"Staatsschutz" in GÖ erneut aktiv

Achter Mai 09.05.2007 15:18 Themen: Antifa Militarismus Repression
Am gestrigen "Tag der Befreiung" fand ein "Antifaschistischer Stadtrundgang" in Göttingen statt.
Dabei wurden die 35 Besucher_innen von mindestens fünf Polizisten in "zivil" begleitet. Pikant dabei ist, dass der Stadtrundgang im Rahmen einer Bündnisreihe "Kulturwoche gegen Rechts", die vom Kulturamt der Stadt mitorganisiert wird, durchgeführt wurde.
Mindestens 5 Polizist_innen in "zivil" begleiteten gestern die 35 Besucher_innen eines „Antifaschistischen Stadtrundganges“.
Wie schon am 18. April bei der Enthüllung einer Zusatztafel am „Deutsch-Südwestafrika- Denkmal“ in der Geismar Landstraße/Friedländer Weg, tauchten auch hier unvermittelt wieder Polizisten auf.

Der „Antifaschistische Stadtrundgang“ ist Teil einer „Kulturwoche gegen Rechts“, die vom „Bündnis gegen Rechts“ organisiert wurde. Der Fachdienst Kultur der Stadt Göttingen ist Mitveranstalter.

Es wurden gestern (am „Tag der Befreiung“) verschiedene Stationen in der Stadt besucht, die in der NS-Zeit eine "bedeutende" Rolle spielten (die ehemalige NSDAP-Kreisleitung in der
Jüdenstraße, ein damals „arisiertes“ (= enteignetes bzw. zwangsverkauftes) Geschäft in der Weender Straße,
die Universität, die jüdische Professoren entließ usw.)

Dass Täter und deren Tatorte besucht und öffentlich benannt wurden, scheint eine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung in Göttingen heraufzubeschwören. Deswegen wurde der Stadtrundgang wohl von PolizistInnen in „zivil“ konspirativ begleitet.

Fassungsloses Kopfschütteln der ungewollt Beobachteten ernteten gestern die "Staatsdiener".
"Was das alles wieder kostet." "Als ob wir irgend eine Gefahr bedeuteten oder jetzt Steine in eine Schaufensterscheibe schmeißen wollten. Was glauben die eigentlich, in was für einem Lamd wir leben?" So die mündlichen Reaktionen einiger Betroffener am "Tag der Befreiung".
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"Staatsschutz" ? — Heinrich