönlich würde immer eingreifen, wenn ich mitbekomme, wie ein Mensch, egal ob Frau oder Mann zu etwas gezwungen wird bzw. sein/ihr "Nein!" nicht respektiert wird. Aber trotzdem bin ich ein Sexist, weil Sexismus für euch schon sonstwo anfängt.

Auf meinem Deo steht sogar "for Man"...oha.

Antisexismus at its best?

rerfh 30.07.2007 - 00:57
Ich fasse zusammen: Ein Veranstalter eines Punkrockfestivals bietet von sich aus einem antisexistischen Zusammenhang Kooperation, Ressourcen, Bezahlung (!) und nicht unerhebliche Unterstützung an. Die Gruppe lehnt dieses Angebot ab, fordert mehr bezahlte HelferInnen, kritiklose Übernahme ihrer Gesellschaftsanalyse, bedingslose Unterstützung bei ihrer vermutlich sehr speziellen "Öffentlichkeitsarbeit" und tischt die Boxhamsters-Geschichte wieder auf (vermutlich auch mit irgendwelchen Forderungen verbunden). Den arroganten, belehrenden Tonfall einer solchen Mail kann ich mir lebhaft vorstellen. Daraufhin sagt der Veranstalter die Zusammenarbeit komplett ab und organisiert kurzfristig andere Leute für diese Aufgabe. Aber die Potsdamer Gruppe unterstellt den Veranstaltern "Unterstützung durch Ignoranz oder Verharmlosung" von "sexistischen Einstellungen und dementsprechenden Verhalten", was ich eine ziemliche Frechheit finde.
Oder habe ich da irgendwas falsch verstanden?

Einzäunen.

Zaunkönig 30.07.2007 - 08:48
Ich schlage vor, künftig wird bei Konzerten ein Zaun Marke Heiligendamm gebaut und der Platz in zwei Teile geteilt. Links die Frauen, rechts die Männer (oder umgekehrt, is ja egal) und schon kommt sich niemand mehr ins Gehege. Sexuelle Übergriffe gehören der Verganngenheit an und alle sind glücklich und froh.

Zum Thema

ist unwichtig 31.07.2007 - 12:56
Ja eigentlich habe ich auf den knopf "Beitrag ergänzen" gedrückt um in der selben beschissenen Tonart wie die ganzen unqualifizierten Beiträge hier von mindestens ebenso unqualifizierten Vollidioten (ich denke es werden tatsächlich nur männliche vertreter dieser spezies der Meinung sein, hier ihre mitmenschen und ihre umwelt mit ihren vollkommen unwichtigen kommentaren zuspammen zu müssen) abgefasst sind, zu antworten. Wenn euch der Satz jetzt zu kompliziert war, dann ist mir schon klar warum ihr bei dem Thema an sich auch nix kapiert...

Aber ich hab es mit anders überlegt und möchte einfach meine Zustimmung bzw. Unterstützung für das (leider) gescheiterte Vorhaben der Antisexismusgruppe kundtun. So etwas ist einfach wichtig und wie die beiträge zeigen, gibt es ja immernoch genügend (wenn nicht sogar mehr denn je) Machos, AntifaMacker und Möchtegern-politische Menschen die Aufklärung bedürfen. Die Frage ist halt nur, wie auf dieser Ebene überhaupt was vermittelt werden kann. Unterhalb eines gewissen Intelligenzqutienten scheint Aufklärungsarbeit in der Tat schwierig bis unmöglich zu werden...
Antiseximus tritt auch in einer sich als progressiv verstehenden Bewegung in den Hintergrund. Klar wenn ich auf Demos fahre und immer wieder diese vermummten antifakiddies steine schmeißen sehe - wenn die bullen kommen, rennen alle heulend weg - denke ich mir schon irgendwie, dass in deren Bewusstsein nicht viel Platz für progressive gedanken oder intelligente dinge überhaupt ist. Ich kenn euch ja nun nicht alle, aber ich denke die meisten von euch dürften zusammengesperrt in einem Raum ziemliche Probleme aufgrund ihrer übernatürlich stark vergrößerten Egos bekommen: Statt auf "eure Freiheiten" zu achten, solltet ihr mal anfangen auf eure Mitmenschen zu achten - Das nennt sich Solidarität und ist derzeit ein bisschen out wie mit scheint.

Die Öffentlichkeitsarbeit bei diesem Problem ist echt superwichtig und ich finde es toll, das ihr (Antisexismusgruppe) diesen Schritt gegangen seid. Lasst euch nicht von diesen Spinnern entmutigen. Politik ist nicht jedermenschs sache und wer meint mit prolligen kommentaren auf indy die welt zu verbessern: Bitte!
Ein Vorschlag zur Güte an alle, die hier vollkommenen Müll gepostet haben: Geht woanders spielen, bildet chatrooms der Inhaltsleere aber haltetes maul wenn nur bloedsinn bei rumkommmt...

Fight sexism!

p.s. ist zwar eigentlich mackerscheiße, aber ich wünschte mir in der Tat, es wäre möglich über indy an die adressen von euch idioten ranzukommen...

@zaunkönig

kigo 31.07.2007 - 15:53
bin ich auch dafür: EINZÄUNEN, aber alles komplett! Und nicht mehr aufmachen! Das nennt man dann Antisexistischen Schutzwall.
Ich war am WE dort. Diese Punx & Skins sind echt ein reaktionärer, sexistischer Haufen, der aus mir völlig unverständlichen Gründen von der Linken sympathisch gefunden wird. Jaja, ich weiß, die meisten von uns waren mal Punks, aber irgendwann setzte Selbstreflektion ein.
Wie die (alleraller-)meisten Leute auf dem Festival drauf sind? Homophober und heteronormativer als der rechte Rand der CSU.

nja

w 31.07.2007 - 23:37
also ich war auch da und mir ist nix passiert, hab mir auch gedacht dass ich jederzeit auch gerne
nur mit mädels da gewesen wäre.
pumks sind halt auch nicht bekannt für ein ausgewogenes männer/frauen bild , oder?

Schöner leben ohne Force-Attack...

Ronny 02.08.2007 - 01:15
Ich verstehe garnicht, warum das Force-Attack-Festival hier überhaupt so angesprochen wird. Dieses Festival hat nichts linkes, antikapitalistisches und schon gar nicht emanzipatorisches an sich...das ist ein Festival wie jedes andere blöde Kommerzfestival...

schade

lisa 02.08.2007 - 17:22
Ich finde es einfach schade, dass die antisexistische Gruppe das Angebot des Veranstalters nicht angenommen und letztendlich auch noch verurteilt hat. Die vom Veranstalter unterstützte und finanzierte Teilnahme am Force Attack wäre denke ich ein wichtiger Schritt gewesen. Ausbauen könnt ihr später immer! Aber komplett darauf zu verzichten und zum Boykott des Force Attacks aufzurufen, weil ihr von Anfang an mehr wollt, finde ich mehr als schwachsinnig. Warum könnt ihr nicht akzeptieren, dass (noch?) nicht alle Menschen eure radikale Haltung teilen und das ganze vorsichtiger angehen? Mit eurem Alles-oder-Nichts-Gehabe schließt ihr so viele Menschen aus eurer Bewegung aus, weil ihr sie verschreckt und davon jagt. Dass ihr damit irgendwas außer komplette Isolation erreicht, bezweifle ich stark.
kopfschüttelnd

"Fotze"

Es 03.08.2007 - 10:18
Nein, es hat in der Tat Niemand das Recht einem anderen "die Fresse zu polieren", weil dieser das Wort FOTZE benutzt. Würde ich so etwas sehen, würde ich dem Angreifer die Fresse polieren. So etwas hat nicht nur nichts mit Antisexistischer Arbeit zu tun, ist kontraproduktiv, sondern auch schlicht Autoritäre Scheisse!!!!

an die eigene nase fassen

Lotte 04.08.2007 - 18:55
.. im endeffekt ist es absolut nicht die sache von dem veranstalter, sich um das verhalten seiner "kunden" zu kümmern...
im allgemeinen hat jeder sein eigenes gehirn und kann selbst über seine handlung entscheiden, und wie er sich zu verhalten hat... wer von natur aus rüpelhaft und ganz einfach bescheuert ist, da kann keiner helfen, auch wenn der veranstalter persönlich im uffm kopp haun würde...
wenn irgendwelche leute streß machen, denen einfach ausm weg gehen und nich gleich rumstänkern...
jez kommt; jaja, is einfacher gesagt als getan; quatsch, stimmt nich... wenn wir alle auf uns selbst schaun würden, würden wir erkennen, dass wir uns (aufm festival vor allem im suff) genau so dämlich verhalten wie unserer "gegner"..
und wenn einige fraun sich so abschießen, dass sie sich kaum noch wehren können, wenn sie begrabbelt o.ä. werden, dann tuts mir leid... ich fahre da seit 4 jahren hin und abgesehen von vllt oft nervigem rumgegröhle und dummen sprüchen, vllt ma einer der einem am arsch grabscht (dem man denn ganz schnell eine geben sollte) is mir da noch nix passiert... und? weil man dem streß auch ausm weg gehen kann...

'linken politischen Umfeld'

--- 09.08.2007 - 01:29
ich war dieses jahr auf dem force attack, habe so etwas nicht mitbekommen, aber mich würde es nicht wundern habe selten so viele unsoziale, respektlose menschen auf einmal erlebt. links können sich die wenigstwen dort schimpfen. es ging nur darum wer am meisten gesoffen hat und wer am fertigsten ist, ich fands traurig