Der Gipfel der Höhe
Der Gegen-Gipfel zum Treffen der acht reichsten Industrienationen wurde in mehreren Hinsichten gleich mehrfach "gegipfelt": Einen Gipfel der Lächterlichkeit leistete sich zumindest die Polizei in den Nachmittagsstunden des vorletzten Protesttages (Donnerstag), als sie mit neun (!) Wasserwerfern vor der Wiese am Westtor anrückte. Trotz erhobener Hände der Blockierwilligen setzte die Polizei Schlagstöcke ein.
Die Stimmung an diesem Nachmittag hat Festival-Charakter, laute Musik schallt aus einem herbei geeilten Bus. Das Korn steht hoch, einige Obstbäume und jede Menge Klatschmohn zieren die Wiesen. Auf dem Wiesenabhang, der sich unterhalb der Zufahrtsstraße zum Sicherheitszaun ausbreitet, liegen hunderte Menschen in der Sonne. Weiter oben versuchen etwa zweihundert Menschen, die Straße zu besetzen oder zumindest zu blockieren. Die Polizei ist mit vier Wasserwerfern und behelmten Beamten im Einsatz. Vereinzelt ist die Straße passierbar - ein Demonstrant zieht durch die Menge, um diese unerfreuliche Information zu verbreiten und zu einer verstärkten Blockade aufzurufen. Doch die meisten lassen sich nicht stören, mit Tamburin und bunten Tüchern tanzt eine Gruppe Frauen in der Menge. Direkt vor dem Sicherheitszaum hatten bereits seit dem Vortag hunderte Demonstranten versucht, die Zufahrtsstraße nach Heiligendamm am Westtor zu blockieren.
Clownerie trotz Truppentransport
Plötzlich wird es laut am Himmel. Es ist das dumpfe Geräusch herannahender Hubschrauber, es klingt bedrohlich und wird lauter - schon bald ist ein Geschwader aus vier Truppentransporthelikoptern am Horizont sichtbar. Die schweren Maschinen landen direkt vor dem Sicherheitszaum, PolizistInnen in Kampfmontur springen heraus und formieren sich. Die Menge schreckt auf, eine Gruppe (halb-)nackter Demonstrierender läuft ihnen wie ein Begrüßungskommando entgegen, sie skandieren: "G 8 ist - nackte Gewalt" und winken dabei. Auch die Rebel Clown Army spielt ihr ganz eigenes Spiel mit den Neuankömmlingen: Sie beten die Polizeikette an, werfen sich immer wieder vor ihr auf die Knie, mit karierter Clown-Flagge und rosa Regenschirm. Die Späße der Clowns treffen den Nerv der Demonstrierenden: Haarscharf an der Grenze zur Ordnungswidrigkeit sind ihre Parodien immer noch so lustig, dass die iiritierten Kampfpolizisten nicht wissen, was sie mit den Clowns machen sollen.
Rangeleien und beschädigtes Trommelfell
Da die Situation an der Straße unverändert bleibt und viele nicht wissen, ob sie bleiben oder gehen sollen, laufen etliche BlockadeteilnehmerInnen zu einem Plenum zusammen. Die Polizei wittert ihre Chance: Sie ziehen vorn bei den Wasserwerfern einen Demonstrierenden aus der Menge und provozieren eine Rangelei. Aufgeregt strömt das Plenum auseinander, Entscheidungen können nicht getroffen werden - dafür setzt die Polizei nun einen der Wasserwerfer ein, den sie vorher auch brav ankündigt mit "Wasser Marsch". Die Menge ist aufgeschreckt. Ein paar Flaschen (aber viele aus Plastik) fliegen in Richtung Wasserwerfer, die Polizei ruft - scheinbar gut gelaunt - zur Ruhe auf und kündigt erneute Wassersalven an. Ein Demonstrant wird so stark von einem Wasserstrahl ins Ohr getroffen, dass ein Sanitäter kommen muss. Die Polizeikette vor den Wasserwerfern geht brutal gegen die vorderste Reihe der Demonstierenden vor, Schlagstöcke kommen zum Einsatz.
Neun Wasserwerfer im Einsatz
Doch Minuten später wird es für alle ernst. Eine neue Helikopterarmada bringt noch mehr Nachschub, die das hintere Wiesengelände absichern soll - der Einssatzleiter fordert plötzlich die Presse auf, hinter die Polizeikette zurückzutreten: "Wenn sie vor der Kette bleiben, können Sie nicht mehr zurück". Es werden weitere Wasserwerfer aufgefahren, der Straßenabschnitt ist nun ironischerweise komplett mit Polizeifahrzeugen blockiert.
Erst weiter unterhalb der Wiese ist das Ausmaß des Polizeieinsatzes sichtbar: Neun Wasserwerfer sollen die Demonstrierenden den Abhang herunter treiben, dazu dutzende Hundertschaften. Zum Höhepunkt dieser "deeskalierenden" Maßnahme treten die berittenen Einheiten auf: Polizistinnen in grüner Kampfmotur und weißem Helm zu Pferde kommen langsam auf die Wiese getrabt. Als das Kommando "Wasser Marsch" ertönt, spritzen aus 18 (!) Werferrohren gleichzeitig Wasserfontänen, die die Menge den Hügel hinab treiben.
"Deeskaltation" beschönigt Polizeigewalt
Ein Spektakel sondergleichen, doch vorne haben die Demonstrierenden nichts zu lachen: Mit Schutzschildern und Schlagstöcken werden diejenigen von der Polizei malträtiert, die noch ganz vorne sitzen. Immer wieder sind erhobene Hände zu sehen. Gewalt wird von Seiten der Polizei dennoch angewandt. Vor allem gemessen an seiner Notwendigkeit kommt dieses dramatische Spiel eher einer Posse gleich: Es war nicht der erste Tag, an dem die Polizei unverhältnismäßig gegen Demonstrierende GipfelgegnerInnen vorging, nur zeigt sich hier wirklich der Gipfel der Höhe.
Clownerie trotz Truppentransport
Plötzlich wird es laut am Himmel. Es ist das dumpfe Geräusch herannahender Hubschrauber, es klingt bedrohlich und wird lauter - schon bald ist ein Geschwader aus vier Truppentransporthelikoptern am Horizont sichtbar. Die schweren Maschinen landen direkt vor dem Sicherheitszaum, PolizistInnen in Kampfmontur springen heraus und formieren sich. Die Menge schreckt auf, eine Gruppe (halb-)nackter Demonstrierender läuft ihnen wie ein Begrüßungskommando entgegen, sie skandieren: "G 8 ist - nackte Gewalt" und winken dabei. Auch die Rebel Clown Army spielt ihr ganz eigenes Spiel mit den Neuankömmlingen: Sie beten die Polizeikette an, werfen sich immer wieder vor ihr auf die Knie, mit karierter Clown-Flagge und rosa Regenschirm. Die Späße der Clowns treffen den Nerv der Demonstrierenden: Haarscharf an der Grenze zur Ordnungswidrigkeit sind ihre Parodien immer noch so lustig, dass die iiritierten Kampfpolizisten nicht wissen, was sie mit den Clowns machen sollen.
Rangeleien und beschädigtes Trommelfell
Da die Situation an der Straße unverändert bleibt und viele nicht wissen, ob sie bleiben oder gehen sollen, laufen etliche BlockadeteilnehmerInnen zu einem Plenum zusammen. Die Polizei wittert ihre Chance: Sie ziehen vorn bei den Wasserwerfern einen Demonstrierenden aus der Menge und provozieren eine Rangelei. Aufgeregt strömt das Plenum auseinander, Entscheidungen können nicht getroffen werden - dafür setzt die Polizei nun einen der Wasserwerfer ein, den sie vorher auch brav ankündigt mit "Wasser Marsch". Die Menge ist aufgeschreckt. Ein paar Flaschen (aber viele aus Plastik) fliegen in Richtung Wasserwerfer, die Polizei ruft - scheinbar gut gelaunt - zur Ruhe auf und kündigt erneute Wassersalven an. Ein Demonstrant wird so stark von einem Wasserstrahl ins Ohr getroffen, dass ein Sanitäter kommen muss. Die Polizeikette vor den Wasserwerfern geht brutal gegen die vorderste Reihe der Demonstierenden vor, Schlagstöcke kommen zum Einsatz.
Neun Wasserwerfer im Einsatz
Doch Minuten später wird es für alle ernst. Eine neue Helikopterarmada bringt noch mehr Nachschub, die das hintere Wiesengelände absichern soll - der Einssatzleiter fordert plötzlich die Presse auf, hinter die Polizeikette zurückzutreten: "Wenn sie vor der Kette bleiben, können Sie nicht mehr zurück". Es werden weitere Wasserwerfer aufgefahren, der Straßenabschnitt ist nun ironischerweise komplett mit Polizeifahrzeugen blockiert.
Erst weiter unterhalb der Wiese ist das Ausmaß des Polizeieinsatzes sichtbar: Neun Wasserwerfer sollen die Demonstrierenden den Abhang herunter treiben, dazu dutzende Hundertschaften. Zum Höhepunkt dieser "deeskalierenden" Maßnahme treten die berittenen Einheiten auf: Polizistinnen in grüner Kampfmotur und weißem Helm zu Pferde kommen langsam auf die Wiese getrabt. Als das Kommando "Wasser Marsch" ertönt, spritzen aus 18 (!) Werferrohren gleichzeitig Wasserfontänen, die die Menge den Hügel hinab treiben.
"Deeskaltation" beschönigt Polizeigewalt
Ein Spektakel sondergleichen, doch vorne haben die Demonstrierenden nichts zu lachen: Mit Schutzschildern und Schlagstöcken werden diejenigen von der Polizei malträtiert, die noch ganz vorne sitzen. Immer wieder sind erhobene Hände zu sehen. Gewalt wird von Seiten der Polizei dennoch angewandt. Vor allem gemessen an seiner Notwendigkeit kommt dieses dramatische Spiel eher einer Posse gleich: Es war nicht der erste Tag, an dem die Polizei unverhältnismäßig gegen Demonstrierende GipfelgegnerInnen vorging, nur zeigt sich hier wirklich der Gipfel der Höhe.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
"Deeskalation beschönigt Polizeigewalt"
Schwere Verletzungen
Die Vorstellung, dass Wasserwerfer lediglich durch die Nässe (und gelegentlich beigefügtes Tränengas) abschreckend wirken, ansonsten aber ungefährlich seien, ist nicht haltbar! Insbesondere bei dem eingesetzten Wasserdruck und gezielten Schüssen auf einzelne Menschen. Da dieser hohe Druck und die gezielten Schüsse auf Menschen insbesondere bei Blockaden am West Gate (Hinter Bollhagen) keine Ausnahme waren, ist davon auszugehen, dass schwere Verletzungen von der Polizei zumindestens billigend in Kauf genommen wurden.
Die Wasserwerfer
BRD, BULLENSTAAT,...
Dutzende Hundertschaften
Pisa,,,
Verletzungen
nebeneffekt
"Tschuldigung! Tut aber nichts zur Sache!
Also gut: 3600, was ich eigentlich auch meinte und eben wohl kaum sein kann... 3600 wäre die Mindestzahl für "mehrere Dutzend", bei 6 Dutzend wären wir schon bei 7.200 usw. aber schon 3600 ist eindeutig sehr hart an der Grenze. Nicht auf EINEM Fleck an DEM Tag. Dafür waren die Kapazitäten nicht da. Erst Mittwoch hatte man aus mehreren Bundesländern weitere Hundertschaften angefordert, u.a. weil zu viele Einsatztrupps vor Ort schon viel zu viele überlange Schichten geschoben hatten. 18.000 Polizisten können nicht rund um die Uhr gleichzeitig im Einsatz sein, gerade in der Phase war aber sowohl tagsüber als auch nachts ein breiter Kräfteeinsatz. Viele Kräfte waren z.B. wegen den Schlafblockaden nachts eingebunden, Rostock war auch an den Blockadetagen ein kräftebinender Sicherungsschwerpunkt, dann gab es die Einbindung an Gefangenensammelstelen, was auch zig Kräfte einbindet und die Überwachung von Bahnhöfen und Verbindungswegen und die Kontrollen hier und dort waren auch kräfteaufwendig.
Wenn Mensch "mehrere Dutzend" sagt, dann meint er MINDESTENS 3.600, oder aber 7200 oder gar 9800 (drei Dutzend, sechs Dutzend, neun Dutzend), was schon wegen der Kapazitätenfrage nicht sehr plausibel ist. Dass es eine etliche Hundert umfassende, gigantische Horde war, bestreitet kein Mensch. Es ist einfach nur wichtig, auf korrekte Sprachwahl zu achten, damit ein klares Bild zustande kommt.
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