Anmerkung der Moderationsgruppe:
Trotz der Bitte, de.indymedia.org zum Veröffentlichen von eigenen Berichten und selbst recherchierten Reportagen zu nutzen, wurde hier ein Termin, ein Aufruf, die Einladung zu einer Veranstaltung oder die Ankündigung einer Aktion reinkopiert.
Es ist nicht das Ziel von Indymedia, ein möglichst umfassendes Infoportal incl. Terminkalender anzubieten. Indymedia will eine Plattform für engagierte MedienmacherInnen und ihren eigenen Inhalte bieten. Das Veröffentlichen von Terminen, Aufrufen und Einladungen gehört nicht zu den Zielen des Projektes. Mehr Informationen, warum sich Indymedia nicht zum Veröffentlichen von Terminen eignet, findest Du hier. Bitte nutze stattdessen die verlinkten Terminkalender-Seiten.
Es ist nicht das Ziel von Indymedia, ein möglichst umfassendes Infoportal incl. Terminkalender anzubieten. Indymedia will eine Plattform für engagierte MedienmacherInnen und ihren eigenen Inhalte bieten. Das Veröffentlichen von Terminen, Aufrufen und Einladungen gehört nicht zu den Zielen des Projektes. Mehr Informationen, warum sich Indymedia nicht zum Veröffentlichen von Terminen eignet, findest Du hier. Bitte nutze stattdessen die verlinkten Terminkalender-Seiten.
Neues vom Naziaufmarsch in Tübingen
Nazis wollen am 21.07 im "linken" Tübingen marschieren, bisher allerdings noch kein Widerspruch gegen das verhängte Verbot der Stadt. Gegenveranstaltungen rund um den Bahnhof werden genehmigt. Stadt erwartet 5000 GegendemonstrantInnen.
Neonazis rund um die JN-Baden-Württemberg haben angekündigt in Tübingen am 21.07. einen Aufmarsch durchzuführen.
Die Stadtverwaltung hat bisher ein Verbot gegen den Aufmarsch erlassen gegen den bisher auch noch kein Widerspruch eingelegt wurde.
Auf Grundlage dieses Verbotes sieht, laut Lokalzeitung "Schwäbisches Tagblatt" von heute Morgen (
http://tagblatt.de/index.php?artikel_id=1873588), der Tübinger Ordnungsamtschef Kaltenmark keinen Grund mehr die Gegenveranstaltungen rund um den Bahnhof zu verbieten. Es wird also auch von offizieller Seite darauf hingearbeitet, dass die Nazis nicht sehr weit aus dem Bahnhof herauskommen. Darüber hinaus sind in der ganzen Stadt bereits zahlreiche Gegnveranstaltungen geplant und angemeldet.
Anlass und Grund für die Ortswahl der Nazis:
In Tübingen sind seit Jahren keine offenen Neonazis mehr aufmarschiert. Jedoch gab es in der Umgebung durchaus Nazi-Aktivitäten. So postierte sich die NPD/JN eigenen Angaben nach im knapp 40 km entfernten Balingen im Zuge der NPD-Kampagne gegen den G8-Gipfel mit einem Infostand und in Reutlingen wurden Gratis-Rechtsrock-CD’s der NPD-Kampagne „Projekt Schulhof“ verteilt.
Da der Anlass für die Versammlung eher willkürlich zusammengezimmert wirkt („Keine Freiräume für linke Gewalttäter - Nationale Freiräume erkämpfen!“). Ein sehr ähnliches Motto („Linken Gewalttätern kein rechtsfreier Raum!“) trug die ebenfalls kurzfristig anberaumte NPD/JN-Demonstration am 30. Juni 2007 in Rostock. Der Ort scheint hier maßgeblicher zu sein, als der vorgebliche Anlass. Dass symbolische Eindringen von Neonazis in einen Raum, der von Ihnen als antifaschistische Hochburg wahrgenommen wird, kann bei erfolgreicher Durchführung auf brauner Seite durchaus als Sieg interpretiert werden.
Dabei haben es Neofaschisten in Tübingen nur dann schwer, wenn sie nach außen hin als solche erkennbar sind. Im biedermännischen Schafspelz ist es auch für einen der bundesweit bedeutsamsten rechtsextremen Verlage möglich relativ ungestört (1) in der „antifaschistischen Hochburg“ Tübingen mehr als 50 Jahre zu existieren.
Der inzwischen im Wikingerforum veröffentlichte Mobilisierungsaufruf für den 21. Juli in Tübingen nimmt auch Bezug auf den, durch eine antifaschistische Intervention erfolgreich, verhinderten reaktionären Aufmarsch der rechten Tübinger Studentenverbindungen („Maisingen“). Damals drohte bereits der NPD-Kandidat und Berufsnazi Axel Heinzmann (siehe Bild) in einem Leserbrief an das „Schwäbische Tagblatt“ bei einer Behinderung des Aufzuges mit seinen KameradInnen selbst aufmarschieren zu wollen. Langjährige AntifaschistInnen aus der Region vermuten daher Heinzmann als treibende Kraft hinter dieser kurzfristigen Chaos-Aktion. Heinzmann hatte auch die Nazi-Demonstration in Horb, die kurzfristig nach Freudenstadt verlegt wurde, angemeldet. Möglich wäre daher eine ähnlicher kurzfristige Wechsel der Nazis nach Reutlingen oder Rottenburg um Gegenprotest ins Leere laufen zu lassen.
Offizieller Anmelder des ganzen Spektakels aber ist Lars Gold (siehe Bild), der seit dem 4. November 2006 Landesvorsitzender der JN Baden-Württemberg ist. Über Gold ist bisher wenig bekannt. Er kommt aus Stimpfach bei Schwäbisch Hall und dürfte dem sich national“revolutionär“ verstehenden JN-Flügel zuzurechnen sein (O-Ton: „Wir stehen im Jahre 2006 im revolutionären Kampf gegen dieses System.“).
Zu rechnen dürfte zahlenmäßig mit einer Anzahl wie in Freudenstadt oder Aulendorf sein, also etwa 100 - 200 Personen.
http://tueinfo.de.am/
Auszug aus der Pressemitteilung über die Verbotsverfügung:
"Begründet wird die Verfügung unter anderem mit der Lagebeurteilung und Gefahrenprognose der Polizeidirektion Tübingen. Im Übrigen hat die Stadt auch aufgrund des angegebenen Demonstrationsweges erhebliche Sicherheitsbedenken. Die Verwaltung rechnet mit mehr als 5.000 Personen bei den Gegendemonstrationen. Bereits jetzt wurden etliche Versammlungen auf allen Plätzen der Altstadt angezeigt unter dem Motto „Toleranz und Demokratie“. Die Stadtverwaltung vertritt die Auffassung, dass der Adressatenkreis der linken Szene, gegen die sich die Demonstration richten solle, gerade in Tübingern sehr groß sei, was ein erhöhtes Risiko bedeute. Die Gefahr gehe dabei eindeutig von der JN aus, der es darum gehe, Randale zu machen und Gewalttaten zu provozieren. Zu befürchten sei eine flächenbrandartige Ausbreitung der Unruhen, so die Sorge der Stadt.
Auch sei die Nähe der JN zum nationalsozialistischen Gedankengut bereits durch deren Programm dokumentiert. Die Stadtverwaltung weist auf die Bedeutung des Datums hin, aus der eine besondere Gefahr für die öffentliche Ordnung erwachse: Am 21. Juli 1944 wurden Oberst Graf Schenk von Stauffenberg und seine Mitstreiter hingerichtet, die einen Tag zuvor, am 20. Juli 1944, das misslungene Attentat auf Hitler verübt hatten. Die Bindung und Identifikation mit Stauffenberg sei regional im Tübinger Bereich sehr ausgeprägt, da Stauffenberg seine Kindheit und Jugend in Baden-Württemberg verbracht hat. Der Aufzug der JN als Gruppe, die von der Bevölkerung mit Zielen und Wertvorstellungen des Nationalsozialismus assoziiert wird, verletze die dem Grundgesetz zugrunde liegenden und in der Gesellschaft vorherrschenden Wertvorstellungen."
Links:
http://tueinfo.de.am/
http://zonaantifascistatuebingen.blogspot.com/
http://tagblatt.de/index.php?artikel_id=1873588
Die Stadtverwaltung hat bisher ein Verbot gegen den Aufmarsch erlassen gegen den bisher auch noch kein Widerspruch eingelegt wurde.
Auf Grundlage dieses Verbotes sieht, laut Lokalzeitung "Schwäbisches Tagblatt" von heute Morgen (
http://tagblatt.de/index.php?artikel_id=1873588), der Tübinger Ordnungsamtschef Kaltenmark keinen Grund mehr die Gegenveranstaltungen rund um den Bahnhof zu verbieten. Es wird also auch von offizieller Seite darauf hingearbeitet, dass die Nazis nicht sehr weit aus dem Bahnhof herauskommen. Darüber hinaus sind in der ganzen Stadt bereits zahlreiche Gegnveranstaltungen geplant und angemeldet. Anlass und Grund für die Ortswahl der Nazis:
In Tübingen sind seit Jahren keine offenen Neonazis mehr aufmarschiert. Jedoch gab es in der Umgebung durchaus Nazi-Aktivitäten. So postierte sich die NPD/JN eigenen Angaben nach im knapp 40 km entfernten Balingen im Zuge der NPD-Kampagne gegen den G8-Gipfel mit einem Infostand und in Reutlingen wurden Gratis-Rechtsrock-CD’s der NPD-Kampagne „Projekt Schulhof“ verteilt.
Da der Anlass für die Versammlung eher willkürlich zusammengezimmert wirkt („Keine Freiräume für linke Gewalttäter - Nationale Freiräume erkämpfen!“). Ein sehr ähnliches Motto („Linken Gewalttätern kein rechtsfreier Raum!“) trug die ebenfalls kurzfristig anberaumte NPD/JN-Demonstration am 30. Juni 2007 in Rostock. Der Ort scheint hier maßgeblicher zu sein, als der vorgebliche Anlass. Dass symbolische Eindringen von Neonazis in einen Raum, der von Ihnen als antifaschistische Hochburg wahrgenommen wird, kann bei erfolgreicher Durchführung auf brauner Seite durchaus als Sieg interpretiert werden.
Dabei haben es Neofaschisten in Tübingen nur dann schwer, wenn sie nach außen hin als solche erkennbar sind. Im biedermännischen Schafspelz ist es auch für einen der bundesweit bedeutsamsten rechtsextremen Verlage möglich relativ ungestört (1) in der „antifaschistischen Hochburg“ Tübingen mehr als 50 Jahre zu existieren.
Der inzwischen im Wikingerforum veröffentlichte Mobilisierungsaufruf für den 21. Juli in Tübingen nimmt auch Bezug auf den, durch eine antifaschistische Intervention erfolgreich, verhinderten reaktionären Aufmarsch der rechten Tübinger Studentenverbindungen („Maisingen“). Damals drohte bereits der NPD-Kandidat und Berufsnazi Axel Heinzmann (siehe Bild) in einem Leserbrief an das „Schwäbische Tagblatt“ bei einer Behinderung des Aufzuges mit seinen KameradInnen selbst aufmarschieren zu wollen. Langjährige AntifaschistInnen aus der Region vermuten daher Heinzmann als treibende Kraft hinter dieser kurzfristigen Chaos-Aktion. Heinzmann hatte auch die Nazi-Demonstration in Horb, die kurzfristig nach Freudenstadt verlegt wurde, angemeldet. Möglich wäre daher eine ähnlicher kurzfristige Wechsel der Nazis nach Reutlingen oder Rottenburg um Gegenprotest ins Leere laufen zu lassen.
Offizieller Anmelder des ganzen Spektakels aber ist Lars Gold (siehe Bild), der seit dem 4. November 2006 Landesvorsitzender der JN Baden-Württemberg ist. Über Gold ist bisher wenig bekannt. Er kommt aus Stimpfach bei Schwäbisch Hall und dürfte dem sich national“revolutionär“ verstehenden JN-Flügel zuzurechnen sein (O-Ton: „Wir stehen im Jahre 2006 im revolutionären Kampf gegen dieses System.“).
Zu rechnen dürfte zahlenmäßig mit einer Anzahl wie in Freudenstadt oder Aulendorf sein, also etwa 100 - 200 Personen.
http://tueinfo.de.am/ Auszug aus der Pressemitteilung über die Verbotsverfügung:
"Begründet wird die Verfügung unter anderem mit der Lagebeurteilung und Gefahrenprognose der Polizeidirektion Tübingen. Im Übrigen hat die Stadt auch aufgrund des angegebenen Demonstrationsweges erhebliche Sicherheitsbedenken. Die Verwaltung rechnet mit mehr als 5.000 Personen bei den Gegendemonstrationen. Bereits jetzt wurden etliche Versammlungen auf allen Plätzen der Altstadt angezeigt unter dem Motto „Toleranz und Demokratie“. Die Stadtverwaltung vertritt die Auffassung, dass der Adressatenkreis der linken Szene, gegen die sich die Demonstration richten solle, gerade in Tübingern sehr groß sei, was ein erhöhtes Risiko bedeute. Die Gefahr gehe dabei eindeutig von der JN aus, der es darum gehe, Randale zu machen und Gewalttaten zu provozieren. Zu befürchten sei eine flächenbrandartige Ausbreitung der Unruhen, so die Sorge der Stadt.
Auch sei die Nähe der JN zum nationalsozialistischen Gedankengut bereits durch deren Programm dokumentiert. Die Stadtverwaltung weist auf die Bedeutung des Datums hin, aus der eine besondere Gefahr für die öffentliche Ordnung erwachse: Am 21. Juli 1944 wurden Oberst Graf Schenk von Stauffenberg und seine Mitstreiter hingerichtet, die einen Tag zuvor, am 20. Juli 1944, das misslungene Attentat auf Hitler verübt hatten. Die Bindung und Identifikation mit Stauffenberg sei regional im Tübinger Bereich sehr ausgeprägt, da Stauffenberg seine Kindheit und Jugend in Baden-Württemberg verbracht hat. Der Aufzug der JN als Gruppe, die von der Bevölkerung mit Zielen und Wertvorstellungen des Nationalsozialismus assoziiert wird, verletze die dem Grundgesetz zugrunde liegenden und in der Gesellschaft vorherrschenden Wertvorstellungen."
Links:
http://tueinfo.de.am/
http://zonaantifascistatuebingen.blogspot.com/
http://tagblatt.de/index.php?artikel_id=1873588
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
sd