Vattenfall: Meister im Täuschen & Vertuschen
Vor dem Vattenfall-Kundenzentrum in der Osterstraße in Hamburg-Eimsbüttel haben heute AktivistInnen von ROBIN WOOD und dem Bündnis 'AKW Brunsbüttel stilllegen' gegen die verantwortungslose Informationspolitik des Atomkonzerns Vattenfall und für die sofortige Abschaltung der AKWs Krümmel und Brunsbüttel demonstriert.
Sie spannten ein Banner mit der Aufschrift "AKW Brunsbüttel stilllegen jetzt!", verteilten Flugblätter und forderten PassantInnen auf, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. In der vergangenen Woche war es in beiden AKWs zu Störfällen und daraufhin zu Notabschaltungen gekommen.
Seitdem übt sich Vattenfall in Verschweigen und Vertuschen. So hat der Konzern die Öffentlichkeit tagelang nicht darüber informiert, dass es nicht nur am AKW Krümmel, sondern auch am Meiler in Brunsbüttel gebrannt hat und dort ein Steuerstab während der Schnellabschaltung des Reaktors nicht ordnungsgemäß reagiert hat. Im AKW Krümmel hatte in Folge der Notabschaltung eine der für die Kühlung des Atomkerns erforderlichen Reaktorspeisewasserpumpen nicht reagiert, es kam zu einem fehlerhaften Öffnen von Entlastungsventilen. Der Wasserstand im Reaktordruckbehälter, dem Herzstück der Atomanlage, fiel rapide ab. Erst das Hinzuschalten weiterer Ersatzpumpen stoppte den Wasserverlust im Reaktor.
"Derart gravierende Störungen im Rahmen der Notabschaltung sind dem Betreiber aufgrund zahlreicher Messeinrichtungen sofort bekannt. Dass Vattenfall noch tagelang nach dem Transformator-Brand behauptete, es habe keine Auswirkungen auf den Reaktor gegeben, ist eine bewusst fehlerhafte Darstellung des Atomkonzerns", so Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD. "Dieses Vorgehen hat Methode und war auch nach den Vorfällen im AKW Forsmark und bei der schweren Wasserstoffexplosion in Brunsbüttel nicht besser. Das Fass ist jetzt endgültig voll. Vattenfall muss die Betriebsgenehmigung für die AKWs entzogen werden."
In der Kritik steht auch das Verhalten der Kieler Atomaufsicht. Sollte die Behörde von Vattenfall korrekt informiert worden sein, so stellt sich die Frage, warum sie ihrerseits die Öffentlichkeit erst so spät über das Versagen von Sicherheitseinrichtungen informiert hat. Sollte Vattenfall die Aufsichtsbehörde nicht umgehend über die sicherheitstechnisch relevanten Auswirkungen in Folge der Notabschaltungen informiert haben, erwartet ROBIN WOOD, dass Kiel nun rasch ein Verfahren zum Entzug der Betriebsgenehmigung anstrengt.
Für Jan Becker vom Bündnis "AKW Brunsbüttel stilllegen jetzt!" ist klar: "Vattenfall hat jedes Vertrauen verspielt. Gerade gegenüber den Menschen in der Elbmarsch, die aufgrund der Leukämiefälle ohnehin in besonderer Angst vor dem AKW leben, war das Zurückhalten von Informationen nach dem Brand unverantwortlich. Wir fordern erneut, die AKWs Brunsbüttel und Krümmel für immer stillzulegen."
Seitdem übt sich Vattenfall in Verschweigen und Vertuschen. So hat der Konzern die Öffentlichkeit tagelang nicht darüber informiert, dass es nicht nur am AKW Krümmel, sondern auch am Meiler in Brunsbüttel gebrannt hat und dort ein Steuerstab während der Schnellabschaltung des Reaktors nicht ordnungsgemäß reagiert hat. Im AKW Krümmel hatte in Folge der Notabschaltung eine der für die Kühlung des Atomkerns erforderlichen Reaktorspeisewasserpumpen nicht reagiert, es kam zu einem fehlerhaften Öffnen von Entlastungsventilen. Der Wasserstand im Reaktordruckbehälter, dem Herzstück der Atomanlage, fiel rapide ab. Erst das Hinzuschalten weiterer Ersatzpumpen stoppte den Wasserverlust im Reaktor.
"Derart gravierende Störungen im Rahmen der Notabschaltung sind dem Betreiber aufgrund zahlreicher Messeinrichtungen sofort bekannt. Dass Vattenfall noch tagelang nach dem Transformator-Brand behauptete, es habe keine Auswirkungen auf den Reaktor gegeben, ist eine bewusst fehlerhafte Darstellung des Atomkonzerns", so Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD. "Dieses Vorgehen hat Methode und war auch nach den Vorfällen im AKW Forsmark und bei der schweren Wasserstoffexplosion in Brunsbüttel nicht besser. Das Fass ist jetzt endgültig voll. Vattenfall muss die Betriebsgenehmigung für die AKWs entzogen werden."
In der Kritik steht auch das Verhalten der Kieler Atomaufsicht. Sollte die Behörde von Vattenfall korrekt informiert worden sein, so stellt sich die Frage, warum sie ihrerseits die Öffentlichkeit erst so spät über das Versagen von Sicherheitseinrichtungen informiert hat. Sollte Vattenfall die Aufsichtsbehörde nicht umgehend über die sicherheitstechnisch relevanten Auswirkungen in Folge der Notabschaltungen informiert haben, erwartet ROBIN WOOD, dass Kiel nun rasch ein Verfahren zum Entzug der Betriebsgenehmigung anstrengt.
Für Jan Becker vom Bündnis "AKW Brunsbüttel stilllegen jetzt!" ist klar: "Vattenfall hat jedes Vertrauen verspielt. Gerade gegenüber den Menschen in der Elbmarsch, die aufgrund der Leukämiefälle ohnehin in besonderer Angst vor dem AKW leben, war das Zurückhalten von Informationen nach dem Brand unverantwortlich. Wir fordern erneut, die AKWs Brunsbüttel und Krümmel für immer stillzulegen."
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Störfälle in europäischen Atomkraftwerken
Presseerklärung FORUM e.V.:
Die meisten und insbesondere die neueren Atomkraftwerke unserer Erde sind Druckwasserreaktoren mit zwei Hauptkreisläufen. Bei ihnen führt die enorme Wärmefreisetzung im Reaktor zu einer Druckerhöhung im Primärkreislauf und erst im Sekundärkreislauf, der in einem Wärmetauscher aus dem Primärkreislauf die Energie übernimmt, läßt man den Dampf für die Turbine entstehen.
Im schwedischen Forsmark, wo letztes Jahr ein Kurzschluss im Elektroteil beinahe zu einem Reaktorschmelzunfall geführt hat, der nur durch das zwar vorschriftswidrige aber glückliche Eingreifen eines Mitarbeiters verhindert wurde, im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel und im ebenfalls schleswig-holsteinischen Krümmel, wo gestern zwei Reaktoren durch Kurzschlüsse im elektrischen Teil blitzschnell abgeschaltet werden mußten, laufen Siedewasserreaktoren.
Diese veralteten Reaktoren haben nur einen Hauptkreislauf. Für die Betreiber haben sie jedoch den Vorteil, daß mit ihnen Lastsprünge gefahren werden können. Die Reaktoren können in Sekundenschnelle um hunderte Megawatt, also 100.000 Kilowatt und mehr, Leistung rauf und runter gefahren werden. Das AKW Gundremmingen, das einmalig in Deutschland sogar aus zwei Siedewasserreaktoren besteht, hat diesen Lastfolgebetrieb eigens beantragt und von Bayerns Regierung genehmigt bekommen.
Diese Betriebsweise belastet die AKW außerordentlich, so wie extremes Bremsen und Beschleunigen ein Auto stark beansprucht. Hinzu kommt, dass in Siedewasserreaktoren, in denen das Wasser im Reaktor zum Sieden, also zur Dampf- einschließlich Blasenbildung gebracht wird – in Druckwasserreaktoren wird im Reaktorkreislauf, dem Primärkreislauf, nur der Druck gesteigert - das Reaktorgefäß infolge der die Neutronen kaum bremsenden Dampfblasen besonders stark angegriffen und geschwächt wird. Auch geben, wie die offiziellen Jahresstrahlungsberichte zeigen, die Siedewasserreaktoren im Durchschnitt mehr Radioaktivität über den Kamin und das Abwasserrohr an die Umwelt ab als die Druckwasserreaktoren.
In Deutschland laufen noch 17 AKW.
Elf hiervon sind Druckwasserreaktoren: Biblis A, Neckarwestheim 1, Biblis B, Unterweser (Esensham), Grafenrheinfeld, Grohnde, Philippsburg II, Brokdorf, Isar II (Ohu 2), Lingen (Emsland), und Neckarwestheim 2.
Sechs sind vom alten Siedewassertyp: Brunsbüttel, Isar I, Philippsburg I, Krümmel, Gundremmingen B, Gundremmingen C.
Jetzt stehen übrigens wenigstens fünf der 17 AKW still: Biblis A + B (Reparatur eingebauter Dübelfehler), Gundremmingen B (Jahresrevision und Maßnahmen wegen Hüllrohrschadens), Brunsbüttel, Krümmel.
Im Interesse der Sicherheit und somit der Gesundheit der Menschen fordern wir, dass unabhängige Fachleute untersuchen, welche besonderen und möglicherweise mit dem Anlagenalter zunehmenden Risiken gerade die Siedewasserreaktoren haben. Und die verantwortlichen Politiker sollen nicht auf egoistische Einzelunternehmen hören, die noch längere Laufzeiten der AKW fordern. Im Gegenteil: Die Gefahrzeit muß verkürzt, die AKW müssen schnell abgeschaltet werden und die Maßnahmen zur Energieeinsparung, zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Ausbau der Erneuerbaren Energien müssen beschleunigt werden!
Raimund Kamm (Vorstand)
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager
und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.
www.atommuell-lager.de
pr. Luitpoldstraße 26, 86157 Augsburg
T.0821 - 54 19 36
Unterstützt von der Ärzteorganisation IPPNW
Konto des FORUM e.V.: Kt-Nr.: 2 11 99
Raiffeisenbank Aschberg BLZ 72 069 113
Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, daß wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.
Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien mittelfristig zur Grundlage unserer Energieversorgung machen.
Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und im Frühjahr 2007 ist es mit rund 700 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Anti-Atom-BI Süddeutschlands.
Jetzt warten wir auf den Beschluß des Bundesverfassungsgerichts über unsere Verfassungsbeschwerde. Wir beklagen, daß die neue Atommüll-Lagerung in Gundremmingen mangels ausreichendem Schutz vor Terroranschlägen gegen unsere in der Verfassung verbrieften Rechte auf Gesundheit und Leben verstößt und mangels Endlager den im Artikel 20a uns auferlegten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verletzt.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
wenn ihr glaubt ihr könnt das verantworten — tagmata
Mutmaßungen über Krümmel-Störfall — Xerexes
Vorfall in Brunsbüttel — Kira