NS-Strukturen in MV

AFA Specht 04.06.2007 00:58 Themen: Antifa G8 Heiligendamm
Ein kurzer Überblick über neonazistische Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern.
Mecklenburg-Vorpommern (MV) war in der letzten Zeit verstärkt Schauplatz von neonazistischen Aktivitäten - darüber hinaus sitzt seit der diesjährigen Landtagswahl die NPD im Schweriner Parlament und verschafft dort auch den militanten sog. "Freien Nationalisten" eine Plattform zur Darstellung.
Diese Aktivitäten kommen nicht von ungefähr: seit Jahren betreiben Neonazis im Flächenland M-V eine nachhaltige Verankerung in der dortigen Gesellschaft - mit Erfolg. Durch das Aufgreifen der sozialen Frage durch die NPD, durch die Einbringung und Mitarbeit in Vereinen und Verbänden, durch das Ausrichten von Kinderfesten und Anbieten von kulturellen Angeboten ist es der NPD gelungen, Akzeptanz für ihre Positionen zu schaffen.

Neben der gesellschaftlichen Verankerung durch sich bürgernah gebende Nazis existiert auch eine Struktur von und für die militante Neonaziszene mit subkulturellem Hintergrund - allerdings darf die Frage gestellt werden, ob Nazi-sein in manchen Gebieten MVs noch als Subkultur gilt oder schon längst als mainstream bezeichnet werden darf.
In MV ist es einfach, seine Nazi-Erlebniswelt mit dem notwendigen Zubehör auszustatten.
Konzerträumlichkeiten wie das Schloss in Boizenburg, betrieben u.a. von Thomas Wulff, der Werwolf-Shop in Wismar, der vor kurzem bundesweit bekannt wurde, als militante Nazis eine Antifademo mit Baseballschlägern angreifen wollten oder Nazi-Versände wie V7-Records in Plüschow bilden eine flächendeckende Struktur, die darauf abzielt, den Rahmen für eine gelungen Nazi-Sozialisierung zu bilden.
In der Tat haben sich in fast allen Städten und Gemeinden des nördlichen MVs aktive NS-Strukturen bilden können - und bilden eine permanente Gefahr für alle, die nicht in das menschenverachtende Weltbild der Nazis passen.
Insbesondere während der jetzt stattfindende Proteste sollten ortsunkundige Menschen in der Region sich umsichtig verhalten, um nicht Ziel von Naziangriffen zu werden.
Aus diesem Grund hat eine Gruppe von besorgten AntifaschistInnen ein englischsprachiges Faltblatt erstellt, welches zum einen in den regionalen Convergence Centern in Rostock, Hamburg und Berlin ausliegt und u.U. auch in den einzelnen Camps zu finden ist. Zum anderen ist dieses Faltblatt auch als ausdruckbare pdf-Datei vorhanden, welches sich so relativ einfach auch selbst anfertigen lässt.
Im Faltblatt finden sich die Adressen von Läden, Shops und anderen Objekten der regionalen NS-Struktur. Darüber hinaus finden sich dort Informationen genereller Natur zu angesagten Nazi-Labels, Codes und anderen Dingen.

Das Faltblatt findet ihr hier:
 http://rapidshare.com/files/35089883/AFA_Action_MV_Karte.pdf.html
 http://rapidshare.com/files/35090149/AFA_Action_MV_Agenda.pdf.html

Wir hoffen, dass unsere Gipfelgäste insbesondere in den benannten Regionen besondere Vorsicht walten lassen, um erholsame und entspannte Tage in MV zu erleben - und distanzieren uns natürlich von dem Gedanken, anhand dieser Karte auf die Idee zu kommen, faschistische Strukturen nachhaltig zu zerschlagen.
Take care - nie wieder irgendwas - HRO: sowas kommt von sowas!
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