Haus in Osnabrück besetzt

Albrecht 14.05.2007 23:39 Themen: Freiräume G8 Heiligendamm
Haus in der Albrechtstrasse besetzt!!!

gemeinsam mit der GR8chaoskaravaan haben wir das alte, seit jahren leerstehnde haus nähe der uni besetzt. zur zeit ist es ruhig und es gibt ne lecker vokü...
Haus in der Albrechtstrasse besetzt!!!

Kommt vorbei und unterstützt uns!

Verschiedene AktivistInnen haben gerade ein Haus in der Albrechtstrasse besetzt. Die BesetzterInnen wollen auf den dringenden Bedarf an Freiräumen in Osnabrück und Überall aufmerksam machen. Es wurde ein Freiraum eröffnet, der seit Jahren in Osnabrück fehlt und trotz vieler Bemühungen verschiedenster Gruppen von Seiten der Herrschenden immer verweigert und blockiert wurde. So wurde z.B. vor einigen Monaten durch den Verkauf eines Hauses in der Neulandstrasse an die Firma Karmann ein weiterer Raum genommen. Dort standen für Bands Proberäume zur Verfügung, die den ehemaligen Nutzerinnen und Nutzern jetzt fehlen. Immer noch gibt es in Osnabrück kein selbstverwaltetes Zentrum das neben Proberäumen auch den dringend benötigten Raum für politische und kulturelle Veranstaltungen jenseits kommerzieller Interessen bieten würde.
Dass es diese Räume nicht gibt, ist kein Zufall, sondern zwangsläufige Konsequenz der kapitalistischen Verwertungslogik. De Facto gibt es hier kaum öffentlich zugängliche Räume, in denen mensch seine DA-SEINS-BERECHTIGUNG nicht erst erkaufen muss. So werden immer mehr Menschen von der Teilhabe an dieser Gesellschaft und ihrem gesellschaftlich produzierten Reichtum ausgeschlossen und ausgegrenzt.
Privatisierungskampagnen, z.B. von Wasser, Einführung von Studiengebühren, Verschärfung von Asylgesetzgebung, Kürzungen im Gesundheitswesen und anderen sozialen Bereichen, Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse, etc. werden nicht nur hier oder in Deutschland sondern weltweit durchgesetzt.
Genau dies wird auch von den acht großen Industrienationen, den G8, bei ihrem jährlichen Treffen organisiert und koordiniert. Wobei die G8 als symbolische Repräsentanten der menschenverachtenden Gesellschaftsform wahrgenommen werden.
Die Staaten und ihre Akteure sichern dieses System gegen jede humanistischen Grundwerte ab, und setzten es, wo es in Frage gestellt wird, auch mit brutaler Gewalt durch.
Beispielhaft sei der Versuch der Kriminalisierung des Gipfelprotestes genannt, wobei mit Diffamierung der Aktivisten als terroristische Vereinigung sogar das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung präventiv aufgehoben wird.
Davon lassen sich die vielen KritikerInnen jedoch nicht einschüchtern. 100 000 AktivistInnen werden kommen, und ihre Stimme erheben, statt sie alle 4 Jahre an der Wahlurne abzugeben.
Auch bewegen sich zur Zeit 6 Fahrradkarawanen aus allen Himmelsrichtungen nach Heiligendamm. Eine von diesen – die Gr8ChaosKaravaan – macht auf ihrem Weg von Gent (Belgien) nach Rostock Station in Osnabrück. Den über 30 Leuten aus 8 Ländern geht es nicht nur darum, beim Gipfel zu protestieren. Unter der Prämisse „der Weg ist das Ziel“ wird sich auf umweltfreundliche Weise fortbewegt, das Experiment des herrschaftsfreien Zusammenlebens erprobt und über viele Stationen und Zwischenstopps sich mit anderen politischen Gruppen ausgetauscht. Lokale Kämpfe werden dabei mit kreativen und bunten Aktionen unterstützt.
Die Karawahnsinnigen sind dabei Menschen, die wie viele andere auch, Eigeninitiative ergreifen, sich Freiräume erkämpfen, in denen Alternativen zu den bestehen Verhältnisse ausprobiert und entwickelt werden.

Wir brauchen diese Räume, um uns zu treffen, auszutauschen, unsere Alternativen zur allgegenwärtigen Logik der neoliberalen Markt-Ware-Geld Kultur zu leben.
Wir brauchen Räume, um Strukturen zu schaffen, in denen Menschen nicht nach ihrer Verwertbarkeit und am Maßstab des Profits beurteilt werden.
Wir wollen Räume, die wir selbstbestimmt gestalten können, in denen Jede und Jeder eine Stimme hat, unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Kontostand.
Wir wollen Räume, wo wir für uns und andere Verantwortung übernehmen können und Entscheidungen basisdemokratisch, d.h. Unter Beteiligung aller Betroffenen, gefunden werden.
Wir wollen Räume, in denen uns nicht vorgeschrieben wird, was richtig oder falsch ist und wo weder Konzerne noch Regierungen diktieren, was gut oder schlecht für uns ist.
Wir haben einen eigenen Kopf zum Denken und wir sind entschlossen, uns diese Räume zu nehmen, die wir brauchen!

KRIEG DEN HÜTTEN - PALÄSTE FÜR ALLE!!!
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Ergänzungen

Viva la autonomía!

Ein Genosse aus Freiburg 15.05.2007 - 00:17
Der Geschmack der gemeinsam gelebten Utopie ist unvergesslich und macht Appetit auf mehr:

 http://de.indymedia.org/2005/01/102771.shtml

Haltet durch und vergesst das Feiern nicht!

Feine Sache

------------------ 15.05.2007 - 00:57
Respekt und Solidarität aus Münster !!!

und Samstag gehts auf die Freiräumedemo nach Münster
16:00 Uhr Bremer Platz (Bahnhofs Hinterausgang)

haus wieder geräumt

schwarze katze 15.05.2007 - 11:08
Das Haus in der Albrechtstrasse ist gegen 10.00 Uhr geräumt worden, offiziell wegen der Baufälligkeit des Gebäudes. Es wurden Personalien festgestellt, nach bisherigem Stand ist aber keine Strafanzeige zu erwarten.

PE Fahrrad Karawane Info Büro Rostock

(muss ausgefüllt werden) 15.05.2007 - 13:04
G8 Gipfel:
Fahrradkarawane gegen den G8 solidarisiert sich mit Hausbesetzung für ein
offenes Bildungszentrum in Osnabrück – Scharfe Kritik an polizeilicher
Räumung


Heute morgen gegen 10 Uhr wurde ein gestern abend von AktivistInnen
besetztes Haus in der Albrechtstr. 16 in Osnabrück von der Polizei
geräumt. Ziel der Besetzung war es, in Osnabrück offene Räume für
Kulturarbeit und Bildungsarbeit zur Verfügung zu stellen.
Zur Zeit ist die Fahrradkarawane auf ihrem Weg von Gent(BE) nach Rostock zum
G8 Gipfel für 2 Tage in Osnabrück und sie unterstützt die Forderung nach
Freiräumen wie hier nach selbstverwalteten Bildungseinrichtungen nach
Kräften. Die Fahrradkarwane will versuchen, auf Ihrer Strecke die
Auswirkungen der beim G8 Gipfel verabredeten Politik auf die lokalen
Strukturen zu verdeutlichen und den Widerstand gegen den G8 Gipfel mit
lokalen Kämpfen zu vernetzen.
Seit langem versuchen Osnabrücker AktivistInnen Freiräume für soziale
Zwecke zu erstreiten. Dort wären dann auch Infrastruktur und Räume für
von ihnen selbst organisierte Seminare nach dem Vorbild z. B. der Berliner
offenen Univwersität OUBS möglich.

„Der Kampf von Osnabrücker AktivistInnen für diese Freiräume ist ein
wichtiger Mosaikstein im weltweiten Kampf gegen die Privatisierung von
Bildung, wie er auch auf den G8 Gipfeln immer stärker umgesetzt wird“,
sagte Dorothee Heinze von der Fahrradkarwane. Für die Proteste gegen den G8
Gipfel in Heiligendamm wird von den Veranstaltern eine massive Beteiligung
studentischer Gruppen erwartet.

„Die heute morgen von dem stellvertrenden Osnabrücker
Universitätsperäsidenten Prof. Thomas Vogtherr durchgeführte polizeiliche
Räumung des besetzten Hauses in der Albrechtstraße wird uns aber nicht
davon abbringen lassen, als Gegenentwurf zum G8 für eine hierarchiefreie
Welt ohne Grenzen und Schranken für ungehinderten Zugang zu Bildungs- und
Sozialeinrichtungen zu streiten. Hausbesetzungen von sowieso seit langem
leestehenden Häusern wie hier das der Universität gehörende Haus in der
Albrechtstraße sind dazu ein gebotenes und legitimes Mittel, erklärte
Heinze weiter.“
„Anstatt die AktivistInnen mit Personalienfeststellungen durch die Polizei
zu schikanieren, sollte die Universitätsleitung ihren verantwortungslosen
Umgang mit nutzbaren Räumen aufgeben und diese sozialen Initiativen zur
Verfügung zu stellen anstatt sie mutwillig verrotten zu lassen“, so
Heinze.

Die Fahrradkarawane befindet sich jetzt auf dem Weg nach Vechta. Um 13 Uhr
ist am Flüchtlingslager in Bramsche ein Stop geplant, um dort mit den
Flüchtlingen die Auswirkungen der G8 Politik auf die Situation vor Ort zu
diskutieren. Danach ist dort ein kleines Happening mit Musik und Volksküche
geplant.

Karawanekontakt über
Karawaneinfobüro Rostock
G8 Protestzentrum
Ehm Welk Schule
Knut Rasmussenstr. 8
18106 Rostock
Tel 0176-28879588

Auf nach Giessen

Manfred Vollmeise 15.05.2007 - 14:25
Am Samstag 26.5 findet in Giessen eine Demo unter dem Motto "Hör mir uff mit Deutschland- Für Linke Struckturen und Freiräume statt. 13 Uhr Berliner Platz Kommt Zahlreich!!!

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