Frontalangriff auf Bertelsmann
Neues Buchprojekt über den medial-politischen Bertelsmann-Komplex. Die regionale Presse bezeichnet das Buch bereits als „Frontalangriff“ auf die Bertelsmann Stiftung und stellte die Frage nach der Gemeinnützigkeit. Bertelsmann-Führung rudert in ihren Statements vor und zurück.
Europas größter Medienkonzern nährt mit seinen Gewinnen eine Stiftung, über die die Eignerfamilie Mohn Politikberatung für die gesamte Bundesrepublik (und darüber hinaus) organisiert – in ihrem Sinne, versteht sich, und das Ganze auch noch steuerlich begünstigt, da angeblich gemeinnützig – denn was für Bertelsmann gut ist, kann doch für die Allgemeinheit nicht schlecht sein – oder?
Bisher wurde eine kritsche öffentliche Debatte über diese Frage verhindert, nicht zuletzt dank Bertelsmanns hervorragenden und tragfähigen Beziehungen in die gesamte Medienlandschaft (
http://de.indymedia.org/2006/12/163795.shtml). Ausgehend von den studentischen Protesten gegen die von Bertelsmann forcierten Hochschulreformen, insbesondere die Einführung von Studiengebühren, gelang es erst in den letzten Jahren einigen Betroffenen, sich zu vernetzen. So konnte mehr und mehr Kritik zumindest an einigen der unüberschaubaren Bertelsmann-Projekte zusammengetragen werden.
Einen Zwischenstand der Kritik an Bertelsmann markiert nun der Sammelband:
„Netzwerk der Macht – Bertelsmann. Der medial-politische Komplex aus Gütersloh“, Wernicke/Bultmann (Hg.), BdWi-Verlag, Mainz 2007.
34 Autorinnen und Autoren, darunter Studierende, WissenschaftlerInnen und JournalistInnen, haben den umfassenden politischen und gesellschaftlichen Einfluss des Bertelsmann-Komplexes untersucht. Die Initiative hierzu kam von Jens Wernicke, selbst im Rahmen studentischer Proteste aktiv.
Eine Übersicht über die Artikel findet sich hier:
http://www.streiflicht-online.de/Bertelsmann.pdf
Das Westfalen-Blatt spricht von einem „Frontalangriff“ auf die Stiftung und stellte bereits die Frage nach der Gemeinützigkeit und damit nach der steuerlichen Begünstigung der Stiftung
http://www.westfalenblatt.de/nachrichten/generator/reg_show.php?id=6611&TB_iframe=true&width=500&height=450&PHPSESSID=d009ac7fc76074b07665a8999c4e2193.
Auf das Buch angesprochen, reagierte die Führungsspitze der einflussreichsten operativen Stiftung der BRD zunächst etwas verdattert und hilflos. Stiftungsvorstand und CAP-Direktor Werner Weidenfeld behauptete, in dem Buch fänden sich zahlreiche inhaltliche Fehler. Die Milliardärin und Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn reagierte trotzig: „Wer glaubt, sich auf dem richtigen Weg zu befinden, sollte sich von diesem nicht abbringen“, erklärte sie dem Westfalen-Blatt.
http://www.westfalenblatt.de/nachrichten/generator/reg_show.php?id=6767&TB_iframe=true&width=500&height=450&PHPSESSID=d009ac7fc76074b07665a8999c4e2193
Inzwischen hat Liz Mohn ihre Strategie geändert und die Flucht nach vorn angetreten. „Wir sehen das Buch als Beleg dafür, wie wirksam und erfolgreich unsere Reformarbeit über die Jahre geworden ist,“ bekennt sie nun gemäß den NachDenkSeiten.
Leider war es nicht zu allen Themen möglich, AutorInnen ausfindig zu machen, die diese gründlich untersuchen, sei es aus Mangel an Ressourcen oder weil sich eben noch niemand mit dem jeweiligen Thema in Bezug auf Bertelsmann beschäftigt hat. Beispielsweise kommen Bereiche wie Verwaltungsreform, Familienpolitik oder Migrationspolitik zu kurz, in denen die Bertelsmann Stiftung aktiv ist, und wo jeweils auch der Konzern Interessen hat. Hier ist weitere kritische Aufarbeitung nötig.
Auch kommt eigenartigerweise die Hochschulpolitik, bzw. das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) zu kurz. Allerdings gibt es bereits einiges Material zu diesem Bereich. Bis hierzu weitere Untersuchungen vorliegen, sei daher auf diese Zusammenstellung von Materialien verwiesen:
http://wiki.bildung-schadet-nicht.de/index.php/Hochschule/CHE. Weitere eigene Recherchen sind darüber hinaus übrigens immer sinnvoll.
Ein Interview mit Mitherausgeber Jens Wernicke, sowie weitere Anmerkungen zum Buch:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=2357#more-2357
Mehr:
http://www.anti-bertelsmann.de
http://wiki.bildung-schadet-nicht.de/index.php/Bertelsmann-kritische_Informationen_und_Materialien
Bertelsmannkritische Mailingliste:
http://idash.org/mailman/listinfo/anti-b
Bisher wurde eine kritsche öffentliche Debatte über diese Frage verhindert, nicht zuletzt dank Bertelsmanns hervorragenden und tragfähigen Beziehungen in die gesamte Medienlandschaft (
http://de.indymedia.org/2006/12/163795.shtml). Ausgehend von den studentischen Protesten gegen die von Bertelsmann forcierten Hochschulreformen, insbesondere die Einführung von Studiengebühren, gelang es erst in den letzten Jahren einigen Betroffenen, sich zu vernetzen. So konnte mehr und mehr Kritik zumindest an einigen der unüberschaubaren Bertelsmann-Projekte zusammengetragen werden. Einen Zwischenstand der Kritik an Bertelsmann markiert nun der Sammelband:
„Netzwerk der Macht – Bertelsmann. Der medial-politische Komplex aus Gütersloh“, Wernicke/Bultmann (Hg.), BdWi-Verlag, Mainz 2007.
34 Autorinnen und Autoren, darunter Studierende, WissenschaftlerInnen und JournalistInnen, haben den umfassenden politischen und gesellschaftlichen Einfluss des Bertelsmann-Komplexes untersucht. Die Initiative hierzu kam von Jens Wernicke, selbst im Rahmen studentischer Proteste aktiv.
Eine Übersicht über die Artikel findet sich hier:
http://www.streiflicht-online.de/Bertelsmann.pdf Das Westfalen-Blatt spricht von einem „Frontalangriff“ auf die Stiftung und stellte bereits die Frage nach der Gemeinützigkeit und damit nach der steuerlichen Begünstigung der Stiftung
http://www.westfalenblatt.de/nachrichten/generator/reg_show.php?id=6611&TB_iframe=true&width=500&height=450&PHPSESSID=d009ac7fc76074b07665a8999c4e2193. Auf das Buch angesprochen, reagierte die Führungsspitze der einflussreichsten operativen Stiftung der BRD zunächst etwas verdattert und hilflos. Stiftungsvorstand und CAP-Direktor Werner Weidenfeld behauptete, in dem Buch fänden sich zahlreiche inhaltliche Fehler. Die Milliardärin und Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn reagierte trotzig: „Wer glaubt, sich auf dem richtigen Weg zu befinden, sollte sich von diesem nicht abbringen“, erklärte sie dem Westfalen-Blatt.
http://www.westfalenblatt.de/nachrichten/generator/reg_show.php?id=6767&TB_iframe=true&width=500&height=450&PHPSESSID=d009ac7fc76074b07665a8999c4e2193 Inzwischen hat Liz Mohn ihre Strategie geändert und die Flucht nach vorn angetreten. „Wir sehen das Buch als Beleg dafür, wie wirksam und erfolgreich unsere Reformarbeit über die Jahre geworden ist,“ bekennt sie nun gemäß den NachDenkSeiten.
Leider war es nicht zu allen Themen möglich, AutorInnen ausfindig zu machen, die diese gründlich untersuchen, sei es aus Mangel an Ressourcen oder weil sich eben noch niemand mit dem jeweiligen Thema in Bezug auf Bertelsmann beschäftigt hat. Beispielsweise kommen Bereiche wie Verwaltungsreform, Familienpolitik oder Migrationspolitik zu kurz, in denen die Bertelsmann Stiftung aktiv ist, und wo jeweils auch der Konzern Interessen hat. Hier ist weitere kritische Aufarbeitung nötig.
Auch kommt eigenartigerweise die Hochschulpolitik, bzw. das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) zu kurz. Allerdings gibt es bereits einiges Material zu diesem Bereich. Bis hierzu weitere Untersuchungen vorliegen, sei daher auf diese Zusammenstellung von Materialien verwiesen:
http://wiki.bildung-schadet-nicht.de/index.php/Hochschule/CHE. Weitere eigene Recherchen sind darüber hinaus übrigens immer sinnvoll. Ein Interview mit Mitherausgeber Jens Wernicke, sowie weitere Anmerkungen zum Buch:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=2357#more-2357 Mehr:
http://www.anti-bertelsmann.de
http://wiki.bildung-schadet-nicht.de/index.php/Bertelsmann-kritische_Informationen_und_Materialien Bertelsmannkritische Mailingliste:
http://idash.org/mailman/listinfo/anti-b
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
stimmt das?
@tagmata
Bertelsmann fürchtet die öffentliche kritische Debatte über sich selbst:
Schon 1998 auf einem von der Bertelsmann Stiftung ausgerichteten Symposium "The Future of Foundations in an open Society" äußerte Joel L. Fleishman, President of the Atlantic Philantropic Service Company, Bedenken, dass Stiftungen, die Eigentümerinnen an Konzernen sind, "might be unduly influenced in their activities by what they perceive as the interest of the corporation." (The Future of Foundations in an open Society, Bertelsmann Foundation (ed.), Gütersloh 1999, S. 96)
Bertelsmanns Entgegnung:
"Andreas Schlüter, Managing Director of the Bertelsmann Foundation, responded to Fleishman's concerns by pointing out the differences between the United States an Germany. First, the activities of the German foundations which control corporations (among them the Bosch Foundation, the Körber Foundation, or the Bertelsmann Foundation) have never caused controversy that would have generated the pressure for legislative action. [...]
Finally, the general public monitors corporations. Thus corporate power is unlikely to be abused, because it is too widely dispersed." (ebd.)
Die Bertelsmann Stiftung konnte nur deshalb so einflussreich werden - und möglicherweise gilt dasselbe für das Größenwachstum den Konzerns, weil sie sich genau dieser öffentlichen Kontrovere mithilfe des Konzerns und ihrer beider Netzwerke bisher geschickt entzogen hat. Wie die Unterbindung von kritischer Berichterstattung über Bertelsmann in den Medien funktioniert, darüber gibt z.B. dieser Artikel Auskunft:
Allerdings ist mir selbst oben ein Fehler unterlaufen. Es handelt sich um 31 AutorInnen, und nicht um 34.