IvI Demo in Frankfurt

Rosalie Schnecke 01.07.2007 19:18 Themen: Antifa Freiräume Kultur
Für Samstag den 30.06.07, hatten 30 Gruppen und Institutionen zu einer Demonstration unter dem Motto „Your IvI needs you! – Für die Schaffung und den Erhalt kultureller Räume“ aufgerufen. Unter den Aufrufenden befanden sich neben anderen ASTA Uni und FH FfM, Linke Liste Uni FfM, Autonomes Zentrum Heidelberg im Exil, autonome antifa [f] und Jugendantifa FfM.
200 Leute waren dem Aufruf gefolgt und fanden sich am Kaisersack, dem Ort der Auftaktkundgebung, ein, um ihre Solidarität mit dem räumungsbedrohten IvI auf die Straße zu tragen. Die lautstarke Demo zog durch das Bahnhofsviertel, dem Willi Brandt Platz, über Hauptwache und Opernplatz und endete am IvI selbst. In Redebeiträgen wurde, neben der Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch am 7.7. in Frankfurt, die Abwicklung sämtlicher kritischer Wissenschaft an der Goethe-Uni verurteilt, eine Entwicklung, in deren Zuge auch das IvI zunehmend in Existenzgefahr gerät. Institutssprecherin Rosalie Schnecke kommentiert die aktuellen Entwicklungen um das IvI: „Mittlerweile hat die Uni eine eigene Beraterfirma beauftragt, um das IvI-Gebäude im Kettenhofweg vom Denkmalschutz zu befreien. An diesem Vorgehen ist abzulesen, dass der Uni-Leitung weder an demokratischer Architektur noch an kritischer Wissenschaft gelegen ist – Profit und elitäres Gehabe gehen ihr über alles.“ In einem Redebeitrag der Gruppe sinistra! wurde die Umgestaltung der Uni hin zum reinen Verwaltungstrakt für staatstragende Studierende, wie sie sich bereits im sterilen und herrschaftlichen Alltag des IG Farben-Geländes zeigt, kritisiert. Dort hieß es auch: „Die Besetzung leerstehender Häuser und der Versuch ihre Umfunktionierung zu Räumen der kritischen Auseinandersetzung ist eine Form praktischer Ideologiekritik.“

Die VeranstalterInnen werteten die heutige Demonstration aufgrund der Teilnehmerzahl und der zahlreichen verteilten Flugblätter zur Lage des IvI als Erfolg. Die Demo habe gezeigt, dass das IvI für den Fall einer Verschärfung der Bedrohungssituation auf eine breite Unterstützung in Frankfurt und von außerhalb bauen kann. Rosalie Schnecke erläutert: „Wenn Herr Steinberg uns raus haben will, dann kommen wir auch raus – aus unseren Löchern. Das IvI ist nämlich nicht nur ein Ort, sondern vor allem eine Methode, die sich immer wieder neu ihren Ort sucht. Um eine solche, aufwändige Ortssuche zu vermeiden, fordern wir den Erhalt des Instituts an seinem Stammsitz im Kettenhofweg oder den kostenneutralen Umzug in ein von Seiten der Uni bereitzustellendes, prächtiges Ersatzobjekt.“
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Ergänzungen

und...

nonam 02.07.2007 - 13:09

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Mut zur Kritik

Theodor W. 01.07.2007 - 22:07
"Die Besetzung leerstehender Häuser und der Versuch ihre Umfunktionierung zu Räumen der kritischen Auseinandersetzung ist eine Form praktischer Ideologiekritik." - Unbedingt!

Aber, wer hat dies nun geäußert?

Danke.

@ Theodor W.

icke 02.07.2007 - 00:38
Ist doch egal wer. Es kommt auf die Essenz von Dingen an und nicht darauf, wer was wann gesagt hat und wie lang seine Bandwurmsätze waren. Sich von der Form blenden zu lassen ist was für 1.Semester-Laberfach-Studies.

Größter Langweiler seit langem...

Lt. Frank Drebin, Spezialeinheit 02.07.2007 - 15:53
absolut reudige demo... so gut wie keine tranpis, parolen und flugblätter... außenwirkung gleich null... langweile latschdemo, da ist ja sogar mehr bei den studendeköpp los....

IvI?

egal 05.07.2007 - 20:55
Ihr seid ja lustig. Alles schön autonom und selbstverwaltet!? Aber erstmal wir fordern dies und das. Das ist nur lächerlich.
Oder Zitat:"wir halten diese form des protestes für notwendig, weil wir uns nicht nur als konsumentinnen wohlfahrtsstaatlicher Leistungen sehen, die jetzt durch die kürzungen bedroht sind, sondern unsere lebens- und lernverhältnisse selbst mitgestalten wollen."
Wenn ihr selbst mitgestalten wollt,warum finanziert ihr dann nicht euer Studium selber?
Weil ihr nähmlich die wohlfahrtsstaatlichen Leistungen wollt(irgendwo hört die Autonomie ja auch auf,nicht wahr?) und ihr kein Problem habt, auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung zu lernen.
Selbstbestimmtes Studium? Nein lieber ein schnelles(okay,die Semesterferien gehören auch schon lange radikal gekürzt,aber naja),effektives Studium, das die Leute schneller in den Arbeitsmarkt bringt und Steuern zahlen lässt.
Der Sinn eines Studiums ist es doch nicht noch mehr pseudoelitäre Dummschwätzer zu züchten.