Demo gegen den Tierpark Lübeck

Schwarze Frau 16.07.2007 19:48
Aufgeheizt: 7. Antispeziesistische Nord-Demo am 14. Juli in Lübeck

Es gibt Demos mit aufgeheizter Stimmung. Und es gibt Demos mit aufgeheizter Luft. Zu letzterer ist wohl die Demo gegen den Tierpark Lübeck am Samstag, den 14. Juli zu zählen.
Drückende Hitze liegt über dem Marktplatz in Lübeck. Einige Menschen schlendern eisleckend mit ihren Einkäufen durch die brennende Sonne, andere sitzen im Schatten der mittelalterlichen Giebelhäuser und trinken Kaffee. Ein gewöhnlicher Tag also in der Lübecker Altstadt zwischen Konsum und Tourismus? Nicht ganz. Es haben sich auch andere, überwiegend junge Leute, auf dem Markt eingefunden, die hier irgendwie nicht hineinpassen wollen.

Es ist kurz vor 14 Uhr, als sich ca. 150 DemonstrantInnen zum 7. Antispeziesistischen Tierbefreiungsblock durch die Lübecker Innenstadt formieren. Zahlreiche Fahnen der ‚Antispeziesistischen Aktion’ wehen in der heißen Sommerluft. Mit lautstarken Rufen wie „Tierbefreiung an jedem Ort – Tierpark schließen jetzt sofort!“ und zahlreichen Flyern wird in den nächsten zwei Stunden auf das zentrale Ziel der Demonstration hingewiesen: Die sofortige Schließung des Tierparks Lübeck-Israelsdorf, in dem noch immer 110 nichtmenschliche Tiere ein Leben in Gefangenschaft hinter Gittern und Mauern verbringen müssen. "Die Idee des Menschen in der europäischen Geschichte drückt sich in der Unterscheidung vom Tier aus", sagt eine Rednerin und nimmt somit Bezug auf die zivilisationkritischen Schriften von Adorno und Horkheimer. Die haben in der 'Dialektik der Aufklärung' schon früh auf die wechselseitige Abhängigkeit von menschlicher und tierlicher Unterdrückung hingewiesen.
Es wurde in den zahlreichen Redebeiträgen deutlich, daß es nicht um eine Verbesserung der Haltungsbedingungen geht, sondern um eine völlige Abschaffung von Zoos. "Artgerecht ist nur die Freiheit", sagt eine Demonstrantin zu einem Passanten, als er sie fragt, ob die Tiere im Zoo nicht gut gehalten werden.


Polizeigewalt

Die Anwesenheit der Schergen wurde im Laufe der Demonstration zunehmend spürbarer: Bei McDonald’s wurden Demoleute von sichtlich überforderten, schwitzenden Polizeikörpern geboxt. Bei dem Versuch, DemonstrantInnen auf die rechte Fahrbahnseite abzudrängen, kam es zu einer versuchten Festnahme. Dabei wurde eine Person zu Fall gebracht, die wegen Verdachts auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht wurde. Eine Fahnenstange wurde von einem besonders schlagfertigen Ordnungshüter zerbrochen.

Fazit

Eine gleichzeitig stattfindende Demo gegen einen Naziaufmarsch in Lüneburg hatte neben der Hitze zusätzlich Leute davon abgehalten, zur Demo nach Lübeck zu fahren. Dennoch ist dies die größte Antispe-/Tierbefreiungsdemo in Lübeck gewesen.
Ein tatsächlicher Grund für Enttäuschung ist die mangelnde Entschlossenheit der DemoteilnehmerInnen, ihr Anliegen kämpferisch in die Innenstadt von Lübeck zu tragen: Der Tierpark war weit weg, außerhalb der Sichtweite. Eine vis-à-vis-Konfronation mit den Gittern und Mauern des Zoos hätte sicherlich so manchen Gedanken an ein schattiges Plätzchen für einen Moment vergessen machen und die Fäuste aus den Taschen geholt. Die Frage lautet jetzt: Wie geht es weiter?

Hintergrund: Antispeziesistische Nord-Demo

Seit 2004 finden in unregelmäßigen Abständen und in wechselnden Städten (Hamburg, Hannover (2x), Lübeck (2x), Bremen und Kiel) die Antispeziesistischen Nord-Demos statt. Organisiert und koordiniert werden diese Demonstrationen von einem Netzwerk norddeutscher AntispeziesistInnen. Ihr emanzipatorischer und herrschaftskritischer Anspruch führt viele der AktivistInnen in ihrer politischen Arbeit über das Thema des Antispeziesismus hinaus. Die vorangegangen sechs Demos richteten sich im Rahmen der Offensive gegen die Pelzindustrie-Kampagne gegen das Bekleidungsunternehmen P&C Nord, welches im August aus dem Pelzhandel ausgestiegen ist. Weitere Infos hierzu unter  http://www.offensive-gegen-die-pelzindustrie.org
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Ergänzungen

Pfefferspray Einsatz

vegAnarchist 16.07.2007 - 23:17
Ich möchte hier nocheinmal darauf hinweisen, das ich komplett ohne Grund von einem Bullen mit Pfefferspray angegriffen wurde und anschließend mit dem Knie getreten wurde...

Wer Fotos von den Schergen hat, bitte reinstellen...Ich werd versuchen den Bullen rauszusuchen, habe gehört der is bei den Lübeckern durch solche Aktionen schon öfters aufgefallen...

ergx

yetzt 17.07.2007 - 03:08
der mensch der ins krankenhaus eingeliefert wurde hatte tatsaechlich eine gehirnerschuetterung, er wurde von einem luebecker cop (identitaet mittlerweile bekannt) zu boden gestossen, dachdem er diesen - aufgrund dessen besonders brutalen verhaltens auch gegen menschen, die gegen keinerlei auflagen verstossen hattene - nach seinem namen gefragt hatte.

die cops verhielten sich waehrend des ganzen demozuges aeusserst konfrontativ, so waren einige cops auf staendiger ganzkoerpertuchfuehlung mit den seitentranspis (sah wirklich ein wenig nach balzritual aus).

zu den neonazis: ja, es gibt neonazis, die versuchen mit "tierrechten" bei potenziellen anhaengenden zu punkten, ebenso wie neonazis auch mit (pseudo)antikapitalismus agieren. ich habe dazu schon vor ein paar monaten in der "tierbefreiung aktuell" einen artikel verfasst:

 http://aa-o.de/de/texte/rechte-fuer-tiere/

ich behaupte nicht, fuer andere menschen als micht selbst zu sprechen, aber meinen standpunkt habe ich im letzte absatz zusammengefasst:

"Herrschaftsförmige Ideologien finden dort keinen Halt, wo ein emanzipatorisches Moment vorhanden ist, wo die Machtausübung gegenüber anderen Spezies als herrschaftlicher Mechanismus, als Speziesismus, erkannt wird und in den Kontext einer umfassenden Kritik an Machtverhältnissen gestellt wird. Hinter Speziesismus, Sexismus, Rassismus, ... wirken die selben Mechanismen, die selben Logiken.

Antispeziesismus bedeutet auch, rassistische Verhältnisse zu bekämpfen, Sexismus zu dekonstruieren."

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 27 Kommentare

Oh man, oh man

Bratwurstmaxe 16.07.2007 - 20:01
Was sich einige Kids während der schwierigsten Phase der Persönlichkeitsentwicklung während der Pubertät so einfallen lassen, um "sich zu finden" wirkt ja immer ein bischen verrückt. Aber auf Indymedia bekommt man die abgefahrensten Beispiele dafür geboten.

Zuerst die Menschen!

Hanswurst 16.07.2007 - 20:19
Warum wollt ihr die Tiere befreien, wenn die Menschen noch nicht einmal frei sind? Es ist historisch und zivilisatorisch falsch, Menschen und Tieren auf eine Stufe zu stellen, bzw. gleichwertig zu behandeln. Der Mensch steht im wahrsten Sinne des Wortes über den Tieren. Das Problem stellt die Massentierhaltung dar, weil es im Kapitalismus nur darauf ankommt in den blauen Dunst hinein zu produzieren, die Interessen der Menschen zählen nicht.

Deshalb: Gesundes Fleisch für alle, die es wollen! Gesundes Gemüse für alle, die es wollen!
Darauf esrtmal ein Döner...(aber Bio!)

aspekt:antispe

Gruppe gegen jede Tierausbeutung 16.07.2007 - 20:52
Weitere Fotos von der Demo:
 http://aspektantispe.blogsport.de/
Grüße aus Bremen

Denken, denken, denken ...

... 16.07.2007 - 20:53
Erst informieren, dann denken, dann nochmal informieren, denken und dann überlegen, ob mensch sich zum Thema äußert.

Dann muss mensch sich auch nicht mehr so unreflektierte/dämliche Kommentare auf indymedia durchlesen und Zensur wäre nicht mehr nötig.

Naja, scheibar sind einige Menschen dafür noch nicht bereit ...

Ich empfehle:  http://de.veganwiki.org und google.de.

macht mal

Name 16.07.2007 - 21:22
kritisiert ihr ruhig die evolution, ich kritisiere lieber die gesellschaft.

Demo gegen die Evolution

Wenn dann radikal 16.07.2007 - 21:33
Und nächste Woche mache ich Demo gegen das Wetter.

informieren, denken, strukturieren etc. pp...

praise_seitan 16.07.2007 - 21:40
Die marginale Thematisierung des Herrschaftsverhältnisses zwischen Mensch und Tier in der Linken:
"[...]Wie hier kurz aufgezeigt wurde, kann man die Ausbeutung der Tiere nicht isoliert betrachten, da Machtmechanismen verschiedene Sphären durchziehen und sich gegenseitig bedingen. Nur die Auflösung der Herrschaft zwischen Mensch und Tier kann zur einer herrschaftsfreien Gesellschaft führen. Wir hoffen mir diesem Text eine kleine Diskussion anregen zu können. Und hoffen auch, das sich die Linke daraus befreien kann, nicht alle Ansätze von Tierbefreiung als menschenfeindlich, nicht politisch links oder sogar als faschistisch zu diffamieren. Uns als herrschaftskritische Tierbefreierinnen geht es um die Auflösung von Herrschaftsverhältnissen allgemein. Und wir vermeiden Mensch und Tier gegeneinander auszuspielen, und wehren uns gegen Vergleiche und Relativierungen. Auflösung von allen Machtverhältnissen, sollte jedenfalls das angestrebte Ziel linksradikaler Politik sein, und so wird die Linke nicht da herumkommen, Tierbefreiung als einen Kampf für eine herrschaftsfreie Gesellschaft zu analysieren.[...]"

Tierausbeutung als Antikapitalismus:
"Die Forderung zur Abschaffung einer kapitalistischen Gesellschaft mit der Aufhebung von Lohn(-arbeit) und Warengesellschaft kann keine moralischen Gültigkeit besitzen, wenn sie nicht die Aufhebung des Herrschaftsverhältnisses zwischen Mensch und Tier beinhaltet. Es bleibt uneinsichtig warum die anthropozentrierte Abschaffung der Ausbeutung einer Spezies vorbehalten bleibt, wo parallel eine andere Spezies weiter kapitalistischen Ausbeutungsmechanismen unterworfen ist. Effektiv bedeutet dies, Menschen ein ausbeutungsfreies Leben zu ermöglichen, aber Tieren dieses zu verwehren. In einer fortschrittlichen, antikapitalistischen Gesellschaft, ist weder die Ausbeutung der tierischen Arbeitskraft noch ein Verzehr von Tieren oder Tierprodukten notwendig. Das primäre Hindernis für eine erfolgreiche Anwendung der für den Menschen geltenden ethischen Grundsätze auf die Tierwelt stellt sich in dem Faktum dar, dass die globale Ökonomie der herrschenden Verhältnisse die Tiere nicht als humanistisch zu behandelnde Individuen (Subjekte) wahrnimmt, sondern als zu verwertende Objekte betrachtet. Der Mensch tritt den Tieren weder in direkter noch in unmittelbarer Form gegenüber, sondern indirekt und entfremdet über den Wert. Diese Verwertungslogik und das daraus resultierende Abhandenkommen in Folge des anthropozentrierten Antikapitalismus von Menschlichkeit und Empathie z.B. in Form von Mitgefühl gegenüber Tieren ist eine der grundlegenden Prinzipien des auf die Spezies Mensch reduzierten Antikapitalismus. [...]"

Herrschaftskritische AntispeziesistInnen Hannover
 http://projekte.free.de/hah/

Frage bezüglich Nazis & Tierrechte

not important 16.07.2007 - 22:08
Mich würde (und ich denke auch vielleicht ein paar andere menschen) interessieren, wie Ihr zu den aktuellen Kampagnen der Nazis wie AG Tierrecht oder dem Fallen Rain Magazin steht (ich poste jetzt hier keine Links, da ich keine direkte Werbung für diese Gruppen machen möchte). Diese Gruppen stammen ja aus dem Bereich der "Autonomen Nationalisten", verwenden zum Teil auch die Schwarz-Grüne Flagge, welche Ihr auf eurem Auo ausgebreitet hattet und versuchen aus (vermeintlich verdeckter) völkischer Sicht diese Bereiche für sich zu besetzen. Mir ist halt (als Veganer) nur zu oft aufgefallen, wie sehr sich bestimmte Kreise der radikalen Tierbefreier, der Vegan-Szene etc. sich nur um sich selbst drehen und oft lässt sich ein aktives Auftreten gegen Nazis (z.B. auf Demos, aber nicht nur) oder eine radikale und fundierte Systemkritik nicht oder nur bei einzelnen Personen finden. Ich denke, eine offensive und kämpferische Abgrenzung, aber auch eine kritische Thematisierung von Anknüpfungspunkte von völischem Denken und veganem/ökologischen etc. Leben, wäre stark angebracht.
Inwieweit gibt es da von Euch/anderen Gruppen Diskussionspapiere oder Auseinandersetzungen?

Mit antifaschistischen Grüßen
vegan oldschool AFA

110 "nichtmenschliche Tiere"

Tino 16.07.2007 - 22:26
110 "nichtmenschliche Tiere", man, wie bescheuert sind denn hier manche? Und keinem wird mal das Gehirn eingeschaltet, das manche Tiere dort besser versorgt und betreut werden, als in der viel gelobten "Freiheit". Wäre der Wolf damals nicht seiner "Freiheit" beraubt worden, hätte manch einer keinen Hund...Nachdenken! Aber das fällt ja vielen schwer, lieber sinnlos Zoff machen...wir sind gegen alles!!! Traurig, so eine degenerierte Jugend zu haben...

Was bringts?

Fleischfresser 16.07.2007 - 22:47
Mensch! Warum muss es in der Linken eine Spinnerquote geben um die 15%? Warum muss diese SpinnerInnenquote auch noch solch idiotische Demos machen. Da ist Bruce Lee Filme kucken revolutionärer als euer veganer-spezifismus-sekten-pseudo-probleme Scheiss. Aber klar in der Wildbahn gehts den Tieren besser, denn es gibt ja keine Jäger, Artbedrohung, Klimaerwärmung, die werden bestimmt 2..... Tage überleben. Toll! Aber schön, dass ihr euren Psychoscheiss in etwas reinprojiziert.

@praise_seitan

tofu_aus_argentinien 16.07.2007 - 22:50
OK, aber dann sollen doch bestimmte "nichtmenschliche" tiere gefälligst auch ihre herrschaftsverhältnisse überwinden.
bin mal gespannt, wie ihr das vermitteln wollt...

@not important

Frage bezüglich Nazis & Tierrechte 16.07.2007 - 23:02
da steht niemand irgendwie positiv zu. so'n müll wie ag tierrechte, sämtlicher noch kommender scheiß und auch ul hat auf solchen demos nichts verloren. schon mal gar nicht auf ner "richtigen" demo. ul (antisemitische sekte) als nicht auf den ersten blick zu erkennende antisemitische gruppe erntet höchstens beifall bei denen, die sich mit ul nicht beschäftigt haben. in solchen blöcken hat das aber jeder und das thema ul steht dort jedem teilnehmer bis zum halse........abgesehen davon schließt die theorie sowieso nationale gedanken aus, auch wenn das auf den ersten blick vielleicht nicht logisch ist...

Ruhig, ruhig ...

Tim 16.07.2007 - 23:16
Ich denke, es ist falsch, derart auf die Tierrechts-Szene einzuschlagen. Nach meiner Erfahrung bewegen sich darin überwiegend sehr junge Leute, die eben nicht nur ein, zwei Dinge ändern-, sondern wenn schon, dann gleich alles "richtig" machen wollen. Dabei übersehen sie dann kurzzeitig die enormen Widersprüche von "Speziezismus" und Tierrechts-Theorie und die damit einhergehende Verharmlosung des Holocaust (Stichwort "Hühner-KZ") und ähnlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Ich kenne viele ehemalige TierrechtlerInnen und bislang ist niemand von ihnen mit dieser jugendlichen Verirrung älter als ... naja, ungefähr 26 ... geworden. Dafür sind alle mir bekannten Ex-SpeziezistInnen auch heute noch sehr aktiv in der Szene ... was man von den Ex-Antifas nicht so eindeutig sagen kann. Die meisten essen übrigens auch heute Fleisch oder leben "nur" noch vegetarisch.

Also: Nicht so drauf anspringen, vor allem nicht draufhauen, sondern einfach machen lassen. Das ist zwar arrogant, entspringt aber einschlägigen Erfahrungen. Die Tierrechtsszene ist zu etwa drei Vierteln ein "Durchlauferhitzer" sehr junger und überaus idealistischer GenossInnen. Die kommen schon wieder auf den Boden zurück.

@hanswurst

gretel-fleischlappen 16.07.2007 - 23:25
bio-döner? bei welche(m) döner-mann/frau kriege ich den/die döner/tasche?

Nochmals ich...

not important 17.07.2007 - 00:03
Ich kann mich nur dem vorher geschriebenen Anschließen - das es hier etwas "ruhiger" abgeht (sonst erinnert mich diese Diskussion zu sehr an die alte Anti-Imp/Anti-Deutsch Glosse). Es war von mir nicht als Unterstellung gedacht, das die Demo TeilnehmerInnen rechts-offen seien. Das habe ich auch nicht erwartet. Da wurde meine Frage wohl auch (bewusst?) falsch verstanden. Mir geht es darum, das ich bis jetzt nun keine fundierte Kritik/Auseinandersetzung gefunden habe, welche sich mit den besagten Schnittmengen auseinander setzt. Das diese existieren (genau wie es bei der "verkürzten Antikapitalismus" Kritik der Nazis auch Andockpunkte zu Gewerkschaften und vielen Linken gibt... und dies z.B. gut in der Broschüre der TOP Berlin herausgearbeitet wurde) ist nicht zu bestreiten. Das vermisse ich einfach zu oft. Und dies soll keine allumfassende "Vorveruteilung" der GenossInnen sein, welche sich bei solchen Demonstrationen einbringen. Sicherlich verschwinden genau so viele Antifas wieder von der Bildfläche wie Tierrechts AktivistInnen bzw. die jeweilige Ausrichtung der Bemühungen dient dem "Einstieg" in eine umfassende Kritik und Theorie; nur wenn sich nicht kritisch und fundiert mit Bewegungen wie der UL (die Artikel darüber waren bis jetzt leider meistens recht kurz, wenige Primärquellen u.ä. - und dies, obwohl die Sekte klar ihre antisemitische Ausrichtung in internen Papieren zum Ausdruck bringt und viele andere "Labels" vertreibt - und zwar oft noch immer auch in linken Ökoläden), aber auch der AG Tierrecht und Co. auseinander gesetzt wird, dann verpasst mensch die Möglichkeit, eine partielle "Unterwanderung" von bestimmten Szenen etwas effektiv entgegen zu setzen. Aber genug davon erst einmal von mir, schreiben hilft hier auch nichts...

Let's have some action...

Windmühle

Pepper 17.07.2007 - 00:22
Eine gleichzeitig stattfindende Anti-NAzikundgebung hat also Leute abgehalten? Ist es so schwer zu verstehen, dass sich das Gros der Linken eher für eine Welt ohne Fascho GEsocks einsetzt, anstatt gegen Zoo Mauern anzurennen und da dann die Wärter mit Fäusten zu bearbeiten (oder was auch immer der Verfasser sich da gewünscht hätte??).

Es ist wirklich uinglaublich was für merkwürdige Auswüchse die Szene teilweise zu Tage fördert. Würde eine Abschaffung von Zoo´s die Artenvielfalt nich binnen kürzester Zeit halbieren? (zumindest auf dem Säugetier, Reptilien, Fische Bereich)

Das Konzept dieser ganzen Aktion scheint mir doch reichlich wirr und unreif (auch wenn der Unreife Aspekt schon mehrmals abgefrühstückt wurde)

schon lustig...

vergessen 17.07.2007 - 00:44
...das so ein artikel mehr empörte kommentare hervorruft als drei artikel über nazi-aktivitäteten zusammen... auch die inhalte der kommentare sind mehr als bezeichnend für die sesselpupser-linke hier... wie war das noch mit den getroffenen hunden? aber das kommt eben davon wenn man bei den theoretikern auf die man sich so gerne bezieht nur die hälfte liest (lesen will)... gegen nazis sein ist ja auch einfacher, sind ja schliesslich nur die andren, muss man nicht über sich selbt nachdenken...

antispeziesistische grüsse nach lübeck!

Immer die selbe Leiher

njut 17.07.2007 - 00:45
Ich empfehle unsern Mitmenschen hier diesen, zugegeben schon etwas verstaubten Text, zu lesen. Vielleicht könnte in Zukunft vermieden werden, zyklisch immer sie selben Fragen zu stellen/ Vorwürfe oder Fordeungen zu äußern:

 http://projekte.free.de/hah/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=24&Itemid=8

solidarische grüße

Diskussionsbeitrag

who cares 17.07.2007 - 05:15
Ich finde eine solche Demo in der Lübecker Innenstadt trotz der Kritik im Artikel wesentlich sinnvoller, als eine Demo direkt vor bzw. "vis à vis" dem Tier"park". Der erste Grund ist natürlich die Öffentlichwirksamkeit, aber sehr wichtig ist auch die Erreichbarkeit und der Lübecker Tier"park" ist nunmal, ich schätze mal, ne halbe Stunde mitm Bus vom Hbf entfernt. Natürlich können Aktionen direkt vor Ort wirksamer sein, aber wenn mensch sieht, dass sich schon in der Lübecker Innenstadt "nur" etwa 150 Leute einfinden, dann wird sich die Zahl bei relativ weit außerhalb liegenden Aktionen klar dezimieren. Und wie mensch leider an den Kommentaren hier sieht lassen sich halt auch nicht allzuviele Menschen zu solchen Demos mobilisieren, da manche selbsternannte Linke dann doch auch nur bis morgen Vormittag denken und mit drei bis sieben geklebten Antifa-Spuckis posen. Daher würde ich neben solchen Demos auch Aufklärungsarbeit innerhalb der so genannten Szene befürworten.

so ists wohl....

riot 17.07.2007 - 09:02
jeder kann ja zu dem Thema stehen wie er will, aber wie die Diskussionskultur in den Kommentaren abläuft ist beschämend.

lieber nazis jagen...

hunter 17.07.2007 - 11:21
na, na, na...von wegen durch die nazidemo in lüneburg wären weniger demoteilnehmerinnen nach lübeck gekommen...wären mal nen paar mehr nach lüneburg gekommen (und nicht für nen paar halbtote tiere auf die strasse gegangen), dann hätten wir den nazis evt. was entgegensetzen können!!? aber sooo
ich wär nicht nach lübeck gekommen und mc doof liebe ich auch (besonders cheeseburger!!)

Speziesistische "Antispeziesisten"

Achim Stößer 17.07.2007 - 11:59
Schade, daß viele, die sich das Etikett "Antispe" (siehe  http://antispeziesismus.de) anheften, alles andere als antispeziesistisch sind, was sich z.B. in ihrem Unveganismus (siehe  http://veganismus.de) zeigt.

So wie heute kaum noch ohne Erklärung Tierrechtler sein kann, weil sich alle möglichen Tierschützer ( http://tierrechtspartei.de/tstr,  http://antispe.de/txt/kaplansantiveganismus.html usw.) oder auch Rechte ("AG Tierrechte") und Sekten ( http://maqi.de/ul) fälschlich so nennen oder (von Tierrechtsgegnern) so genannt werden driftet damit das Wort antispe langsam in die Unglaubwürdigkeit ab.

Zu hoffen bliebe, daß auf dieser Anti-Zoo-Demo wenigstens die Konzentration auf den Randaspekt mit einer allgemeinen Aufklärung (wie etwa unter  http://maqi.de/txt/zirkus.html) verbunden war. Viel Hoffnung habe ich aber nicht, wenn ich mir so manchen Teilnehmer (der Tierrechtsgegner, unvegan und damit mangels Anthropophagie Speziesist ist) ansehe ...

LeopardInnen

Leo 17.07.2007 - 12:09
Im Tierpark Lübeck gibt es u.a. auch LeopardInnen. Wenn die frei gelassen werden, dann dürfte für die restlichen frei gelassenen Tiere, inklusive mancher der DemonstrantInnen, endgültig Schluss mit lustig sein. Große LeopardInnen haben großen Hunger!

Eure Forderungen sollten vielleicht doch noch einmal überdacht werden...

Was für ein Quatsch

markus 17.07.2007 - 14:15
Rennt ihr jetzt zu allen Zoos dieser Welt und demonstriert gegen sie? Auch wenn die Tiere meistens nicht ganz ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden, finde ich trotzdem, dass Tierparks ihre Daseinsberechtigung haben. Wenn so ein Tierpark nur dafür da wäre um den Zoodirektor reich zu machen und das auf Kosten der artgerechten Haltung ginge, könnte ich die Aufruhr ja verstehen. Aber in dieser Form bringt es ja wohl den Tieren am allerwenigsten.

...

xXx 18.07.2007 - 01:28
Sonen Schwachsinn, wie wärs wenn mensch erstmal die kapitalistische Massentierhaltung bekämpft als einen Zoopark indem die Tiere noch recht gut behandelt und versorgt werden?
Masssendemos gegen Tierparks und dann die ganze Zeit Ameisen tottrampeln und ne Mücke schlagen wennse einen sticht oda was?
Menschen und Tiere auf eine Stufe stellen ist ja grundsätzlich nicht falsch, jedoch halten sich sicher auch einige der Demobesucher etc Haustiere was wieder eine überlegenheitsstellung ist! Erst hauptprobleme bekämpfen die wirklich problematisch sind, danach kann man sich auch Tierparks oder sonstigem zuwenden.

Zur kurzen Kenntnisnahme

Warhead 19.07.2007 - 22:20
Ich möchte bescheiden darauf hinweisen das das Konstrukt des Speziesismus bereits vor den Toren der Lebensart eines Schleimpilzes zerschellt.

Freizeit

FreizeitPolitPunkRulz 21.07.2007 - 12:06
Sonntag, 15:00 Uhr, gerade wach, erstmal ab ins Internet und eigene Szene bashen weil keine Ahnung, sich damit befassen ist viel zu langweilig und/oder anstrengend und hat ja auch mit Einschränkung zu tun und so.
Nee.
Iss doch albern.
Genau wie Feminismus, Gender, Ökologie und der ganze Kram.
Dann darf man seine Freundin nicht mehr unterdrücken, muss die Blumen mit Regenwasser giessen und so Krams und immer Mensch statt Man sagen.

Lieber n biserl Punkrock hören, bei Penny klauen und Juppies haten.

Dann klappt das auch bestimmt mit Revolution und so.
Die scheitert nämlich nur an Nazis und zuwenig Dosenbier.
Und dafür muss man auch keine Ahnung haben.
Das ist leichter.

Rock On!