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28.07. Bad Nenndorf: Für das Ende sorgen wir!
Naziaufmarsch verhindern!
Am 28. Juli 2007 wollen Neonazis an ihre als "Trauermarsch" etikettierte Veranstaltung vom 29. Juli letzten Jahres anknüpfen. Als Veranstalter tritt erneut das so genannte "Ehrenkomitee 8. Mai" in Erscheinung, das die angeblichen Opfer alliierter Nachkriegsjustiz zu Kronzeugen der eigenen nationalistischen und offen antisemitischen Weltanschauung macht. Hinter diesem „Ehrenkomitee“ steckt das „Aktionsbüro Norddeutschland“, welches die Aktionen militanter Nazi-Gruppen im Norden koordiniert.
Ziel des Naziaufmarsches in Bad Nenndorf ist das "Wincklerbad". Dieses fungierte von 1945 bis 1947 als Militärgefängnis der britischen Armee. Unter dem Motto "Gefangen! Gefoltert! Gemordet! - Damals wie heute - Besatzer raus!" wollen die Nazis der angeblichen Folteropfer des Lagers gedenken. Zu den in Bad Nenndorf inhaftierten "Opfern" gehörten hochrangige Naziverbrecher, wie etwa der General der Waffen-SS Oswald Pohl. Pohl war u.a. als Chef des "SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes" für die reibungslose Organisation der Konzentrationslager zuständig. Von ihm stammen Konzept und wirtschaftliche Kalkulation der Ermordung von Häftlingen durch die so genannte "Vernichtung durch Arbeit" und der "Rationalisierung der Leichenverwertung auf Massengrundlage".
Somit war Pohl maßgeblich am Massenmord von Millionen Menschen beteiligt. Ausgerechnet hier ein Zeichen gegen einen angeblichen "Schuldkult in Deutschland" setzen zu wollen, wie die Neonazis es für den 28. Juli planen, ist eine widerliche Beleidigung der Opfer des Faschismus! Die Wahl der Nazis auf Bad Nenndorf als Aufmarschort fiel nicht durch Zufall. In Schaumburg und Umgebung hat sich in den letzten Jahren eine gut vernetzte Naziszene etabliert, die eine Grundlage für derartige Aufmärsche darstellt.
Die derzeit unter dem Namen „Nationale Offensive Schaumburg“ (NOS) auftretenden Nazis aus Schaumburg gelten als eine der aktivsten und gewalttätigsten „freien“ Kameradschaften in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die drei Führungskader haben ihre Gewalttätigkeit durch zahlreiche Taten unter Beweis gestellt: Der Kopf der NOS, Marcus Winter aus Minden, musste eine 3 ½ jährige Haftstrafe wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung absitzen, da er einen jungen Antifaschisten entführte und schwer misshandelte. Die lokale Presse bezeichne ihn bereits als „Politkriminellen“. Auch Arwid Strelow fällt immer wieder durch Gewalttätigkeiten auf. Am Rande eines Naziaufmarsches in Rotenburg 2004 schlug er einem Antifaschisten eine Holzlatte mit voller Wucht ins Gesicht, so dass dieser schwer verletzt wurde und beinah sein Augenlicht verloren hätte. Marco Siedbürger war 1999 sogar für die Tötung eines Menschen verantwortlich: Ein Familienvater beschwerte sich über zu laute Nazimusik und musste dafür mit seinem Leben bezahlen. Auch auf andere Ebene machen die Nazis aus Schaumburg von sich reden. So verunglimpfte Winter auf der Internetseite der NOS Holocaustüberleben als „Volksschädlinge“. Besonders auffällig ist auch die Art, wie politische GegnerInnen eingeschüchtert werden. Wer sich öffentlich gegen die NOS äußert, muss damit rechnen, in „anonymen“ Anrufen und Emails mit dem Tode bedroht zu werden.
Auch das demonstrative Auftreten von Nazis vor den Haustüren ihrer Gegner ist in Schaumburg und Umgebung keine Seltenheit. Aus diesen Gründen prüft inzwischen sogar das niedersächsische Innenministerium ein Verbot der NOS.
Wir rufen zum Protest gegen den Geschichtsrevisionismus der Nazis sowie zur Verhinderung von Naziaufmärschen in Bad Nenndorf und anderswo auf!
Geschichtsrevisionismus bekämpfen!
Opfermythen angreifen!
Nazis stoppen!
Antifaschistisches Bündnis gegen Geschichtsrevisionismus
Antifaschistische Vorabend-Demonstration
27.07.2007 // Bad Nenndorf
20.30 h // Bahnhofsvorplatz
Antifaschistische Demonstration
28.07.2007 // Bad Nenndorf
10.00 h // Bahnhofsvorplatz
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Porno Winter
Das Transparent war auf der Minden Demo, wie es in die Hände der Nazis gekommen ist weiß ich nicht!