AJZ Hennigsdorf : Bilder Video Bericht

PIsS-OFF 17.07.2007 15:40 Themen: Antifa Freiräume
Hier der Bericht in Bild und Ton zur heutigen Räumung des alternativen Jugendzentrums Hennigsdorf, der alten Wäscherei, die seit Mittwoch letzter Woche von der HAI[Hennigsdorfer Antifaschistische Initiative] besetzt worden war.
Dieser Bericht stammt von den übermüdeten Mitgliedern und Sympathisanten der PIsS-OFF, der Punkrock-Initiative schönes Spandau ohne fucking Führer, mit teils humoristischen Einlagen gespickt, obwohl die Sache natürlich einen ernsthaften Hintergrund hat, den euch dann die HAI erklärt. Genug geschwafelt, seht selbst...
Nach einer verschlafenen, ruhigen Nacht, in der nur die Mücken und ein paar in gelben Seats und dergleichen vorbeifahrenden, böse guckenden, Neonazi-Kackbratzen, piesackten, kurz, nachdem die Posten an den Straßen aufgelöst worden waren, näherten sich ein paar Dorfpolizisten, um ohne große Hektik das Räumungsbegehren des Besitzes der alten Wäscherei zu verkünden, so ungefähr gegen halb 7.

Es dauerte ungefähr 3 Minuten, um dem Einsatzleiter des 5köpfigen Räumungskommandos auch nur eine kleine Information zu entlocken und unsere Bereitschaft zur Kooperation zu zeigen, was sich aber recht schnell als Täuschungsmanöver entpuppte, da sich erst vom Eingang Bahnhof 20-25 schwer gepanzerte BFEler schnellen Schrittes näherten, aus Richtung Parkstraße wurde das 5-köpfige Räumungsteam durch die selbe Zahl BFEler wie auf der anderen Seite ersetzt.

Wir waren zu der Zeit ungefähr 20 Leute, 3/4 davon hatte bis dahin geschlafen, wurden aus dem Haus geholt und mit den Leuten davor am Zaun eingekesselt.
Das Haus wurde innerhalb von 5 Minuten durchsucht, schon war alles gefunden, was als belastendes Material von Seiten der Polizei eingestuft wurde.

Die Leute wurden einzeln nach vorne geführt, gefilzt, gefilmt, fotografiert, angepöbelt (Kleine Schwänze, Sträuche und so weiter), beraubt?! Dabei erwiesen sich einige PolizistInnen als äußerst kreativ im Umgang mit den Informationen, die ihnen ihr Kurzzeitgedächtnis zur verfügung stellte:

ich höre:
- sind sie mit der Beschlagnahmung einverstanden?
Antwort:
- ich protestiere vehement!
zum Kollegen im Wagen:
- er ist einverstanden.

Ein Fall 100%ig sicher; schien Gang und Gebe zu sein, da die Ansage des Beamten so schnell und abgeklärt war, dass er gar nicht großartig darüber nachgedacht zu haben schien.

Alle Anwesenden erhielten für 24 Stunden einen Platzverweis für das Gelände. Ähh, ausgenommen die BFEler natürlich, von Zerstörungen haben wir persönlich nichts mitbekommen, im Haus vorhandene Geräte durften rausgeholt werden.

1 1/2 Stunden hat alles gedauert.

Berliner Autos wurden freundlicherweise zur Stadtgrenze Berlins eskortiert. Danke Jungs!
IHR SEID DEUTSCHLAND!
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Ergänzungen

Frisch geschnittene videos von heute morgen

PIsS OFF 17.07.2007 - 17:18
Hier noch zwei Audiovisuelle Leckerbissen

Verbaler Angriff von Seiten der Polizei
Ein Howto fürs kleine Geschäft

 http://www.youtube.com/watch?v=KLSORqoLeTw

Rasante Verfolgungsjagd nach der Räumung raus aus Hennigsdorf

 http://www.youtube.com/watch?v=aq8n5x4F6vE

Mit freundlicher Empfehlung ihre PIsS OFF
Punkrock Initiative schönes Spandau ohne fucking Führer
bis zur demo um 21 uhr


AJZ in Hennigsdorf geräumt

radio corax 17.07.2007 - 21:24
Das in der letzten Woche besetzte alte Waschhaus in Hennigsdorf wird zur Stunde von der Polizei geräumt. Mitschnitt vom Morgenmagazin von Radio Corax.

korrekturen

unwichtig 18.07.2007 - 01:30
Jo, kleine, relativ unbedeutende Ergänzung, nur der Vollständigkeit:

Der sog. Staatsanwalt ist Staatsschützer und war heute abend auch bei der Demo eifrig am filmen - warum von Stasi 2.0 reden, wenn mensch doch 2007 in der BRD lebt?

Bei den abgebildeten Bütteln handelt es sich um a) eine normale Hundertschaft brandenbruger Bullen und b) augenscheinlich um BFE: Beweissicherungs und Festnahmeeinheiten. Büttel, die spezialisiert sind, sog. beweissichere Festnahmen vorzunehemn, weil normale EHU-Bullen hierzu oft zu blde waren und sind.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 17 Kommentare

nice

jury 17.07.2007 - 16:00
keine ergänzung, sondern lob: das ist ein lebendiger bericht und Bild 7 "ohne Worte" sollte zum indybild des Monats gekürt werden(scherz, sowas gibts nicht). Die zusammengefalteten Hände, auch auf andern Bildern zeigen eindrucksvoll das Schamgefühl der PolizistInnen.

is ja heftig

sabibosch 17.07.2007 - 16:07
is ja heftig...
volle überrumpelung, nachdem es tagelang nach duldung aussah.

Ich weiß...

Udo 17.07.2007 - 16:18
...Euch ist bestimmt grad nicht zum lachen,

aber mini "Darth VaderIn" sieht doch echt *putzig* aus ..lol..

Schmächtiger Bulle

... 17.07.2007 - 18:04
Zugegeben, es sieht schon ulkig aus. Sich über die Statur einer Person lustig zu machen ist aber ziemlich daneben.

Naja...

Blubb 17.07.2007 - 18:23
... aber das son gartenzwerg bei der polizei arbeiten darf is doch schon sehr lustig.
also ich hätte keinen respekt vor so einer kleinen person.

FUCK YOU!!!

(muss ausgefüllt werden) 17.07.2007 - 22:31
Es ist in diesem Staat nurnoch zum KOTZEN!!! Jugendliche, die versuchen sich was aufzubauen in nazi-verseuchten gegenden werden wie verbrecher behandelt... von anwohnern unterstützt, friedlich, kreativ.... und dieser SCHEIß STAAT zeigt sich einmal mehr von seiner gewohnten seite - als anwalt von besitz und kapital... man könnte schreien
ich hab geträumt der krieg wär vorbei

solidarische grüße nach hennigsdorf!

es geht weiter - sie werden sehen was sie davon haben, es dauert nichtmehr lang

gebt nicht auf... auch wenn ihr ernüchtert seit

schade

egal 17.07.2007 - 22:36
also erstmal ein grosses Kompliment das ihr das gemacht habt,aber das verschlafen,hmmm warum heissen die Arschlöcher denn Herren des Morgengrauens?und mich wundert immer wieder die bereitschaft von Menschen auch auf Demos mit solchen Staatsbütteln zu reden,wann kapiert es denn mal jeder Mensch das es heisst Anna und Arthur halten das Maul,denn nachher darf sich keiner wundern das das Wort umgedreht wurde,so und um das mal zu klären,ich bin kein besserwissender Studi sondern einfach nur ein 55jähriger Prolet mit Vergangenheit

"Angepöbelt"

Recipient 18.07.2007 - 00:25
Aus dem Artikel: "angepöbelt (Kleine Schwänze, Sträuche und so weiter)"

Im beigefügten Video wird lediglich deutlich, dass ein Polizist auf einen Strauch zur Blasenerleichterung verweist, im Hintergrund geht offensichtlich ein anderer Polizist dem gleichen Geschäft nach. Wo ist hier die Beleidigung? Der Hinweis auf "kleine Schwänze" kommt nicht von der Polizei, sondern von einem der Besetzer.

@ Recipient 18.07.2007 - 00:25

no justive no peace 18.07.2007 - 00:51
Das ist nicht wahr - richtig hin hören!

Den männlichen Personen, die dort festgehalten wurden, wurde das Verrichten ihrer Notdurft verweigert, weshalb einer der Anwesenden protestiert.

Die Stimme, die den Besetzer vorher aufgefordert hatte, seine Notdurftz an Ort und Stelle im Busch zu verrichten, fügt auf dem Video deutlich hörbar hinzu: "Oder issa so klen, dass da nicht traust?"

Jeder Mensch, der Ortskundig ist, weiss vor allen Dingen, dass es an der Stelle, wo die Besetzer gekesselt wurden KEINEN Busch gibt, der eine gewisse Privatsphäre zur Wahrung der Würde herstellen könnte!

Und die Beleidigung lässt sich wohl nicht bestreiten! Schade nur, dass diese Büttel nach aussen hin alle anaonym sind und so ausser einer irgendwann eingestellten Anzeige gegen Unbekannt, mal wieder nichts bei heraus kommen kann - denn wann zeigen Kollegen schon mal straffällige Kollegen an.

Ein Glanzbeispiel für das Funktionieren dieses Rechtsstaats!

kleine ergänzung

red henningsdorf 18.07.2007 - 01:18
das erste ist garnicht böse gemeint aber ich habe eure fotos angeschaut und musste (leider) feststellen dass die bullen keine SEK-bullen waren auch wenn es ähnlich aussah es sind (einfach nur)Spezielle prügel bullen wie es sie auch bei uns in berlin gibt (23 hundertschaften)(demo bullen) und der man der als staatsanwalt beschrieben wurde ist eigentlich ein bulle des BKA oder staatsschutz ok ist ja auch halb so wild ich will mich trotzdem für die unterstützung die letzten tage bedanken schade das es heut so wenig waren aber heute ist nicht alle tage henningsdorf wird fallen keine frage

Ähm...

Naja... 18.07.2007 - 01:52
Heftige Sache...und wenn in Halberstadt ein Haufen gewalttätiger Nazis Leute zusammenschlägt, dann kommen zwei Bullenschweine und kontrollieren die Opfer...Naja, und da soll noch eine sagen, die BRD wäre kein Bullenstaat...

na da

... 18.07.2007 - 13:25
haben eure bullen in berlin nix mehr zu tun oder was?!

Schade

Moewe 18.07.2007 - 13:27
Das ist echt Schade. Rechtsstaat? Wo? Kennt jemand den Besitzer oder gab es überhaupt Kontakt?
Warum werden friedliche Projekt von Jugendlichen immer wieder zerstört, während Rechtsradikale fast uneingeschränkt ausbreiten?
Was unterscheidet einen Staat, der Faschismus fördert von einem faschistischen Staat ethisch?
Wenigstens gibt es sowas wie Indymedia, die zeigen, wo es "brennt".
Bei sowas bekommt man natürlich Wut, doch Wut ist falsch am Platz. Hoffnung ist wichtiger.
Gibt es nicht andere leerstehende Gebäude in Hennigsdorf?
200 Meter weiter stehe eine ehemalige Oberschule leer, vllt gibt es in Nord oder beim Stahlwerk nen leeres Gebäude. Hab jetzt nichts in Erinnerung.
Naja, habt Mut, lasst die Köpfe nicht hängen. Es ist schwer, aber ihr habt sicher die Bevölkerung im Rücken. Und das ist schon was.

vermummung vs. brandschutz

antifa 18.07.2007 - 16:51
warum haben die bullen denn alle ihre "brandschutzmasken" auf? man ging da ja wohl eher nicht von einer eskalation aus in der dann mollies oder so fliegen könnten.

"Die waren nicht brutal, nur etwas schnell."

ReBlubber 19.07.2007 - 14:05
 http://www.jungewelt.de/2007/07-18/055.php

Interviewzitat.

Davon mal abgesehen ist es unglaublich scheinheilig ständig Fotos/Filme zu machen und zu versuchen die Leute zu identifizieren um sie dann im INet denunzieren zu können und dann auf der anderen Seite zu fragen warum die Masken tragen.

Davon abgesehen steht in dem Interview auch, dass nach dem Angriff der 40 Neonazis immer Polizisten vor dem Haus standen (die auch rege tätig waren, indem sie Personalien von Angreifern kontrolliert und Platzverweise erteilt haben). Man lässt sich gerne schützen, aber wenn ein Richter eine Räumung befiehlt dann ist das nicht in Ordnung. Wenn Euch das nicht passt müsst Ihr die Aktion entweder mit dem Besitzer klären oder ein Gesetz zur Rechtmäßigkeit von Besetzungen schaffen. Das Ganze war von vorne bis hinten so vorhersehbar, dass ich als Polizei auch SEHR vorsichtig gewesen wäre. Vielleicht sollte ja eine Eskalation provoziert werden?

Offensichtlich ist die Polizei sehr professionell vorgegangen. Vielleicht ist es gerade durch die massive Präsenz so glatt gelaufen. Wenn das Verhältnis anders ausgesehen hätte (darüber wurde sich ja im Artikel beschwert) dann wäre es vielleicht ins Auge gegangen.

@ ReBlubber

mensch 19.07.2007 - 19:24
"Davon abgesehen steht in dem Interview auch, dass nach dem Angriff der 40 Neonazis immer Polizisten vor dem Haus standen (die auch rege tätig waren, indem sie Personalien von Angreifern kontrolliert und Platzverweise erteilt haben). Man lässt sich gerne schützen, aber wenn ein Richter eine Räumung befiehlt dann ist das nicht in Ordnung."

Denkste im Ernst, dass mensch vor Ort nicht liebend gerne auf den "Schutz" der Polizei verzichtet hätte?

Wie die aus eigener Kraft erfolgte Abwehr des Naziangriffs zeigte, waren Menschen vor Ort, die auf sich aufpassen konnten!

Das war sicherlich kein Zufall so, denn allerorts haben bittere Erfahrungen gezeigt, dass auf den "Schutz" der Deutschen Polizei oftmals kein Verlass ist!

Schon am ersten Tag gab's die Bestätigung! So tauchte die Polizei, kurz nach Begin des Angriffs alarmiert, erst knapp 10 Minuten nach dessen Ende am Haus auf, wo schon längst keine Nazis mehr waren.

Mit lächerlichen drei (!) Streifenwagen, deren Besatzung, obwohl von Alarmierugn ("40 Nazis greifen Haus an") bis Ankunft über eine halbe Stunde vergangen war, nicht einmal Schutzkleidung trugen. Tz!

Dem Interview vollkommen richtig entnommen, standen in den folgenden Tagen ein, bis zwei Streifenwagen an den Zufahrtswegen. Was aber keinesfalls Nazis daran hinderte immer wieder unbehelligt an den Bullen vorbei bis zum Haus zu gelangen!

Und das lag nicht daran, dass die Bullen in ihren Autos während der Schichten mehrmals einnickten (gibt Fotos davon!), kam nämlich auch am hellichten Tag vor!

Geschissen auf deinen sog. "Schutz"!
Antifaschistischen Selbstschutz organisieren!

"Ja diese Bullen, das merkt euch gleich, die Schützen hier nur die Reichen und nicht solche wie euch!"

Und zur Räumung durch USK muss Mensch wohl nichts mehr sagen: so wird reagiert, wenn soziale Initiativen in einem Kaff wie Hennigsdorf der alltäglichen Faschisierung nicht mehr tatenlos zusehen wollen. Von der Stadt im Stich gelassen, aus eigener Kraft etwas aufgebaut. Da kommt dann des Staates harte Hand zum Vorschein.

Staatsmacht outen und zerschlagen!

@ schade, egal

atze 19.07.2007 - 20:14

ich persönlich habe überhaupt kein problem, auf demos mit cops zu reden, obwohl ich es nicht gerne und nicht häufig mache. trotz allem ist es nämlich immer noch wichtig, den menschen hinter der maske zu erkennen, was durch ein zwischenmenschliches gespräch, in dem es auch einmal um etwas jenseits der politik geht, feststellbar ist.

- drum gilt es wohl auch darauf zu achten, dass wir nicht so skrupellos werden wie diese nazis oder die, die uns regier'n

so oder so ähnlich, wohl von quetsche

aber leicht wird es einem nicht immer gemacht, da haste recht.
na ja, interressant dass der Herr Staatsanwalt eigentlich Staatsschützer ist.
nun gut allet klar bis bald