Demo gegen den Tierpark Lübeck
Aufgeheizt: 7. Antispeziesistische Nord-Demo am 14. Juli in Lübeck
Es gibt Demos mit aufgeheizter Stimmung. Und es gibt Demos mit aufgeheizter Luft. Zu letzterer ist wohl die Demo gegen den Tierpark Lübeck am Samstag, den 14. Juli zu zählen.
Es gibt Demos mit aufgeheizter Stimmung. Und es gibt Demos mit aufgeheizter Luft. Zu letzterer ist wohl die Demo gegen den Tierpark Lübeck am Samstag, den 14. Juli zu zählen.
Drückende Hitze liegt über dem Marktplatz in Lübeck. Einige Menschen schlendern eisleckend mit ihren Einkäufen durch die brennende Sonne, andere sitzen im Schatten der mittelalterlichen Giebelhäuser und trinken Kaffee. Ein gewöhnlicher Tag also in der Lübecker Altstadt zwischen Konsum und Tourismus? Nicht ganz. Es haben sich auch andere, überwiegend junge Leute, auf dem Markt eingefunden, die hier irgendwie nicht hineinpassen wollen.
Es ist kurz vor 14 Uhr, als sich ca. 150 DemonstrantInnen zum 7. Antispeziesistischen Tierbefreiungsblock durch die Lübecker Innenstadt formieren. Zahlreiche Fahnen der ‚Antispeziesistischen Aktion’ wehen in der heißen Sommerluft. Mit lautstarken Rufen wie „Tierbefreiung an jedem Ort – Tierpark schließen jetzt sofort!“ und zahlreichen Flyern wird in den nächsten zwei Stunden auf das zentrale Ziel der Demonstration hingewiesen: Die sofortige Schließung des Tierparks Lübeck-Israelsdorf, in dem noch immer 110 nichtmenschliche Tiere ein Leben in Gefangenschaft hinter Gittern und Mauern verbringen müssen. "Die Idee des Menschen in der europäischen Geschichte drückt sich in der Unterscheidung vom Tier aus", sagt eine Rednerin und nimmt somit Bezug auf die zivilisationkritischen Schriften von Adorno und Horkheimer. Die haben in der 'Dialektik der Aufklärung' schon früh auf die wechselseitige Abhängigkeit von menschlicher und tierlicher Unterdrückung hingewiesen.
Es wurde in den zahlreichen Redebeiträgen deutlich, daß es nicht um eine Verbesserung der Haltungsbedingungen geht, sondern um eine völlige Abschaffung von Zoos. "Artgerecht ist nur die Freiheit", sagt eine Demonstrantin zu einem Passanten, als er sie fragt, ob die Tiere im Zoo nicht gut gehalten werden.
Polizeigewalt
Die Anwesenheit der Schergen wurde im Laufe der Demonstration zunehmend spürbarer: Bei McDonald’s wurden Demoleute von sichtlich überforderten, schwitzenden Polizeikörpern geboxt. Bei dem Versuch, DemonstrantInnen auf die rechte Fahrbahnseite abzudrängen, kam es zu einer versuchten Festnahme. Dabei wurde eine Person zu Fall gebracht, die wegen Verdachts auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht wurde. Eine Fahnenstange wurde von einem besonders schlagfertigen Ordnungshüter zerbrochen.
Fazit
Eine gleichzeitig stattfindende Demo gegen einen Naziaufmarsch in Lüneburg hatte neben der Hitze zusätzlich Leute davon abgehalten, zur Demo nach Lübeck zu fahren. Dennoch ist dies die größte Antispe-/Tierbefreiungsdemo in Lübeck gewesen.
Ein tatsächlicher Grund für Enttäuschung ist die mangelnde Entschlossenheit der DemoteilnehmerInnen, ihr Anliegen kämpferisch in die Innenstadt von Lübeck zu tragen: Der Tierpark war weit weg, außerhalb der Sichtweite. Eine vis-à-vis-Konfronation mit den Gittern und Mauern des Zoos hätte sicherlich so manchen Gedanken an ein schattiges Plätzchen für einen Moment vergessen machen und die Fäuste aus den Taschen geholt. Die Frage lautet jetzt: Wie geht es weiter?
Hintergrund: Antispeziesistische Nord-Demo
Seit 2004 finden in unregelmäßigen Abständen und in wechselnden Städten (Hamburg, Hannover (2x), Lübeck (2x), Bremen und Kiel) die Antispeziesistischen Nord-Demos statt. Organisiert und koordiniert werden diese Demonstrationen von einem Netzwerk norddeutscher AntispeziesistInnen. Ihr emanzipatorischer und herrschaftskritischer Anspruch führt viele der AktivistInnen in ihrer politischen Arbeit über das Thema des Antispeziesismus hinaus. Die vorangegangen sechs Demos richteten sich im Rahmen der Offensive gegen die Pelzindustrie-Kampagne gegen das Bekleidungsunternehmen P&C Nord, welches im August aus dem Pelzhandel ausgestiegen ist. Weitere Infos hierzu unter
http://www.offensive-gegen-die-pelzindustrie.org
Es ist kurz vor 14 Uhr, als sich ca. 150 DemonstrantInnen zum 7. Antispeziesistischen Tierbefreiungsblock durch die Lübecker Innenstadt formieren. Zahlreiche Fahnen der ‚Antispeziesistischen Aktion’ wehen in der heißen Sommerluft. Mit lautstarken Rufen wie „Tierbefreiung an jedem Ort – Tierpark schließen jetzt sofort!“ und zahlreichen Flyern wird in den nächsten zwei Stunden auf das zentrale Ziel der Demonstration hingewiesen: Die sofortige Schließung des Tierparks Lübeck-Israelsdorf, in dem noch immer 110 nichtmenschliche Tiere ein Leben in Gefangenschaft hinter Gittern und Mauern verbringen müssen. "Die Idee des Menschen in der europäischen Geschichte drückt sich in der Unterscheidung vom Tier aus", sagt eine Rednerin und nimmt somit Bezug auf die zivilisationkritischen Schriften von Adorno und Horkheimer. Die haben in der 'Dialektik der Aufklärung' schon früh auf die wechselseitige Abhängigkeit von menschlicher und tierlicher Unterdrückung hingewiesen.
Es wurde in den zahlreichen Redebeiträgen deutlich, daß es nicht um eine Verbesserung der Haltungsbedingungen geht, sondern um eine völlige Abschaffung von Zoos. "Artgerecht ist nur die Freiheit", sagt eine Demonstrantin zu einem Passanten, als er sie fragt, ob die Tiere im Zoo nicht gut gehalten werden.
Polizeigewalt
Die Anwesenheit der Schergen wurde im Laufe der Demonstration zunehmend spürbarer: Bei McDonald’s wurden Demoleute von sichtlich überforderten, schwitzenden Polizeikörpern geboxt. Bei dem Versuch, DemonstrantInnen auf die rechte Fahrbahnseite abzudrängen, kam es zu einer versuchten Festnahme. Dabei wurde eine Person zu Fall gebracht, die wegen Verdachts auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht wurde. Eine Fahnenstange wurde von einem besonders schlagfertigen Ordnungshüter zerbrochen.
Fazit
Eine gleichzeitig stattfindende Demo gegen einen Naziaufmarsch in Lüneburg hatte neben der Hitze zusätzlich Leute davon abgehalten, zur Demo nach Lübeck zu fahren. Dennoch ist dies die größte Antispe-/Tierbefreiungsdemo in Lübeck gewesen.
Ein tatsächlicher Grund für Enttäuschung ist die mangelnde Entschlossenheit der DemoteilnehmerInnen, ihr Anliegen kämpferisch in die Innenstadt von Lübeck zu tragen: Der Tierpark war weit weg, außerhalb der Sichtweite. Eine vis-à-vis-Konfronation mit den Gittern und Mauern des Zoos hätte sicherlich so manchen Gedanken an ein schattiges Plätzchen für einen Moment vergessen machen und die Fäuste aus den Taschen geholt. Die Frage lautet jetzt: Wie geht es weiter?
Hintergrund: Antispeziesistische Nord-Demo
Seit 2004 finden in unregelmäßigen Abständen und in wechselnden Städten (Hamburg, Hannover (2x), Lübeck (2x), Bremen und Kiel) die Antispeziesistischen Nord-Demos statt. Organisiert und koordiniert werden diese Demonstrationen von einem Netzwerk norddeutscher AntispeziesistInnen. Ihr emanzipatorischer und herrschaftskritischer Anspruch führt viele der AktivistInnen in ihrer politischen Arbeit über das Thema des Antispeziesismus hinaus. Die vorangegangen sechs Demos richteten sich im Rahmen der Offensive gegen die Pelzindustrie-Kampagne gegen das Bekleidungsunternehmen P&C Nord, welches im August aus dem Pelzhandel ausgestiegen ist. Weitere Infos hierzu unter
http://www.offensive-gegen-die-pelzindustrie.org
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Pfefferspray Einsatz
Wer Fotos von den Schergen hat, bitte reinstellen...Ich werd versuchen den Bullen rauszusuchen, habe gehört der is bei den Lübeckern durch solche Aktionen schon öfters aufgefallen...
ergx
die cops verhielten sich waehrend des ganzen demozuges aeusserst konfrontativ, so waren einige cops auf staendiger ganzkoerpertuchfuehlung mit den seitentranspis (sah wirklich ein wenig nach balzritual aus).
zu den neonazis: ja, es gibt neonazis, die versuchen mit "tierrechten" bei potenziellen anhaengenden zu punkten, ebenso wie neonazis auch mit (pseudo)antikapitalismus agieren. ich habe dazu schon vor ein paar monaten in der "tierbefreiung aktuell" einen artikel verfasst:
ich behaupte nicht, fuer andere menschen als micht selbst zu sprechen, aber meinen standpunkt habe ich im letzte absatz zusammengefasst:
"Herrschaftsförmige Ideologien finden dort keinen Halt, wo ein emanzipatorisches Moment vorhanden ist, wo die Machtausübung gegenüber anderen Spezies als herrschaftlicher Mechanismus, als Speziesismus, erkannt wird und in den Kontext einer umfassenden Kritik an Machtverhältnissen gestellt wird. Hinter Speziesismus, Sexismus, Rassismus, ... wirken die selben Mechanismen, die selben Logiken.
Antispeziesismus bedeutet auch, rassistische Verhältnisse zu bekämpfen, Sexismus zu dekonstruieren."
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Oh man, oh man
Zuerst die Menschen!
Deshalb: Gesundes Fleisch für alle, die es wollen! Gesundes Gemüse für alle, die es wollen!
Darauf esrtmal ein Döner...(aber Bio!)
aspekt:antispe
Grüße aus Bremen
Denken, denken, denken ...
Dann muss mensch sich auch nicht mehr so unreflektierte/dämliche Kommentare auf indymedia durchlesen und Zensur wäre nicht mehr nötig.
Naja, scheibar sind einige Menschen dafür noch nicht bereit ...
Ich empfehle:
macht mal
Demo gegen die Evolution
informieren, denken, strukturieren etc. pp...
"[...]Wie hier kurz aufgezeigt wurde, kann man die Ausbeutung der Tiere nicht isoliert betrachten, da Machtmechanismen verschiedene Sphären durchziehen und sich gegenseitig bedingen. Nur die Auflösung der Herrschaft zwischen Mensch und Tier kann zur einer herrschaftsfreien Gesellschaft führen. Wir hoffen mir diesem Text eine kleine Diskussion anregen zu können. Und hoffen auch, das sich die Linke daraus befreien kann, nicht alle Ansätze von Tierbefreiung als menschenfeindlich, nicht politisch links oder sogar als faschistisch zu diffamieren. Uns als herrschaftskritische Tierbefreierinnen geht es um die Auflösung von Herrschaftsverhältnissen allgemein. Und wir vermeiden Mensch und Tier gegeneinander auszuspielen, und wehren uns gegen Vergleiche und Relativierungen. Auflösung von allen Machtverhältnissen, sollte jedenfalls das angestrebte Ziel linksradikaler Politik sein, und so wird die Linke nicht da herumkommen, Tierbefreiung als einen Kampf für eine herrschaftsfreie Gesellschaft zu analysieren.[...]"
Tierausbeutung als Antikapitalismus:
"Die Forderung zur Abschaffung einer kapitalistischen Gesellschaft mit der Aufhebung von Lohn(-arbeit) und Warengesellschaft kann keine moralischen Gültigkeit besitzen, wenn sie nicht die Aufhebung des Herrschaftsverhältnisses zwischen Mensch und Tier beinhaltet. Es bleibt uneinsichtig warum die anthropozentrierte Abschaffung der Ausbeutung einer Spezies vorbehalten bleibt, wo parallel eine andere Spezies weiter kapitalistischen Ausbeutungsmechanismen unterworfen ist. Effektiv bedeutet dies, Menschen ein ausbeutungsfreies Leben zu ermöglichen, aber Tieren dieses zu verwehren. In einer fortschrittlichen, antikapitalistischen Gesellschaft, ist weder die Ausbeutung der tierischen Arbeitskraft noch ein Verzehr von Tieren oder Tierprodukten notwendig. Das primäre Hindernis für eine erfolgreiche Anwendung der für den Menschen geltenden ethischen Grundsätze auf die Tierwelt stellt sich in dem Faktum dar, dass die globale Ökonomie der herrschenden Verhältnisse die Tiere nicht als humanistisch zu behandelnde Individuen (Subjekte) wahrnimmt, sondern als zu verwertende Objekte betrachtet. Der Mensch tritt den Tieren weder in direkter noch in unmittelbarer Form gegenüber, sondern indirekt und entfremdet über den Wert. Diese Verwertungslogik und das daraus resultierende Abhandenkommen in Folge des anthropozentrierten Antikapitalismus von Menschlichkeit und Empathie z.B. in Form von Mitgefühl gegenüber Tieren ist eine der grundlegenden Prinzipien des auf die Spezies Mensch reduzierten Antikapitalismus. [...]"
Herrschaftskritische AntispeziesistInnen Hannover
Frage bezüglich Nazis & Tierrechte
Inwieweit gibt es da von Euch/anderen Gruppen Diskussionspapiere oder Auseinandersetzungen?
Mit antifaschistischen Grüßen
vegan oldschool AFA
110 "nichtmenschliche Tiere"
Was bringts?
@praise_seitan
bin mal gespannt, wie ihr das vermitteln wollt...
@not important
Ruhig, ruhig ...
Ich kenne viele ehemalige TierrechtlerInnen und bislang ist niemand von ihnen mit dieser jugendlichen Verirrung älter als ... naja, ungefähr 26 ... geworden. Dafür sind alle mir bekannten Ex-SpeziezistInnen auch heute noch sehr aktiv in der Szene ... was man von den Ex-Antifas nicht so eindeutig sagen kann. Die meisten essen übrigens auch heute Fleisch oder leben "nur" noch vegetarisch.
Also: Nicht so drauf anspringen, vor allem nicht draufhauen, sondern einfach machen lassen. Das ist zwar arrogant, entspringt aber einschlägigen Erfahrungen. Die Tierrechtsszene ist zu etwa drei Vierteln ein "Durchlauferhitzer" sehr junger und überaus idealistischer GenossInnen. Die kommen schon wieder auf den Boden zurück.
@hanswurst
Nochmals ich...
Let's have some action...
Windmühle
Es ist wirklich uinglaublich was für merkwürdige Auswüchse die Szene teilweise zu Tage fördert. Würde eine Abschaffung von Zoo´s die Artenvielfalt nich binnen kürzester Zeit halbieren? (zumindest auf dem Säugetier, Reptilien, Fische Bereich)
Das Konzept dieser ganzen Aktion scheint mir doch reichlich wirr und unreif (auch wenn der Unreife Aspekt schon mehrmals abgefrühstückt wurde)
schon lustig...
antispeziesistische grüsse nach lübeck!
Immer die selbe Leiher
solidarische grüße
Diskussionsbeitrag
so ists wohl....
lieber nazis jagen...
ich wär nicht nach lübeck gekommen und mc doof liebe ich auch (besonders cheeseburger!!)
Speziesistische "Antispeziesisten"
So wie heute kaum noch ohne Erklärung Tierrechtler sein kann, weil sich alle möglichen Tierschützer (
Zu hoffen bliebe, daß auf dieser Anti-Zoo-Demo wenigstens die Konzentration auf den Randaspekt mit einer allgemeinen Aufklärung (wie etwa unter
LeopardInnen
Eure Forderungen sollten vielleicht doch noch einmal überdacht werden...
Was für ein Quatsch
...
Masssendemos gegen Tierparks und dann die ganze Zeit Ameisen tottrampeln und ne Mücke schlagen wennse einen sticht oda was?
Menschen und Tiere auf eine Stufe stellen ist ja grundsätzlich nicht falsch, jedoch halten sich sicher auch einige der Demobesucher etc Haustiere was wieder eine überlegenheitsstellung ist! Erst hauptprobleme bekämpfen die wirklich problematisch sind, danach kann man sich auch Tierparks oder sonstigem zuwenden.
Zur kurzen Kenntnisnahme
Freizeit
Nee.
Iss doch albern.
Genau wie Feminismus, Gender, Ökologie und der ganze Kram.
Dann darf man seine Freundin nicht mehr unterdrücken, muss die Blumen mit Regenwasser giessen und so Krams und immer Mensch statt Man sagen.
Lieber n biserl Punkrock hören, bei Penny klauen und Juppies haten.
Dann klappt das auch bestimmt mit Revolution und so.
Die scheitert nämlich nur an Nazis und zuwenig Dosenbier.
Und dafür muss man auch keine Ahnung haben.
Das ist leichter.
Rock On!