"Täterbahn", Cops + Justiz im Gipfel-Chaos

ed von schleck 31.05.2007 12:53 Themen: Antifa G8 G8 Heiligendamm Globalisierung Repression Soziale Kämpfe
# Bahn-Mitarbeiter_innen werden zu G8-Spitzeln

# alle Demonstrationen in Schwerin [bisher] aus "Sicherheitsgründen" verboten

# Gerichtsentscheid zu Demonstrationen Heiligendemm und Rostock-Laage steht noch aus

# Polizei will Infrastruktur am 2. Juni zum erliegen bringen
"...Die Bahn kommt," oder auch nicht.

Die "Deutsche Bahn" wird den G8-Gipfel und die damit verbundene staatliche Repression tatkräftig unterstützen. Auf allen Strecken in Richtung Rostock und Umgebung dürfen keine Fahrräder transportiert werden.
Rund um Heiligendamm entwendet die Polizei Fahrräder von Gipfelgegner_innen, die keine eingestempelte Identifikationsnummer haben, da nicht überprüfbar wäre, ob es sich um ein gestohlenes Fahrrad handelt. An den mobilen Kontrollstellen werden die Fahrräder penibel geprüft und mit einer Datenbank abgeglichen.
Zugbegleiter_innen wurden zusätzlich dazu angewiesen, größere "Reisegruppen" zu denunzieren: "Da die globalisierungskritische Szene nicht unbedingt als solche zu identifizieren ist", ist das Zugpersonal verpflichtet worden, "anlassbezogen eine Vormeldung von größeren Reisegruppen in Richtung Mecklenburg-Vorpommern (z.B. Rostock) an interne Stellen vorzunehmen". "Möglichem Gefahrenpotenzial" soll durch "polizeiliche bzw. betriebliche Maßnahmen frühzeitig und konsequent" entgegengewirkt werden.

Unterdessen hat die Bahn auch angekündigt, dass der Rostocker Hauptbahnhof am 2. Juni weiträumig gesperrt wird bzw. mit zahlreichen Kontrollpunkten gerechnet werden muss. Der reguläre Bahnverkehr ist damit nur bedingt aufrecht zu halten.


NPD-Demonstration in Schwerin verboten

Parallel zur Großdemonstration in Rostock, wollte die NPD ihren völkisch-nationalen Protest in Schwerin zelebrieren. Mit Verweis auf angebliche Gewaltaufrufe im Internet und weil vermeintliche Antifa-"Terroristen" ["Personen mit Störabsichten"] aus Hamburg, Berlin und Rostock erwartet werden, hat die Stadtverwaltung Schwerin alle angekündigten Protestveranstaltungen aus Sicherheitsgründen verboten. Mit etwa 1900 Einsatzkräften [geplant waren 3700] sieht sich die Polizei nach eigenem Bekunden nicht dazu in der Lage, bevorstehende Krawalle zu verhindern. Zur Durchsetzung des Verbots hat die Polizei angekündigt, einen Gürtel von Kontrollstellen um die Stadt einrichten und die geplanten Versammlungsplätze freizuhalten. Da sowohl die Nazis, als auch die Veranstalter_innen der Antifa-Demo Klage eingereicht haben, ist davon auszugehen, dass die Verbotsverfügungen nicht standhalten werden.


Jeder Meter zählt!

Nach der mündlichen Anhörung am Mittwoch über das Demonstrationsverbot in Heiligendamm, steht eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Greifswald nach wie vor aus. Das von der Polizei erlassene weitreichende Versammlungsverbot wurde vom Schweriner Verwaltungsgericht teilweise aufgehoben und Demonstrationen bis etwa 200 Meter vor dem Sicherheitszaun genehmigt. "Kavala" und die Organisator_innen des geplanten Sternmarsches am 7. Juni hatten dagegen Beschwerde eingelegt. Sollte das OVG zugunsten der Polizei und gegen die geplante Sternenmarsch-Demonstration entscheiden, bleibt noch die Möglichkeit vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen.
Gegen das vom Schweriner Verwaltungsgericht aufgehobene Demonstrationsverbot um den Flughafen Rostock-Laage hat die Polizei ebenso Beschwerde eingelegt. Auch hier wird eine Entscheidung in den nächsten Tagen erwartet.


"Der gewünschte Gesprächspartner ist vorübergehend leider nicht zu erreichen!"

Technisch ist die Polizei dazu in der Lage, unter bestimmten rechtlichen Auflagen Handy-Nutzer zu orten und Gespräche abzuhören. Möglicherweise setzt die Polizei während des Gipfel-Treffens aber auch Störsender, sogenannte "Jammer" ein, welche Handy-Gespräche, aber auch den Funk- und E-Mail-Verkehr massiv stören können. Notfalls kann die Polizei zur "Gefahrenabwehr" auch die örtlichen Mobilfunknetze ganz zum erliegen bringen. Dazu können Netzbetreiber auf Anfrage der Behörden einzelne Funkmasten abschalten und die Koordination und Kommunikation der "Chaoten" so unterbinden.

Neben Bodyguards, Kampftauchern oder Scharfschützen oder AWACS-Flugzeugen und Luftabwehrraketen soll auch die berühmt berüchtigte Anti-Terror-Sondereinheit GSG 9 für die "Sicherheit" der Regierungschefs Hochsicherheitstrakt Heiligendamm sorgen, welche die "Rote Zone" bewachen: "Sie kennen die Baupläne des Hotels auswendig, haben trainiert, die Gebäude bei Geiselnahmen zu erstürmen."


Quelle:  http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25401/1.html
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Ergänzungen

Egal

Egal 31.05.2007 - 15:50
Die Züge werden ankommen - Schliesslich hat die Bahn eine Verpflichtung gegenüber dem Kunden ihn zu befördern. Ausnahmen sind, wenn die Polizei fadenscheinige Begründungen erfindet, um den Zug zum halten zu bewegen.

Tatsache ist, dass Bahnpersonal angehalten ist, größere Reisegruppen Richtung Rostock o.ä. zu "melden". Das daraufhin dann Polizei entweder zusteigt oder an der Endstation eine Kontrolle durchführt ist anzunehmen. Desweiteren zur Gefahrenabwehr ist eine Vorbeugehaft für "Gewalttäter" und "Chaoten" zusammen mit der Anreisewarnung der DB in Kombination mit Personenkontrollen eine "effektive" Kombination... Also wer entsprechende Vorstrafen und/oder Einträge hat, eher nich Zug fahren...

Was in diesem Zusammenhang eine Reisegruppe is, keinen Plan. Aber vielleicht auch mal auf Gruppenkarten verzichten, Schwarzfahren vermeiden, verschieden und bürgerlich kleiden, bei viel Gepäck (wenn man länger bleiben will) dieses schnell und nich gut einsehbar verstauen, vor den Endstationen aussteigen und den Restweg anders zurücklegen...

Auman, was für ein freies Land...

Bahn erlaubt Fahrrad Transport

Ich 31.05.2007 - 21:10
Laut der Taz hat die Deutsche Bahn ihr Fahrrad-Transport Verbot zurückgezogen.

Erinnert an Schweiz

asd 31.05.2007 - 23:15
In diesem kleinen Alpenland gab es ja hin und wieder beim WEF Faschismusübungen. Dort wurde mehrmals (mit deutschen Bullen als Helfer übrigens) Züge irgendwo weit draussen angehalten, von Hundertschaften und Militär umstellt, mit Stacheldraht eingezäunt, die Fahrgäste (c.a. 80% Demonstrationswillige und 20% Kollateralschaden) mit Tränengas aus den Zügen getrieben und dann draussen im Schneeregen einzeln kontrolliert und dann festgesetzt.
 http://de.indymedia.org/2003/01/39659.shtml
 http://de.indymedia.org/2003/01/40055.shtml

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