Polizei verantwortlich für Eskalation

Thomas Trueten 04.06.2007 15:37 Themen: G8 G8 Heiligendamm Repression
Die aktuelle Presseerklärung von gipfelsoli.org sowie das verlinkte Video deckt sich weitgehend mit dem, was ich selber erlebt habe. Samstag war ich zusammen mit ca. 80.000 Menschen in Rostock um gegen den nahenden G8-Gipfel in Heiligendamm zu demonstrieren. Während die Polizei behauptet, auf Angriffe reagiert zu haben, wird in dem Video deutlich, dass den Auseinandersetzungen eine brutale Festnahme und ständige Provokationen vorangingen. Eine Gegenaufklärung ist dringend nötig, damit die Inhalte der Proteste nicht noch weiter ausgeblendet werden können.
Mit Razzien, durch unzählige Provokationen und Schikanen wurde seit Monaten von staatlicher Seite die Stimmung systematisch aufgeheizt. Während unsere Anreise per attac Zug ohne Komplikation verlief, begannen am Platz der Freundschaft erste Provokationen durch Behinderung der Pressearbeit durch die Polizei, die die Eisenbahnbrücke mit der Begründung, die sei "Privatgelände" räumen wollte.

Dabei wurden einige Presseleute auch mit körperlicher Gewalt von der Brücke gedrängt. (Bild 2)

Die Proteste der Pressefotografen und der zu diesem Zeitpunkt an der Brücke eingetroffenen Demonstration zeigten dann Erfolg. (Bild 3)

Die Polizei war während der Demonstrationen ständig zu sehen, vor allem der ständig im Tiefflug über der Demonstation schwebende Hubschrauber nervte gewaltig und übertönte über weite Teile des Zuges die Demonstrationsparolen und -reden. (Bild 4)

Als die beiden kilometerlangen Demonstrationszüge am Rostocker Hafen ankamen, verstärkten sich die Provokationen durch die Polizei. Um mir einen Überblick über das riesige Gelände, das ca. 60.000 Menschen Platz bietet zu verschaffen, bin ich auf eine Anhöhe gegangen, die in einiger Entfernung zum Ort des Geschehens lag. Von dort aus konnte ich verfolgen, wie die Polizei offenbar versuchte, den "schwarzen Block" durch Angriffe auf deren Truck zur Gegenwehr und Angriffen zu veranlassen. (Bild 5)

Als dies nicht zum Erfolg führte, wurden gezielt Polizeikräfte durch die Menschenmenge und durch die Demonstrationen geführt. (Bild 6)

Dabei kam es nach Augenzeugenberichten zu Handgreiflichkeiten durch die Polizei. Das löste dann auch Steinwürfe einzelner Personen aus, zu deren Identität und Herkunft sich aus der Entfernung natürlich nichts sagen lässt. Es können genauso gut Provokateure bei den Steinewerfern dabei gewesen sein. (Bild 7)

Die unzähligen Aktionen der Polizei zogen sich über Stunden bis zum Abend hin. Wenn man vor der Bühne stand, bekam man nicht mit, was am anderen Ende des Platzes passierte. Das Konzert wurde zwar zweimal unterbrochen, um die Menge auf die Polizeirepressionen hinzuweisen, es wäre meiner Ansicht nach richtig gewesen, das Konzert abzubrechen, bzw. so lange zu unterbrechen, bis die gesamte Menschenmenge auf dem Platz auf die Polizeiaktionen aufmerksam geworden ist und dagegen protestieren kann. So waren die unmittelbar vor Ort beteiligten Demonstranten den Angriffen der Polizei ausgeliefert und nur eine unzureichende Koordination des Widerstandes möglich. Warum das so behandelt wurde, wird für mich in den folgenden Aussagen deutlich: »Wir wollen euch nicht sehen!«, erklärte ATTAC-Sprecher Peter Wahl am Sonntag im Fernsehsender nt-v in Richtung Autonome. Bei dem »schwarzen Block« handele es sich »um eine Gruppe von Personen, die mit der Absicht, Krawall zu machen, angereist ist.« Woher er diese Einschätzung nimmt, kann er nur selber wissen. Ob er will oder nicht, liefert er mit dieser Aussage jedoch eine Steilvorlage zur Spaltung der breiten Bewegung. Siehe auch die attac Presseerklärung:
 http://www.attac.de/service/newsletter/public/archive.php?id=55

Nachdem im schon Zug kaum an Schlaf zu denken war, bin ich in die Rostocker Innenstadt um ein wenig auszuruhen und etwas zu Essen. Leider war Burger King schon zu, da hätte mit das Essen aber auch nicht geschmeckt, also sind wir weiter bis wir etwas geeignetes fanden. (Bild 9)

In der Innenstadt das selbe Bild, überall Polizei, Karstadt hatte die Fenster vernagelt. (Bild 10)

Wir dann lieber wieder an den Hafen gegangen. Dort hatte sich inzwischen die Auseinandersetzung verschärft, die Polizei hatte Wasserwerfer und Panzerwagen aufgefahren. (Bild 11)

Auf dem Platz am Hafen habe ich zu diesem Zeitpunkt keinen "schwarzen Block" mehr gesehen, sondern nur eine Masse von Demonstanten, die versuchten, dem Konzert zuzuhören, etwas an den zahlreichen Essens- oder Getränkeständen zu bekommen. Das war jedoch ab dem mittleren Bereich des Platzes kaum mehr möglich, da ständig die BFE - Einheiten und andere Polizeikräfte aus meiner Sicht ohne Grund in die Menschenmenge eindrangen. (Bild 17)

Wer von den Festgenommenen Widerstand leistete, wurde auch von der zahlreich vertretenen Zivilpolizei mit Reizgas fertig gemacht.  http://media.de.indymedia.org/images/2007/06/180287.jpg

Als es für einige Beamte zu eng wurde, kam es wiederholt zum Wasserwerfereinsatz, bei dem ich mich - unfreiwillig - auch mit einer vollen Ladung erfrischen konnte. (Bild 14)

Kurze Zeit später stiegen mir die Tränen in die Augen. Vor lauter Tränengas, mit dem die Menge auf dem Platz wiederholt bei Einsätzen beglückt wurde. (Bild 15)

In der Nähe des Platzes waren zahlreiche Anwohner auf der Straße, und forderten die Polizei auf, die Provokationen zu unterlassen. (Bild 16) Leider hatte dieser Protest kaum Einfluss.

Im Verlauf des Abends sind wir dann ins Camp gegangen, um auszuruhen und uns für die Rückfahrt am nächsten Morgen vorzubereiten. Auf dem Weg dort hin trafen wir auf weitere Wasserwerfer und sahen 7 Transporthubschrauber über dem Camp fliegen.

Das Camp am Grenzschlachthof im Rostocker Hafen selbst ist eine Ansammlung von Barrios mit hunderten von Zelten, Infoständen und einem großen Zirkuszelt.

Da nicht klar war, ob das Camp von der Polizei abgeriegelt wird, sind wir später wieder in die Innenstadt gegangen, in der Hoffnung, eine Kneipe zu finden, die noch auf hat. Die Innenstadt war jedoch bis auf die zahlreiche Polizei und umherziehende Demoteilnehmer praktisch entvölkert, die bürgerlichen Medien hatten in ihrer Berichterstattung ganze Arbeit geleistet, wer von den Rostockern sich nicht lieber selber ein Bild vor Ort machte, blieb wohl lieber zuhause.

Für den heutigen Montag sind mehrere dezentrale Protestaktionen sowie eine »Demonstration für globale Bewegungsfreiheit« vorgesehen. Am Dienstag ist eine Palästinaveranstaltung geplant, außerdem stellt sich die Linksfraktion des Bundestages in Bad Doberan der öffentlichen Diskussion. In den Camps finden abends Kulturveranstaltungen statt. Mittwoch und Donnerstag finden die Blockaden der Zufahrten nach Heiligendamm statt. An diesen Tagen findet auch der alternative Gegengipfel statt.
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Ergänzungen

Interview mit kritischem Polizeipsychologen

Abseits vom geschehen 04.06.2007 - 16:35
In einem Interview mit Deutschlandradio Kultur heute morgen beurteilte der Münchener Polizeipsychologe Georg Sieber das Vorgehen der Polizei auf Rostocker Demo am Sonnabend als »einsatztechnische Dummheit«.
mehr...

Von vornherein habe eine Eskalation bestanden, Polizeibeamte seien in sehr ungewöhnlicher Ausrüstung angetreten, schätzte Sieber ein. Auf den ersten Blick hätten man sie »glatt mit Marines im Irak verwechseln« können. Der Einsatz sei »von vornherein daneben« gewesen. Wichtige Grundsätze wären nicht beachtet worden, wie der unbedingte Vorrang psychologischer Mittel vor einer Anwendung unmittelbarer Gewalt. Eine Demonstration gehöre den Demonstranten, die »natürlich sauer reagieren oder sich bedroht fühlen, wenn man ihnen die Straße wegnimmt«. In Rostock hätte man »lehrbuchgerecht alles so gemacht, wie es nicht sein soll«. Seine Einschätzung sei kein Vorwurf an die Einsatzleitung der Polizei, denn es »sei ja womöglich sogar auch politisch so gewollt« gewesen.

Die vollständige Textfassung des Interviews bei Deutschlandradio Kultur.
Externer Link:  http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/631797/

Interview mit Polizeipsychlogen

D. aus O. 04.06.2007 - 16:48
Auf Deutschlandradio wurde heute ein Interview mit dem Polizeipsychologen Georg Sieber geführt, der eine kritische Bewertung der Polizeiaktionen in Rostock abliefert. Zu lesen unter folgendem Link:

eine kleine anmerkung am rande

WinNy tHe pOOh 04.06.2007 - 18:07
wie von einigen lieben mitmenschen schon angemerkt wurde, stellen einige bilder andere dinge dar als in dem text selbst beschrieben wurde. nun gut, das ist nicht optimal aber viel schlimmer ist dieses widerliche rumgelaber von irgendwelchen verwöhnten krümelkackern welche für jede BESCHRIEBENE,und somit ausreichend dargestellte situation noch das passende bildchen brauchen... wenn man seinen kopf einschaltet sollte man kraft seiner fantasie in der lage sein, sich die beschriebenen situationen selbst auszumalen. dann hätte man es auch nicht nötig, gute artikel wie diesen schlechtzumachen. leute! - hier sind keine profis am werk und das ist auch besser so ;)

falsche/einseitige Darstellung

bla 04.06.2007 - 18:14
Deine Darstellung, dass die Eskalation nur(!) durch die Polizei verursacht wurde ist in meinen Augen schlichtweg nicht richtig. Meine Wahrnehmung war da eine ganz andere. Sicherlich sind auch der Polizei Vorwürfe zu machen, vor allem, was die spätere Eskalation und die Straßenschlachten angeht, aber ich frage mich, wie man sich so provoziert fühlen kann, dass man Autos anzünden muss. Ich war zwar nicht im Demonstrationszug, der vom Bahnhof kam, aber für meine Begriffe sind die Straßenschlachten unnötig gewesen. Und es war eindeutig, dass viele der militanten Demonstranten nicht auf Gewalt der Polizei reagiert haben, sondern ganz offensiv auf Straßenschlachten hingearbeitet haben, teilweise sogar vorbereitet waren (Brandsätze etc.). Der Protest hätte gewaltfrei bleiben können und daran, dass es nicht so war trägt nicht nur die Polizei die Schuld. Meine Meinung.

Und übrigens, das Foto, das belegen soll, das Burgerking zu hatte ist lustig, weil der Eingang von außen von Demonstranten zugeklebt wurde, während drinnen der Betrieb ganz normal weiter lief. Und das klebeband wurde ca. nach einer Minute wieder abgemacht. Ich hab jedenfalls währendessen dort drin gesessen und versucht ein wenig zu schlafen.

bürgerliche verschwörungstheorien

honk 04.06.2007 - 18:55
Die Blöd-Zeitung ergeht sich in Verschwörungstheorien, u.a. der ach so weithergeholten Durchsetzung des schwarzen Blocks mit V-Männern:

Die Krawalle in Hamburg haben die Polizei alarmiert – jetzt soll Hightech Randale beim G8-Gipfel in Heiligendamm von Anfang an unterbinden.
Während die erwarteten Straßenblockierer möglichst gewaltfrei weggetragen werden sollen, will die Polizei gewaltbereite Störer an empfindlicher Stelle treffen: bei Koordination und Kommunikation!
Das ist geplant:
 http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/05/30/globalisierung-polizei/geheimkonzept-sicherheit-mobilfunk.html

Was mir neu war:
Außerdem werden die Zufahrtsstraßen nach Heiligendamm und Umgebung per Video überwacht, Kfz-Kennzeichen automatisch überprüft (extra Landesgesetz geändert).

hat irgend jemand informationen zur automatischen Kgz-Zeichen-Erkennung und der Veränderung des Landesgesetzes?

Eine Internetplatform zur Wissensbildung von unten bzgl. des Polizeieinsatzes, mit Bild und Videoeinstellmöglichkeit erscheint mir sinnvoll. da ich hosten kann: welches system wäre dafür sinnvoll.

insb. aufnahmen des kleidungstechnisch allzu disziplinierten schwarzen blocks wären ja ein guter anfang.

02.06. aus sicht eines "bürgerlichen"

mich 04.06.2007 - 19:23
Hallo Allerseits!

Wie im Titel schon angekündigt sortiere ich mich eher im polititschen Zentrum ein, und behaupte daher einer gemäßigte Mehrheit anzugehören. Im Rahmen der Proteste und der anschließenden Krawalle habe ich ausführlich die Medienberichterstattung verfolgt, indymedia eingeschlossen. Hier habt ihr mein Fazit aus dieser Beobachtung:

1. Die tatsächliche Eskalation ging von keiner einzelnen Seite aus, allerdings hat
2. die Polizei ab einem bestimmten Zeitpunkt stark überreagiert, Auslöser waren mE entweder Angriff auf das Polizeiauto und die darin sitzenden ungepanzerten Polizisten, oder der Angriff auf die anrückende Feuerwehr
3. Ziel der auf Seite des schwarzen Blocks aktiven Steinewerfer für diesen Tag scheint ausschließlich das Rumprügeln mit der Polizei gewesen zu sein, weder in den Massenmedien noch hier auf Indymedia hab ich irgendein davon abweichendes, vielleicht sogar politisches Ziel gelesen. (Sollte ich mich hier irren bitte einen link mit in die Antwort)
4. Die Ziele der anderen an der Demo beteiligten Gruppen wurden wegen der stark diskutierten Frage der Angemessenheit der Militanz (bei IM) bzw. der reisserischen Berichterstattung zu den Krawallen kollektiv ignoriert, und werden erst durch die Aktionen der folgenden Tage bekannt(Blockade McDonalds, Migrationszentrum etc.)


Jetzt bin ich schonmal gespannt auf die Kommentare ;)

mfg mich

Protest oder Weltvölkerfest

Hier und da Gewesener 04.06.2007 - 21:03
Ein paar persönliche Eindrücke vom Samstag
[Erstmal werde mich hüten, hier näher oder im speziellen auf irgendwelche Auseinandersetzungen detailreich einzugehen...die Spalterei & Gerüchtebrodelei im Nachhinein empfinde ich allerdings als unerträglich & beängstigend, und möchte daher teilweise Stellung beziehen, und einige meiner (ausdrücklich) persönlichen Eindrücke vermitteln.]

btw:
Es war ja abzusehen, daß ein gewaltiges Medieninteresse & eine derartige Medienpräsenz vorherrschen werden, deren Penetranz und unbedarfte Einmischung in teilweise bedrohlichen und brenzligen Situationen ist aber, meiner Meinung nach, nicht direkt genug kritisiert bzw. angegangen worden.

An den Sammelpunkten der Demozüge:
Größtenteils Volksfestcharakter mit lokalen Würstchenbratern, Brauereiständen, Merchandise-Tischen & Info-Ständen der "großen" Interessenverbände auf Mitgliederfang. Einige "gute" wie "schlechte" Rede- und Konzertbeiträge. Wenig "soli" bzw. selbstorganisiertes.
Nur vereinzelt Polizei im Sichtfeld & an der Veranstaltungsspitze bzw. dem -ende, öfter kreisen Hubschrauber über den Sammelpunkten, in den Seitenstrassen stehen sicht-/ und "unsichtbar" viele Hundertschaften bereit.

In den Demozügen:
Karnevalsgruppen, Selbstdarsteller, systemkonform & wirtschaftl. orientierte Interessenverbände mit "Werbeplakaten" und "-fahnen", Spalter etc. ...kaum lautstarker Protest, bis auf die lobenswert hervorzuhebenede "Clowns-Army" keine Spontanität - auch nicht an Bezugspunkten, wenig Info- und/oder sonstige Aktionen...protestierend wirkte & klang lediglich & ausschließlich eine wirklich eindtrucksvolle, geschlossen auftretende große Gruppe, von üblichen Verdächtigen in "Ausgehkleidung"; von der oben schon erwähnten und wirklich kreativen, aber auch speziellen, Clowns-Army einmal abgesehen. Glückwunsch noch einmal zu den gelungenen Aktionen, die neben den Karnevalszügen zwar viel, aber leider nicht die verdiente Aufmerksamkeit & Unterstützung erfuhren, bedingt natürlich auch durch den Lärm der niedrig kreisenden Hubschrauber...

Um die Demozüge und in den Seitenstrassen:
Viele mit Nato-Draht gesicherte Polizei-Kasernen, überall unzählige Cyber-Cop Hundertschaften teilw. "getarnt" positioniert, diverse Doku-Trupps in Fenstern, Grünanlagen und auf Anhöhen. Räumpanzer & viele Wasserwerfer in den Seitenstrassen. Spätestens kurz vor Erreichen des Veranstaltungsgeländes am Hafen, kommt es zu massive Provokation seitens der Polizei, diese rückt getarnt hinter uneinsehbaren Grünstreifen und Parkanlagen, sowie Autoparks vor, und es kommt immer wieder zu Übergriffen in Form von "Schubsern" und Tritten beider Seiten, die dann auch zu den, meinen Eindrücken nach, ersten "Ausschreitungen" führen. Der deutlich provokativ aufgestellte & später angegriffene Poilzeiwagen, den die Medien immer wieder als Auslöser ins Rampenlicht zerren, war zu diesem Zeitpunkt, meinem Eindruck nach, noch unversehrt(daß das in den Medien immer wieder auftauchende brennende Autowrack ein Anderes, und immer wieder das Selbe ist, braucht wohl nicht weiter erwähnt zu werden). An- & Aufgerückt ist die Polizei vermeintlich, um die angrenzenden Fußgängerzonen mit Banken und Einkaufstempeln zu schützen.

Über den Demozügen:
Mindestens 3 Polizei-Helikopter mit hochauflösenden Kameras, die selbst aus großer Höhe bessere Fotos bzw. Videos aufnehmen, als jeder Doku-Trupp am Boden. Diese kreisen immer wieder verhältnismäßig niedrig über der Menge & benutzen insbesondere große Häuserschluchten um durch eine noch niedrigere Flughöhe empfindliche Gemüter einzuschüchtern & lautstarke Beiträge bzw. die Geräuschkulisse der Demo und deren Koordination einzudämmen bzw. zu behindern.

Auf dem Veranstaltungsgelände am Hafen:
Wieder Volksfestcharakter mit Kommerzbuden der lokalen Freß- und Brauereiwirtschaft, nichts "selbstorganisiertes" bzw. "soli-mäßiges". Mit wenigen Ausnahmen "Goldesel" der Majors neben Selbstdarstellern & Werberednern der großen Interessengruppen auf der Bühne, außerdem Merchandise-Stände von Veranstaltern und Interessengruppen, neben einigen mehr oder wenig eindrucksvollen bzw. kreativen Exponaten. "Nebenbei" ziehen in Sichtweite des Veranstaltungsgeländes an allen Zugangsstrassen und -wegen demonstrativ mehrer Hundertschaften Cyber-Cops auf, an der gegenüberliegenden Seite ist das Gelände durch das Hafenbecken begrenzt. An beiden "Enden" der großen Ausfallstrassen, die seitlich vom Hafengelände wegführen, haben sich, außer Sichtweite der meisten, ebenfalls mehrere Hundertschaften nebst Räumpanzern & Wasserwerfern positioniert. Zu diesem Zeitpunkt ist es nahezu unmöglich, die direkte Umgebung der Veranstaltug zu verlassen, ohne irgendwo in eine Hundertschaft schwer bewaffneter Polizisten zu tappen.

Über dem Veranstaltungsgelände am Hafen:
Kontinuierlich kreisen Hubschrauber dicht über der Menge, verhindern eine vernünftige Koordination der Demonstrierenden und machen Musik- sowie Redebeiträge & Aufforderungen trotz großzügig verteilter Lautsprecheranlagen für viele unverständlich. Nicht zuletzt dieser Umstand hat, ob gewollt oder ungewollt, meiner Meinung nach dazu geführt, daß sich viel an Schaulustigen, Sensationstouristen, selbsternannten "Ordnugskräften" & Selbstdarstellern zu den Kameras und den Auseinandersetzungen im Umfeld gesellt hat, ohne von Veranstaltern oder den Zuhöhrern vor der Bühne entsprechende und nötige Untertützung zu erfahren. Eine Spaltung, wie sie im Buche steht! Taktik aufgegangen...Gefahr erhöht!

Unverständlich:
Das hier einige scheinbar Anwesende immer noch unken, ihre Meinung doch "frei" geäußert & "frei" protestiert haben zu können, ja sogar Spaltung und Diffamierung bzw. Denunziation denen gegenüber betreiben, die vermeintlich die Lage erkannt haben & teilweise gezwungen bzw. genötigt waren zu reagieren, bleibt mir absolut ein Rätsel.
Während Ihr mit Anderen für eine angeblich gemeinsame Sache eintretet, öffnet doch bitte die Augen, bei dem was um Euch herum passiert & legt die angstgeprägten, bedürfnisorientierten Scheuklappen der Naivität ab, sonst ist jeder gemeinsame Kampf bereits verloren, bevor er auch nur angefochten wurde!
Glaubt wirklich irgendwer, den Gipfel zu verhindern, indem er/sie/es sich an den Fahrplan der Organisatoren /-innen eben dieses Gipfels bzw. deren vorgegebenen Handelsrahmen hält? Glaubt wirklich irgendwer, den Organisatoren /-innen DIESES Gipfels fehlt irgendwann eine Rechtfertigung bzw. das Kapital für die Finanzierung dieser Gipfel, bei den Themen & Summen die dort sonst noch besprochen werden - die alltäglichen Summentransfers der Gipfelteilnehmer mal außenvor? Ähm...HALLO! Machtmittel einzusparen, ist zwar immer noch der Herrschenden zweitgrößtes Hobby, neben dem Ansammeln natürlich - und mit ihrer Eskalationstaktik bei vorangegangenen Gipfeln, im Vorfeld dieses Gipfels & Vor-Ort tun sie ja auch all ihr Möglichstes in dieser Sache - entscheidend ist aber, daß der Gipfel sich unter den derzeitigen politischen Umständen in allen Bereichen, anders als in den Massenmedien berichtet, wichtiger denn je gestaltet; es geht um Neuorientierung/ -strukturierung zur Machtwahrung & -rückgewinnung bzw. Erweiterung, und das ist ihnen wohl weltweit unübersehbar wichtiger als Klima- oder Schuldenpolitik, die Nebensache sind, und in einem kapitalistischen System interessenorientiert einher zur Wirtschaftsentwicklung gehen. Bei einigen Kommentaren & Äußerungen Vor-Ort, frage ich mich wirklich: "Soll der Gipfel und dessen Auswirkungen hier wirklich verhindert werden, oder nur dessen Struktur geändert werden, damit hier einige ihre Nische im System finden und/oder ihre wichtige Position im Rahmen des Ganzen darstellen können ?"

Zu den Auseinandersetzungen:
Den unter "Um die Demozüge und in den Seitenstrassen" beschriebenen Eindrücken, der, meiner Meinung nach, für die Eskalation verantwortlichen ersten Auseinandersetzungen, folgten unzählige kleine Attacken beider Seiten, wobei die Polizeieinheiten weiterhin alles andere als deeskalierend vorgingen. Mit voranschreitender Zeit, griffen diese immer häufiger (und aus meiner Perspektive völlig unnötig und unangemessen) zu Tränengas, welches unkontrolliert und in kleinen Sprengkapseln(Cluster), die sich in mehrere kleine Kapseln teilten, die dann Tränengas versprühten, weit in die Menge gefeuert wurde. Auch das Vorgehen mit der Tonfa und gegen bereits am Boden liegende sichtlich Verletzte wurde immer brutaler. Hierbei gingen die agierenden Polizei-einheiten immer öfter vermeintlich wahllos vor, mußten sich teilweise gegenseitig "bremsen", und trieben die Auseinandersetzung immer häufiger weit auf das Veranstaltungsgelände, wo zwangsläufig immer mehr der zuvor noch an den Ausschreitungen unbeteiligten von den "Maßnahmen" der Polizei betroffen waren. Nach meiner Wahrnehmung, mehrten sich zu diesem Zeitpunkt auch die Steinwürfe & Aktionen zuvor noch Unbeteiligter und/oder Schaulustiger, darunter nicht selten Betrunkene, deren Äußerungen oft so stupide wie deren Vorgehen war. Würfe & Aktionen waren nun oft unkontrolliert & unkoordiniert, dazu aus viel zu großer Entfernung geworfen und irgendwie auf irgendwo anstürmende Polizei gerichtet.
Hierbei kam es, aus meiner Sicht, nicht selten zu Verletzungen in den "eigenen" Reihen; eine der häßlichsten Aktionen, seitens einiger der eben beschriebenen Idioten, war dann wohl auch das Vorgehen gegen einen Löschwagen der Feuerwehr, der einen dämlich auf einem Parkplatz abgestellten, brennenden PKW (kann eigentl. nur ziv. gewesen sein) löschen wollte. Der Löschwagen wurde massiv mit Steinen eingedeckt, so daß die Personen im Inneren wohl genötigt waren, ihr Lösch"wasser" gegen diese einzusetzen, auch hierbei wurden natürlich Unbeteiligte getroffen. Der Löschwagen mußte unter massiven Polizei-Einsatz in Sicherheit gebracht werden, ohne den PKW löschen zu können(der Pkw aus den Medien). "Ihr absoluten Vollidioten & Vollhonks, bleibt bloß zuhause & reagiert euren Frust bei Verabredungen auf Wiesen aneinander ab! Deppen! Deppen! Deppen!
In Folge dessen, kam es dann aus meiner Sicht auch zum ersten Waserwerfer-Einsatz, wobei dieser nicht zielgerichtet war, sondern wahllos in die Menge "feuerte". Dabei wurde immer wieder weit in das Veranstaltungsgelände hinein "gefeuert", Unbeteiligte getroffen, und lose Steine wurden durch den harten Wasserstrahl teilweise weit in das Gelände "geschossen". Die Polizei-Einheiten rückten bei ihren Sturmangriffen nun auch immer weiter in das Gelände hinein, setzten dabei unvermindert Tränengas und Wasserwerfer ein. Auf ihrer Flucht gerieten dabei einige gefährlich nah an den Rand des Hafenbeckens, darunter viele Kundgebungsteilnehmer und auch Kinder, für die Polizei war dies allerdings nicht Grund genug, die Sturmangriffe & den Wasserwerfereinsatz abzbrechen. Nach einiger Zeit, und wohl auch einigen Gesprächen zwischen Demo-Orga und Einsatzleitung, hielt sich die Polizei, gegen Ende der Kundgebung am Hafen, etwas mehr zurück & positionierte sich teilweise weiter im "Hintergrund"; die Hubschrauber kreisten weiter.

Noch ein paar Gedanken:
Hier sollte es, meiner Meinung nach, unter allen Umständen zu häßlichen Bildern und spektakulären Szenen kommen, um bei künftigen Gipfeln vermeintliche Demonstranten einzuschüchtern & zu Hause zu halten. Dafür sprechen die Vorberichterstattungen in den Massenmedien, die massive Polizeipräsenz allerorts, deren oben beschriebenes Auftreten & beschriebene Maßnahmen am Hafen, die Taktik der Hubschrauber und deren Auswirkungen, und nicht zuletzt die imaginäre, unhaltbare "Luftgrenze" vor dem Zaun, all das sind Mittel einer Eskalationstaktik! Da hilft dann nur noch geschlossene Gegenwehr & Widerstand, um Schlimmeres unter den Teilnehmern zu verhindern. Wo das unvermeidbare schon jetzt passiert ist, muß nun möglichst viel Aufklärung und gegenseitige Unterstützung betrieben werden, laßt Euch nicht durch Taktiken der Einschüchterung & persönliche Befürchtungen spalten!

einseitig

Severance 04.06.2007 - 22:22
Zitat aus dem Artikel:
"»Wir wollen euch nicht sehen!«, erklärte ATTAC-Sprecher Peter Wahl am Sonntag im Fernsehsender nt-v in Richtung Autonome. Bei dem »schwarzen Block« handele es sich »um eine Gruppe von Personen, die mit der Absicht, Krawall zu machen, angereist ist.« Woher er diese Einschätzung nimmt, kann er nur selber wissen."

Nun, das lässt sich sogar ganz einfach feststellen. Wenn man sich in der Gegend umgesehen hat, dann konnte man sehen, dass bereits im Vorfeld, noch während die Demonstranten im Stadthafen einliefen, Steine gesammelt wurden. Da gab es umgerissene Straßenschilder um besser an die Gewegplatten ranzukommen, da gab es Einkaufswagen, die mit Steinen vollgeladen waren und überall in kleinen Gassen und über das Gelände verstreut fanden sich kleine Grüppchen vermummter Gestalten, die plötzlich wie auf ein Kommando losgestürmt sind.

Nun ja, ob die Maßnahmen der Polizei übereifrig waren, da kann man sicherlich drüber streiten. In einigen Fällen gegen einfache Demonstranten stimme ich dem auch zu, aber das Auftreten gegen Randalierer sehe ich gerechtfertigt.
Ich kann nur von mir ausgehen: Wenn ich mich so einem Haufen -Bild 5- gegenüber sehen würde, die mich und meine Kollegen mit Steinen beschmeissen und von der ersten Minute an auf Eskalationskurs fahren dann hätte ich genauso reagiert. Da braucht man gar nicht auf Deeskalation und auf Gespröche hoffen. Eine solche Taktik hilft mit Sicherheit bei den 80.000 Demonstranten, denn das sind vernünftig denkende Menschen. Aber nicht bei einer Horde, deren IQ sich auf dem Niveau einer Tube Senf bewegt.
Diese Affen sind einfach nur dazu angereist um zu randalieren, das konnte ich mit eigenen Augen sehen. In einer Straße in der Nähe vom Hafen war ein einzelnes Auto geparkt. Es hat keine 20 Sekunden gedauert, da waren ein paar von den Kaputten aus der MAsse ausgebrochen, haben die Scheiben des Wagens eingeschlagen und sofort wieder in der Menge verschwunden. Welchen Zweck man damit erfüllen wollte, erschliesst sich mir auch 2 Tage danach noch immer nicht.

Egal wo man sich an diesem Nachmittag/Abend befand, es war unmöglich alle Aktionen -egal von wem sie ausgingen- zu beobachten und einzuschätzen.

Von daher halte ich mich erstmal streng damit zurück, alle Maßnahmen der Polizei zu verteufeln. Ich hoffe das die weiteren Demos für uns alle friedlich ablaufen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 33 Kommentare

Copyright - Copyleft

. 04.06.2007 - 15:46
Schonmal was von Copyleft gehört?

Seinen Namen in alle Fotos reinzuklatschen ist ne saudumme Tour.

Was soll der Name im Bild

dudu 04.06.2007 - 16:03
Ich finde Deine Art und Weise Politik zu machen etwas zu selbstdarstellerisch.
Was soll das?
Nimm doch bitte den Namen raus, dass auch andere die Bilder verwenden können.
Die Bilder selber sind nämlich sehr gut..

Leider nicht so...

Supermann 04.06.2007 - 16:19
Hallo

ich selber war auch bei den Protesten dabei. Ich war auch schon letzte Woche bei der "Zangendemo" in Hamburg dabei.

Und wenn ich eines hasse, dann sind es Bullen. Aber fairerweise muss ich sagen, dieses Mal haben die Bullen sich zuerst zurückgehalten. Es gab keine, wie letzte Woche in Hamburg, einschließende Begleitung des Zuges. Also keinen Wanderkessel.

Nur leider gab es wieder Schwachköpfe, die meinten, zwei kleine Bullenwagen angreifen zu müssen. Und dann ging es erst richtig los. Zuerst hatten die Bullen zwar in Bereitschaft gestanden, aber die waren nicht wirklich aufdringlich. Erst als ein paar Demonstranten loslegten, kochte es über.

Schade.


Die Reaktion der Polizei war dann allerdings zu heftig. Tränengas hätte nicht sein dürfen.
Aber leider muss ich in diesem Fall sagen, die Polizei hat nicht allein angefanden. da bin ich schlimmeres gewohnt.
Und leider haben sich zu viele dadurch provozieren lassen.

Leute, demonstriert friedlich und Phantasievoll. Lasst euch nicht provozieren!!!!

Nie wieder Deutschland
ACAB

Lustig

Beobchter 04.06.2007 - 16:21
Die Bilder sprechen eigentlich genau eine andere Sprache... eigenartig...da schlägt keiner auf die Presse ein....da greift keiner an ...schon komisch komisch ..

Bild 5

Nicht ganz blind 04.06.2007 - 16:33
Netter Artikel, aber warum sind auf Bild Nr. 5 schon dutzende Pflastersteine vor Team Green auf dem Boden, wenn diese gerade erst mit der Provokation/ dem Angriff starten? So richtig Tempo machen sie auf dem Bild auch gerade nicht, sondern sich eher klein wegen der Steine, die auf sie zufliegen...

Echt einsehr aggressiver Angriff ...

Weiter so mit der offensiven Berichterstattung gegen die Lügen der Presse

von wegen provokation

Furzknödel 04.06.2007 - 16:41
war provoziet auf bild? also wenn ich das richtig sehe, stehen die polizisten da und es sind schon eine menge steine auf sie niedergagangen. ausserdem: was seid ihr auch für ein kindergarten, dass ihr euch von jedem wimpernzucken provoziert fühlt? gebt doch einfach zu, dass ihr die kravalle wollt und tut nicht so unschuldig.

interessant

Dein Name 04.06.2007 - 16:42
Interessant finde ich vor allem Bild 5. Da wenden sich die Leute mit den erhobenen Armen nämlich nicht den Pigs zu sondern den armen missbrauchten Hool.., äh Autonomen.

Allein schon dieses Bild spricht Bände und zeigt genau das was auch ich sah: Eine Horde randalierender Idioten.

Beobachter

mfg Polizei ;) 04.06.2007 - 16:46
Man nehme sich Bewerbungsunterlagen und schickt diese der Polizei zu ! Kapisch ?

Was ist dein Problem ? Brauchst du vielleicht noch ein Beweiß der letzten Jahre ? Schau dir allgemein auf der Welt die Bullengewalt an (ja auch in freien Demokratischen Deutschland ;) ), schau dir die Schikane der Hausdurchsungen und Kriminalsierungen an, die Berliner Bulln etc. die heute mal ihre Quittung bekommen haben und heute heulen sie der Presse vor "Wir wollen alle heil nach Hause", darauf geb ich einen fuck baby ;)!

Echt ich kann euch echt nur ein dickens fettes Taschentuch empfehlen. In weniger als 1 Monat seit ihr dann die jenigen die nach Hilfe schreien, weil der liebe Beamte euch wegen unbegründeter Tatbestände auch mal festgenommen hat (Evtl mit Hilfe eines glänzenden Knüppels). Das könnt ihr dann wiederum gar nicht verstehen?!

Es geht schon lange nicht mehr darum ,wer angefangen hat und nicht!

mfg die Polizei =D

sogenannte freie Presse

Jeff 04.06.2007 - 16:53
also@thomas:schön, dass du fotos machstauf demonstrationen anstelle dass du dich selber mal hinsetzt und das fotografieren anderen überlässt! ich finde es grauenhaft wieviele fotografen sensationsgierig sich auf die ersten umbgeschmissenen mülltonen schmeissen! ich finde die medienpräsenz zwar wichtig, jedoch haben die medien die verantwortung objektiv zu berichten: was mich vorallem aufregt ist die berichterstattung von n-24 in denen pro berichtete minute 5 mal der von der presse hochgeschaukelte begriff "sogenannter schwarzer Block" erwähnt wird!

ich fühle mich echt wie auf einer modeschau bei diesen blitzlichtgewitter! die presse hat versagt, die regierung hat versagt, da sie keine alternativen wege zu ihrer kapitalistischen antidemokratischen vorgehensweise bietet und über die polizeibrauche ich ja gar nicht zu reden! ich sehe die polizei als mindestens genauso verantwortlich für die gewalt am samstag wie die gewaltchaoten!deiskalation durch präsenz, helme und knüpel?(abgesehen vom gewaltpotential-/bereitschaft)

grauenhaft ist, dass statistiken aufgestellt werden, wieviele gewaltchaoten anscheinend aus dem ausland kommen!(es soll wohl jeder 5. sein) DIE REGIERUNG VERSUCHT PROBLEME HERUNTERZUSPIELEN!

ich möchte noch ergänzen, dass es keine entschuldigung dafür gibt, wenn man mit steinen auf menschen schmeisst!das sit wirklich unglaublich!!!!

Bild 5

Mein Name 04.06.2007 - 16:53
schau dir mal an wie die Straße auf Bild 5 aussieht...da liegt schon das ein oder andere Steinchen bevor der "Green Block" den "Black Block" zum Gespräch bittet.
Die Polizei hat sich in Rostock zurückgehalten so lang es irgend möglich war...auch Deeskalation hat Grenzen.

Video?

nix 04.06.2007 - 16:59
Wo ist das oben angesproche Video zu finden?

("[...]wird in dem Video deutlich[...]")

Könnte jemand den Link posten?

langsam nerven diese artikel, in ...

egal 04.06.2007 - 17:07
... denen immer wieder fälschlicher weise behauptet wird, die polizei habe die eskalationen begonnen.
was feststeht ist:
die hooligans haben einen einzelnen polizeiwagen angegriffen, ihre kollegen sind denen offensichtlich zu hilfe geeilt (verständlich).
dann waren sie das ziel der begierde der schwarzen idioten!
und dann kam, was kommen musste......

ergo: black block ist ein haufen pubertärer erlebnisorientierter adrenalinkids, die mit politik und g8 nun aber überhaupt nichts am hut haben.
sie sind verantwortlich für dieses deasaster und niemand anderes!

polizeitaktik war danach nicht gerade das, was man als klug bezeichnen könnte , aber "wie man in den wald hineinruft..."

so, mal sehen, wieviele nun in den folgenden beiträgen noch immer behaupten, die polizei war schuld (jaja, ich weiß, ist sie ja immer....)
gewalt war gewollt, gewalt ist passiert!

clown wegen vermummungsgefahr festgenommen

klaun 04.06.2007 - 17:16
"Plötzlich hüpft ein geschminkter Clown zwischen die Polizisten, versucht zwischen die Beamten zu gehen und fuchtelt ihnen vor den Augen herum. Einer greift den Clown am Arm und führt ihn zum Polizeiwagen. Dann muss der dem Beamten ins Innere des Wagens folgen. Es herrsche Vermummungsgefahr, sagt einer der Polizisten später."

 http://www.welt.de/politik/article920032/Die_Situation_haengt_am_seidenen_Faden.html


Genau solche schikanen und unnötigen festnahmen im kleinen - über das ganze jahr hunderte von malen verteilt- sind es die dann aus wut und hilflosigkeit gegenüber der staatsgewalt zu randale führen. die bereitschaftspolizei will die gewalt, sie provoziert sie andauern um ihre existenzberechtigung zu sichern, ich hoffe sie bekommen das was sie verdienen zurück.

"Polizei verantwortlich für Eskalation"...

Rote Zora 04.06.2007 - 17:26
... so einfach ist das also! Und ich dachte immer, an einer klassischen "Eskalation" sind immer zwei Seiten beteiligt...?

Bild 5 ist in der Tat recht interessant... DemonstrantInnen, die beschwichtigend die Arme hoch heben, nicht in Richtung Polizei, sondern in die Richtung des sog. "Schwarzen Blocks". Warum sollten die das tun, wenn die Gewalt von der Polizei ausging?

Natürlich waren auch die Bullen in Kampflaune, keine Frage. Und wie gesagt - zum eskalieren braucht es immer 2 Seiten. Aber der Wahrheit erweist mensch wahrlich keinen guten Dienst indem mensch einfach die Darstellung aus der bürgerlichen Presse um 180 Grad ins genaue Gegenteil verkehrt, und damit letztlich auch nur reine Propaganda betreibt.

Für den einzelnen Beteiligten solcher Auseinandersetzungen (egal ob Bulle oder "Autonomer") ist es übrigens in den meisten Fällen gar nicht klar erkennbar, wer angegriffen hat, und wer sich nur verteidigt. Jeder Mensch geht erst mal davon aus, angegriffen zu werden, und sich zu verteidigen. Wenn mensch auf einer der beiden Seiten steht, sieht mensch eben dauernd Angriffe, die irgendwie in die eigene Richtung gehen. Die kausale Ursache, und womit das irgendwann irgendwo mal angefangen hat, ist da sowieso oft schon 2 Minuten später für die hinzu kommenden Leute nicht mehr zu überblicken. Stellt mensch sich auf die Seite der Bullen, sieht mensch einen schwarzen Mob, der mit Steinen wirft - geht mensch auf die andere Seite, sieht mensch einen grünen Mob in Robocop-Montur, der immer wieder Angriffe fährt.

Ich wage zu behaupten, dass 95% der Leute, die hier schreiben, viel zu parteiisch/voreingenommen sind, um einen wirklich auch nur annähernd objektiven, sachlichen Bericht darüber abzuliefern. Zumal wenn mensch auf einer der beiden Seiten steht (Bullen oder Black-Block) ist ja schon die räumliche Perspektive auf das ganze Geschehen einseitig... hinzu kommt dann noch geistige/politische Einseitigkeit, und was bei dieser Art "unabhängiger (Indy-)Berichterstattung" dann heraus kommt, sieht mensch an jedem zweiten Artikel, der derzeit hier erscheint.

Hört auf zu heulen!

BasuR 04.06.2007 - 17:35
Verdammte Fresse, hört auf zu heulen, ihr reiht euch genau da ein wo sie euch haben wollen: redet schön die nächste woche über chaoten und fresst euch gegenseitig, zu der randale hier in diesem ausmaß gehören mindestens zwei seiten und das wißt ihr alle ganz genau. und ich muss so heftig lachen wenn ich jetzt lesen muss, "die haben gemacht das uns keiner unsere guten argumente hört", hat irgendjemand die guten argumente von "Geld oder Leben" vernommen? Nein, da wurde das gleiche Wort benutzt "Chaoten".
Für mehr offene & notwendige Konflikte die geführt werden müssen!

Ist denn ...

Marc 04.06.2007 - 17:59
Ist denn irgendjemand hier wirklich der Meinung, ein paar Tausend Heinis aus der ganzen Welt fahren nach Rostock, ziehen sich schwarze Klamotten an, um sich dann friedlich Wir Sind Helden anzuhören?

Nein.

Die wollten Krawalle und haben sie eben bekommen. Ob die Polizei "angefangen" hat, ist da Grunde völlig egal und lohnt sich auch nicht zu diskutieren.

Video von Festnahme!

Vestax 04.06.2007 - 18:27
Erstens bin ich zwar der Meinung, das die Riots recht ungünstig kamen, doch das läßt sich schwer beeinflußen, wenn man sich den Bullenkameras entziehen will! Wem nütz die Randale wohl am meisten! Stichwort nachdenken!
Und zweitens kann man zu Gewalt stehen wie man will, niemals darf man sich durch Dritte auseinander dividieren lassen!
Eigentlich wollen alle was ähnliches, nur mit anderen Mitteln! Lieber 3000 Autonome als ein G8-Gipfel!
 http://de.indymedia.org/2007/06/180552.shtml

Marc

Cram 04.06.2007 - 19:02
Autonome und Anarchisten tragen (fast) immer schwarz, Du Genie. Abgesehen davon wird bei Dir Kleinbürger und Demo-Spaßtourist das tragen von schwarzer Kleidung jetzt schon beinnahe zur "in unserer freiheitlichen Bundesrpeublik verbotenen Handlung" gequasselt, gehts eigentlich noch? Bist Du "so" links, dass das tragen von schwarzer Kleidung Dir schon gegen den Strich geht?? Diese rechte Bildzeitungsparole ist nicht links, die ist nicht einmal konform mit dem äußerst dürftigen Grundgesetz, und das will was heißen.

Wieso fragst Du nur, wer warum schwarze Kleidung anhat? Warum fragst Du nicht, warum die Polizei in Vollpanzerung mit Schutzhelmen rumläuft? Die schwarze kleidung ersetzt bloß die Schutzkleidung, die uns als einfachem Volk und Demonstranten von diesem ach so freiheitlichen Staat in den 80ern verboten wurde. Die haben Schilde, die haben Panzerkleidung, die haben Wasserwerfen, die haben Pfeffersprays, die haben Tonfa-Totschläger, die haben alles - und wir sollen uns nicht mal schwarz anziehen dürfen????

Hast Du noch alle Deine Sinne zusammen?!?

denken!

handeln! 04.06.2007 - 19:29
Ob friedlich oder militant-wichtig ist der widerstand!

Hört auf mit der spalterei!
Die Diskussionen sind so alt wie der Widerstand in der BRD,ob Startbahn West,Brokdorf,Wackersdorf oder Castor.
Die Krawalle von Rostock kommen nicht annähernd an das ran was es an militanten Aktionen in den 70-80 jahren gegeben hat.
Wenn da von Mainstream Medien und Bullen so getan wird als wenn das neu, und noch nie da gewesene Brutalität war dann irren sie sich!
Aber is ja nix neues das Deutschland verdammt vergesslich ist was seine geschichte angeht.

Bürgerlich und gemäßigt?

D. 04.06.2007 - 19:47
"Wie im Titel schon angekündigt sortiere ich mich eher im polititschen Zentrum ein, und behaupte daher einer gemäßigte Mehrheit anzugehören."

1. Das vermeintliche Zentrum in der BRD ist weltweit betrachtet noch immer ziemlich rechts. In Lateinamerika, in Nepal oder so sieht man das alles jedenfalls ein bißchen anders.
2. Was ist an passiven Gewalt des Kleinbürgers gemäßigt? Ich kenne Dich nicht, aber der durchschnittliche Bildzeitungsleser ist brutal ohne Ende, er legt lediglich nicht selbst Hand an, sondern überlässt die Drecksarbeit den Politikern und der den bewaffneten Kräften des Staates. Man bedenke, alle 30 Sekunden stirbt ein Kind auf dieser Welt - nicht trotz des Reichtums des Westens, sondern WEGEN dem Wohlstand des Westens. Und die Apologie dieser Gesellschaftszustände halte ich persönlich für viel radikaler, als jeden ach so pösen Schwarzen Block, dem das das nicht passt...

Mythos ,Chaoten'

Karl M. 04.06.2007 - 20:05
Ich versuche gerade die Argumentation zu verstehen, die von der Presse und der ,bürgerlichen Linken' vertreten wird:

Wenn ich einen Hang zur Gewalt habe, diesen ausleben möchte und womöglich noch ,chaotisch' veranlagt bin, dann brauche ich mir gar nicht die Mühe zu machen, in's nächste Fußballstadion zu rennen oder der NPD beizutreten.

Ich werde einfach linksradikal! Okay, ein paar Bücher muss ich dafür schon lesen. Aber dann darf ich Steine werfen!

Hmmm... Jetzt verstehe ich langsam. So ähnlich war es doch auch damals bei der RAF. Das waren skrupelose Mörder die sich gedacht haben: "Mensch, wir haben richtig Bock drauf, möglichst viele Menschen umzubringen. Wie machen wir das denn am besten? Aha: Wir werden einfach linksradikal! Okay, wir müssen uns dafür zwar Adorno und Marx reinpfeifen. Aber dann dürfen wir töten!"

Also: Wie soll das jetzt in Heiligendamm denn nun ablaufen?

Die G8tler kommen, bleiben ein paar Tage, reden und fahren dann wieder nach Hause. Die Gegendemonstranten kommen, bleiben ein paar Tage, reden und fahren dann wieder nach Hause.

Wow! Das hört sich nach einem super Plan an!

Alle sind zufrieden und die kapitalistische Produktionsweise mordet lustig und munter weiter in der Welt rum.

WIR ALLE WOLLEN, DASS WAS PASSIERT! Also hören wir auf, uns gegenseitig zu dissen. Der Diskurs ist wichtig. SEHR SOGAR! Aber: Eine linke Bewegung ohne militanten Flügel ist keine richtige linke Bewegung. Das ist eine unangenehme Wahrheit, die über das Grönemeyergutmenschentum hinausgeht.

Gewalt ist und bleibt Scheisse! Aber: Eine ,alternative' Bewegung ist eine Alternative zum bestehenden System, eine Alternative auf ALLEN Ebenen.

Sorry

Karl M.





@Karl M.

Chris 04.06.2007 - 20:36
Warum möchtest du friedliche Leute für dich vereinnahmen, die nunmal nichts mit deiner gewaltverherrlichenden Kloppertrupper zu tun haben wollen? Dann kannst du auch gleich Nazis mit ins Boot nehmen. Die sind eben auch nur ein bisschen "verblendet", nicht wahr? Kann es sein, dass du es einfach nicht erträgst, dass du als Krawallmacher in der absoluten Minderheit bist, sogar in deinem eigenen Lager? Wenn du meinst, dass es ohne Gewalt nicht geht, bitte, die Meinung steht dir frei. Aber akzeptiere auch, wenn man mit dir dann nichts zu tun haben will. Die Fabel der Spalter mieft doch sehr nach "Dolchstoßlegende", falls dir das was sagt. Wer hier mit aller Gewalt einen Keil durch die Gesellschaft treiben will, dürfte jedem Beobachter klar sein. Links-Rechts-Denken ist nicht besser als Schwarz-Weiss-Denken. Keine Macht den Extremisten!

@D (zu "Bürgerlich und gemäßigt?")

mich 04.06.2007 - 21:25
Meine (subjektive) Selbsteinschätzung beruht auf der Situation in Deutschland, das zweifelsohne weiter "rechts" einzuordnen ist, als Länder sozialistischer oder kommunistischer Prägung.
Möglicherweise bin ich tatsächlich "brutal ohne Ende", indem ich nichts dagegen tue dass alle 30 Sekunden ein Kind stirbt. Allerdings ist mir unklar wie man diesen sterbenden Kindern hilft, indem man auf deutsche Polizisten Steine wirft, Gebäude entglast oder Autos zerstört, die unter wahrscheinlich rohstofflicher Ausbeutung armer Länder ersetzt werden (müssen).

Muss ich dein Schweigen zu meinem Fazit eigentlich als Zustimmung zu selbigem auffassen?

mfg
mich

die fabelhafte welt des widerstandes...

honk 04.06.2007 - 21:52
...ist eine schizophrene

[vorsicht: artikel beinhaltet kritik]

Ich frage mich, welche Ideologien in den Köpfen herumgetragen werden, welche maskiert und gewalttätig ihren individuellen Gewaltfetischismus an vermeintlichen Feinden (in welcher Montur auch immer diese auftreten) aufzureiben versuchen, um sich hinterher bei BurgerKing, McDonalds und Co einen Burger reinzupfeifen, sich auf die Schulter klopfend, dass man ein Stück weit den Kapitalismus bekämpft hat.

Mit gesättigtem Magen kann man dann hervorragend den anderen Demoteilnehmern durch eine öffentliche Stellungnahme und die beinhaltende Verurteilung des Gewaltausbruches die Spaltung einer Bewegung vorwerfen. Welcher Bewegung noch gleich? Der Bewegung, der sich im Zeichen eines friedlich zu haltenden Protestes angeschlossen wurde und deren Masse als Schutz zum Auftreten und Untertauchen benutzt wurde? Der Gesamtbewegung, die nun dadurch geschwächt ist, weil der Presse, wie auch dem Staat genau die Bilder geliefert wurden, nach denen sie giert um den Protest weiter zu stigmatisieren und zu kriminalisieren - vor allem inklusive und durch den Gruppierungen, denen es "...ums ganze" geht?

Was war das noch gleich - das Ganze?

Leute, konzentriert Euch lieber auf erfolgreiche Blockaden rund um Heiligendamm und vor allem um eine Erstürmung dieses absurden Zaunes! Das sind die Symbole, die die Verwundbarkeit eines Staates repräsentieren. Das sind Bilder die weltweit hängen bleiben - und nicht die vom Cowboy und Indianer spielen in der Innenstadt und der sinnlosen Gewalt am Rande einer Demonstration mit der Ihr die Bewegung spaltet, mit der Ihr Euch und der Bewegung schadet, der sensationsgeilen Presse ihre Leitartikel verschafft und den staatlichen Repressionsorganen bei der Verschärfung der Kontrollen in die Hände spielt.

Und hör mir uff mit "der hat angefangen"!

@mich

D 04.06.2007 - 22:34
"Allerdings ist mir unklar wie man diesen sterbenden Kindern hilft, indem man auf deutsche Polizisten Steine wirft"

Das reicht wirklich nicht, die Franzosen hatten 1789 wenigstens Gewehre, aber ich find's mal einen ersten Schritt.
Immerhin akzeptierst Du, dass unter dem herrschenden System tausende pro Tag sterben. Es gibt ja auch Leute, namentlich aus JU, RCDS und Union, die darüber nur (zynisch?) lachen. Merkel und Bush, trotz ihrer "ziviler Rhetorik" - oder gerade auch mit wegen diesem menschenverachtenden Zynismus, tragen für dieses politische und ökonomische System an zentralen Stellen die Verantwortung. Ich frage mich: Warum willst Du gegen Massenmörder nichts unternehmen? Wer durch Militär- und Polizeieinsatz, repressiven Gesetzen, neoliberaler Wirtschaftspolitik Menschen umbringt oder die "rahmenbedingungen" für ihren Tod schafft, gehört vor ein Gericht - oder wenn die Gerichte selbst mit "Eliten" aus der herrschenden "politischen Klasse" besetzt sind -, oder revolutionär aus dem Amt entfernt!

Die George Washingtons haben wegen weniger, weit weniger, die Waffe in die hand genommen - um mal ein Beispiel oder Vorbild aus der Geschichte zu nehmen, welches auch jeder Bildleser akzeptieren würde.

"Muss ich dein Schweigen zu meinem Fazit eigentlich als Zustimmung zu selbigem auffassen?"

Ich habe gar nicht bemerkt, dass Du neben den 4 Ideen noch ein Fazit gezogen hast? Welches denn?

Bürger König

Bernhard Mitsorge 04.06.2007 - 22:39
Ach Göttchen, wie süß: Wettert gegen Polizei, die bürgerliche Presse und sogar gegen friedliche Mitdemonstranten und will dann als allererstes zu Burger King? Bitte sag, dass das Realsatire ist...

Ach übrigens: Objektive Studien beweisen, dass die Polizei auch Adam und Eva aus dem Paradies geknüppelt hat.

Wach auf kleiner sensationsgeiler Märchen- und Randaleonkel und fall nicht denen in den Rücken, die an einem substanziellen ergo friedlichem Protest interessiert sind.

Was heißt angefangen?

- 04.06.2007 - 22:39
Was heißt denn hier angefangen? Wie definiert ihr eigentlich angefangen. Sicher kann man darüber diskutieren, ob die Eskalation an diesem Tag von den Demonstrierenden oder von den Bullen ausging. Aber das ist im Grunde genommen scheiß egal. Der Anfang begann bei mir bereits vor langer Zeit. Wie oft haben wir von den Bullen grundlos eins auf die Fresse bekommen. Warum heulen jetzt alle, dass die Bullen mal eins auf die Fresse bekommen haben?

Zu diesem scheiß Bullenwagen, der an der Ecke stand. Hat sich mal irgendwer gefragt, warum das Teil da stand? Warum es nicht schon früher wegfuhr? Warum kein einziger Bulle in der Nähe stand? Ob Verschwörung oder nicht! Ich kann mir auch gut vorstellen, dass der Angriff auf den Bullenwagen von Bullen ausging und gezielt gesteuert wurde.

Der darauf folgende Einsatz der Bullen war völlig überzogen und schreite nur so nach Gegenwehr. Wie kann man denn bitte so bescheuert sein und ein Demozug mit über 2000 autonomen wegen eines kaputten Bullenwagens angreifen? Was soll da wohl für eine Reaktion folgen? Es kam doch auch kein Bulle auf die Idee den Block anzugreifen weil er vermummt war oder einzelne vermummte Leute bei der Auftaktveranstalltung festzunehmen. Und das die Bullen ihren Kollegen im Streifenwagen zur Hilfe kam ist ja wohl absoluter Schwachsinn. Als die ersten Hundertschaftsbullen kamen, war der Steifenwagen längst weggefahren.

Es war doch klar, dass der Staat, nach den im Vorfeld stattgefundenen Kriminalisierungen Randale brauchte um diese zu rechtfertigen.

Für mich spricht jedenfalls alles dafür. Es gab keine Vorfeldkontrolle, niemand scherte sich um die vermummten. Niemand stand an dem Gleisbett der Straßenbahn um das aufsammeln von Steinen zu verhindern. Das sind alles Dinge, die bei jeder kleinen Antifa-Demo oder jeder Großdemo wie z.B. die gegen den Busch-Besuch von einigen Jahren in Berlin laufen. Hier merkwürdiger Weise nicht, obwohl 16.000 Bullen vor Ort sind. Find ich schon etwas merkwürdig.

Zweck

Reis 04.06.2007 - 22:47
"haben die Scheiben des Wagens eingeschlagen und sofort wieder in der Menge verschwunden. Welchen Zweck man damit erfüllen wollte, erschliesst sich mir auch 2 Tage danach noch immer nicht."

Ich kann Dir versichern dass so eine Taktik sehr wohl einem Zweck folgt. Wenn Dich interessiert, welcher das ist, dann empfehle ich Dir vielleicht mal die Literatur zB eines Kropotkin (Theorie einer besseren gesellschaft) oder, was die Taktik angeht die Gewalt miteinschließt, Bakunin. Ansonsten haben Jahrzehnte der Diskussion über Militanz in den letzten 40 Jahren auch einiges an Text hervorgebracht.

Frag Dich selber: Bei 'ner kaputten Scheibe bei so einer bürgerlichen Karre drehst Du durch, während die Bushs und Merkels im Irak oder Afghanistan Bomben abwerfen lassen - alleine im Irak sind 600 000 MENSCHEN gestorben, nicht SCHEIBEN zu Bruch gegangen. Alle 30 Sekunden verhungert ein Kind, jeden Tag sterben tausende in der 3. Welt - und Du hast Deinen Mund nie aufgemacht. Aber wenn ein paar Flaschen fliegen oder eine Scheibe klirrt, dann schon? Das ist nicht mal eine Doppelmoral!

Wenn Du nur einen Bruchteil der Energie, die Du hier gegen uns verschwendest an Mörder wie Merkel und Bush abreagieren würdest, dann wäre der Welt schon geholfen...!

ähem

cool down 04.06.2007 - 22:55
Bei allem Glauben daran, dass die Bullen die Demo enorm gestresst haben und die Randale provoziert; und dass die sensationslüsternde Presse sich die Hände rieb (*lechz*, was für die Titelseite) und nun kollektiv ganz staatstreu Blödsinn schreibt - objektiv ist die Berichterstattung dieses Artikels (teilweise) leider auch nicht.

"Von dort aus konnte ich verfolgen, wie die Polizei offenbar versuchte, den "schwarzen Block" durch Angriffe auf deren Truck zur Gegenwehr und Angriffen zu veranlassen. (Bild 5) [...] Als dies nicht zum Erfolg führte [...]"
Diese Gegenstände, die da zwischen den beiden Fronten liegen, sind das etwa von der Polizei zerschossene Luftballons?

Keine noch so gut gemeinte Zurechtdrehung der Ereignisse wird den Mainstream noch dazu bewegen, uns als die Guten darzustellen. Nun gilt es, gerade nicht in gewollt defensive Haltungen zu verfallen! Ja, die Bullen haben uns provoziert und einzelne von uns angegriffen, und wir haben uns verteidigt. Hasst uns dafür ruhig, Spiegel-Leser und Springer-Presse. Basta! Solche offensichtlich so widersprüchlichen Wahrheiten wie die zu "Bild 5" stellen uns vielmehr als Spinner dar, denen erst Recht misstraut werden muss.

cool down

Arbeiter 04.06.2007 - 23:17
Eben, eben. Keep cool, guys!
Anders als die Rechten kann uns SozialistInnen und AnarchistInnen der bürgerliche Mainstream egal sein. Wir buhlen nicht um die Bürgerlichen, wie es Attac tut. Wir sind für Klassenkampf, unsere Basis sind die ArbeiterInnen, die Arbeitslosen, die Prekären, sowie der Teil des Bürgertums, der progressiv ist - ggf. auch der Teil, der Randale will, Revolutionsromantik und Action sucht; hey warum nicht? Wir müssen den Bürgerlichen nicht gefallen, und können trotzdem - wenn di Zeit kommt - stärker sein, in der Majorität sein. Es geht uns um objektive, materielle Gründe für Handlung, für Revolution: Wenn jemand unterbezahlt ist, dann ändert er nicht seine Meinung über das System, weil wir "zu radikal" sind.

Entweder jemand IST der geschädigte des Systems, oder jemand ist der Nutznießer davon. Die Geschädigten sind tendenziell für uns, egal was die Bild schreibt.

make capitalism history!

Wem nützt es?

BEJ 04.06.2007 - 23:24
Wem nützt es?

...Entscheidend ist, wem die Bilder von einem brennenden Auto, von vermummten Straßenkämpfern und Hunderten Verletzten auf beiden Seiten am Ende nützen.

Den kommerziellen Medien spielten die heißersehnten Bilder von den Straßenschlachten ebenso in die Hände wie den staatlichen Repressionsorganen. Wolfgang Schäuble und die Innenminister der Länder können nun damit rechnen, daß ihre Forderungen nach noch härterem Durchgreifen der Polizei und nach noch mehr Demoverboten auf höhere Akzeptanz stoßen.

Was die vorangegangene Kriminalisierung der G-8-Proteste durch Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt, die Paragraph-129-a-Razzien und die Medienhetze nicht geschafft haben, ist nun eingetreten: Die breite Protestbewegung gegen den G-8-Gipfel wurde an der Militanzfrage gespalten. ATTAC und andere Veranstalter der Großdemonstration haben sich von den Autonomen distanziert und diese für unerwünscht erklärt.

Für die nächsten Tage werden die Gewaltszenen demobilisierend wirken. Viele Protestteilnehmer sind verunsichert. Schon wird diskutiert, ob die geplanten Blockaden und Demonstrationen stattfinden sollen. Während das solidarische Zusammenstehen gegen Polizeiübergriffe auch pazifistisch orientierten Demonstranten einsichtig ist, lassen sich Steinwürfe, Molotowcocktails und brennende Autos nur schwer vermitteln. Vor diesen Bildern gingen zudem die Inhalte des Protestes unter – egal ob reformistisch oder revolutionär. Die meisten Medien konzentrierten sich auf die Zusammenstöße zwischen der Polizei und einer Minderheit der Demonstranten.

Diejenigen, die mit militanten Aktionen gegen den Sperrzaun anrennen wollten, haben nun ihr Pulver schon verschossen. Daß sich die Gewalt des »schwarzen Blocks« bereits Tage vor Beginn des G-8-Gipfels fernab von Heiligendamm entlud, lag allein im Interesse der Polizei. Die Autonomen müssen sich fragen lassen, wie weit sie einer gezielten Provokationsstrategie auf den Leim gingen.

Wir sollten aus den Vorfällen lernen, das Potential zivilen Ungehorsams richtig einzusetzen und sinnlose Gewaltausbrüche zu unterbinden. Pazifistisch orientierte Gruppierungen dürfen anderen Strömungen der Linken ihre Taktik nicht aufzwingen – ebensowenig aber sollte eine Minderheit selbsternannter Straßenkämpfer eine Großdemonstration von 80000 Menschen in Geiselhaft für ihre Aktionen nehmen. Die Autonomen sind aufgefordert, sich der Kritik und Debatte innerhalb der Linken zu stellen.

Festgestellt werden muß aber auch: Die größte Gewalt geht von Regierungen jener Staaten aus, die sich in Heiligendamm versammeln. Im Irak, in Afghanistan und vielen anderen Orten fallen der imperialistischen Kriegspolitik Tausende zum Opfer – mit deutscher Beteiligung oder Unterstützung.

Gegen diese globale Gewaltmaschine müssen die Proteste weitergeführt werden – in Rostock-Laage und Heiligendamm, aber auch weltweit durch den Aufbau der Antikriegsbewegung und den Kampf für eine antikapitalistische Alternative.

Ulla Jelpke, Bundestagsabgeordnete der Fraktion Die Linke.

Krankes Menschenbild

23 05.06.2007 - 00:33
Es ist erschreckend, was einige Idioten (oder gar der Großteil, der diese Seite besucht) hier für ein ein krankes Menschenbild haben: Polizisten sind Menschen zweiter Klasse, die kann man auch ruhig verletzen oder gar töten. Was labert ihr da für eine Scheiße? Das ist Eurer Entwurf von einer gerechten Welt? "Was", ruft ihr? "Wir sind für Klassenkampf, unsere Basis sind die ArbeiterInnen, die Arbeitslosen, die Prekären [...]?" Dann frag doch mal die Aushilfskellner der zerstörten Restaurants etc., wie sie es finden, dass ihr ihre Arbeitstellen zerballert habt! Meine Fresse, wie bescheuert kann man sein.

Was ist so schwer daran, einfach zuzugeben, dass man selber eben der radikalste Auswuchs der von Euch so gern verhöhnten Spaßgesellschaft ist und schlicht weg einfach nur ein bißchen Randale und Gewalt genießen möchte? Klingt so brutal und scheiße wie es eben ist, ohne den politischen Überbau, gell? Warum sich immer hinter guten Anliegen und friedlichen Protestlern verstecken?

Wer bestimmt eigentlich was gute und was schlechte Gewalt ist? Staat, Nazis und Polizei = böse Gewalt. Linke und autonome Hooligans = gute Gewalt. Definitionshoheit liegt offebar bei hirnlosen Schlägern.

Nur in einem Punkt kann ich mit Euch konform gehen: Mehr Bildung für Alle - dass bei Euch dringend Bedarf besteht, schreit aus jedem kleinen Wörtchen, dass aus euren mikroskopischen Hirnwindungen geeitert ist...

Verpiss Dich 23

24 05.06.2007 - 02:19
Niemand von uns sagt, dass Polizisten Menschen zweiter Klasse sind - nur dass sie selbst die übelsten Gewalttäter und Menschenverachter und Schläger sind, die übrigens trotz Überlegenheit an Zahl und Waffen nur rumheulen können.

Was sagt wohl der Asylsuchende, der von Bullen zusammengeprügelt und abgeführt wird, in die Folter oder sogar in den Tod abgeschoben wird? Das ist Alltag in der BRD. Lies doch mal bei amnesty international über die Zustände in der BRD. Jedes Jahr sterben Menschen an der Polizeigewalt, das ist alles dokumentiert - aber das interessiert dich Staatsfetischisten natürlich nicht.

WIR beschimpfen Polizisten, ja selbst Nazis nicht als MENSCHEN ZWEITER KLASSE - für uns sidn alle Menschen als Menschen gleich -, wohl aber sehen wir in vielen von ihnen unmenschliche Übeltäter. Umgekehrt ists anders: Wir sind für die überhaupt keine Menschen, sondern für Nazis "Untermenschen" und für die Polizisten "verlauste G8-Gegner".

Anders als Du arbeiten wir seit Jahren täglich in den Gewerkschaften (Gewerkschaftslinke) und mit Arbeitslosen, und wenigstens bei den fortschrittlichen Arbeitern der Nicht-DGB-gewerkschaften gehört Sabotage zu den Mitteln des Arbeitskampfes, wie Streik, Betriebsbesetzung oder die Forderung nach Vergesellschaftung der Betriebsmittel. Jeder Ausgebeutete freut sich, wenn der Arschloch von Chef mal eins drauf kriegt, der sonst nur ausbeuten und niedermachen kann - und behaupte nicht, dass das nicht stimmt, denn wir sind selbst ArbeiterInnen und arbeiten seit Jahren mit DGb- und Nicht-DGB-Arbeitern, und wissen wohl besser als Du, wie der kleine Arbeiter und v.a. der Arbeitslose empfindet!!