Revolutionärer 1. Mai 2007 in Berlin - Teil 1
... außer der üblichen 1. Mai-Demo am Vormittag vom DGB fanden gestern in Berlin ab 13 Uhr weitere teils kämpferische, teils karnevaleske Demos statt
... alle Demos an diesem herrlich sonnigen Frühlingstag waren gut bis sehr gut besucht
... und das trotz des vom rotroten Senat verordneten und mit 160.000 Euro gesponserten sogenannten Myfestes, einer drögen Volksbelustigung, die mit dem traditionellen 1. Mai der Arbeiterschaft soviel zu tun hat, wie Bush & Blair mit einer Friedenstaube
... alle Demos an diesem herrlich sonnigen Frühlingstag waren gut bis sehr gut besucht
... und das trotz des vom rotroten Senat verordneten und mit 160.000 Euro gesponserten sogenannten Myfestes, einer drögen Volksbelustigung, die mit dem traditionellen 1. Mai der Arbeiterschaft soviel zu tun hat, wie Bush & Blair mit einer Friedenstaube
... zur ersten kämpferischen Demo ab 13 Uhr am Kreuzberger Oranienplatz rief wieder das Revolutionäre 1. Mai-Bündnis ( www.revolutionaerer-erster-mai.de ) auf
... mehrere tausend TeilnehmerInnen zogen ab 14 Uhr friedlich aber engagiert durch Kreuzbergs Straßen, begafft von vielen Myfest-Touries, die wohlig erschauernd mal echte Revoluzzer sehen und knipsen wollten
... vor allem hochmotivierte junge Frauen im Lauti-LKW gaben die kämpferischen Parolen vor, manche der üblichen Verdächtigten nörgelten gegen die ihnen zu emotionell vorgetragenen Parolen
... ich fand's jedenfalls klasse, wie die beiden jungen Frauen kämpferisch-revolutionäre Inhalte mitreißend rüberbrachten
... skandiert wurden natürlich auch "once solution - revolution!" und "Hoch die Internationale"
... unter den Zuschauern befand sich auch der Insidern bekannte Leiter des Ordnungsamts Mitte, Herr Haß (Fotos Nr. 27 - 27a ), der sich gerne fotografieren ließ
... dieser Herr Haß hat den Begründer des "Berliner Bündnis Montagsdemo" in 2004, Fred Schirrmacher, zu 2.500 Euro Ordnungsgeld verdonnern wollen, weil die Demo-Ordner einer mehrere tausend TeilnehmerInnen starken Demo am 20.9.04 orangefarbene reflektierende Westen trugen, die nach Meinung des Herrn Haß ausschließlich Bediensteten der Stadtreinigung vorbehalten seien
... im diesbezüglichen Gerichtsverfahren in 2005 reduzierte die Richterin das Strafgeld auf "nur" 250 Euro, Details sind nachzulesen unter
http://www.solidaritaet-international.de/docs/2005/050718MoDemoBerlin.htm
... alle weiteren "Vorkommnisse" habe ich unter
http://www.carookee.com/forum/freies-politikforum/1/16513911#16513911 in fast 40 Foto-Impressionen festgehalten
... wie auch immer, die gelungene Demo brachte politische und soziale Inhalte, insbesondere auch die Problematik für Menschen mit migrantischem Hintergrund, durchaus kämpferisch rüber, wobei ich mir allerdings von seiten der TeilnehmerInnen ruhig noch mehr Lautstärke beim Skandieren der Parolen gewünscht hätte
... diese 13-Uhr-Demo verließ ich in Höhe des Görlitzer Bahnhofs, schließlich mußte ich meine "Kräfte schonen", denn ab 18 Uhr sollte ja noch die 2. Revolutionäre Demo stattfinden
... super fand ich, daß beide Demoleitungen sich endlich dazu durchgerungen hatten, ihre ideologischen Vorbehalte zu überwinden und auf ihren jeweiligen Werbeplakaten beide Demo-Termine zu nennen und sich sogar gegenseitige Rede- bzw. Auftrittsrechte einzuräumen
... über die 18-Uhr-Demo berichte ich in Kürze in Teil 2 natürlich wieder mit vielen Fotos
bjk :cool:
ALG II-Unterschichtler
Forum:
http://freies-politikforum.carookee.com
... mehrere tausend TeilnehmerInnen zogen ab 14 Uhr friedlich aber engagiert durch Kreuzbergs Straßen, begafft von vielen Myfest-Touries, die wohlig erschauernd mal echte Revoluzzer sehen und knipsen wollten
... vor allem hochmotivierte junge Frauen im Lauti-LKW gaben die kämpferischen Parolen vor, manche der üblichen Verdächtigten nörgelten gegen die ihnen zu emotionell vorgetragenen Parolen
... ich fand's jedenfalls klasse, wie die beiden jungen Frauen kämpferisch-revolutionäre Inhalte mitreißend rüberbrachten
... skandiert wurden natürlich auch "once solution - revolution!" und "Hoch die Internationale"
... unter den Zuschauern befand sich auch der Insidern bekannte Leiter des Ordnungsamts Mitte, Herr Haß (Fotos Nr. 27 - 27a ), der sich gerne fotografieren ließ
... dieser Herr Haß hat den Begründer des "Berliner Bündnis Montagsdemo" in 2004, Fred Schirrmacher, zu 2.500 Euro Ordnungsgeld verdonnern wollen, weil die Demo-Ordner einer mehrere tausend TeilnehmerInnen starken Demo am 20.9.04 orangefarbene reflektierende Westen trugen, die nach Meinung des Herrn Haß ausschließlich Bediensteten der Stadtreinigung vorbehalten seien
... im diesbezüglichen Gerichtsverfahren in 2005 reduzierte die Richterin das Strafgeld auf "nur" 250 Euro, Details sind nachzulesen unter
http://www.solidaritaet-international.de/docs/2005/050718MoDemoBerlin.htm ... alle weiteren "Vorkommnisse" habe ich unter
http://www.carookee.com/forum/freies-politikforum/1/16513911#16513911 in fast 40 Foto-Impressionen festgehalten ... wie auch immer, die gelungene Demo brachte politische und soziale Inhalte, insbesondere auch die Problematik für Menschen mit migrantischem Hintergrund, durchaus kämpferisch rüber, wobei ich mir allerdings von seiten der TeilnehmerInnen ruhig noch mehr Lautstärke beim Skandieren der Parolen gewünscht hätte
... diese 13-Uhr-Demo verließ ich in Höhe des Görlitzer Bahnhofs, schließlich mußte ich meine "Kräfte schonen", denn ab 18 Uhr sollte ja noch die 2. Revolutionäre Demo stattfinden
... super fand ich, daß beide Demoleitungen sich endlich dazu durchgerungen hatten, ihre ideologischen Vorbehalte zu überwinden und auf ihren jeweiligen Werbeplakaten beide Demo-Termine zu nennen und sich sogar gegenseitige Rede- bzw. Auftrittsrechte einzuräumen
... über die 18-Uhr-Demo berichte ich in Kürze in Teil 2 natürlich wieder mit vielen Fotos
bjk :cool:
ALG II-Unterschichtler
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Ergänzungen
"Gelungene Demo"?
Ansonsten waren es bei der Ankunft etwas unter 500 Leute.
Traurig ist, dass die ALB und das 18Uhr-Bündnis die RKs nicht linksliegen lassen, sondern noch hofieren und als zweiten Wagen auf der Demo laufen lassen.
ergänzung
in den redebeiträgen via lautsprecherwagen und megaphon wurde der aufstand von 1987, die vielzahl der repressialien nach innen (insbesondere rassismus, sexismus, polizeigewalt) und der kriege nach außen, die internationale dimension des kampfen sowie die situation der politischen gefangenen thematisiert.parolen waren u.a.: "viva la revolucion", "hoch die internationale revolution", "nie wieder deutschland", freiheit für alle politischen gefangenen", "freiheit für mumia abu-jamal", "freiheit für christian klar".
am lausitzer platz versperrte einige minuten die mayday-loveparade den weg zum endpunkt, ehe die gemeinsame kundgebung mit dem revolutionären 18 uhr-bündniss und die darauffolgende demonstration begann.
schon vergessen !?
gegen undogmatische, emanzipatorische Linke
1993
Demo: Im Februar begann die Demo-Vorbereitung, die Plenums-Protokolle wurden in der Interim veröffentlicht. Nach den ungelösten Konflikten v.a. der Jahre 1991/92 beteiligten sich viele Gruppen nicht (mehr) daran: ’Bewegungsautonome’, Frauengruppen, MigrantInnen, Ost-l.inke... so wurde die Vorbereitung dominiert von ’kommunistischen Autonomen’, die versuchten, eher reformistische Gruppen wie die ’Kritischen GewerkschafterInnen’ in die Vorbereitung miteinzubeziehen. Der versuchte Spagat zwischen dem ’Brückenschlag’ zu weniger radikalen Kreisen und eigenen Ansprüchen, dazu die kritische bis destruktive Haltung vieler Linksradikaler dem Plenum gegenüber, führten zu einer Lähmung.
Obwohl zu Anfang erklärt worden war, der revolutionäre 1.Mai müsse nun mehr inhaltlich als formal diskutiert und gefüllt werden, ging es schon nach kurzer Zeit fast nur noch um den innerlinken Konflikt, um Route, Zusammensetzung und Verantwortlichkeit der Demo. Es gab endlose Debatten über Routenvorschläge und Verhältnis zur "RIM". Gruppen aus Ostberlin beklagten sich, nicht einbezogen zu sein. Dem Vorbereitungsplenum wurde der Vorwurf gemacht, von ML-Gruppen dominiert zu sein. Der Brückenschlag zu den ’anderen gesellschaftlichen Kräften’ scheiterte letztlich, sie zogen sich zurück; gleichzeitig erklärten diverse linksradikale Gruppen, die Demo so nicht mittragen zu wollen.
Wenige Wochen vor dem 1.Mai platzte dann eine Vollversammlung an der Frage der Haltung zu "RIM" bzw. ’Stalinismus’, und es bildete sich ein zweites, ’autonomes’ Plenum zur Demo. Zwischen beiden Plena gab es starke Konkurrenz. Die schließlich erarbeitete Demo-Route vom Oranienplatz nach Prenzlauer Berg wurde von einigen Ost-Gruppen abgelehnt mit der Kritik, hier wollten sich Westler an die Ereignisse des letztjährigen 1.Mai im Kollwitzkiez anhängen; zuletzt wurde beschlossen, die Demo nur bis zum Rosenthaler Platz zu führen.
Zur Demo kamen knapp 10.000 Menschen (die Polizei sprach von 5.500). Das erste 1.Mai- Plenum bildete die Demo-Spitze, die aber nur aus wenigen hundert Menschen bestand (v.a. ML-Gruppen). Dahinter kam der um ein vielfaches größere Block des ’autonomen’ Plenums. Zu Beginn der Demo kam es wie 1992 zum Konflikt zwischen "RIM" und Teilen der Demo. Leute versuchten, die "RIM" daran zu hindern, dicht hinter dem Kern des Autonomen Blockes einzuscheren. Diese prügelte sich daraufhin den Weg frei.
Die chaotische Schlägerei zog sich bis zur Ecke Adalbertstr. hin, wo die "RIM" nicht mehr weiterkam. Die "RIM"Leute setzten vor allem Holzlatten ein, während ihre GegnerInnen weitgehend unbewaffnet waren. Es gab viele unkontrollierte Flaschen- und Steinwürfe. An der Ecke Adalbertstr. drangen Bullen in die Demo ein und holten die "RIM" samt Lautsprecherwagen gewaltsam aus der Demo. Dazu gab es von einigen Umstehenden lauten Beifall. Die Demo ging dann weiter, begleitet von häufigen Auseinandersetzungen mit der massiv präsenten Polizei. Einmal eskalierte die Situation mit Tränengaseinsatz und Molli-Würfen, beruhigte sich aber wieder. Immer mehr Leute verließen die Demo. In der Nähe der Olympia-GmbH (Breite Str.) sprengte die Polizei schließlich die Demo mit Einsatz von Knüppeln und Wasserwerfern, sie mußte um 17 Uhr aufgelöst werden. Es gab viele Festnahmen und Verletzte.
MEHR
1992
Am Vormittag des 1.Mai gab es unabhängig davon einen ’Zug der Widerspenstigen aus Ost und West’ zur DGB-Kundgebung. Die Vorkontrollen der Polizei mittags in Kreuzberg waren sehr massiv. Die "RIM" versuchte in diesem Jahr zum ersten Mal, durch eine frühzeitige eigene Anmeldung der Demo am Oranienplatz Fakten zu schaffen und ihre Interessen gegen alle anderen Gruppen durchzusetzen. Das klappte aber nicht.
Zu Beginn der Demo eskalierte der Konflikt zwischen türkisch-kurdischen ML-Gruppen. Die Gruppe ’Partizan’ griff ’Bolschewik Partizan’ an, andere ML-Gruppen verhielten sich absprachewidrig, die "RIM" nutzte das Chaos und prügelte sich und ihrem Lautsprecherwagen einen Weg in die Mitte der Demo. Es gab zahlreiche Verletzte, einige davon schwer. Die Schlägerei zog sich bis zur Ecke Adalbertstr. hin, wo die Bullen ein Hinausdrängen der "RIM" verhinderten. Etwas später wurde der "RIM"-Lautsprecherwagen beschädigt und verließ die Demo nach etwa der Hälfte der Strecke. Die Schlägereien hatten zur Folge, daß in der Mitte der Demo (zwischen der "RIM" und dem ’Internationalistischen Block’, der von den ML-Gruppen angeführt wurde) eine sehr große Lücke entstand, so daß es faktisch zwei Demos hintereinander waren.
MEHR
NOCH MEHR
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
tolle Live Berichterstattung
ergänzung
ätz
Lieber
Parolen zu grölen und dann zu meinen etwas damit ändern zu können, sowas halte ich für lachhaft.
Ich finde es schön wenn X-Berg wieder zu einem lustigen Haufen wird und gemeinsam feiert und das friedlich, die Bullen hatten sich schon versteckt und waren bis 23 uhr auch nur in kleiner Anzahl vorhaden bis einige Idioten wieder meinten Stress machen zu müssen, wer sich austoben will soll auf einen Abenteuerspielplatz gehen.
Nochmal zur Demo, lieber agieren als reagieren. Gegen Demos für Aktionen außerhalb von Demos und staatlich gebilligten Veranstaltungen!
würg
Die Pyromanen haben sich des Abends anderswo einen Bunten gemacht.Die haben sich auf dem Kreuzberg ausgetobt.Und waren der Meinung Parkbänke abfackeln und Büsche und Bäume rausreissen ist revolutionär,vielleicht glaubten sie auch einfach nur die Bäumchen wären Counteragenten.Der Nachtigall kam dabei ihr Nest abhanden,da war zwar noch kein Gelege trotzdem...